Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 8 (10.8.1928)
- Date
- 1928-08-10
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeinde. Nummer 8 Bekanntmachung hetr. die Fremdenpflege der Gemeinde. g-üij Crtsfrcmbe und Durchreisende ist allein zuständig die Kommipion für die Fremdenpflege der Gemeinde.?5ecdinandstrahe 14. Es wird im allseitigen Interesse, ganz besonders aber in demjenigen der Schutzbefohlenen selbst, die sich über nichts so bitter beklagen wie darüber, dah sie von einer Stelle zur anderen geschickt werden, gebeten, sie stets an die * .Kommission allein verweisen zu wollen. Daß Büro der Kommission ist geöffnet wochentägkich von 9' _■ l,!lbr und 212—5 Uhr. Sprechstunden des Herrn L h a s - i e I 11s- 121 .• Uhr und 3' i— 5 Uhr. . i Vorstand der Deutsch-Israelitischen Gemeind«. Aist lr August'hat der Hamburger Senat aus dem Elirrnsnicdlivs in Lhlsdors zur Ehrung der dort begrabenen Krieger eiijcn Kranz niederlegen lassen. * Aiiläßljich des Vcrfajsungstagks werden am Sonnabend, dem ll. August, in der Gcmeindesynagoge am Bornplatz, in dem Israelitischen Tempel Poolstraße. in der Neuen Tammlorsynagoge Bencckestraßc Ansprachen gehalten werdest. Ttr ^israelitische Wissenschaftliche Verein Altona vcr anstallctc einen Vortrag aus dem Bcgzäbnisplatz der Ge nieindf aw Turchschuitl. den der bewahrte Erforscher der jüdisclijcn Urkunden und Friedhöfe der Treigemeinden. Herr Rabbipcr Ed. T u ck e s z, in bekannter Bereitwilligkeit übcrnömiftcn hatte. Zu dem Vorträge war eine große An zahl Haistburger und Alwnaer Herren und Tamen erschienen. Herr Rabbiner Tuckesz gab zuerst einen kurzen Ueberhlick über die Geschichte des Begräbnisplatzes, der zucrst-zar Zeit einer in Hamburg wütenden Pest in Benutzung genommen wurde, später der Beerdigung der nicht in Hainbezrg bodenständigen Juden diente und zuletzt der Begräbnssplatz der ersten jüdischen Familien unserer Stadt wurde. Au den Vortrag schloß sich eine Führung, di« zu den Grabstätten einer großen Anzahl von Persönlichkeiten führte, die fü< die Allgemeinheit von Interesse und Bcderrtuna waren. Am Schlüsse der Führung sprach Herr Jacob H e ck s ch c r. der Vorsitzende der Friedhosskommis - sion der Gemeinde, dem Vortragenden herzlichen Tank aus für seine Darlegungen und knüpfte daran Mitteilungen über Verhandlungen der Gemeinde mit den Behörden über die Sicherung und Wahrung der 'Grabesruhe auf dem! Grindelfriiedhof. Tiefe wurden unter dankenswerter Mitwirkustg dps Herrn Lberrabbiners Tr. Spitzer und des Herrn Tr. ing.^ K a ufm a n n geführt und lassen das günstigste'Resultat erhoffen. Wir veröffentlichen im Anzeigenteil des Gemeindeblatteß eine Bekanntmachung der Schreibstube der Kom- Mission für das Wohlfahrtswesen, auf die wir in dieser Rubrik uM ihrer Bedeutung willen dringlichst hinweisest. Tie Schreibstube ist eine Einrichtung, die statt Unterstützung produktive Arbeit und Verdienste vermitteln will, j Sch ist eine soziale Einrichtung in des Wortes bestem Sinne, ^ie gibt Erwerbslosen und Arbeitswillige« die Möglichkeit. von dem Ertrag ihrer Hände bescheiden zu , leben. Es gibt ke ine bessere soziale Hilfe als die Vermittlung von Arbeit! jeder, der irgendwelche schrift^ licheni Arbeiten zu vergeben hat, kann durch Zuweisung dieser Arpeiten an unsere Schreibstube diese soziale Hilfe fördern, zur Ausrichtung von Menschen und zur Aufrichtung 'von Eristenzen beitragen. Die Ferien sind zu Ende; der Unterricht hat wieder begonnen. Wehmütig schaut die Schuljugend auf die Erholungszeit zus rück. Für das Jugendamt der Gemeinde bedeutet das Ende der Schulferien eine Mahnung, der Oeffentlichkeit Bericht .zu erstatten über seinen Dienst an der Schuljugend während dieser Zeit. Tiefer soll in der September- Nummer des Gemeindeblattes gegeben werden. An dieser Stelle sei aber schon ein kurzer Ueberblick veröffentlicht über die gesamte geleistete Arbeit. * * ■ Eine große Anzahl erholungsbedürftiger Kinder wurde wie in den Vorjahren auf Grund vertrauensärztlicher Untersuchung in die verschiedenen Heilstätten verschickt, nach Türrheim. Kisfingen. Kreuznach, Hofheim, Nauheim. Seesen. Sassendorf. Segeberg, Wilhelminenhöhe, Wyk, Norderney und Kolberg. Die Kur dauerte dort bei jü>em Kinde mindestens 4 Wochen, die Höchstdauer eines Aufenthalts wird jeweils von dem leitenden Anstaltsarzt bestimmt. Ucber den Erfolg des Kuraufenthalts sollen die Eltern selbst urteilen; bemerkt sei aber noch, daß jedes Kind einer Nachuntersuchung unterzogen wird, um auch ein ärztliches Urteil über den Erfolg zu ermöglichen. Kinder, die so glücklich waren, keiner Kur zu bedürfen. fanden in den eigentlichen Ferienveranstaltungen des Jugendamts der Gemeinde reichlichen Ersatz für die ihnen entgangene Reise. Tag für Tag. fünfmal wöchentlich, zogen sie in hellen Scharen hinaus, auf den Forsthof, wo sie bei Spiel und Tanz und reichlicher Verpflegung, welche die Volksküche der Gemeinde täglich küchenwarm hinausschickte, die Tage verbrachten,, ohne sich durch recht hamburgische Regenschauer je beirren zu lassen. Ter Regen am Tienstag. dem 31. Juli, an dem die Abschiedsfeier stattfand, hat auch die Stimmung nicht trüben können, so daß alle die. welche für die Tagesferienkolonie gearbeitet und sich gemüht haben, mit erhobenen Gefühlen am Schluß des Tages die ihnen anverträute Jugend zu den Eltern entlassen konnten. Außer der Tagesferienkolonie hat das Jugendamt der Gemeinde auch in diesem Jahre wieder getrennte Tagesausflüge für Knaben und Mädchen veranstaltet, die ebenso wie früher begeisterten Beifall gefunden haben. Wir haben sprechende Beweise für den Tank der Elternschaft erhalten. Tie Teilnahme eines Schwimmlehrers an den Knabenausflügen hat sich als besonders wertvoll erwiesen. Tie Zöglinge des Paulinenstiftes verbrachten die Ferien unter Leitung ihrer Erzieherinnen in dem Ferienheim Glinde, von wo sie Montag zurückkehrten, um die Schlußfeier der Tagesferienkolonie mitzumachen. Eine eigene Abschiedsfeier in Glinde hatten sie schon Sonntag begangen. Ebenso feierten die in Wilhelminenhöhe unter-, gebrachten Ferienkinder am Sonntag bei Kuchen und heiteren Aufführungen ein Abschiedsfest, dem die meisten Mit? glieder der Verwaltung beiwohnten. Die Stimmung war ausgezeichnet; selbst die Kleinkinder wirkten mit. Man bekam den Struwwelpeter und den Mohrtn mit dem Sonnenschirm ebenso zu sehen wie die Tintenbuben, di« der rächende Nikolas bestraft. Es war ein großer Tag! Vereinigte Kleiderkammer« der Kommission sitr das Wohlfahrtswesen und des Israelitischen Humanitären Frauenvereins. Unser Vorrat an Kleidungsstücken für Männer ist völlig ' erschöpft. Wir bittenDringend um Zuweisung getragener, noch brauchbarer Kleidungsstücke. Abholung erfolgt zu ,eder gewünschten Zeit. Schriftliche oder telephonische (Elbe 1899) Ersuchen sind zu richten an die Kommission für dar Wohlfahrtrwesen.