Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 7 (10.7.1928)
- Date
- 1928-07-10
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Gcmeindeblatt der Deutsch ■ tum» i^cnic ticfcbcii iDinPcu. -sjo kamen auch die ersten zeitgenössischer Chronist, ückftadt im Anfang durch die Juden ani-''meisten zu Ansehen gekommen sei. Ein », war lange Jahre Rat¬ Siedler uacli Glückstadt. Ein P e t c r H o d' e. bestätigt, dast G Portug cie. A gebe»' u Ui-j:', ..f> c r t II r L. Ion I].. v_ _- :t> V.-ctlauensmaii»' de» Königs Christian IV., legte eine Münze an und prägte „gutes Geld", was in der bau alige» Kipper und Wipperzeit von großer Beden lnng tv.tr. Ein anderer. G y n > a l!v a L o p e s. gr-ündele eine Zucker Rafsinerie. Durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges, lieber schivemmnngen und evidcmische .Krankheiten erlitt die anfblüheiidh Stadt bald erhebliche Rückschläge. Durch einen neuen Freibrief, welchen die Portugiesen 1 *>30 erhielten, suchte der .König neue S-edler b ranzuziehen. Die Portugiesen Durften eine Synagoge bauen, die in der heutigen .Königstraße stand, alle önenllichen religiösen Uebungcn wurden ihnen gestattet: den' -lindern durste religiöser Unterricht -Israelitischen Gemeinde. Nummer 7 ----- -=^—■ —— Personalien und kleine Mitteilungen. . Herr Rabb. Dr. M. Jacobson, der am 31. Mai sein goldenes Doktorjubiläum feierte, empfing an seinem Ehrentage von vielen Leiten die herzlichsten Glückwünsche. Mr Vor stanv der Gemeinde und die Verzoaltungskörperschaften des Synggogcnverbandcs^ der Borstand der Beerdigungsbrüder ichaft, deren Maggid der Jubilar iit, und die Jeschiwah, an der er lehrt, ehrten den jugendlichen Gelehrten in mannig sack'er Weise. Die Eheleute Louis Dbeilbaber begingen am 7. v. M.. umgeben von fünf Kindern, sechs Enkeln und fünf ttr cnkelns das seltene Fest ihrer diamantenen Hochzeit. Beide Ehegatten sind gebürtige Hamburger. Außer vielen Gratulanten erschienen an dem Festtage in der Mittagsstunde die Herren Rabbiner Dr. Italiener und Syndikus Dr. Nathan. um dem Jubelpaare die Glückwünsche des Senats und der Gemeinde nebst der vom Senat gestifteten Ehejubiläums medaille sowie einer Ehrengabe der Gemeinde zu überbringen, die Rabb. Dr. Italiener nach einer herzlichen Ansprache überreichte. erteilt werden, auc'.- duritcn sie die privaten und öffentlichen honen Schulen des Landes besuchen'. Proselykem mecherei war verpönt. al>er sie brauchten nicht in äbgesouder - ten Bierrein zn wohnen, brauchten keinen gelben Fleck zu tragen. tnrziim: waren so gleichberechtigt, wie in den meisten Ländern Deuischlands erst im 1!*. Jahrhundert. Bald nahmen die Gluctstädler Portugiesen in Schiffahrt, .Handel und Gewerbe. namentlich im Ueben'eehandel, eine führende Stellung ein. - Merkwürdigerweise wurde den deutschen Juden gegeichder ieftetr» des Königs, wie auch seitens der Portugiesen i'elbst dies-. Toleranz nicht geübt, sie wurde» im Gegenteil als minderwertig angesehen: ihr' vorübergehender oder dauernder Aufenthalt war mit harter Strafe bedroht. Auch gegenüber der Hainburgischen Portugicien- Gemcinde wahnen dir Glückstädler mit großer Energie ihre Unabhängigkeit, als sie versuchte, sie dem-dortigen Rabbiuat;u unterstellen. Allmählich aber, als der Zuzug der Portugiesen narhlitst und' die Gemeinde in Verfall zu geraten in Gefahr war, wurden mir Genehmigung der Behörde auch deutsche Juden zugelassen. (Ende des 17. Jahrb.) Anfang des l> Jahrhunderts schlug schlug Wesseln, ein geachteter jüdischer Großk.runnann. dem König vor, den Hafen erweitern, Lö'cb und Ladeplätze für den Getreide -Uinschl.-.g zu schaffen, um das Getreide der Marschen günstig zu verwerten. Da aber die eingeborene zünftige Händlersehast dagegen intrigierte, kam das Projekt nicht zustande. 17 >3 Hal en bereits die meisten Portmziesen die Stadt verlassen. tsie Gemeinde war vollständig verarmt und konnte nur noch notdürftig durch Unter.skützuiig auswärtiger Juden erhalten werden. Im 19. Jahrhundert stirbt die Gemeinde allincihlikh aus. - l»a> zbällc sie noch 20 Familien mit 120 Seelen, I9oh nur noch <» Mitglieder. Im Jahre 1 *s*>*» ivurde dje kleine Gemeinde dem Altonaer Sbcrrabbinat unterstellt. Jur Zeit wohnt wohl kein Jude mehr in Glückstadst. > Bereits 1 ■s9.) wurde die l 7«!.^ erbaute Synagoge für .'!>«> Mark zum Abbruch verkauft und niedergerissen. Ter Kaulvreip wurde zur Instandsetzung, des jüdischen, heule noch sehr sehenswerten Friedhofs. der mit feinen mächtigen, liegender Grabmalen einen ehrwürdigen Eindruck macht, verwend,t. Das älteste Grabmal stammtaus dem Jahre 1025. Kein Jude, der Glückstadt besucht, sollte versäumen, diese geschichtliche Ställe zu besichtigen. War es mir doch, als ich sic besuchte, als ob ich Ahasver selbst auf einem der mächtiges Steinauadern müde und erschöpft Rast machen säbe . . - Da4 ift niefn richiig. tstäch dem Jsraeliliichen Kalender jür Schleswig-Holstein kür das Jahr .'6v> leben in Glückstadt noch 1 Inden. Dr. N. Herr M i ch e l David, der langjährige Vorsitzende der Ebewra Kadiicha unserer Gemeinde, feierte am 13.- v. Bits. ,<25. SiwaiO feinen 75. Geburtstag. Wir wissen, daß es Keinem schlichten Sinn entspricht, wenn wir dieser Mitteilung kein weiteres Wort chinzufügen. sondern uns darauf beschrän ken, dem trxuen Mitgliede unserer Gemeinde nur ein herzliches NZZ7 D’-iryi nm ix Zurufen. Sein 5Ojädrig es B e r u f s j u b i I ä u m feierte am 1. d- Bits.< Herr I. W i q d e r o w i t i ch. Seit »»»mehr 38 Jabren ist er hier ln Hamburg als Sckiochet tätig, nachdem er vorder 12 Jabre in unserer Nachbargemeinde Wandsbek in gleicher Eigenschaft gewirkt hatte. Wir beglückwünschen den treuen Hüter eines heiligen Amtes zu diesem seltenen Jubiläum. Jöerr Dberkantor R o s e n b I a 1 t wird im Auguil d. I. ein Konzert! in Hamburg veranstalten, dessen Ertrag - dem K i n d e r c r jh o I u n g s b e i m W i I b c l in i n e n h ö I> e zurließen soll. L as I ü d i s che e m-e i n s ch a f t s h e i m. welches durch Veranstaltung von! Vorträgen und deklamatorischen Darbie tungen seit Jabren sich in den Dienit der unbemittelten jü dischen^Bcvölkerung gestellt bat. beabsichtigt, in diesem Jabre ieine^Tätigkeit in dankenswerter Weste zu erweitern. - Es will im Sommdr eine Reibe von Nachmittaasausflügen mit Be wirtung kür alte, bedürftige Leute veranstalten, zu welcher die g.eilnebmer iedes einzelnen Ausfluges besonders geladen wer den. Reflektanten können Uch schriftlich bei.Fra» Dr. Fink. Hochallee 114, melden. Der Fehlbetrag des Voranschlages des- Sn»- a a o g e n V e r b a n d e s f u r d a s I a b r 1 9 2 8 b-läuft s,ch. wie uns zur Berichtigung unseres Berichtes über die Sitzung ^Delegierten Kollegiums vom 29. Mai mitqeteilt wird, dm 12 000 Mark. * . 16. Sitzung -es Repräfenkanken- Kvllegiums -er Gemeinde. Montag, den 19. Juni 1928.! i A n w eiend die Herren L i s f e r,. Votlitzender: Bachs r n ch. Blatt, b z e ch e l, Dr. . Fränkel. Henma »ii, o < a a eie n. Alerander Leon. VauljLevy. M i ch'a Wis.^Mundcn. Dffcnburg. Schindler, Schloß, ir. ciulicr. . : L* ti n m u l o t <r t bic Sperren Tr. Turin di er c i tt e n'n,!.nv Dr. Kalmus. Kn o b l o ch. Dt. La n'z krön Weinberg. ' . i- Anwe'end von» 4» o r kt and der Gemeinde die .Herleo , D^ivid. Philipp, Dr. Hefz Dr. Tannenwald. < Vor Eintritt^in die Tagesordnung spricht der Vorlitzend dem infolge des g.ödes feiner Mutter am Erscheinen verhinder len Herrn? Kalmus die Teilnahme des Kollegiums aus uni begluckmuincht Herrn .^.chindler anläßlich feines 50. Geburts tages. Er teilt mit, daß das Kollegium bei der Trauer leier der Reuen Lammtor Synagoge für den verstorbene!