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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1926-01-10 · 1 (10.1.1926) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
2 (1926)
Issue
1 (10.1.1926)
Date
1926-01-10
Page
[Seite] (sequence 2)
Language
German
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Seile 2 Grmeindebiatt der Deutsch-JSraelitischen Gemeinde Bekannte gerrofscn habe als bpi einem Gesuche in seiner'pok- -nische,» Heimat.- . . DasLcbeu, das sich auf den Straßen abspielt, wirkt ans den Fremden kn Zer Tal'so, wie? es! einmal Schmarjah ' Lewin ä'nsgedrückt hat, als wäre immer Chaul hamaued in Tei-Awiw.. . Das mag seinens Grund auch darin haben, daß in Tel-Awjw infolge der «egen Bantäligkeit die Arbeirerjugend eine große "Kolk spitzln Ter 1. Mai wurde dal-er auch so seitlich begangen'wie nur irgendwo in Europa. Die . Arbeit, vonn allen Tiiigettdic 'Banarbeit, nihte den ganzen Tag; .schonvom sri'chensMorgen an zogen Eh^luzim und Chail^hth jngrößeren und klejnercn/Trupps pngpnd durch die.Sraol/Geld wurde Kr die Arbeikerwnds gesammelt und niemand-blieb rwn dem Zivange verschont, mit einem roten Fähnchew.hernmzulanfeil: -Bef jeder (söekgenheit wird - die ganze Städt'illuminiert, viele Häiiser habeir ihre Jlluminatwnseinrichtnng'ständig an der Straßenfront hängen, . meutens'in Fokin ciitp* Mögen Dowid. Eines jeden illustren - Gastes „Ein-und Ausgang"'wird, gefeiert,- und cheny z.B. der Baron/Rothschild mrch Nur einige Luniden in'TeleAwiw blieb, so hat dies ddch. die ganze .Sladlstnindestens schon vom. ' Bortage vn bis zn»i späten .Abend in freudiger Erregung . gshakten. --- ' - . Diekb^ Heiterkeit-lln) die Freitde am.'Frohsinn mag ihre. Knolle-darinhaben, daß,'jedem.der Gegensatz zwischen dem - frühc'ren^Gbcttolebcn, iu dem-man.^jngeengt und mißachtet .war,-und dem fetzigen -menichenwisdiv^m, Dasein klar vor . Aikgen steht. Entbehren konntendicie Menschen iimncr schon; deshalb nehmen sie che Entbehnlngen, die dem west- ..europäischen Reneilden sehr hart erscheinen,.'durchaus nicht 'tragisch. Wenn man die Gelegenheit benutzt, dieie hingen ' Ldntc,'dix bw hor kurzem poch Ghetkojuden waren, in-Tel- 'Aw:ws herrlichem' Teebach zu beobachten, wip sie als echte 'Natijrkiicher dieBellen mit sich-ichsken lasien pder am Badeskmnd.sich nbet ihre von der Arbeitgestählten Körper im i^pr iigen nndHLanseii Irenen, Sann suhlt man, daß hier' Menschen besvejr wurden. Verstarb . wird die ständig ge- 'hobcie Stimmung der singend dadurch,'daß für viäle von -ihneii. TebAwiiv eben die erste Station nach dem Galnth 'im L-an.debedeutet.' Ter herbe' Eristenzkamps' anderer Schihteu driirgr eben nicht im gleichen Niaße hervor. Bei "itnienis kurzen Aufenthalt sim Tande'haben wir' -natürlich nur ichn; -wenig (Gelegenheit gehabt-, Einblick in die Berkältnisie'Araber zu gewinnen. Zahlenmäßig )pie.l-ii wir JnTen im Lände-ja nur eine geringe Rolle, aber da nun als hüdsischer Reisender olle Spuren jüdischen Lebens -sucht, geht mannneistens am arabnchtnLehen vorbei und bemerkt cs nur da, wo es als Volksleben anstritt oder wenn man in nnliebfamer Weistniit den Arabern zu tun be-. Wir fuhren Fahrer, von' vor Rahels - überstrhren har kommt. Von beidem'haben wir Proben erlebt. -'-im Auto, selbstperständlich mit cinrni jüdischen H-ebion zurück Inach Jernialem', als! wir gradcs Gra?, ivp, üer iWeg nach Berhlehcyi abzweigtslvon einem . Gen)anneil -aisgehalteu. wurden. Es war von Hebron nach. Bets lehein telephoniert worden, dasierste Auto, welches des! Wees käme, sei anzuhalten, -da es eii!e .(Inh übers ihren habe.j linst r (^iewisieii war abtzr ganz rerrt; dagegen gng unserm Fah-cr jetzt ein Licht, über'einen Kleinen Jwn henfall am' Wege auf. W r waren nämlich mitten-'aus des Landstraße ' au eiiism stillsteheipen Auto chirbcigilkoinuirii, desien. arabische Jnias en sich laut über uns lustig gewacht hatten, i Wir waren riegig in' die Falle grm.hren, wurden arrcticrl und »ach Beil, ehem zur Polizeistation gebracht. Wir setzten , wenigstens dnr h, daß das zweite Agio auch Ungehalten und nach Bethlehem, gebracht würde. Dem arabischen Führer d'.e-cs Atltos Gaulle man wiprt,^gß er dio^ine Xnhnichl, gah seinen Namen und ieinc üiiimnn'| Nummer jl ai: undkonnte weiterfahram. Mit dem unfern führte mau lange Verhandlungen, und obgleich wir dqs Arabisch des Be alaten nicht verstanden — wir machten unsere Angaben aus H.-bräisch, was wiederum er nicht verstand —, io hatten wir 'di ch den Eindruck, haß inan unserm durchaus- .ehelichen Csauffeur nicht glaubte. Deshalb gingen wirf am nächsten Trge in Jerusalem auf -das deutsche-Konsulat uu-d^ gäben di rt unsere Aussagen zu Protokoll. Wir hoffen, daß unser EHansfeur nicht Zur Bezahlung der arabischen Schuld vcrir teilt worden ist. s Um aber nicht ungerecht zu'sein, muß ich bc merken, daß der Araber sonst überall bei persönlicher Be ri'hrtug ein höflicher, zuvorkommender Mensch ist. -Man nchchi zu häufig den Fehler, daß man Vertreter verschiedener Vplkskla'sien miteinander vergleicht,- z. B. den arabischen Ffllachcp mit dem deutschen oder polnischen Kleinbürger. is Urteil muß dann natürlich zu des ersteren Uiigunsten aitsfallen.! Daß die Araber viele unserer heiligen Männer ebenso ivie wir verehren, habe ich schon anläßlich! des Berichts über die Jahrzeit von Rabbi Mcir baal-ha-neß erzählt'. Tie Frühgeschichte beider Völker läuft ja eine kurze Strecke Weges zusammen, und wir müssen uns das sehr genau'vor Augen Halten, um die tragische Ironie zu verwinden, die darin liegt, daß wir wie Bettler por der frühesten Erinnerungsstätte unserer Geschichte, vor der Höhle M ä ch p e l a h zu H c-' bron, stehen und uns von jämmerlichen arabischen Gewalten mit einem Bakschrsch die Erlaubnis, erkaufen müssen, sieben Stufen guf einer Treppe, die für uns zu-nichts weiter, fsihrt, hinanfgehen -zu dürfen. -Man sollte! eine solche Stätte^ lieber gar nicht besuchen. Ein eigenartiges Erlebnis, das auch in diesen Zusammenhanggehört, >var das. Fest des Nebi, Musa, das in Jerusalem während unserer Anweseiiheit von den Arabern gefeiert wurde. Wir hatten nie gewußt, daß der Prophet Moses-(Nebi Musaj -.den Arabern so nahe steht, sogar in solchem Grade, daß Allah seiij Grab ans dem Lstjordanlandc ir dür Nähe von Jericho gebsacht hat, um seinen Gläubigen die Wallfahrt zu erleichtern. Bis zur Balfour-Deklaratiou wurde das Fest nicht sehr brachtet, seitdem trägt es natio nalen 'Charakter und wird glcichimrs als Protest der arabischen 'Nationalisten gegen die jüdische Einwanderung begangen.' Noch vor zwei Jahljen,gab es bei den Umzügen Unruhen und Ansichreitungen gegen die Juden. In diesem Jahre zu^n ersten Male versuchte stnan, sie!zn vcnneiden und eine Annäherung zwischen desi beideil Bevölkernngselenccnten htrbeiznführen. Von der StadtverwalMng waren sogär hebräisch gedruckte Einladustgen an jüdische Bürger eran der Feier des „üstosche Rabbeim" teilzunehmen, es^ist vielleicht.ein erster Schritt auf dlstn Wege, der notndlg zum Wohle des Land« s gegangen werden muß, näm- , djem, daß die beiden Völker aus ihrer gemeinsamen Ericrsmg ein Gefühl des Fün-cinander und nicht des Gegenniidkr ableiten. Shne eincn Ausgleich zrvischen der arabien!und der jüdischen Bevölkerung Erez Israels ist das obtem des Aufbancs nicht zu lösen. - Daß^ Palästina (eine wenn auch erhabene, aber doch .eine ' rauhe Wirklichkeit ist, iveiß jkder. Wicvics choisst'rreicht'ist, kann nur der ermesien, der zum zweiten! Masi: ins Land kqmmt. Wir habeii wiederhol Leute-getroffen, die nach einer Zeit -von 3 bis 4 Jahren wieder hingekommen waren und ihrem 'freudigen Erstaunen über die Entwicklung und die '- Fortschritte Ausdruck gaben, ivclche die dlrbeit unserer 'Einwanderer geschaffen hat. Eine unendliche, für uns in einer fertigen Kultur lebendm Europäer nicht vorstellbare "rbeik sit in unserem alten. Lände msch zu leisten. Sie wird ir möglich sein, wenn die Kräftealler Palästinaor^ani-

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