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Die Gegenwart · 1870-01-01 · 1 (1.1.1870) · p. Seite 8

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Journal
Die Gegenwart
Volume
III (1870)
Issue
1 (1.1.1870)
Date
1870-01-01
Page
Seite 8 (sequence 14)
Language
German
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Har Salvador Levi in vercelli wurde einstimmig ,v« Bi« Dkektor der Sparkaffa erwählt. — Der Professor Hr. M. Trevein Massa wurde zur Lehrkanzel der lateinischen And griechischeu Sprache berufen. — Die hiesige israelitische Ganeinde in Mailand beNagt auch einen Verlust in dem Ableben eineihrer ebreywerthen Mitglieder es ist Hr. F o rli Israele von Sadbionrtti, welcher sowohl die christlichen al» auch die israelitischen HumanitätSanftalten mit bedeutende« Spenden bedachte/ Petersburg. Sr. Majestät der Kaiser hat den Hrn. Aimmermann, Publizisten in Warschau, mit dem StaniSlauS-Orden 3. Klasse ausgezeichnet. Bukarest, 23. Dez. (Die rumänische Judenfrage.) In der letzten Sitzung der Deputirtenkammer, in »vrlcher die Thätigkeit der „Alliance israelite" zur Debatte kam, wurde auch die Regierung über die Maßregeln interprllirt, welche sie denjenigen Organen der rumänischen Presse gegenüber zu treffen gedenke, die einige Aeußcrungen des Fürsten Karl während seines-letzten Aufenthaltes im AuSlande über die Angelegenheit der rumänischen Juden in entstellter Weise wiedergegcben und diesen Anlaß zu beleidigenden Angriffen gegen die Person deS Fürsten benutzt hatten. Der Minister deS Innern erklärte, daß er durchaus die Indignation theile, welche die maßlose Sprache jener Preßorgane hervorgerufen habe, daß er jedoch von allen Repressivmaßregeln Abstand nehmen und es der öffentlichen Meinung überlassen zu sollen glaube, jene verleumderischen Angriffe gegen den Erwählten der Nation in gebührender Weise zu verurtheilen. Die Kammer nahm diese Erklärungen mit Befriedigung auf und ging unter Mißbilligung der von den betteffenden Blättern begangenen Ausschreitungen mit Einstimmigkeit zur Tagesordnung über. Stockholm. Der König hat dem persischen General- Eonsul in Alexandrien, Herrn Oppenheim den Wasaorden verliehen. Rew-fjork, 2. Dez. Präsident Grant hat einer israelitischm Deputation seine Verwendung bei dem Kaiser von Rußland zugesagt, um die Lage der Juden in Rußland zu verbeffern. Relson (Neu. Seeland.) Am 29. August wurde dahier eine neue Synagoge eingcweiht. Die jüd. Gemeinde ist nicht groß, hat aber kein Opfer gescheut, ein Gotteshaus zu errichten. In demselben ist bequem Raum für 100 Personen. Der Einweihung wohnten sämmtliche Behörden und viele andere Christen bei, die überhaupt viel zum Bau beisteuerten. Kunst und Literat» r. — Im Laufe dieses Monates starb in Mondovi der berühmte I. Bedarride, Advokat am Kassationshofe von Montpellier, Verfasser deS klassischen Werkes „die Juden in Frankreich, Italien und Spanien" und anderer Werke. — ^Die Herren Simentowi Gitmo und Scoramcll, Girolamo, Verfasser des historischen Romans „Mutter und Bürgerin" erhielten, da sie cS dem Kronprinzen Humber t Überreichten, ein sehr schmeichelhaftes Schreiben, worin S. K. H. feinen Dank und Wohlwollen auodrückte. — Wir machen alle Freunde der Land- und Volkswlrthschaft auf Jechl'S Wochen- und Central. Jntelligenzblatt für Land-Forftwirthschaft und verwandte Zweige aufmerksam. ES liegt unS die Probcnummer vor und so viel wir derselben entnehmen, unterscheidet sie sich wesentlich von den bisherigen volkswirthschaftlichen Zeitungen; indem sie nicht nur dem Oekvnomen ein praktischer Wegweiser wird, sondern ihn mit einer ganz neuen national-ökonomischen Literatur vertraut macht. — Mosenthals Drama „Jsabella Orsini" von Michael Siriloff in'S Russische übersetzt kommt bereitdiesen Mouat an den Hofthratern in Moskau und PeterSb nrg SNp Aufführung. — Die vorige Woche Freitag im Rudolfsheimer Thea-' ter von Herrn Schwender gegebene WohlthätigkeitSvorstrllung, deren Enrägniß zur Christbetheilung armer braver Schulkinder ohne Unterschied der Konfeffivn bestimmt ist, lieferte ein sehr günstige- Resultat, und war auch die Aufführung des Langer'schen „Zwei Mann vonHeß" eine sehr verdienstliche. M i s c e l l e n. X B ew eguug..Cin reicher jüdischer Bankier klagte einem berühmten Arzt, daß er sich unwohl fühle. Derselbe räth ihm tüchtige Bewegung an. Aber, wie soll ich damachcn? Bewegung ohne Zweck ist mir durchaus zuwider. — Da kann ich Ihnen rathen, borgen Sie dem Dr. Pumper hundert Thaler und suchen Sie dieselben wieder zu kriegen. — da haben Sie Bewegung genug, denn Sie können sich dabei eher die Beine ablaufen. X C t y m o l o g i s che Forsch» n g. Woher mag wohl der Name „Pharao" stammen? — Dieser Name entstand folgendermaßen : Cs gab bereits zu Moses Zeiten eine egyptische Bank, deren Kassier eines schönen Tagedurchging. In Folge dessen gerieth der Bankdirektor in große Verlegenheit und sprach: „I fahr' a o." Cr „fuhr auch ab." wurde jedoch erwischt und später seiner großen Klugheit halber unter dem Namen: „Pharao" zum König von Egyp-, tcn proklamirt. X Alexander DumaS, seo., hat folgende Regel der Weisheit aufgestellt: Gehe jeden Tag zwei Stunden. Schlafe jede Nacht sieben Stunden. Stehe morgens auf sobald du erwachst. Spreche nur, wenn eS nöthig ist und dann, sage nur die Hälfte von dem was du denkst. Schreibe nicht, was du nicht unterzeichnen kannst. Denke weder zu viel noch zu wenig vom Gelde, denn rS ist ein guter Diener aber ein schlechter Meister. Hüte dich vor Frauen vor dem zwanzigsten Jahre, und vermeide sie nachdem du vierzig alt bist. Buntes. Die neue Synagoge in Hannover. Im westlichen Theile der Stadt Hannover erhebt sich, weithin sichtbar, ein Prachtbau r die gegenwärtig der Vollendung nahe neue Synagoge. Rings umgeben von alten nnschöncn Holzbauten, welche ihr zum Relief dienen, ist der Eindruck, welchen sie . auf den Beschauer macht, nur um so imposanter. Sieben Jahre — so lange Jakob um Rachel warb — ist die neue Synagoge im Bau. Im Jahre 1862 gelang es dem um Industrie und Kunst seiner Vaterstadt Hannover hochverdientln Bankier Adolph Meyer, vom KnegSministerium das Terrain der alten Post „auf dem Berge" zu dem längst beabsichtigten Unternehmen unter ganz besonders günstigen Bedingungen zu erwerben. Baurath Oppler, auf's ehrenvollftc bekannt durch viele im hannoverschen Lande errichtete Bauten (insbesondere Schloß Solms, die Maricnbnrg bei Nordstemmen x.) ward mit dem Bau beauftragt, zu dessen Gelingen außerdem durch ihren Rath, ihre Kenntnisse der rituellen Verhältnisse und künstlerische Auffassung die Baucommission, bestehend aus dem Land« rabbiner Dr. Meyer, M. Behrens, Meyerhof und dem verstorbenen Adolph Meyer, ersetzt durch Jacobson, in hohem Grade beitrug. Die Baukosten belaufen sich auf 110,000 Thlr. Verdient die hannoverische Gemeinde für Errichtung eines so großartigen, die Stadt besonderzierenden Gebäudeschon alle Anerkennung, so wird diese noch erhöht, Wenn man erfährt, daß die bedeutende Summe von 25,000. Thlr. durch freiwillige Gaben aufgebracht und so ein Theil der durch den Bau erwachsenden Lasten den ärmeren Gimeindeglirdern abgenommen wurde. Fortsetzung 'in der Beilage.

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