Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 44 (28.10.1836)
- Date
- 1836-10-28
- Page
- Spalte 349-350 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sreditvereine, Canalu. Eisenbahnwesen ö» Auge hatte, — alder Tod dem großen Rechenmeister den großen Strich durch seine irdisch« Rechnung zog. Er entschlummerte sanft am 8. Drpt. 18SS, Abend-, nach achttägigem Krankenlager. Die allgemeine Theilnahme, die sei« Tod in seinem Wohnorte vnd dessen Umgegend erregte, beurkundete sich durch die ungewöhnlich große Anzahl derjenigen, welche die Hülle de- Verstorbenen nach seiner Ruhestätte begleiteten , und die Thränen der Armen und Dürftigen, die an seine« Grabe flössen, sagten am deutlichsten, daß sie einen Wohlthäter und Vater verloren hatte«. Gr war der Stifter mancher Wohlthätigkeit-anstaltea gewesen, und mancher Leidende und Dürftige, dessen Noch künftig noch Abhülft finden wird, wird dankbar da- Andenken de- Mannesegnen, der noch für spätere Geschlechter den Saamen milder Wohlchätigkeit gestreut hat. Sit « terr» leri»! -u. Zur Tage-geschichte. (Berlin, IS. Okt.) Man schreibt au» Posen unterm IS. d.: »Die Hamburger Zeitung vom 8. Okt. enthält einen au-Hannover vom S. Ott. datirte» Artikel, in welche«, nach einem Schreiben au- Berlin, ganz ernsthaft erzählt wird, davor Kurzem zu Pose«, in Folge einer übrigenhierher gar nicht ergangene« polizeiliche« Verordnung, nach welcher in amtlichen Schriften die Juden nicht mehr Israeliten oder att-testamentarische Glaubensgenossen, sondern Juden genamt werde» sollte«, zwischen Christen md Juden so blutige Händel vorgefalleu wäre«, daß zu deren Dämpfttng «ilitairische Hälft nothwendig gewesen sey. So umständlich die Nachvcht auch erzählt wirb, so ist sie doch völlig erdichtet, indem hier am Orte nichtvon dergleichen Erceffr« bekamt geworden ist. Eben ft unrichtig find die Behauptungen de- Artikel-, dadauüdere Bott tu» Großherzogthum Posen in ewigem Religion-Hader lebe, daß Lutheraner und Katholiken sich faß überall ftiudlich gegenüber ständen, und daß beide Religion-parteien sich in ihre« Haffe gegen die Juden vereinigten. Zur Steuer der Wahrheit muß angeführt wnden, daß, wadie christliche« ReligionS-Parteie« betrifft, Beispiele gegenseitiger Duldung und Liebe zu den nichtweniger alseltenen Erscheinungen gehören, und daß wenn eine Abneigung gegen die Jude« bemerkt wird, diese sich nur hinsichtlich derjenigen Klaffe unter ihnen knnd gibt, die, von einem nicht zu vertilgenden Schachergrtste getrieben, sich auf ungesetzliche« Wege auf Kosten ihrer christlichen Mitbürger zu bereichern sucht.» (P.Staat-z.) -Ohne Zweifel hat danachstehende Lreigniß zu de« in der Hamburger Zeitung erschienenen Artikel, der ganz da- Gepräge absichtlicher Entstellung der Wahrheit trägt, Anlaß gegeben: Sonntagden Säten Sept. Nachmittag» ftrhr in Posen ein christlicher Kutscher mit einem mit zwei Pferden bespannten Wagen von der breiten Straß« nach der Judenstraße. Bei dem in diesem Stadttheile stetstatt findenden Gedränge müßiger Juden wurde einer derselben, ungeachtet defortwährenden Zurufvon Seite de- Kutscher-, ««gefahren, ohne daß ihm jedoch ein Schade zugefügt worden wäre. Sogleich vergriffen die übrigen anwesenden Juden sich au dem Fuhrmann md risse« ihn von den Pftrdm fort, wahr« schemlich um ihn nach dem Rachhause zu führe«; einige Christen aber, die sich ebensallversammelt hatten, «ahme« sich de- Kutscheran md verhinderten, daß derselbe gemißhandelt und verhaftet wurde, wobei es von beiden Setten zu einigen Schimpfteden kam. Mittlerweile hatte die Zahl der Reugiengen auf dem an die Judenstraße stoßenden Markttheile sich bedeutend vermehrt; nichtsdestoweniger gelang eeine« Polizei-Sergeanten und einem Gendarmen, schon innerhalb S bi- 1V Mimten die Ruhe vollkommen wieder herzustellen, ohne daß «och andere Beamte zur Hülfe herbeigeruftn zu werden brauchten. Bewasft»- te- Milttair war aber weder nochwendig, «och ist' auch nur ei« einziger Mann der Militairwache auf dem Platze erschienen. Eben so wenig hat irgend eine