Das Füllhorn
- Journal
- Das Füllhorn
- Volume
- II (1836)
- Issue
- 22 (27.5.1836)
- Date
- 1836-05-27
- Page
- Spalte 171-172 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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171 X - v* Augen betrachten kann, der wird deutlich einfthen, wie audem fein organisirten Saamen, durch die Entwickelung, Rosen aufblühen können? Hy las. Allerdings! Wm» nur seine Sinne jart genug sind, oder die Instrumente genug vergrößern.: Philonous. Gesetzt aber, die> Allmacht wollte am Rosenstocke, der nur Rosensaamen führt, Citronen wachsen lassen; würde sie nicht diese dem Strauch unnatürlichen Früchte besonders erschaffen, und an den Stengeln befestigen müssen? » HylaS. Nicht anders! Aber alsdann würden die Früchte am Rosenstocke nur zu wachsen scheinen, nicht wirklich wachsen. PhilonouS. Mehr aber als diesen bloßen Schein, dünkt mich, kann selbst die Allmacht in diesem Falle nicht erhalten; sie müßte denn den Rosendorn in einen Citronenbaum verwandeln: das heißt — nach dsr Sprache einer gesunden Philosophie — den Rosendorn vernichten, und einen Citronenbaum an die Stelle setzen. HylaS. Das wäre dann aber nicht das, was wir verlangten. Philonous. Freilich nicht! Und es bliebe also bei dem Vorigen: die Allmacht würde die Citronen besonders erschaffen, und mit dem Rosenstrauche verbinden müssen. — Wie aber? Der Stamm führt ja keine Citronensaste. Woher werden denn die Früchte ihre Nahrung nehmen? Hy las. Diese wird ihnen die Allmacht ans der Luft oder sonst woher zuführen müssen. Philonous. Und wenn nun der Stock vergeht; haben die Citronen mehr als ihre Stütze verloren^ HylaS. Sicherlich nicht. Da der Stamm, an dem sie hingen, sie weder hervorgebracht, noch genäht hatte. Philonous. Nunmehr wieder zu unserer Haupt-, frage! — Sie habe« mir eingrrämnt, dadieMatetie' an. und für sich nicht denken könne; das heißt, daß sie,, vermöge ihrer inner» Struktur, unendlicher Gestalten/ Farbe« und Bewegungen, aber keiner Gedanken, fähig sei. H-las. Ich gebe 4», daß CartesiuS dieses so gut al» erwiesen hat. Philonous. Der Grund zu den Gedqnken liegt also nicht in der Materie, so wenig als Citronensaamen im Rosendorn. Aber Gott soll der Materie die Kraft zu denken mittheilen. Muß er nicht diese Kraft besonders erschaffen, und mit der Materie verbinden? HylaS. Allerdings! — so wie wir an unser« Beispiele gesehen haben. Philonous. Dadurch aber erlangt di« Materie nur dem Scheine nach die Kraft zu denken; diese kann ihr in der That so wenig eigenthümlich werden, als am Rosenstocke wirklich Citronen wachsen können. Hy las. Auch das muß ich zugeben. Philonous. Die Frage war also nicht:, ob die Allmacht der Materie die Kraft zu denken mittheilen könne? denn dies ist unmöglich; sondern: ob sie nicht eine Kraft zu denken erschaffen und mit der Materie verbinden könne? und siehe! dies hat sie wirklich gethan. Sie hat mit gewissen Portionen organisirter Materie eine besonders erschaffene Kraft zu denken verbunden, und beide zusammen machen das denkende Thier aus. Wie die Früchte zum fremden Stamme, so verhält sich die Kraft zu denken zur organisirten Materie. Am Ende kann diese vergehen, ohne daß jene mehr als ihre Stütze verlöre.» Moses Mendelssohn. Literatur. »Anton Theodor Hartmann's neueste Schrift rc." (Fortsetzung.) Der Hr. Verfasser erzählt dann, wie bald hierauf die Erscheinung des Hartmannischen Werks in denZeitüngen verheißen wurde, und fährt dann fort: »Am 8. August — gerade an einem Sabbathtqg — w« die Verheißung erfüllt; aber die drohenden Gewitterwolken waren von einem leichten Winde verweht: Ihr Buch war in meinen Händen? Da sich die Juden — wie Sie uns, Herr Professor! im Müllerschen Archiv (6. B. 1. Heft S. 187) belehrten, am Sabbath gern gütlich thun, so war die erwähnte Schrift mein Defekt. — Ich sucht? vor alle» die