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Das Füllhorn · 1835-02-05 · 6 (5.2.1835) · p. Spalte 43-44

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Journal
Das Füllhorn
Volume
I (1835)
Issue
6 (5.2.1835)
Date
1835-02-05
Page
Spalte 43-44 (sequence 2)
Language
German
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den Juden^in Haleb (Aleppo) in Syrien*). Die Anzahl der Juden in Haleb belauft sich auf ungefähr 5000. Sie wohnen innerhalb der Mauern. Ihre Häuser liegen nahe an einander. Sie haben eine Synagoge. Ihr Turban ist etwas niedriger alS ihn die Christen tragen. May bemerkt, dass sie da- Arabische schlechter sprechen, alS'die Christen. In ihrem Morgengruße am Sadbathtage gebrauchen sie oft daiss Hebräische, aber eS beläuft sich, auf nichtweiter, alS auf einige Worte: gewöbnlich spricht keiner von ihnen diese Sprache, ob dieselbe gleich viele lesen. Wenige Juden legen sich auf Manufakturen oder treiben Handwerke. Die Vornehmsten sind Wechsler oder Handelsleute, die Uebrigen Mäkler oder Gewürzkrämer oder Hausirer. Ihre Wechselgeschäfte geben ihnen bei den Großen dis Landes einen großen Einfluß. — Im Allgemeinen sind die Juden mäßiger, als die Christen, wozu bei vielen auch ihre Armuth beitragen mag. Der gemeine.Mann lebt hauptsächlich von Brod,Hülsenfrüchten, Kräutern und Wurzeln, die mit ausgedrücktem Sesamöl zubereitet werden. Die Juden verzehren mehr Federvieh, als anderes Fleisch, und ihr Markt ist oft schlecht mit Hammelfleisch-versorgt. Unter den jüdischen Frauenzimmern kann man einige sehr schön nennen, obgleich ihre Anzahl geringer, alS bei andern Völkern ist. Ihr Kopfputz weicht nicht sehr von dem christlichen ab, und ihr übriger Anzug hat nichts Merkwürdiges, ausser daß ihre,dünnen Stiefel-und Pantoffeln veilchenblau sind. Ihr Schleier ist weiß, und sie tragen ihn so, daß sie einen Arm frei behalten. Sie haben eine besondere Art zu grüßen, die ihnen die Männer gewöhnlich nicht uachahmen. Statt die Hand auf die linke Brust zu legen, reicht die Frau beide Hände an den Spitzen der Finger mit einauder vereinigt dar, die Andere be- *) Nach einer Beschreibung v»n Slrleo vo«. Schlaffe krS vorigen Jahrhunderte. 44 rührt sie sanft, indem fie mit ihrem Finger darüber hinfährt, und dann bringen beide durch eine leichte Bewegung ihre Hände, an den Fingerspizen zusammen gehalten, nach ihre», eigenen Lippen. Sie haben auch eine besondere Art, eine durchaus verneinende Antwort zu geben, indem sie in den Nagel an dem Daunten der rechten Hand beißen, und dann schnell die Hand vor., wärts werfen. In der Gegenwart von Fremden tragen die jüdischen Frauen steteinen Schleier,'und gewöhnlich speisen sie mit dm Männern nicht an einem und^ demselben Tische; doch thim sie das, wenn keine Fremden dabei sind, manchmal an Festtagen- An ihren Sabbathen bleiben sie ziemlich lange bei Tische sitzen, und trinken Wein, der nach ihrem Gesetze zubereitet ist. Bei solchen Gelegenheiten hört man sie auch zuweilen in Chören singen, aber ihre Gesänge haben nicht- Frohes und Festliches. Bei den Juden wohnen mehrere Familien in einem Hause, und nahe Anverwandte heirathen einander *). ' Der Hohepriester in 'Haleb heißt vorzugsweise Khakh am (wahrscheinlich Chacham),und der sowohl zeitliche als geistliche Gewalt ausübt. Doch ist seine bürgerliche Gerichtsbarkeit sehr eingeschränkt uud die Parteien können sich stet- — an das Mach kam y wenden. Die morgenländischev Juden hängen steif an ihren alten Gebräuchen. Freitag Nachmittaggehen die Frauenzimmer in s Bad. (?) Bei der ausgebreiteten Verbindung der Juden mit der Handelswelt verursachen ihre vieler» Fasten und Feste beinahe ein allgemeines Stvkken im Handel; sie verhindern nicht nur die Abreise der großen Karavanen, sondern halten auch ihren Zug auf, wenn sie bereits auf dem Wege sind, und sogar die Pascha- und andern.'Großen find bisweilen gezwungen, die Abfertigung der *) Wahrscheinlich doch nur ln erlaubten Graden. L. Red.

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