Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- IV (1895)
- Issue
- 161 (5.5.1895)
- Date
- 1895-05-05
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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/freies Platt. . reite 6. Nr. 161. mitten im Tiefland? erworben, um denselben nun zu parcellircn und an Unbemittelte pachtweise;u überlaffen. Wahrend so ein Jude handelt, begnügen sich die im Alföld reichbegüterten Magnaten, die '.'lpt1’ der hungernden Bevölkerung deS Alföld für ihre unsauberen politische» Zwecke zu mißbrauchen und allenfalls mit einigen Gulden abruipeiien, die sie verinnthlich sonst beim Roulette-Ti'ch oder in einer < Imnil-it- ~-{"Mr- *■ vergeudet halten. 'V l^ustav ^rctnag. Am ’M). April ift in Wiesbaden Gustav (V re »tag im Alter von T‘.( Jahren gestorben. Wir brauchen n-chk daran zu erinnern, was Gustav Frcytag für die deutsche Literatur war. Wir verlieren in chm einen Gesinnungsgenossen, einen unerschrockenen! Anhänger der Abwehrbewegung, welcher er 511111 großen Leidwesen der! Antisemiten allereit offen daS Wort sprach. j Hailimcrsttilt gebt. Bon zuverlässiger Seite erfährt das „Ber- I liner Tageblatt", daß ,Freiherr v. Hantnierstein ant 1. 3ult seine! -Stellung als Gbefredacteur der „Rrcuzzcttung" verlassen werde. : Tic Hilden in Aimilanü.) Man schreibt, uns aus Helsings 0 r s : Ich habe 'ihnen vor einigen Wochen nritgetheilt, daß Staats- : feaetär Baron Tedn dein sinnländischen Senate einen Cniwurf vor- , ,legte. wonachden Inden int Großfürst.nthuine ,rinnland alle Rechte! verliehen werden sollen, welche die Berfassung ausländischen Christen zusichert. tliunmeht verlautet hier, daß diese Get'epesvorlage dem : Petersburger Miitistercomiliauf denen Berlangen unterbreitet zverden nuißte. t)iach einem Ukas Czar Aleränders III. von I88r> sollen nämlich bestimmte l^esepentwürt: itud Novellen, welche dem nun ländlichen Senate zur tVenehmigung vorgelegt werden, vorher dem Ministereotniiin Petersburg;ur Begutachtung unterbreitet werden. ' Ter bezügliche- Ukas Aleränders III. erklärt zwar ausdrücklich, daß nur solche tinnländische i^.-ietzeSvorlaqem der Petersburger Regierung l rorgelegt werden »lüften, welche irgendwie die Interessen des Reiches? tongiren Mau geht aber an der Reva weiter-und fordert die Bor- - läge aller tinnländifchen Gesetzentwürfe, gleichviel ob ne die Reichs-! angelegenhetteu berühren oder nur Localtnieressett betrenen. So tttnß - denn der humane Vorschlag des Baron Tehn, wenn >er Gesetzeskraft; erhalten t'oll, zuerst die Gutheißung des Mititsterc-otnii-S erlangett. Bei den antiiüdiichen Ströinungen, welche in den höheren RegterungSkreit'en Rußlands noch immer herrschen, in eS zweifelbafl,. ob dieS der Fall sein werde Baron Tehn soll jedoch entschlossen teilt, diese Angelegenheit dem Czar selb» tu unterbreiten. i?lu£ - antifomitifdwn £Vivmen und 2?erfammlumvn. l (yitt daitkbarcs Tdcttta.- Pr.m, Äl^is p i e *: e 11 ft e i n. tü e s; m a n II und -Paul r. . in- 'ariackier (?r«n#er, Berwailungsratb mit Viauitator a. T . ip-.aeben leul.ch iin K a :l:;.; i d- .-o 11 fri 11: t i e 11c 1 tei: Ber eine au' ter esj. e e n. teure.heu Verein;. 'enen 2-eie tu baibvcrgangcn« Zeit der . dsck-ir.irdige H-;r Leove'.d S ck>r; e r war Sie sprachen Alle gegen den Eavitatisinn-- uut teg.-n ei, He :ie-'«i, weiche ras llnisttichi Volk ansbentcn. t Tas Sterna: „Eavita.ini-ch; Ausbeutung-' zähl' gegenwärtig tu den be-'onders ' d.:i tbaren Sie'-ev. der v neit anrt'eniiti'ii’en Beeeiiisietne-... -mit wir wollen . tbi en -iniee neue Taten zur -Lerwerthung übeiiniitUu. Ter in Ege, erbtieiuend. . BoikswiUe", O -g.ru 'ur die Inti'cn des arbeitenden Bottes in West un: Lüdbobinen, 'Eilten eie Arveiisrerlätrtiis'e 11:1. Böhineewalt mit , ibeil: initev Ai.terein Felg udes mit: „viiii fcoehniifttidi Schn-arzenberg'icher Tagiahner evhd» lt>!r. tägliüi: eine derto Tagarbeiterin 3"—35 tr. (Sin Jtiii.lt .111’ einem hoch'üvnucb.n Pteieiibat -ainntt tl'.-etb uuC .Hm; tuottat* li.t ’etg.-ute Betagi: poh» 4 ü 2."> tr.; *<• * vitri iicjuf«: ein halber Strich .Horn;mt I st. *> k, t.ir Schmal; Schla'neue i.11 Stalle am' einer Pritsche. Ein Heizhaaer verdien: höchstens .'in—i" kr. Tin Steii:!ler*er, ter Len gant n Tag tee Seiinenbitze oder im Winter ter ft engen Kalte und allein linnener aiiSiie-'etzi ift. reieie’it bo-lftens 55-fr. . . . . Auch die Heilten >e:bnnantiaeii Bat:«>r fteden 'ich berztick >'ck,:echr. Zedkr ift Eigemhü.v.er von i>> O.uadrattiaster Grund und bat 20—24 Strich US-nnt in Back». Ta'ür zahlt er i st i-.h.rlich ll'l an muß aer bedenk-’n. daß der Boden iebc riniiiicknbar ist. So :-.rtwas Karn, Flachs und Kärtenel gebaut. Korn und Kartone! braucht c k-aiie. 'ür;.’n eigenen HauLbatt, mit e» muß Die Ernte. febr gut ge* .Ji>. we-gn e: -ein kuni-nerliche- AnStoinineii 'inden ioll Ten Flachs muß r :>,-.t«eit, danu: er den ZinS zabtan kann. Tie Pente klagen auch >ehr - i-'-st;ie 'ä,.!-chafieu . Schwarrenberg und 2nit Sebl-iefi das Hotz sehr - iü Llir wollen mm -'eben, ob drin; piechtetistein und ieiae LVitredner 4 r.t chu!-.in't ' e ai-neu christlichen Belke? iin Böhmerwold aunehinen werden. . - Aiitiseinitisckie Wirtbtchaft.. Beim Betiiksgerichie -Atiergrund gelangte a.u 2 : •<}! :>:ar!l veriagte Bchbautlnnq über die tähreubeteidigniigSr k:a:e t-;a inti-eu-.in-ch-n Bc:ter Böiener Kte 1 derniacher Genoiseitichaft gegen die genossensckiaftlichcii Revisoren Johann Swatek, Joses Staub wasier, Josef Fuxa und Jobann Massänetz ziim Abschlüsse. Tie Klage erfolgte wegen des BorwurkeS, eS iverde in der ^Genossenschaft desraudirt, es herrsche eine Schlamperei, da; Geld werde in der Genossenschaft verschleudert und die Reche,iichaftsberichte entbatten fatsche Ziffern. Die beiden Berlbejdiger, Xr Cecaröein und De. Ehren thei t, boten Beweisean, und bei der Perhand Iniig wurde ebiistatirk, daß l. auch nach der Berurtheilung deS LalsierS Jelllnel neue Tefraudationen entdeckt wurden; 2. zu einer Bersaminlung nach Mur; zuichlag auf Kosten der Genonenschaft gleich ein ganzes Dutzend Telegirle ein ienDet wurden, von denen jeder Diäten bezog: 3 zum Grazer Geiiossenscha'ie tage ein „Retacieur" entseiidek wurde, der nicht Schneider und nicht Gettoneiiichafisitittglied. war tutd aus der GenofsenschaflSeasse 5>0 ft. ausgefolgt erhielt- 4. die Kosten eines verlorenen EhrettbeleidignngS-ProeesseS, de» einige Genossen schat'lstnitglteder beim Bezirksgerichte Mariabitf atistrenglen, aus der Genossen tchafiseaffe bezahlt wurden; 5 bei der Siegesfeier des antisetnitischen Aus kchuffeS einige der Herren Festgäste vergaßen, ihre Zeche zu bezahlen, woran' der Zählkellner des Restant an!S Kästner dein Vorsteher sein Leid klagte up. eine Entschädigung — aus der Gettoffenschaftseasse erhielt. Endlich wieS Dr. Hein nnier anderen Rechituttgsseblern. die durch irrige Buchführung Ltttstanden. einen solchen nach, bet dem es sich um eilten Jrrtbum von 2«i.OOO ft. handelte Tieses Berhandlungsergebniß veranlaßte denn auch den klagenden Borsteber Fenzl, seine Anklage bedingttngsios fallen zu lassen. Tie Angeklagten wurden hieraus sretgesprochen und Fettst zur Tragung der Kosten des BersahrenS ver urthetlt. l.(vgkrland'Turnga».t klleutt Vereine des WestbezirkeS des 2bet--Ezergatiks «Aich, Eger :e > beschlissett am 23. Sevtember v. I.;u Egcr, aus dem alten Gau auSzuireteit und einen netten, den „Egerland Tiirngatt" 511 bilden Jj: sei nein Grundgesetz stellte der neue Gau für die Atifiiabiiie von Mitgliedern die Beduignitg^aiif, daß dieselben austchließkich arischer Abstamiituiig sein müßten. Wie nnn bon anlisetnitischer Seite berichtet wird, wurde das Gesuch deS Eger. land Tnrngaues um ’Anertetittnng und Ausuabtne in den XV. .TurnkreiS der Allgemeinen Denlichen Turnerschasl abschlägig beichieden, beztehungswei'e verlangt, daß der Gatt jenen Punkt, welcher die arische Abstainninng seiner Mitglieder 'ordert, auS seinen Satzniigen streiche. Tie Organe de? mit der Pobr tiv-r Pinie des HanteS Kohn so innig vcnsandlen Georg Schönerer sind über die „Uiiduldsantkeit" der — Allgemeinen Tetit'chen Tkirnerschaft entrüstet. «Zur Geschichte des Plöll scheu Landwiribcbttudcs.) Tie schönen Tage de-s Bundes der pandwirthe in Deutschland scheinen rorüber;u sein. Die Zahl Derer um Ptötz und deren sinanzielle Beiträge werden immer geringer, und ber frühere Teeeritenl des Preßweiens beim Bunde, Tr. Gebet, fand sich neulich bewogen, aus der Siluilc zu schwätzen. In einer öffentlichen Er ttäruiig enäb'.te er unter Anderem Folgendes: „Ais ich iin August 1833 das Preß-- Deceritat des Bundes der paudwirllie überuabni, bewahrte der engere Vorstand dem Anti'einitisinirS gegenüber eine znrückhcitiende Position. ES geschah dies beiondeiS ans Rücksicht aus die Rationattibet-alen, die man «IS Mitglieder theils beiaß, tbeits.zn gewinnen honte. Tbanächlich hatte der Bund auch Inden unter seinen Mitgliedern. So war der jüdi'che Rittergutsbesitzer Bern stet: oft am dem Eentratbiireäii des Bundes, hatte auch Artikel iür die Correspondeiiz der Bundes der pandwirthe geschrieben, die man natürlich »nfnahm. Mir >etbsi, als dein Preßdeccriiemeii, wurde eingeichärst, darauf, zu achten, daß ' Wendungen, die einen osseiikundigen Anti-einitisinnS verriethen, aus den Artikeln, besondersder -Eorre>pond;nz-, fortbleiben möchten- Erst in der General versainiiilting vom 17. Februar 1894 kam der Anliieniilisinus im Landwirther blinde zum Durchbruch, und es ist noch, in Aller Erinnerung, weiche Orgien er in der Generatversainnitniig vom 18. Februar d- I. feierte. In meinem Plan, die Gründung der .Deutschen Tages Zeitungin die Wege zu leiten, batte ich als die zu iväbleude Haltung des Blattes einen mittleren politischen Ttandpniilt unter der Form annähernder Parteilosigkeit bezeichnet. Bon dem engeren Vorstände wurde mir die ^lnerleniuing wegen meines schneidigen Planes ansgeiprockien. Erst als die ganze deutsch-eonservative Presie über mich hersiel änderte itcki da?. Mau wagte nicht, der ertrein eonservativen .Kreuzzeitungzu trotzen, und zeigte hiedurch, daß der Bund nach recht? steht. Zur Zeit meines Engagements aber und noch einige Plonare später galt eS als Richtschnur, in der .Zorreipondenzden Anschein einer Abhängigkeit der Bundes von der .Krenzzeitniig- und ihrer Partei thunlichsi zu vermeiden. Eine Beziehung ans die Auslassungen her .Krenzzeitnng' sah inan von Meier oder jener Seite damals jedenfalls nicht gern Im vorigen Jahre tauchte der Antrag Kanin auf. Man war damals wphl noch nicht tief genug aus das Rechts geaicht. Jedenfalls wurde der Publieistik ipi Ccntraldureau des Bundes zu verstehen gegeben, die heikle Sache delteal zu behandeln. Int Preßbureau mußte mau die Obren an den Kops legen und sich mögtichst darüber auSschweigen. Am besten tvürde es freilich gewesen sein, wenn es dabei geblieben wäre. Tie Utopie des Antrages Kanin ist, wie aller von oben her regtementirender SlaatrsocialiSiitns, der über das Verkehrs-, Militär- und Steuerwesen hinaus gebt, ebenso naturwidrig als ungerecht- Dem Bundesvorstände paßt seit dem Winter der Antrag Kanitz in den Kram. Er hat, war recht brzeichnend für seine politn'che UrtheitSsähigkeil ist', erst spät begriffen, daß diese Utopie ein Lock-