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Freies Blatt · 1894-04-15 · 106 (15.4.1894) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
III (1894)
Issue
106 (15.4.1894)
Date
1894-04-15
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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rc:c i ITr. 10». - . Freies „nd behauptete, der Jude habe ihr Kind „für Ssterzwecke geschlachtet". > Eine' große Menschenmenge sammelte sich vor Werner's Hause ait,. j paS vermißte ftinb fand sich aber bald ein. Es war i» einer andere»! Ltraßc gewesen tind hatte die Ziege eigenmächtig anderweitig verkanst. (Zfnlco Pksaro Manrogoilllto.) Wie aus Bcnedig berichtet wird, wurde der berühmte italienische Patriot Jsaeco Pesaro Manro gonato, welcher 18-l8/-l'.> die Finanzen seiner Patersladt Penedig mit l seltener Klnghejt tind Rechtlichkeit leitete, derselbe, welchem Pietor! Emannel das Pokkescuille eineS FiiiaiizminisierS nach Marco Mingbctii j augeboten hatte, vor >ciirzci» durch ein sichtbares ErinneningSzeiche», ' gleich den übrigen großen Peneziaiier» des .Risorgimento poliliro", deren Medaillons an der Rückjeile des „Palazzo dlreale" angebracht - sind, geehrt. Tie Lpitzcn der Pehörde», zahlreiche Eor<wraiio»e», die Garibaldiancr in ihren rothen Hemden und eine große Polksmenge wohnte» dem erhebenden Acte bei. .Unter den .^langen der Musik . wurde das wchlgetroisene Pronzebildniß des klugen, alten, gütigen Patriarchen sichtbar, welcher ob seiner großen Wohlihäligkeit au fl) beiin venezianische» Polke in bester Erinnerung steht. Pei der E'iiihnllnngs seicr gelangte auch ein Pries Jsaero Pesaro Maurogonalv's an Pieivr . Emanuel zur Perlesung. In diesem schreiben lehnt Maürogouato das , Finanzportefeuilte dankend ab, indem er die Erklärung abgibt, daß es ' ihm als Juden widerstrebe, die Rcchle , eines svinanzmiuißets a'uch geginüber den »nzähligei katholischen T rdensbriiderichast«, Italiens geltend tu machen. , E'csarc Vuittürofo über de» Vlutifcmittoiiui^. i In einer vor >i»rzei» in Turin erscliieuenen Lchrisi : „lieber den Antisemitismus und die moderne Wissenschaft^' bezeichnet Eeiuie Loinbroio als lliiadie des Antiseniilisinus in erster Vime das Lnügesühl, welches ans der per . meintlichen Ueberlegenheit über andere Menichen entspringt. Als ziveiter ErklärnngSgrund komme die Percrbung des Hanes in Petracht, d.n die Römer gegen die Inden gefaßt hauen, weil diese den Herren,fei Welt zu widerstehen wagten nnd-nach ihrer politischen B.iiegung io : »»ständige Pergeltnng ans religiösem l^ebiele durch das Ehristelitlinm iibten. Im Mittelalter habe sich dieser Haß potenzirt, als ibii die Geistlichleit zu 'einer Lache des (Glaubens machte.- T.ieie Hnvmh.'st'n entbehren der Begrüiidnng, und tresienb wendete der römische Eorre ipondent des „Perliner Porseneonriers" ein: Ist bei den Engländern das VuftgcTiibl, welches aus der Herrschaft über andere Menichen einspringt, weniger stark als bei den T eiit)el|;u st Hat fiel) in Italien der von den stromern ererbte Haß gegen die Inden weniger lebha't erhalten als bei den strnst'en . oder Rumänen? Unter den llfjaetien zioener T-rdnung, welche das Emporwuchertt des Anliienuusmns brgüiitugt haben,-.nennt Lombrow auch die winhiel,östliche. Tendenz F.s Pr„ -i-rtionismus, welche sich etwa ieit dem Jabre I-"i> in Europa tind Amctika bemerkbar, mache. „Jede Epoche, sogar jede geichichtliche Periode hat in Europa ein gewisses politisches Lchlagwori: Im Jahre 17"!> waren es die Menschenrechte, I1 .V die Vegitimiiat. 1 das .'rationalitätspriiieip, seit. I >--tt überwiegt die Tendenz des Prolectionis mns. Tie penchtedenen Pölker schließen sich von einander ab und Mitte» ihren Portbeil im Lchaden der anderen. Taher überall die' Errichtung neuer Zollschranken, der Haß der Franzosen gegen, die Italiener, der Russen gegen die Teulschen, der Pagkees gegen Alle. Angesichts dieser Zeitströmung ist es nur natürlich, daß die straeen anierschiede zwischen den Juden und 'den anderen Rationen im so genannten nationalen Linne ansgebentel wurden. Man betrachtete die Juden mit derselben Mißgunst, wie man die Tentschen in Rußland betrachtet, oder die Engländer in den portugiesischen Eolonien. .Und, wie daS bei moralischen Epidemien stets geschieht, die Irrsinnigen und noch mehr die Halbirrsinnigen gosien erst'eigentlich Cd ins ,Teiler 2ie sind die wirksamsten Agitatoren, weil sie die seltsame, glühende, natürliche Beredtsamkeit besitzen, welche den tiefsten Eindruck ans das Bolk macht und weil sie der Rücksichtnahme ans das Ehrgefühl oder das Herkömmliche, welche den normalen Gehirnen eigen ist, völlig ermangeln. Sie Persehaffen sich daher auch durch ihre anormale, Handlungsweise Beachtung Ahlwardl wie MoröS sind augenscheinlich Irre oder Halbirre, welche an Stelle der Logik und der T hatsachen die Energie der Narrheit und den Fanatismus sehen und darum aus die« Massen eine mächtige Wirkung auSüben. Tenn die Masten urtheileu nicht, sondern fühlen und lasten sich von Menschen mit starken Leidenschaften und stärkerem Fanatismus mit fortreißen." Für den inicrestantesten Theil der Schrift Lombrofo's wird man wohl die wissenschaftliche Erörterung über die eigentliche Raeenzugehörigkeit der heutigen Juden betrachten dürfen. Loutbroso kommt zu dem Schluffe, daß die heutigen Juden in weit höherem Grade ein arisches als ein semitisches Volk sind. Aus den Schädelmestungen erhelle, daß nur etwa 5 Pereent der heutigen Juden reine Semiten seien. Schon im Alterthum seien die Juden sehr stark mit einem blonden nordischen Bolle, den Amoriten v I a 11. des alten Testamentes oder Tamelm bei Egnpnr, vermnehi gewesen. Tazn fei,, ebenfalls im frühesten Ait^ihnm. eine starke.Peimi'chnng armenischen Blutes getreten, wie denn der g i.wus d.r heutige» Juden k^in semitischer, sonder» ein .armenischer >ei. JnsbeLuihereist die sogenannte jüdische Rase durchaus nnsemiliich und vielmehr et» Stenn zeichen der, armenischen Raee. - „Tiefer breite ariiche ll,»ergründ der Juden erklärt es. wie sie unter günstigen Umstanden io rasch he arischen Litten annehmen, die arische^itetligeuz sich au-.igne», ja in einzelnen Falten sie sogar nberirenen konnten, und tote. Vie, tuMj ihres besonderen Tnv»'s, der ganz naturgemäß ans een Ehe» zw >»..., P.r schwägerien lind ans dem-eingepierchlen, gleichförmig, u y,bev .-,r-st..-heu. mußte, der arischen Bevölkerung, unter der >ie lebten, scvv'.i-: -.aeig ähnlich geworden sind " Am Lchlunl seiner Lclp.'ffl' r.aln ne: stch Vonibroio ausinlirlieh über die Bekämpsung d.-s Auii'stmiiiismv? stiC-, auch hier 'wieder, wo er den festen Boden ie.ner Tr-...->guo>.. verläßt, kann man ein-gut Theil seiner Anstnhruitgennur '(et' schiittelii leien. Rach ihm würde der deritiche Antii.'MN r , g .!..: seiner Lel>ärse' -Volieren, ivenn in Tenlichland eio .: : «Gleichheit zwilchen ..Juden.und ticichnuden b--rgc'stelit .wli.d>' ,.n erst.., Zusaiiiineiihange behauptet er auch irrihümliäi. r!st : : - 7 n'.schia.ie ..kein Jude ordentlicher llniversitaispioiestor roerden völlige Perich.vinden des 'Antiiemitisn-us . Ir-)'.:-: z'.om -.... von - der ti'rüudnng einer neuen Rel:gi»u. , Tic' Zllvcllvtrlvlgklllg .il, Rnßlnllv, -Bian s.: Pete rs b u rg' vom April: >!a»m dii:n e Thäiigleit des Geiieralgonvorneurs von stiew,!•; auf dem «Gebiete, s»r-Jnd.uverfolgung an' Lv. g : z: st 7?.s Pctctsburger.dirigirends Len.« ei».: „ststchts!.-..st , für die Juden in rlknßland sicherlich von >.« str , gleitet 'sein wird.'' Tie''.- „rlütchtsbelehrung" .''.rrtäci, daß sämilittiche "'onvenienre :m Reiche bv -«r.chi .I-eßven. otaui n»d Pachtvertrag, der zwischen '.-i,n:n ' n»^ ob: <\ ■ Beziig auf Grundbe»» g.e>ch:-.'."stn ' u-. 0:1 zu viMaren, sobald k r berreneute »'-onve-rn.nr -li st:: v wvinien haben u-urke - daß ketlei- Pertr :.f er/' st v.< r - 1 ’ > :o ' lu-f.ine», das st':II Juden den Be'ii?- m-n >^t!!.:S und P.'d.^ st.-i.:.-,: lGteichzeilig .erllärt d-.r Len-,:, s.-.ß den nicht. .-. ad.:: Törtern nnb Markttircken, sondern auch in -st->i'öst'wt.0 . . st-stn-st von lGi'Niid nnd- Bot -in. liicht .-..'stattet .w.-id.'ii dt'st st ' ..Rechish.i 'hriing" de.' L'en rts. .,ri.:che ..in rst r Jguaijeiv eribeilt ivid.!! Ei. winde ei». kg..' vaktstn. I st ' von Juden .-ine, titntnief.-oUe .-sntnil?!!-ere:t'.n trzrd. ken-e . >- o.";,: ksiueut Ztr.-isil, daß nnnmebr vir st t-'oii.or.stn: dr: Hehrrn d.:-. Lei'.-:-.- bel'rrzig.'ii. in, der Weiie - d'-'S .ii.n I»znat!.".z> . Pail't .:.v: Nilcsittig' .I:.I und iiidi'ch. Pacht .lusnnist'i! rvi-.den .^'sti .' Pi'roiuon 11116 saininlunJr'n.. «Prinz Vicrtitciiitciii bei de» atmen Hauslierreu.> .1:' unter de» Austueie» ocs Peimen PiechMmsteia > »-?r Pan-:».. ist. —.-.ug der Hausherrtiivevetue d.-o still., stlstst und stst. Bernles na:..-.' .'.:-i,-.er Pst'nvveii jener A«'>'oe:atio», welche bei der tepteu «R-weiaderäil«."..-.-.erung inner dein vockrute b.'krol'ier LtandeSintereiseu, den z>tmi-'.-!»>',-.' -äieil . der Hausherren ziiziiiittire» ve>suchte. Taß ei» und dieietde» st-„rr „„ reife ihre«' .'ileiiigewerheireibende» eine fiir die oieir-. v». tie» vaa-t: eweii taiim günstige Ltiniinnng ei zeugen, gegeb.'iien'ails auch k>e zage diest-r armen Trust'! als verzweijelt binnellen nnd das beiaimnernswerilie z'os >.r arniec, 'äa»sl,erie>: zmn.Lteinerweich.-n schildern lönnen, ivnukeii uiis von politisttien Ta'.kien spielern, >vie es die Amrst-mite» sind, nicht. Wie teichi es. ist, den Wiener Hausherren einzurede». das; sie die bedluckieste Ölasse der PevölleetNig nnd. glaubt man gar nicht. Wenn die Lchilderpimep des Hahsbeeieneleuds. ivie sie Prinz Liechtenstein i» der obenpäliiiten Ber7a»ii»l»„g einiva,:, „ainigetre» sind, dann sieht inan nichl recht ein, wie>o derselbe Redner bei anderen Anlässen mich die. Lage der Handwerker und gar' die-^dcr Bauirn io trostlos und trüdiellg nnden kan», llebiige»« ist der Pr,,,; optenviUig wie kein jtueiter;-uin all die Leiden und Miseren des Haiisherrenstandes mix durchzukoste», bat er »ach seiner eigene» Aussage 'einen große» Theil seiues-eigenen BerinögenS in Wiener Häusern plaeirt. Aber sowenig der stdurchlauchlige Demagoge einen periönlichen Borlheil erwartete, indem er inner die Wiener Hausherren ging, ebensowenig dachte er für eine ihm .'ehr »aliestehende Parier daraus Lapiial zu schlagen, indem er Montag zu Lchweiider unter'di« Hpiis. Herren ging und dort eine Rede hielt. „Tie Mitgtieddr des P'ereines," meint er, „müffen darüber berubigt sein, daß auch pronoiicine Persönlichleiie» ami-

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