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Freies Blatt · 1893-01-15 · 41 (15.1.1893) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
II (1893)
Issue
41 (15.1.1893)
Date
1893-01-15
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8. '_■__ , freies l'Jfife hcraiiszu helfen. Jicicr Tagt ftceiicn fic durch ihr l'ii^fiioiga» das Wfriidjt aus, 'ämmlliche Bezirksauosäiüsie von Wien wollten coiporativ ihre Maiikatc »ictkr legen, weil ihr Wirkungskreis nach drin nrurn Statute gleich Null fei. D:e Idee zur Mandaisniederlegnng fei zuersi in kr» äerei'en der liberalen Partei ansgetancht, und die liberalen Bezirksausschüsse hätten sich an dir Antisemiten ui» Unterst i lltung ihres Porhabens gewendet Wie das „Bolksblatk" wisse» will, sei nia» insbesondere in kei, Borerken de», Projecte überaus freundlich gesinnt, uitd 'eile» einige aiiti'emili'che Bezirksausschüsse auch versprochen baden, ihren Ciuhi’.b dahin aufzubieten, dag die geplante Dkiiirnsiralioii zilsiaildc kcinuie. Es braucht laum erwähnt Zit werden, dag die ganze Geschichte von oben bis „nlen erlogen und erstunken in und jedes wahren Untergrundes enlbehrk. Dem „Bolksblatt" und seinen Hintermännern wäre allerdings jene Unzufriedenbeit >'ekr nach dein Herzen, wehr aber »och ,ener Bittgang der liberalen Bezirks aiisschnne zu den alrri'emiki'chen Äbsiinenzlern Indes; dürste Herr Lueger »ech eiuigkinale >ei»e Parkeiiiberze»gu»g gewechselt habe», ehe cr's erlebt, daß die liberale Partei ibn »in die Erlanbniß ersucht, den von de» Antisemiten begängcnen Fehler gnr machen;n dür'e». esiiw-tn ->ii„>>Iisir:n-' I Indischer . FaaaliSlNNS Als einen Beweis s»r jüdischen Fanaiiomits eizäblt der Psenner'>che „Bol ks freund": „Als die .erste Strecke der Xaver Ferdinanks Röidbabn bis Wagram gebaut wurde, es war dies Milte der Dreißiger,ahrc, v.mmetrtu sich in dieiein Drte viele Arbeiter an. Darunter war auch ein jüdischer Bursche ans der Umgegend, der sich, eine Ausnahme >:nler leiiien Glaitbeirsgenosseii,- mit Schaufel und .Narren bei dem Bahnban bc lbeiitigle. Er arbeitete, schlief und aß mit den chrisilichcii Mebuaibeneru. Das veihroß die jene Gegend »cho» damals durch ihren Handel unsicher »rächenden Inden, unk sie b>'ääesicu. sich a» dem Burschen, ilirem Glaubensgenossen, der sich iiiilsr die christlichen Hunde inisibte, mit ihnen ihre unreineu l!!, Speifen aß,;u zächen und ihn, die'.Vit und Fähigkeit. aus der Art zu schlagen, zu nehme». Eines Dages, richtiger gesagt in einerMach:, übe, sielen sie ikn, und zer'chnitien ihns die H.nide, >o das; er arbcilsiin'ähig wurde." Wenn nichts Anderes, so vertalh schon der Ansd.uck „christliche Hunde" die böswillige Absicht, welche der Er.hl'ler verwlgt Derselbe bat aber gar keine Ahnung davon, .daß. wie uns von wablinsormirtcr Eene milgelbeilt wird, ..noch in den Dreißigerjalueu zakulreiche arme, kiä'iige Juten nur als Erdarbeirer und DaglöKner bei Ehrisien :br.s» küminerlichen Unterhalt verdienten und im Sinne der rabbini'chen Bor iä ritten ganz >'o wie Soldaten im Dlensie von der Beobachtung der 2vei:e reischriiten cispeiiürk ivaeeii." > Das Gebet ciucs AlllissMitril. > In , der .LLesi'älisch. I, Re'o INI", der^n Metaclion dcr . Resjor aller Deutschen" nach 'einer Entlassung ans der vnijt libernehmen nsird v-'rö'si'ntljchl ein Beiebicr ^ir:cv Märnirers, ein ge irisiie'r Wilhelm Wenzel ans Hölke. 'cleendes. tä.-he:: In idieseiz nun heule io schweren, obgleich auch >'o rub::! 'ollen Tagen, 'Wie könnt' ich, >r:e dür»! ich Herr» Ablwarkl mci» v»:ich tbe n>nßl' Brzlcid ver'agen Se'u Eiiidruet isi — piifciii wie drüben — von '».Rer iä'esaiiimi und Dr:a: Ar:: Mir ko m uits » uw ::: In r: i ch zu beten: „Goik ichiiize und >egne Herrn Ab!war: l!" ' ' Sachlich svrkchcn. nicht persönlich verinigliiiivsen.» In eine,» Erguß >ibe> den Berliner eon'errativcu Parteitag »alli» die ,.Gre»zbolen" über die unser dem Manien des Anlisemlnsinus bekannte Clane» und Racenhehe wl genjdes Unheil: „Der Anlisemnismus begebt den Grniidsehler, daß er zwej prägen zusammen,viril, dir von einander gelreniil und verschieden behandelt werde,: müsien: eine nationale und eine wriale Frage. Weil er diew Frage» n chi llennl lind ai:s ihnen eine allgemeine Iutensrage mack» muß er eine denia ogi'che, in ,'>ietcn und Mnlelii unklare und »nsruchlbarc Beivegnng bleiben. Dir nationale Frage, die Frage, ob das Iutenihnin als Rase unier Bolksthnm schädigt, isi aber eine berechtigte Frage nnr insoweit, als es sich nin die Ber buiiing lül'.'liger Eiüwaiiderung des Iudenlhnms aus dem Eftui handelt Die Juden, die wir bisher in unser Boikslhnin ausgencmine» habe», können wir. nicht wieder ab'wsien, weil sie mit lau'ciid Fäden schon mit uns zn'aminen hangen, weil sich eine Grenze zwischen ihnen und den'Deutschen weder nach :'lue. noch..nach Religion ziehen läßt. Eie sind deutsche Staatsbürger, manche rau ihnen sogar vortre'ilichs deul'che Staatsbürger geworden, und wir rniiiien Blatt. _Nr. 41. sic' als solche anerkenne» mit alle» Rechlei,, die deutschen Staatsbürgern zulommeii. Was in »alionaler Leziehnng allein geschehen kann, das ist nur, daß der Eiinvandernng auj Pole» und Galizien ein Siegel vorgeschoben werde. Alles klebrige ist vom Uebcl, weilcs nndnrchsnhrbare Forbernkigen enlhält, und ist auch gänzlich uniiöthig, weil, sobald nur die fernere Einwanderung uninöglich gemach, wird, das deutsche Bolk die bi« jcyl aufgenoinincucn Juden anszusauge» die .Hraft hat Aus der io gdzeichneic» Beschlänkniig der »ationalen Frage folgt aber ohne Weilcies die BeikeKrihril der Stellung der Anliscinilen zur sociale» Frage, die Unzulässtzleil einer Beichräntung her xampfes gegen joviale Uebcl stünde ans eiie» xampi gegen die lüdi'ckie» Mitbürger, bei benen jene Nebel stände-;» Tage ttctcit. Diese Jude» sind Teulsche, und sie inüsse.s er bleiben. Wer daher nillii bloß aus die Inden schiiiipscn will, sondern sich ernstlich die Frage , vorlegl, ivie diesen Uebelslünden abzuhclsen ici, der wird mit Molhwcndigkeit dahin gcdläiigi, Liizuerteiiiic», daß wir gegen die^c Milbürger, die wir nicht ab stoßen tön neu, Unmöglich ein Ansnahniegeseb haben könne», und der unter läßl das Schelle» auf diese Inden als Inte», ivenir er überhaupt sachlich sprechen unk nichl persönlich vernngliinpfen will." tiese Aeußerlingen des von Ignaz.'turanda begrnnkrien Leipziger BlaileS werden von der Berli»er„BoIksze'iiiiiig" wie i'olgt'gloisirl: „Ek machl aus »ns allenial eine» an'S staniische sneiseiideii Eiiidruch, ivenn wir sehen, wie Blätter, die in pnneta Aniiseinilisinns , im Grunde denen gesinniingsverwPidt sind, die sic belehren wollen, sich alle Mühe gebe», init einem gewissen 'eicilicheii Ernste die radioalen GesiiinungSgenvnen zum lieferen 'M'achdenten über den Aniisciiiilismiis zu bringe». Das ivolleu biete Leine nichl, weil sie es behindo»» würde, de» Geichälls Antii'ei»ilisi»»s fitr ihre vriv.nen Iiveete zu frncitftciren. Es gibt i» de» Reihe» Per Raceiihasz- Panäote» zu viele Leine, die aus die Einrves gut besuchler Berjainiiiliiiigeii äiid ähnliche Eiiilüniie z» sehr angewiesen sind, als daß sie sich ans einen Ber;ichl ä»,s ihre demagogische Dhätigkeil einlassen könnte«. Deshalb werden alle. Mahnungen zu etwas incbr Besoiiiienheil bei ihnen srnchllos sein, auch wenn ne von eng be'.enndeier Seile ansgehen. So lange das .Hepp-Hepp' Geschäft noch iciiien Manu luilnt, wild es von Leuten mit weilen. Gewisse» betrieben werden." , . » * i Dkniolrat iii Izizcr^öorf. Sie haben ganz Recht: das bekannic «Gedicht von' R. Prinz gegen die Liberalen, welches ieizl die Runde durch alle a»li feinilüchen Wische machl, ist nicht vom aiiliseinilischeii oder überhaupt reaotiouären, sondern'von, radical deinokrali'chcn Smildpnnkie ans geineii'l, wai jedoch >o amiirmiti'etie SchroMnechtc nicht genirl. ' .Herrn BI. P. Wir hoben Ihr Schreiben dcr Berwaliung des. Blattes „D.'Frau Wabert" übergeben Dieselbe wird gewiß Ihr Abonueincnt esicclnire». A. A. in Lirzrit. GüUslbül. „Reaclion" aecevlirl, wir bitten jedoch Ni» <«edulk. Rllti-Auli. Die angezeiglen Ftiigbkätter.sind, ioiveil »och dcr Bo rralh reicht, ftvatii« und fnmeo durch unter Bniean zu beziehe». Herrn B. Sekl., LidlowlU. Tao Los l'>->>L bat keinen Dreiser gemacht./ Jur Seachtung! L9ir crlnuüctt n»-ö Dnrnuf aufmerffant;» mndicii, daß wir üci UcbcrituDmifl von Aboiliiciiitiltsbctriistt» zwar Postinarkcn, nicht aber Stempel a» (^rldcostatt aniithiiitu kölincii. Fkrurr cr fucltcu wir dringend, sowohl bei Ahoiiiitmcilts-dllilllcldiinqcn als klittlamatiolitn Name und Adresse (hcsondcrs Ort und Post leserlich zn schrcibtii, da wir sonst bei bestem Wille» nirtit in der Allste sind, eine Perantwortuiist siir nichtbestelltc (5-rcmplare z» iibtriitluiitii. - Die Administration. Beitrittserklärungen;nm „Bercin;nr Abwehr des Antisemitiönins" werden enigegengenoninie» im Zecretariatc des Bcrcines, Wien, I., Parisergaße 4. Ibonnementsanmeldungen ans das „Frcic Blau" nimmt dir Admiiiistraljo», Wien, t., Srilkrnältc ll», jederzeit eulgegc». tLbcudasklbst werde» auch eiazelne Rummeeu abgegeben. Probenummern zue weiteren Beebreikung des „Freien Blaues" werde» GesuliiullgSgeiloiseu auf Berlaiigen bereitwilligst zur Brrsiigung gestellt. Herausgeber.und verantwonlicher Redackeur: Ernst Bicror Zenker. — Druck von Eh. Reißer & M. Werlhner, Wien,

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