Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 22 (1.9.1892)
- Date
- 1892-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Seite 6. Frei es teilt (''etmi'feit daraus! nrad)t, uns au die 5äiteu anstiefern zu luollcn. (Vi'tt l'eii'atjrc uns rar einem antisemitische» Tenkschlaud iWürfel lind Die licssischtllvHandwerkers Bou Marburg ans wird mir der llebrrichtift: „An die hessischen Handwerker" ein ,rlng dlait solgcnden Inhalts rer breitet: «eit einiger Zeit in Ser Führer der attttietttili'ch-ti 4?ollsvattei, Her Je. {•eitel, eitrig bemüht, r-tckt. tieiiiiilie .rnnileerter, fintti eine /viilie glattzettder . {ü-t'vreäntngeti sjir die Besierniig enter n»irtftHliaftlie1ten Page in seine Kelreri'che flilititnen liitii'tnjuvelvn («eUN-ue Berge werde» euch in. AnssickN gestellt, wen» ihr eneti teiltet i’otitit\1;eit Kartei, die er ruhmredig die „Partei de-?, denlsche» Ätlleltnrndrs" tteutit. amcknirftt. t^taubt ihr umtliili, das; Herr Tr. Binlrl gewillt oder twnaitde in.;u.halten, was er euch verspricht? tpiauln ihr, das; e-? »bethann möglich in. eure rem tvitthtchatilichett oiiteretteti durch einet, anderen als durch euch tVlbü nettiefen zn lasten? Tr. Bocket tna>> ein litchliger volitischer Agitator sein,'von den witklichen wirkhichasllichen Bednrtninen 8e? Hand werketslandeS jedoch v-rneln er. wie da? von ibm versasne «tatnt ieineS mitteldeni'chen Handnetlitveirtti,--? bewein. Iter;Iich wenig, fest dieses «tatnt selbst ans tuet bau! durch, und ihr werde« >ehr tchnetl merken, worant es Herrn Tr Bocke! hei 'einer aitgeblickn-tt Attt'orge für den helst'chen Handwerkersland ankomml: ntchl euch will er heben — seine voliwchr Macht zu vermehren, das in teilt eigenl licher Erdaveck?,n 'einem «-tamt sind sasl alle Rechte für den Borsweitdett,- d h tue ihn 'e.hn re'ervirt. während die Mitglieder hetglich wenig in dem vochshegittikendeti Beretne zit tagen bähen. Hiergns wie ans dein ,zan;--tt dis Iieligen latii'chen Verhalten de-? Herrn Tr Bettel ergibt t'ich für ied>'n detil 'äbiaen Politiker mit voller xiarbeit, da ft berelbe im leiMctt tUntttde ni.blS tneiter beabsichtigt, als miti, wie trüber den Banernnand, in iei‘t attch »»'ereil e.teien Handwe, kernand für 'eine auti'entiliichen Agilaltonszwecke ans zttntt Veit. Tattttr >N aber dem nnter der Ungiinn der Berliä litt ine ichwer leidenden Hand werketttaude wenig ' gebol'eti. Bielmehr in >nr ihn eine Benetttttg 'einer fage iitir zn erbettelt, wenn er von Kun.ii rein wtrch'ck'ä'lltcheit Beslrebnngett jede vettN'ck'e '.Igitaiion. giamenNtch aber die ««ttdenbeve in dfr Horm,, wie ne von -Nut; B.ctei betriebe» wird, 'enthalt ‘.'ittr. eine stramme Crgatn'aiidt> zur i rtbi'rtnt’e in teilt wtrili-ck'a'tli-beit .Hinncht, wie ne die (bewerbe und Hand i.-erkrivereme ltzeten. kann hier ztttn «egen g reichen, »ieht aber ein Hankn ei let verein, der. wte der von Tn "Bocke! vroieeline. in erster Vtiiie der i eliti'ii ett -.Igitation dienen'wll. Taft dies aber Böcke!-? Abnckn in, ersieht..man dnttl'.l, an-? der Emn ickltttig, welche die von ihm begründeten Bauernvereine ae na NI inen haben, iie Ibal'ächltcki-tnckns weiter sind - als die Mittel lind «litl>- pnntle der anttsemiti'chett Agitation Tie vonden Mitgliedern der Bauern vereine-? ge;ahlien Beiträge werden, wie Herr Tr. Bettel in vaasvbe selbst;ngab. iiülit 'ttr die wirlb'cha'tltck'eii Eitleren, tt der Bauern, ionkn-rit zur Be -,a!!nng der „Beamten", d h. Agitatoren der anti'emili'chen Partei verwendet. Herl Tr. Bochel be;it'ette fine Beiträge (einer Bauet»vereine in l'aasvhe am tabtl'.ch I5>" Marl und gab gn, das; dar-on acht bt? nenn Beamte der Partei b.'eti-et n urdeit! Tamil mag der anti'emitt'chen BolkSpartei-'ehr viel gedient 'ein. d nt Batternnattde aber '>ebr. wenig.?>n der Tbat braucht man doch Pt den at deren Anetten des BereineS, die tltatsä.lrlich nicht .-swetle, sondern nnr -JDiittel;nni .fmeit und.;n getneiwatnen Bezügen von Tmigmitteln. Aiitterat titeln, «nmnetrn', Xcbten n dql keine Pereinsheiträge. Lv-nn zablnngssähige Bauern geme'tn'atne Bezüge gegen Baarzablnng machen wollen, dann tindeil sie, attch ^tdl'ne Beretnsbettrage, ir^erzeit witde"und leistnntls'ähige Ge'chätte, die ibtte». gute BTaaren zntn billigen Prei'e ltesern. Ta;n bedürfen ne de? Herrn Tr Boche!» niibt. Ta? 'eben auch die verständigeren «icntmte der Bauern intmer mehr ein: denn -o nbr Herr T.r Böchel e? abznleitgnen vernicht, Tbafache in, daft in vid.tetr T-.ten zahlreiche Mitglieder an? den TrtSgrüpven wieder ausgetreten sind '.h'.itihltel) wiitde der Brrlan' bei den Handtverkervereinen geuan derselbe 'ein Tenn nicht daran' kommt cs Herrn Tr. Bocket an, dem Handwerketnattde wtrli ch- Mittel zur Benening seiner wirtb'cha'tlichen rage - an die Hand zu geben, scudern in erster (Time daran', nch neue .Htl'eanellen für 'eine anti 'emtti'chs Agitation zu eronnen, die allmälig >'o konchielig geworden ist. das; die- I'-iitit) Mark Beiträge de? Bauernvereine« sie nicht mehr zudecken vermögen. ,lbaber/ ben't-che Handwerker, feie auf der Hut, daß ihr euch' nicht za nnchen .{-lulett tntftbranchcn laut, zeigt Herrn Tr. Bocket, das; ihr klug >eid, um eine mtt euren Bertt'Siitterenen in gar keiiiem-^usammenkange neheude. von der ltbeliväuigenden Mehrheit der Edelgesinnten nweres Bolle? entschieden vernnheilie Beweg»,Ig»nit eurem guten -.Namen ztt decken, zeigk Herrn Tr. Bocket,-Haftihr Bla,ins .genttg «eid, eure omcremi, ''elbnnätidtg zn vertreten, ohne die Hute eitii«] ctttt'etjttti'dtett Mundetdootors, der nicht für eure, sondern nni für 'eine, eigenen ,;„teiof>e„ lämv't «eif eingedenk de.? alten deutschen «tünche-?: .. «rn -'t •*': der Mann! ' und 'chliefts euch 'olchen Handwerker aber täetverhe vereinen an, die, mir von Handwerkern gebildet, auch keinerlei andere Ritter e'i'eit vertreten als die-des Handwerkerstände-? Hier in' Marburg in ein solcher Hai-dwerketverein in der Bilduitg begrinen, der euch leisten kann, wä? Herr Tr. Bocket mir v-.-tw: ,><>,. -.tlnr wenn ihr telbn mit allen eilten Xnitten tlir eure vollau' .berechtigten -nieeenen. einiretet, kann etich Xvnllich kauernd geholten .«-eid'-ri , Blatt. Nr. 22.?ic Ansführungeti dcö irlitgblatkeS rcrbicucn auch von Handwerkern anßethalb Hessens beherzigt zn werden, und nanietitlich Wieuer s>sewerbetreibettden wäre zn entpsehleit, sich über die Hilfe, welche sic von einem onktsemitischen Wunderdoetor erivarleu lönnen, keinen Illusionen binzngebe». . l^tipziqcr „^ülfrispttkr".) 5er «chriflslrller .Wnvl « chIIeidI in Berlin war als Herausgeber des „-«potlvogel" vom Redacteur der zu Leipzig erscheinenden „Deutsch socialen Blälter",?>einrich Erd nni n nsd örser, wegen Beleidigung verllogt und oftch seinerzeik zu einer ls'eldslrase vernrlbeilt worden. Ter kalholische Pfarrer und lm»- rische Abgeordnete Tr. ,vrank Halle belanullich unter dem Titel „Tie siirche und die »inkken" eine Broschüre vervssentlichl, in welcher er snr die wcileslgebende Tuldnng eiulrilt und n. A auch die Behanplung ankslelll, dgft ei»^ -Watbrlif - nie und nimmer ein Anlisenilt sein kann. Tie „ Tenlich socjalen Bläkler'^-kritgirlen diese Broschüre in abfälliger B-eise mit dem Hinznsngen, däs; ein katholischer Manu ans Bauern ihnen geschrieben habe, der l^rostvaler deS Tr. ivrank sei ein Jude gewesen. Tiefe Viritif wurde von dem Bellagken in einem Artikel de? „«pollvogel" atigegliite». ES lomml darin folgender «alz vor: „ Tcd) diese sch laue ivinte, welche man uichlswürdig nennen müftle, ivenn sie nicht gar zu lächerlich und abgeichmackl wäre, genügt den z'ügenpelern in Leipzig noch'nicht! Lie müssen den Man», welchen sie gar nicht einmal, kennen, auch noch zrkwdwchlWm T^die Herrschaften sich selbst ganz geitan kenne», da h'is^wtssen, .pTrfT rvh nichts ans Esrnndsal?, sonder» Alles um ihres WUchätllichen Borlhei^s willen lhun, lönnen sie natürlich auch von dem laiholiichen l^eisllichen und z'andlagsabgeord nelen nichts. Anderes erwarten. ,thy gut laillotiscksi-r ("ciualimiiaitn in Baneiit, der natürlich die .>sehttpsentligmarte für iriiiett Brief fiel» ersparen tomtle, weil er überhaupt nicht eristirt, »ins; daher die ,vrage fittfircxfeit, ob Herr /vrattf durch seine rndeiiverlheidlgnng noch Tom Herr oder gar Bischof und tlreichsrath in Bauern werde» wolle?" '.liachdem dieser heaiislandete '«au in der zweiten gerichtlichen Instanz, vor ivelcher die «lrariache nenlich zur Beehandlnng gelangte, verlesen worden war, ertatrnle der Beklagte .an, das; derselbe beleidigendei ptatnr sei. Er müsse aber die Aeiivlegiltmallon des öilägers bestreiten Au' der «bine der ^eitichrisr „ Tentsch sociale Blatter" sei der Anti semiteiikührer Tb. .Vriti'che als Herausgeber bezeichnet. Es-sei ei» allgemein jottritetliüifdicv H'ebraitch, in solchen Aiillett den Heransgebet kür die allein verantwortliche Persönlichkeit zu ballen, und nicht den ütedaetenr. Er bertik'e sich hierüber ans das l^ntachieit des Ehefredae lenrs der ,.>ireilzzeitilng", Areiherrn v. a m m e v ft c i n, und des EhestedaetenrS del- „Bossifchen Leitung", .Herrn «tep han>,. Ten Herausgeber der „Tenlich socialen Blälter", .Herrn Th. Aviiu'che, hal>, er durch seinen Artikel -trcm-i, wolle», tltechksanwalt ii n t l)cr, als 'Berlieter des öilägers, bat, diesen Beweisantrag abziilehnen. Ter Be tlagte spreche in seinem Artikel in der Mehrheit, tvie beiipictsweise von „Vügenpelern", daraus gehe schon hervor, das; nicht der Heransgebei allein gemeint lein könne. Ter l^erichtshof gab dem Anträge des 2V ljaglen ftatt. Ter 'Berleger Ariviche soll eoinmissariich über'die «telsiinq des Medaeteiirs Erdlila'iiiisdörfer vernommen,' und -zum nächsten Termin sollen die Ehesredaetenre Areiherr v. .Hammersteiii und «tephanu als l^nkachier geladen werden. . - i„£-?llinu Bc».") oll -Athen weilt derzeit,ein gewisser Mitling et, dersich „DSmaii Beu" nennt und zu den berüchtigleslen atttil'einitisel>ett Viigcnfabiifaiitcn gehört. Bon ihm rühren schamlose Hepschriften: „Te> Mord, in TmnaSeus", „Ter .Vamps gegen studaS lpeldmacht" :e. her. teilte neue Heftschritl Millinger's ist „Pitnalmord in Eorsn" be titelt. Ta"er die -Absicht hat, demnächst nach Teutichland zn gehend um dort an dem einlräglichen B-anderreditergei'chätte sich zn betheiligen, so siebt sich ein Athener Eorrelpondeiit der „Jüdischen Presse" veranlastl, ans der Bergangenheit dieser anttsemitischen Eapaeitat einige ^tige hekanttlztintacheit. „Dsman Be>>"'ist, dem liVwährSmanne des gettanttlcn Berliner Blattes zufolge, ein «chwindler niedrigster «orle. Ter «chanplav seiner Thätigkeit war bis znm ^ahre 1 -STl) «Italien, und zwar Betiedig. von >vo er durch Teeret deS Präfeeten Torelli in jenem zlahrc ivegen «chwindeleien aller 'Art anSgewiesen wurde. Nach dem er die «chweiz, Tentschland und Desterreich unsicher gemacht, lchike er im Iahre-l>i^l> »ach 2-e-nedig zurück, erhielt aber abermals Answeisungsordre. -Aller Mittel entblößt durch die P-elt vagabondirend, entdeckte er nnnmehr fein antisemitisches Herz und veröfsentlichte in rascher irolge jene z'ügenelaborate, von deren Ertrag er sein -Abenteurer leben sortseyte. 'Am I I. März lS'.U verfügte der italienische Minister des Aitnent abermals seine Ansiveiitiiig aus «Italien: er wurde in Mai land verhaftet, nach Novarra eSeorlirt, dort wieder entlasse», aber am l-'!. November in Alorenz iienerditigs verhaftet und gefesselt nach Maifand transvortiri. Bor dem IlnterlttchnitgSrichter gad er dort die ichriftliche Erklürnng ab,. daß er Milliognen heiße und jüdischer 21b