Freies Blatt
- Journal
- Freies Blatt
- Volume
- I (1892)
- Issue
- 21 (28.8.1892)
- Date
- 1892-08-28
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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reite 4. Freies Blatt. Nr. 21. u't'U ko teilt im'riuiceiisen Potte ziliii ■Jiinjeii gereichen, und nur hinjiigcfiiijt, er fomio niän ^daiur eiittreteu, ii'eil das ü'teuer 5olf das ii i di: re räche unf Sagege» >ei. i'ami iei er hiiigegangcii und habe kas Pott no.ti mckr dagegen . an'gelieirt. Eine weiiere nicht genug;n rügende Takt lasigkeit >ei das Voll g>'weün. weiches er dein gelammten junge,i Clein' 'pendele.? i e >.ch u i»l 1 e '.1 b v e i i e fee ti a r e i n a l -i, i'> i'ii >'chn fei mit tiefer e f e -tfv d u > 4': a n w l f g e n Po11StribunS i n P e;i eiinn g gebracht worden. ein Bündiiiß mit ton Antisemiten Icljitcn bic. „'Junten Tiroirr itimnifit“} mit felgenden Lotten ab: Viertiterffteiii.iiiilit die-Aiitnemiteii oder, wie er,sie nennt, 3oeialreioriner .us eine iikfirnnS verbiiiidrte ,'vractiou dar,iiftell «. weiche' getrennt marschiert, aber geineiufai» gegen den VjberaliStmiS käinv't. 3c Turchtaucht imttbet uns ein Inries ''iedachtntf?,;n P.nr irinen noch in gut, wie die Herren l'neger, 3 N> neid e - und Pienner unter dein Pei'all.e der r'iberaieii latboliiche Politiler lind Blatter d.I.nnrnen Nlid sich bei uns zu bände mit allerhand;weifeIhafte II EI e in e n t e n ven niedriger sittlicher 3-ualitat, mit mandats- . . . i .. iiineriien 3 t: eb. r n n. > in verbunden haben, Wir wineii. wie die Brette die'er ^rauien 'an mir gegen uns kaniv't, und zwar in einer perfiden PLeise Mid eiuent .oben Tone. wie wir Ibn auch in den schlimiiilten -feilen >eit.eils de: ^ndenvreffe nicht eiMiiieh baden. Vclircit rtll* Dem IGCriclltvfaalc. (im dienet- Bürger schreib! mte: Zivet abeligc' Tangenichiie nutrbcir wegen verichiebrner Lumpereien!» 'iedts, reipertive Drei oabren .Werfers rcrurthcilt. Wie sich bei Der Berhandlung vor dem Vandesgerichte herausfteUte,' hat einer Dieser (Gauner einem von ihm schmählich um seine .'jvibi'cligteitcn gebrachten r iciti'rmäbdte» pathetisch •,»gerufen: ..Sir waren bis jetzt nur bei oiiDenbagage* im Tietitte, jepf sind 3ic aber bei einem Baron, tim Baron muß idtiiifeu haben." Ter 2d|iuiueier hatte dieselbe moralische 'Berechiigting. die Aübett Bagage "tu fdiimpseit, wie so viele andere 3chrei hälfe, die benv Enininal tu entrinnen wifien. Rod) lehrreidier ist ein ,vatl, der vor dem Bezirksgerichte Hernals verhandelt wurde. Ta tvard ent 3. i di er wegen Berkanfes gefiinbheits'dtadlichen Aleifdtes tu einer oeeibürate von .'<>» fl verurtheilt, wobet Der eliidtter lebhaft liebaiteite, ' . baß bas .«''efetz v.ie.l tu milde 'ei. Ans (Grund einer '.Intrige war | niimlid) im f'Vidtäftslocale des Selchermeitters eine behördliche dievifion'! vorgeitommen Ivorden und hatte fochpaidos Resultat ergeben: Alle vor handeiun, tum Bertaufe aiisgelegieu in an reu, 7'.' tt ilograiltiit Witrfke aller Art, würben als verwett, von Maden ttrovend und mit ,rinnen behaftet betttnDen Aas Bertaufsgewölbe war voll elelerregender, geuiiid heilswidriger Unreiiilidtkeit, und die nähere Unmiiidiung ergabt baij <''lasfd)erbeu tniD" foiittige Tinge in den Würsten enthalten—nsare». Ter gange 'Wnrtt und .vleuchvorrath mußte audt beut inaic»meiner;ui Bertilgnug ühvTjjcbeu werden. Böte cutidtulDigte fid) aber Der Tel die: vor Dem Trichter? irr tagte eiufad): „Andere madteit'S and) io '' i an trab nun von der betreffenden (Genossenschaft ans bas eilt fdr.b,ufte >r:de:ivrochen, itnD wir idtenken diesem Wideriprndt «''tauben. Wr. l .ittep fielt aber Die Antisemiten benommen, wenn der Telcher ein \>u>\ gerne'en wäre > ölire Tvredter und 3chriftgelel)rten hätten bann, in B.-ert und 3dient erliärt-: ..'.'iadt dem (''eüänbniife eines ,'inben feiv'frergt'ten d i »Inden >»is o>rl"'!id>t bas arme Bott." Telbttver >rä»b!td> batte 'audt eilt über die „Talmubinoral" nieln gefehlt. Lvoilltllir fülllDgdj^ggni. Bo» tinierem >! r e III >' er löorte 'i-cn'bent.n e:hätten wir folgende riu'chrift: Bm „Böiener' Tagblgtt" ao 'di re. einigen Tagen eine ^e-eichtsvcrhaudlttng ..f'eorg 3dionerer's 't:nf',:..'v- "'ebnrtsfett" oetnelt. welche mir »adt mehrfadter :)itd)tnng bin. b.uic'.t.-'.Ki.’.vtb fdieint. Jas 3 ttbürai - der gegen den l-iiuat begmien n.:d B'ieii> : Be;alsanssdlU8 Heinrich >>' u 11 n, a tt n erhobenen Auflage batet. Db- Be'dtuibignng der unbefugten irolportgge. Herr t^iittinanu. tun. nämlich anfantidt’ einer tut »''aübanfe ,,',itni weisien >iretf,e" n C t er? c c 1 i tt g abgebalteuen »vet-r Des fitintigneu O'e bnrtstages 3 dt o t: e; . ~ in die aiiwefeiibeu <*eftnntflRfsgcijoffeit eine ..Tentsch: nt an d.:ebenf'cke Bvl! III Tetterreidi" veriheilt und der äiiweienbe ttiegierungs: ertr-eter über bie'elhk allfogleid> die tronttsralfdi: ausge'p'.odun. Tas '.''e-.icht ertaniüe «''nttmaiin der beseieinieten Bresi ge'evesnbe:tr.:nng fchnlbig wnb v-eliirth-eilte ihn;it einer Geldstrafe von fünf i'hiibc,! r.; '".genttand bei Auttage in 'ehr gleidfgiltig derlei v.nint mt lauaneben 'nag! omes. wen» man audt tngeben »tun. da" liehgerne . bte Antneiuiteu 'olcher <''.>eve-chtbertrettingen öfter . fdtulbtg inadte» als auf etc politische Parteien, .'uitercffant sind jebod) fwe: Tbat'adteit, welche eurd) bie'e Berlianbliing genditlid) cöitüatirt wurden einmal nnt-.b.- f ftgeneUt, ' daß der 3chl»8holr von üioi'enaii in' hodt'ten'^aT Bei' ii es war, der die ihr ^Verherrlichung »eines 'irnegenfeftes bettimmte 'B .faiitmluiig einberufeit hatte. Beie id) fd»oit' ui einer früheren >chi'chrnt rwähnte. i:es; 3d>öner-'r in.den ihm unter thaiten Böalbviettlei Blaitdten wiederholt bethenern, er wolle leine tcftlidte JÖegehung feines gisrrerchen (Geburtstages und flehe jeder' (Veicr ferne. Boir Kremser kennen Tchöiterer gar zu gut. als daß wir uns so etwas weismachen ließen. Nun ist es aber auch gerichtlich festgestellt, daß der Beranstalter jener spontanen Kundgebttiigen Herr 3djoiierer selbst ist. Wo bleibt Da die nvbcittldjc Wahrheitsliebe und Treue? 'Jfod) ein anderes Streiflicht warf jene Gerichtsverhanblnttg auf derlei fhontane Kttndgebttngen des bcutfd)en Cl'tiitarfftantmeS für seinen ficigenuihlteu irührer auf 3chloß Rosenau, llnt seine Bergehen z» entsdinldigen, erklärte nämlich (Guttiitan», es seien bei jener Bersamm lnng höd>st.ens fünfzig Personen, nicht mehr, eher weniger, anwesend gewesen, obwohl sehr viele lrinlabüngen an (GcfiiiitnitgSgcnaftcit er gangen waren. Ter Polizeiagrnt Wilhelm Telts d> er gab dann an, dev Gintritt fei ein 4iiibc,'d)i'äiiftcr gewesen: trotzdem sei das d'oeal lange leer geblieben, bis enblid) höd)ftens dreißig Personen beisammen gewesen seien. Tie Behauptung Gnttmann's, daß außer Mitgliedern des. „Bolitisdjen Bezirksverentes" nur geladene Gäste eingelassen worden seien, sei unwahr; die Ginladttngskarten feien int. Bersammluttgsloeale auf dem Tifche gelegen, eine" Gontrole Habe nidit stattgefunden, and) fei fein 'A'amensattfntf erfolgt. Hierauf deponirte Abgeordneter Mnth als Zeuge, er fei 3 bmanit des „Politisdien Bezirksvereines" pud könne bestätigen, es feien „nur sehr bekannte" Personen und Bertranenö- Htätiucr in geringer Zahl anwesend gewesen. 3o sehen vermnthlidi die meisten Berfammlnitgeii ans, in denen dem 3diloßherrn von Rosenau das Bertranen der Tenttd>en 3esterreidts, ja vielleicht dev Ttittfchett des ganzen Grdballs votirt wird. 'Wir -Wreifer iiüffen fdioit lange, meldie taute Arbeit es für die 3d)bitetiai»cr ist, ein told)cs Meeting von dreißig Männlein znsaiitineitzntromineln, aber nun ist die Thal jadic and) gerichtlich eonttatirt Zn Krems ' mad>te der Gasns viel lad)en.' |i. .Karl Giilvös über Den (jlcurr Procrß. Ter berühmte Ber theibiger im Tis;a tSstliirer Ptoreß gab im „<igt)ct''rt-:S" cfn längeres Gutachten über Den <ilener Proreß ab. Bor Allem tueift er auf die Aehnl^chkeit hiu-, weld>e zwifdieii bei»!l'a»tener .ttnabenniorb und der Grmordnng der Gfther Tolttmofft, itad» der Anfid)t Bieter bestehen soll. „Tiefe Aelinlidikeii," meint Karl Götvös, . „kann bennodt »id)t ernst genommen werden, lis bestehe» tausend kleine llntersd>iede bei de» beider! Proreffen zwisd>en Btensdien und äußeren Berhältniffen . . . Aedes Berbredten ober jeder Unfall find verhältitißmäßig einfach ccm creter '.Vatur, allein Berbred)en ober Unfälle, welche den (Gegenstand ',» Teiidentproreffeii' liefern, gebe» häufig ein übertriebenes und falt'dtes Bild der Böirklidtkeit. Tie vielen Zeuge», 3ad)verttäiidigen, Aerzte, Anristeit, Bertheidiger und Ankläger zerlegen die nisprünglid) einfad)e! Thatfadte in Atome, und oft gelingt es nidit mehr, die Elemente wieder! so an'ainmcit',„leget, daß. bas richtige Bild des Berbrechens hergeste.llt i werde. Zn den vielen sonstigen Analtitikern kommen in nuferem Zeit j alter nodi ',tuci besondere /vactmen: die Brette und die Vcibcufdjafteit! der sich gegeiuiberfteheitbeit Baeteien. Beide verfügen über eine fdtred j liche Macht »nd benütze» ^dieselbe häufig, um die sogenannten Tendenz I prorene -,u entstellen. Wenn daher der Elever Broreß hundert AeHnlid) : keilen mit dem Tisza Eszli'trer anftniveisen hat, so gibt es dagegen i tausende von Abweidtuiigen und Berfchiedenlieiten, so Haß es vergeblidte : Mühe wäre,, eine ernstlidie Parallele zu zielten." Eine Aehnlidtkeit arreplirt jedodt audt Eötvös: der Tisza Eszli'irer Proeeß war seiner i Ansidit nad> ein Tuest zwisd>en der Anstiz »nd der erregten össent liche» Meinung, und genau dasselbe war and) in Eleve Der Aalt. „Es tft unter allen Umftänbcti," sagt Eötvös, „ein großer Erfolg, baß . die Anstizvflege gesiegt hat. allein es scheint mir, als ob sie nid)t alle Waffen des (Gegners zerbrodien und ihrem (Gegner keine tödtlidte | Wunde verletzt hätte, der Kamps ist daher uid)t definitiv beendet ttnb : kann noch erneuert werde». Am Vattfe der Schlnßverhandlnng wurden > fünf bis'sed)S Möglid)keiten erwähnt, wie der ermordete XneiV ums ~Ttben gekommen teilt könnte: Unterfudtuitgsrid)ter Risbrock meinte, der Knabe könnte in das Hensd)ttei5entefser gefallen sein. Bnschhofs's Ansid)t wo»', der kleine Hegemann wäre ans der 3dtankel hinanS und dabei . auf einen mit idjatfer Schneide versehenen (Gegenstand gefallen. Andere wieder vertraten die Ansid)i, daß er bttrd) feine Kameraden int so genannten .Schächterspiel geschlachtet worden sei Tann folgte die ' Ansicht, daß der irrsinnige Kniepenberg der Mörder sein könnte. Tie naditräglid! angcftelltc Unteitud)ung richtete fid)'gegen Wesendtttp, als eventnelle» Mörder, und sdtließlid) steht die Anklage auf ritnesten Mord da. Wen» aber keine einzige dieser Anfidtken die rid)tigc ist, und >der Staatsanwalt erklärt, daß die cigcittlidje Unterfnd)uug erst jetzt beginnt, 'o kann id) die itnanfedjtbarc Rid>tigkeit jener Motive nicht einsehen, iveldie den Elever (Gerichtshof dazu bewogen, eine separate und ver frühte Sd>lnßverhandlnng abzuhalten. Bnsd)hotf so schnell als möglid) ° nnsdjnlbig tu erkläre», ist jedenfalls ein mid)tiges Motiv, allein es ist fraglich, ob feine Person bei einer neuerlichen SchlnßverHandlttng nid)t abermals in .vrage kommt? Att es ferner dttrd>ans nothwendig und