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Freies Blatt · 1892-07-31 · 17 (31.7.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
17 (31.7.1892)
Date
1892-07-31
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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Freies i* I a 11. Nr. 17. da wir seinerzeit ihn zu „»seren Freniidei, zälstlen. Wie wir mm ersahren, soll sich diese Feiudschasl anS einem non; wal,»sinnigen Has; gegen den Fürsten Liechtenstein hcransgebildct habe». Bor einigen Wochen soll Ingenieur Fraßi Steinwenderianer gewesen sein, nnd Sonntag vcrlhcillc er i» Nönigstetien > chönerer'schc Ansrufe, obwohl er noch vor kurzer Zeit sehr schlecht über denselben zu spreche» war. Wir lüninicrtc» n»S in letzterer Zeit gar »ich! um ih», »nd von..der Eristenz eine« Bruders Halle» wir Überhaupt leine Ahnung." Nicht so sprachlich schön, aber nicht ininder lehrreich wie im Voran' stehende» wird der Zwischenfall in einer Berichtigung geschildert, zu deren Ans »ahme Herr Ernst F r a ff l das „BolkSblall" verhielt. Herr Fraßi ichreibl: „Es .ist »»wahr, daß ich während dieser Bersaninilnng .Nieder mit Vergani!' »»d .Schluß!' ries; unwahr, daß ich nahe den; Ausgange stände Wahr ist vielmehr, daß ich ii» Vereine mit anderen Siönigstelleiier Burger» eininch einmal .Pereal!' lies, als Andere unmittelbar vorher .Hoch Denlsches Vollsblau!' gr' rusc» hallen, woranshin mich die Nächslstehenden mit Gewalt eriaßirn und nnler Stock n»d Regcnschirinichlägen über,den.Hoi znn, .Hau-ghore hinansbalgten, über' den Haiivlplah versolgien, woselbst ich von nieinrni enlgegencilenden Briidcr und einigen- Stönigsletlener Bürgern »nd spalrahin durch die Gendarmerie in schul' gcnoniinen winde." Nachträglich b^koinnil daS .Bollsblatt' auch von Her»n ,«ranz Fraßb eine -. I!'Berichtigung, woii» dieser als unwahr erklärt: daß er bezüglich eine-:- von scinein Bruder in der ernahnte» Bcisainntlnitg geiitachien Iwisiheiirrises irgend etwas' leugnete, daß er die im Daale befindliche» Wähler eine Hozdr navnte, von den lltnnelie» de» zurechtgewiese» wurde, daß er sich hieraus entschuldigle, daß ein .zweiter;',n liörer ihm znrics: „Wie Die aber NeichsraiK-s Abgeordneter,werden wollten, da war ^>h»cn die Horde gni,>da bildeten die Horde die iehr geehrten Herien Wähler." Unwahr sei auch, daß er im Vereine mit seinem Bruder d> außen in Geravt liiigesliimer Weise fortlärmte, das; sich eine Masse Neugieriger minimim-U.- Wahr dagegen sei, daß er jene Ver>ai»i»l»„g überhaupt nicht besucht lrabe „ ,- w Mensche», weiche gleich inis von der strengen Wahrheitsliebe aller Herr,» Amiieniiten Überzeugt sind, tonnen also lanni euiicheiden, wie s,el> dr-i.s I»i,r mezzo eigentlich abgespielt hat. 'N'acki denvelben sprach-»och Herr-Lu ege r. Er sei lei» Psafsenlnechl, denn er habe sich wälireud der Währungsdebalie auch cineni Brätaien die Wahrheit zu sagen getraut. , Logik und Eonrage sind ,,tej..ü bewun dernswerth! > Man müsse, sagte er ferner, izegen die Schädlinge deS Volles ans trete», welche eine Reblaus bilde» nnd dem arbeitende,, Volle die .'ieait entziehe,t. Wir sind damit, daß eS »olhwendig iei, den Schädigern des Volkes das Hand werk z» legen, ganz einverstanden. Heber, welche proieHionell Haß „nd .'.ivielraä i >ae», jäniincrliche individuell, tvclche, austall ehrlich;» arbeiten, ntit Liigea. und Verlennidiinge» i» Wiribslänsern bausieren, — all' dieie Dänna, oberer.,nenzeii nrüneik endlich einmal nn'chäklich gemacht werden. Wie das in solche» Ver aninilnnge» Gepredigte vom „Völle" bethälnzl wird, geht ans einem schreiben hervor, das nns vorliegl: „'Nichts Böses ahneud, fuhr ich sonntags mit lneinzr Familie nach Dl. Audrä-Wördern, »in mich »ach .girchhach und ani den Tnlbiiiger .'togel zu'begeben. Ans dein Nückwego nahtne» nur in' Li. Andrä in einet» an der Diraße zur Bahn gelegenen läastbausgarle» das Nachtmahl ein, als wir einen wüsten Lärm von einem Trupp Anuienuten hörte», welche vv» einer Versammlung in .'iönigsleitrn .zurückkehrte». 'wö niun sie mit alten, abgedroschenen Phrasen nnd augenscheinlich auch mit Freibier regalirt Halle. Es mochten an 1»t Personen beiderlei Geichlechles gewesen.sein, welche mm das Bcdürsniß halten, da-s in .'lönigstenen Gehörte weiler z» ver breiten, . indem sie bald .Hoch Lueger!' .Hoch Dchönerer!', bald wieder .Nieder »>it den Filde»!' brülllen. Wir ließe» eine Weile verstreichen und begaben, uns dann in der Hoisnuttg, dgß inzwischen ein Zug jene sauberen t^etelleji Viitfnln t habe und die Lust ivieder rein sei,, nach dein nahen Bahnbose und iiietzen in einen dort eben stehenden Ziig ei». 2o lange wir ini Bahnbo'e waren, herrschte vollkommene Ruhe; kaum jedoch war derselbe hinter uns, als ein wüstes Ge jolile losbrach. Dieselbe Gesellschaft, ivclche wir »leiden wollten, bevoilerte diesen Zug. und wir hatten eine volle Stunde — die Züge fahren Donnl.ig Abends o>i länger als sonn — das Vergnüge», in dieser Geiellschasi zu reisen. Es. winde gegen die Lude» in nnstälhigster Weißgeichinip't, und meine Fta» baue alle Mühe, mich davon abziiliallen, de» Schmähsüchligen meine Meinung z» '»gen. Ich möchte mir nur die Frage erlauben, ob denn der Jude während der Bahnfahrt vogclsrei ist und ob er ruhig znhören »inß, ^vie jeder geuieizte 'Hans lnecht, jeder Trunkenbold ihn und seine Glaube,isgenossen he'chinip't 'Wäre es nichl am Platze, daß das Zngsperional nnd der SlalionSvornand solchem Treiben entgegenlrclen'? A. S^" . l Schneider ist Mährisch-Lchiillvkrg.» Dieser ‘ Tage weilte Mechaniler Dchneider, verinulhlich ans Anregung des EooperatorS Abentroib, in Mährisch Schönberg. Ter Mechaniler, der Eooperator' »nd einige Genossen hielten in einet» Vorstadtgasthause ein Eonvenlikel ab, in ivelchein, wie be richtet wird, die Vcranstallnng einer „Volksversammlung" besprochen nnd zur Turchsühenng der Vorarbeiten ein Coinilö gewählt wnrde. In dieser Ver'ainn, lnng soll nebst Schneider auch der durch seine Erlebnisse in Linz^ und Warns dors »och nicht gewitzigte Prinz Alois Liechtenstein anslrele». (Die wandernde» Srandalinacher in Dentschland.) Ahlwardt, Lieber, mann, Förster, Bauer re. Hallen in verschiedene» Thailen Deutschlands Hch- 4 - ri'in i vorträge: Namentlich Dchlksien, Daäoen i;i:: c»' N!oangcg.'nl i, »•. .:,» iv * ihnen heimgesnNN. .in nenesier .seit ve,langen ,!>' - .».„'.-l.-nni, Dcnt'lhtand. nicht» geringeres als eine Nieviston des t»,teuer »inabeiiinoec pzoeesses. In einer Berliner Ver'ainllilung winde auch die Verbäitüng d.S 'Tbelsttienienls .'tiihne wegen „Flnchiveidacht»" gefordert. Ei» Ergebnis-der Niaeeuhepe in den rheinischen- L rl'-lursien in au-b die geetrilmnieenng von Snitagogenfenslern und von t''rali>iei»en ani jüdische» ledhö'en - 21us aiütfcinitifdyn iUdttorn. . t'Wiltlklschrcibcr »nd Advoeal., Das „Teuische Beüsbtaft^ beging' vor eili gen Tagen »inen .'Ul 'dllsn rrechee Elnavs bneileiei, »idt», es in einein „«sseive>ener WlNteli'ch! eiber mit l>en:iger Ndvveai" nberchriebene» Artikel eine» der betannldsten 'nno inchzig'ie» .Wieuer .Adeoeale» jiidiirkler Eviveision .namentlich n»? in liäii'.is>l>en.". Wene angrifr Aniii'vpseud an eine noch in Verhandlung ntavebiade chroeeßigäle, ibeili las.anliseinilr'che Täandblau ,n etellu'l rordringlntier Wetsi' mit, däß be'agier Advoeal bei Beginn d-.S Proeesi'es noch in Galizien gewöhnlicher'..Winlelschreiber" gewesen^ während tm iveilcreii Verlaufe der langwierigen Angeregeiibeil and' rrin Winlrl schreiber rin Hos - nnd Gerichieadvveat, weiter Ehe'redaetenr mehrerer juridischer Faäibläner nnd-Toeior der beiden:>,'ech:>"geworden lei. Nachdem das „Deui'che Vollsblatt" >o bei leinen veiern. denv-'tlrnbe» zu ern e,teil gesnch:, als liätie teuer angesehene Jurist irilher das unerlauble ti'e-ch.'i't der. Wrnlel ichreiberei betriebe», wabrend er jeiu ohne Berechtigung de» Doclorlilel führe nnd die Advoeaturvv'razis ansübe, vollende, es. dieies Werl elender Ebr' 0iln>1i»eiderei durch die zweidenlige Beinerlinig, idas l I Wiener Landesgericht in Slanachen habe nt.':, iendl'i Proeeß an' regrnren. nnd man ie: '„in , nr > N > s ä>e n el'rise» ein’ den Ane-gaitg dieser Verhandlung sehr ge'vaiitir, eeini »ran er' wartet die me , twürd igften, >'e in air-orzell steil E » l bülluir g e >i". Ar>l tärniid weicher F>rior>uatio»eu das gn»ie»lir>'che Lchandblaiz derlei Airenlaic au> die Ehre angesehener Mqnuer,veriibt, geht ans ei»er'>zu>chriil hervor, die inis der angegrissene Adroeai über »njer Eriuche'u ireundlichn ziltommen ließ In derselbe» beißt'.es: „In eine Berichiigang der Lüge» des ,',De»licheii Voiksbian" lanir ich mi-li jevk nicht eintasse». weil ich Millbeilnngen ans ein'er hnhängzgeu Tlrassache, in rvelcher ich als Ieinze bcTii'Vn bin, mache», mußte! nas' bei dem gegenwärtigen Diaiid jener Dache »»snniha'l rß. Was dte gegen tuich persönlich vorgebiachieir" Dchtiialningeu betii»!, >o >'ülne >,b ' mich durch-dieselben durchaus nichl beleidig! Ni.lii" nilr weil deren II l-ch.-r miet, nicht beleidigen tonne.n-, sondern auch weil mein Lebe»'nicht'- >>»>',»,'ist. was mir i» den Augen anständiger Leute zur »»ehre geteilten lointte Iu> Ial've I-l lin Galizien geboren, lebte iäi. daielbn als .'iaiifmonn b:s in das Jahr 1 "71.- In meine» Mnß'eslnirteü ' beichasligle ich iitich znil Philo>'stpliie und Inrispnikenz, inid ’.iißit >eil l">'.L war ich ßeißiger Mitarbeiter a» der „Ällg. osierr Gerichts Ieintiig", der „tseriebishalle", de» „I»tisti>rk'e,i Blättein" lind anderen in lrndanslandischen Iachzeii'chriiieii.Mein :li»s als Jurist war in Folge denen zieiiilich beibrrnel, und ich ivnrke desbalb häufig von Nah itiid Fern ni,t» bloß von Parteien, iondern auch von Advora:,'» und richier lt'lren Beamten i» iäaviei igen Neelasangelegeiiheiie»';» 'lraibe gezogen - Ich ivar ei» gesuchter Nechlseoniulein tlnd häustg an.1i mit der AnSarbrinnig von tnii'ang reichen Proeeß'chri'lrn beiranv .Wenn das „Tenlßbe Voitshfaii" dies.' ineine Thäligleil'uris „Winlelichreiberei" Iti bezeichne» beliebt, >'o la»n ich'mich-de»,' gegenüber ä»'' das Iengniß der ehrentverib.sien Advo.aien i'>.rlizte»eberufen, ivelche mich stets in aliszeiämcitder Weiß' behandelle» ittid nur 'noch Heine ein elnendes Andciilen bewal".en Im Jahre 1^71 .thielt_i.ii durch B.rnntiülng des Dr, Johann». .Heransgrbr'rs d e „Inriiii'iti,'» .Blä'.iee'', ei»,'» Nu> als EvneipieiU in eine, der ersten ASvoeäinrslanzleien "in Lrnz, ivo iäi bis l"71 '• veihlied In diesem Jahre ubersi>d'!re ich »ach Wie» nnd trat in eine groß! Advoealtirskaiizlei ein. mit einem risi'hätle, de» bisher noä' lein Eoneipie»! m Wie» bezogen baue. Itii.Ialixe 1>7"’ erlangie iäi an' lüinnd nieiner titaan'.lii'i: Arbeiten und »ach dincr ' beßaiid.ne» mündnchen V> ivmig .'das To.loraidei Nie.toe au der. i»ri>i>scheit Iaealtäi in Tnönigeu, und n.aelidei» ich durch'eine a h E'iiiichließniig vomFebruar 1^7'U zn de» drei inru'lischen viigoio'.n an der ItlilSbriuter Ilniversllät zngelasi'en worden war uird >v'iche im G7N a» drei a»iei»andersolge„d,'„ Tagen abgelegt balle, wurke-ich auch an r .-.i Univelsilai;»>» Doeior der Ne.chle prönwvirr. Dcilber lrabe iä' die lega.e Advoealnrspraris zmürlgelegi und I»"» da»li l»rl seibstsiandtg Advee.zt ge worden. Dies, »»'in Sinkieii! »nd Lebensgang. Wenn das „Teni'ä'e Vollsbi-r'.:" mich dann» begeiser» zil müssen glaub!, >o lann ich mi.t. dann nü: der Achlttiig lröftc», die ich an anstänkigr» und ach:bare» >teti,'en . na# g''nnden babc »nd sindd " i.ijaiscr TvrirOridt — Aiiliscniil., Aus N-n in b'ü r g schreib, man uns: Der alle Widersacher tos Fürsten Bis'marct, Herr v. Die.st Dab^.r, be hanvlr'le ne»lich,-die Fetdtnarschätle.Grai Mottle »»d Freiherr v Ma»ien''el hätte» seine Beslrrbiwgen zur .Betäinpsiing der „Eorruvliou der'Br»i»ar,t''ch'eii Acra" nnlr'rstüvt. Ja, Tiest Daher wagte sogar zu bebaurieii, elaHer F.redriär hätte sich als .gionpri«; siir ihn iiilereisirl und seine Idiosiintrasie gegen di'' „verderbliche Gefahr des .Anwachsens der jüdische» >:N'ldmachl" ' g'elhriit. Die

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