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Freies Blatt · 1892-06-19 · 11 (19.6.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
11 (19.6.1892)
Date
1892-06-19
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 6. Freies Blatt. Nr. I I. vor;»bringe». Seine Zeugen, unter, denen sich ein entlassener Bankbeamter und der verkommene-Marquis Morrs besanden, wußten nichts zur Entlastung Trumonl's an;usühren. Trumonl selbst gestand, daß er hünklg lüge, wobei er sich aber solgendermaßen;art ansdrückke: „Meine Aiünstlerphankasie verleitet mich nia'nchnial. ei» Detail;» er finden, das die Aufmerksamkeit errege» soll. Manchmal sel?e ich d,i und dort ein Vtdjt, eine Farbe auf." .'licht so schonungsvolt^ wie Trumonl sich selbst, behandelte ihn der Vertreter des Privalklägcrs, der gewesene-Minister Waldeck stioussrau Er keunzeichnere Triiinoiii als einen Verleumder von Profesnon, ^er vom Besudeln der Besten lebt, niemanden verschont, >iirche»snr>ten ebensowenig wie Privatpersonen, und diiret, sei» (Geschreibsel Frankreich vor aller Welt hcrabsepl. Ö'eradezu vernichtend für Trnmoiit waren die Be orte, welche ihm Staatsanwalt ^'lüvvi widmete „Es gibt kein schmerzlicheres Schauspiel," sagte, er, „als wenn ein Ebrenmann verleumdet .wird: doch erscheint dasselbe gloßartig. wenn plötzlich die Wahrheit zu Lage gefördert wird, '.'lach Waldeck Rontfeau's trefflicher Anklage bliebe mir eigentlich nichts zu sagen übrig. Aber meine Pflicht verlangt es, n»d ich mache mir eine Eine daraus, Ihne» meine Meinung über den Fallrückhaltlos Z» sagen Triimont scheint geglaubt zu Naben, ich würde ihn tragisch nehmen Ich' nelinie Herr» Lr.inioni nicht einmal ernst. Es wird mir leicht sein, ib,n die vorgebundene° falsche P r o pl> eke n in a.ske ab z n reiße » lind das 'Zeucht des I lei ne n .*'' c f chät'ts mann Vit eia teil in enthülle», der den glänzend.» Einfalt hatte, de» schlimmsten I» itincten-eines Pöbels zu dienen Lrnnioiil macht ans den Vorteil, was ihm beliebt »enden beißen bei ibm nicht bloß die Israeliten. >,nde itt, ioee >,em großen S aewtogen — io iieunt er sich selbst mit jener re,lenden Bescheidenheit, die ihn charallerisirt - nicht zu Gclichle lieht, '.h'a p oleo n war nach L iniiionl ein Jude, die Marschalle -.'len und Masiena Jiidcn, >''a mb e 11 a 'ein Fnde und hnß richtig' t^amberle. Paris von 7rosa war ein.»ende, abei, fügt T.rnmonl hinzn. Halvn I,nkele sich, dies izi der .Schonen .Helena einingesieheii. In eliiem' folchen Anstande besinnnngsloier Wnili scheint Heu Lriinioni schon weniger Ladet als Mitleid in reidienen und nicht'so sehr der »>nstiz als der- Pallwkogie verfalle» zu sein '.'ll'ei man täusche sich nicht L ieier ichenil'ar Ueberreiile ist ein '.Gewerbetreibender, der'schlau ans jeiuen Schrine» Eaviial schlagt und es verdient, das Cl> er >, a » v t der re. et - e b ende n Berlennider genannt zu werden" Lei Staatsanwalt verhehlte es den E'eschivoreneu nicht, daß sie Tinmöni als Ehnfleil 'und Ancr erklären werde, wenn sie ihn, freisprechen, da gegen als Zicken. wenn sie ihn vernrtheileü. Wie schon oben erwähnt, _ ließen es die "'eschwore»en darauf antoinnie». Während und nach der Berhandlnng arrangirien Märanis Mor-'-s nud andereFrennde Truiiioni s im «"ei'idils'ääle und ans der Straße Heine Ei eene, welche voltieiliches Einschreiten nötliig machlen' Mor--s, der als selige den Levulirleii Vag n er re der Bestechlichkeit geiieben Halle, winde von demselben ge srideri L ie «beschichte «vielt in -Frankreich, folglich wird es. npewoht Moi--s A.ns«i>>chle gebraucht, schließlich koch in einem T»eil tominen. Zn erwähnen nuu nur noch,, daß Lriinionl de» Pariser Inden, >im ihnen den ,n den VIngen eines sraniöfischen Ehanpiniilen größten j Schimpf anziiil!!!», das Evilheien „deutsch" anhängte. ,,','cieder mit den j deutsche» Znkeiil" net L.ilinonk. Sie „dentscli nationalen" Aiilisemilcn iviid das nietik geiliien, denn i'ie selbst befolgen eine ähnliche Lattil , und dennnuren die .>ud--n in kenlschen Monarchien als -freunde-, der j sra»io>'!''chen -lievnblit. I ie Vo.albedürsnisse des -,'lniiseniilengeirerbes find , eben verschieden. ' Ltt Alle-MNlldtrllllg Der Zllden aus stillst! and. Tie russische -lieg:- rung l-.at, -ne aus Petersburg' genieldet wild, den Plair des; Baien .H ,, ' et«, binnen siliifnndiwaniig ö.ihren '(>()«««• Inden j ins Rußlaizd in e:ne neue .Heimat auswandern zu lassen, genehmigt. ln, ,'nilue 1J seilen in nach«! 2Ü i/JO Znken answander». Ctm weitere:! Berlau'e »cU dann jährlich Ac Anzähl der Answändeicr j g'sieia.i! weiden. ->» Petersburg überiiimmk ein .Hsrich'tcher Een'tral ausichuß di» Hauptleitung, in einige» änderen rumfdieu Städten werden j V' al-emils euiditet L ie auswändernden »*u&eu ■ treten vollkommen ans ' :i: rnisischen. IInkerkhaneiweibände ans. erhallen'»»entgeltlich die »okhig'ii bar :.' and sind -von der Wehrpflicht entbunden, ohne daß die ia:.iü>tb!c:tend-en '^taubensgenvisen zur Zäkitiing von 'Strafgeldern' ' für ue v.iv'Iichkei würden, Um der drück sehr der Ansgeivanderien vor ' inb.nigen und;ur? efiinq von Unionen ninß die A'iöciälion IO«) «NM» diiilal bei der dcegierniig hiiiierlegen, die stets wieder voll zu ergänzen i find, sobald ne bis auf B.'> >t «> verausgabt worden?as Ministern»» des h>.ii!N'ii ilb.riiiiNittl ei. Ueberivachnng der gefamnilen Angelegenheit. Den »cilvrilvcrsolgilngtu in ('irictliculaiiD.> Ei» geuaner; Veniter der griechischen Berhalinine ed,reibt »ns z» den wiederholleik »«»denbeneii in «''laedirniand -x-olgendes: „BSas die griechiidien .?«ndeii im AUgeni.inen betiint, io fehlt es ihnen 'vollständig an i«olitifd)cnt; Einfluß. Bei einer Esesammtbevölkernug von 2,200.000 Seelen leben in ganz Griechenland nur rund 10.000 Juden, davon über 3000-in Thessalien. Tort wo nicht von auswärts Conflicte in die Bevölkerung getragen werden, ist das Zusammenleben der Griechen mit den Juden ei» ganz gutes. Bis vor wenigen Jahren war die antisemitische Bewegung den Griechen etwas gä»;lid> fremdes, wenngleich der Jude bei ihnen, wie bei allen Ehristen des Srients, nicht als voll galt' Seither aber" wurde namentlich von Ungarn und Frankreich ans der Autiseniitisinus fi'mftlid) ins Vaiib getragen und jede Oselegenheit ist gut genug, um sie zu einer kleinen »Uidenheve auözubenten." (Zwei jüdische Gesandte.) Bekauntlid) ist der lfsesandte der Bereinigten Staaten von Amerika in Eonstantinopel,' Herr Hirsd>, nebenher bemerkt eines der beliebtesten Aiigrifssobjerte nuferer Sdjandblattaiitisemite», ein Jude. Auch sein Borgänger, Herr Strauß, ipar ein Jude. Ter New-zstorke.- „Independent" ein kirchliches Blakt) sdireibt über die Thäkigkeit der beiden <ssesandten im Interesse der amerikanischen Missionssd,ule» Folgendes: „Wenn die amerikanisd>en Missions institnte in der Türkei vor dem Untergang bewahrt sind, so verdanken sie es »nler dem Sd>npe der Borsehnng wesentlich der Thätigkeit des Herrn Hirsch. Ein anderer Punkt. Ter NegierungSerlaß, der Herr» Hirsch in seiner Bertheidigung der amerikanischen Missionen besondere Tienste geleistet hat, ist das ^regulativ, weldies 'fein Borganger, Herr Strauß, zu (Zünften., der Missionöschulen erwirkt hat. Herr Strauß und Herr Hirsd> sind Inden. Tas d>ristlid>c Pnblicnin sollte in -seiner Haltung gegen unsere jüdischen Mitbürger ebenso frei von religiösen Bornrtheilen sein wie diese beiden Männer, deren persönlidie Smnpathien für das Schicksal christlidier Missionen in der Türkei im Wesentlichen entsdieidend waren.“ antifoinitifcbcn l\'ivinon und l\'t fammhmaon. ' > - iHeiter.« In kein „äialholii'di eoiiftitiilionellen Berein" ans t>er Wiede» hi,-!! ker L>e»ri>ze»«'ch!iiiker Veovold M»ih. ans dem die Antiseiniien eine» -pailainciilariei' ,p-inacht baben, neulich eine» Bortrag über wirlhschasitiche A»- gelegenbciie». Es waren beiiere Anslassiinge» die der Waltere Schankivirlh z»in Bene» qab: ». i't eiferte er dagegen, daß der AiiliseiniiisinnS, wie im Berenie iur VIbirehr desselben gesagt iviirde, schon ini illbsterben begrine» «ei, »nd berief sich an« den Massenbesuch der Bersaininlnng in der BottshaUc gegen die. Gold Währung. Wem, -die, Abneigung gegen die Goldn'ührung ein Merkmal a»ti sei„ii,s>t>er 'Sesiniiniig bildil, dann sind auch Professor Sueß und der „Preß i»ke" -.«> eu wi r i h unter die -.«Imiicmiten gegangen. In Heurigensachen kennt er üä> bdiur ans. der gute M»ih. ,Aus der Vropoldstadk.-i Der .'katholisch politische Perei» Veopoldstadt hielt am!>. Jniii eine Peidainiiiluiig ab, in welcher ans Antrag des ehenialige» «"einenikeraihes Hans Mehl er, der ievk nur nach „Wilthichaflsrath" ist, das Pedanerii ansgewroche» wurde, daß die Geistlichkeit'des Bezirkesich von dein Pereine >'an ansiiabinstoS fernlialte. Die Uriache,, dieser Abstiiieiizpolitik scheinen aber zur Ehre der Geistlichkeit schon die Aaüie» zweier Redner in jener BereinS v. 'iianiiiiliüig zu berraihe» Es sprachen Geinei„deratl> «>i a n icher und sein Anwalt sür Fälle von ^>ssedächlnißs,tiwäche", ker linvernieidliche Vnege'r. huin'eher nur vornäiliger als vor .'inrzein in Fnni'hans »nd warf nur dein Biirgernieisler vor, daß er die niedere» Beainien zu in Eöiibal verhalle»;» -tvoUen sä,eine. -Juidi dieser Ailichwäiziing des Biirgerineisters bei alle» inilgsrän uä'eii "allen Beiichivesler» sprach Herr l'ileger. Er freute sich, kaß die Un infriekenheil in ker liberalen Partei mit dein Bnrgeineister znnehine, n»d meinte, es tönnie noch geicheb », daß dieser sich einmal denke: „Hole der De»sel tie liberale Bagage, da welke id> lieber Antiseniit!' Für eine» Dheil des Äuditoi'iuins bezeichnend in es, tag kiese Warte Vneger's bei ihm lebhafte Heiterkeit wach,iefen; durch tas Wort „Bagage" fühlte inan sich angenehin berührt, gteichsain angeheimell. Dagegen verhallte spurlos ein wirtlich gelniigener Spaß. Vneger erzählter Das „istaieiland" habe bis vor kurzer Zeit gegen die Paiiilaregiiürniig geichricbrn, nun schreibe es sür dieselbe. Ein katholischer Priester habe zu ihm «Acdneri ge>'agt, das „Paleeland" müsse seine Veser für reine Dniuinköpse Hallen, wen» . es wagt, ihnen Derartiges z» biete». Tein .Hochivürkige» >'aß offenbar der Schalk im Bocken, »nd das „Paterland" mit seiner >i>ech''etreichen Slellniig zur Währuitgssrage bol ihm nur eineii will koniinenen Anlaß, Herrn Vueger anziideüten, daß dessen chainäleonarlige -Hallnng nur Urlheitslinsähigeii Perlraiien eiiistößen können daß ein srominer Ainiseinil, ker vor nicht langer .-Zeit i» radikaler Demokratie machte, außerstande sei, Per»i»il'tige iireznsiibreü. V,leger hat oüenbar die «'eine Ironie, welche in dein Datei gegen das „Paterland" lag, nidjt geineiki, und auch seine Zuhörer t>oyt Veopolknäkter Berein haben, ivie schon eiwähnl, für dieselbe kein Berständniß gezeigt Mit gewissen A'cuten ninß man eben sehr deutlich sprechen. Vueger drückte auch seine Besriedigniig aus, daß er für salissaelioi'.silnsahig erklärt w. irke. keiili er werde „von nun an loenigstens Ruhe haben".

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