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Freies Blatt · 1892-05-29 · 8 (29.5.1892) · p. [Seite]

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Journal
Freies Blatt
Volume
I (1892)
Issue
8 (29.5.1892)
Date
1892-05-29
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 8. Freies Blatt. *eijh e f(f)rcitcn des TecanS verließen die aiitiscmirischc» Studenten unter »euerlichen Pcrcatviiscn die Aula. Bor der Rampe machten sic Halt, siiuuutcn * die „-Wacht a», Rhein" a», während seitens der Anhänger der srcisliinigcn Partei, welche ',nr lintcn Seile am Fuße der Ranipc Posto gefaßt halten,-die Bolksh>,m»c gesungen wurde. £ ic 2 eene pies selbst verständlich bei den zahlreiche» Passanten, großes Aufsehen hervor. Ra äs AbsinMng des ViedcS zogen die Anliscniiten iintcr stnrinischcu Rufe»: „Hoch Schönerer!" „Rieder mit den bilden!" ab, und auch dii: anderen Studenten zerstrentc» sich. Das „Dcnschc Boltsblatl" findet, daß es- Heiterkeit erregte, als die freisinnigen Studenten „plövlich die dcuiich nationalen Studenten, die mit frischcit, langeSknNdigcn .lebten die .Wacht am Rhein' aiiftiiiiimeu,. durch Abfingnng einiger Strophe» .der Polkshymnc zu nbcrtönc» suchten"., Heiterkeit? Die Bollshmnne? Diese Bemerkung des „Botksblaik", welche eilte» Rüdfall in die ^eil seiner Bcrsnche znr Erlangung der tonnst Schönercr's bekundet, dürfte den jepigen Gchineru des „Boltsblatt", dem k. und k. Sberlicnienant Prinzen Aloits Vi cd, teilst ein n»d dem Riltzr deS Franz Fosts SrdcnS Dr. .Varl VucgFr tanm gefallen. dcr oitDc für tmpsüiigciic Wohlihütcit JmntünrV -!stm einem angesehenen Wiener Bürger erhalten wir folgende Anschrift'. „Rachstehcnde Episode möge'auf die Frage, ob der Fndc für emviangene Wdhlihaten dankbar sei, die Antwort geben: Bor mehr als jünszehn fahren, als mein seliger Baker noch am Heben ivar, verial, er sein Estschäil, einen Bietualicnhaudcl '.All, Hos', mit gewissenhafter t^cnanigtcit, so daß er täglich früh schon »»> ."> Uhr am Plave ivar. ^n jener ^cit hatte ei» jüdischer Sichcrlieilswachmagn am Hof den Posten zn versehen, dcr außer einer großen -Viuderschaar sonst - nicht,' sein Eigen -nannte als den kärglichen Sold, mit /dem er fein schweres Anokolllm.cn -fand. Mein seliger Bater halte bald heraus, wo den armen Teufel der. Schuh drttetle, und half, wie -er eben inl leinen bc schcidcnen Behältnisse» konnte 'D'in 2eiober lausenden Fahres lvud es zehn Fahre, daß mein geliebter Bater in der Erde ruht. Der jüdische Sicherhciiswachmann hat sich •,» einer besseren' Stellung empor, geschwungen, doch seinen Wohllhäler hat er nicht vergesse»: ' Seit zehn wahren legt er jedes Fahr, am Ramens.tage und zu 'Allerheiligen, einen -Vranz auf das >'stab meines in -t^öll ruhenden Baie-s nieder." F Th. ((rvoperntor Schcrzcr nuD Schriststcllcr Rcinlstiidi.- -.'.'iil Bezug ans die Ausführungen des Schriftstellers Paul Reinhardt i» der n'eneral versännnlnng des. Bereincs zur Ablve-Hr des Anliseinitisnins l erinchle Eoopcrator Schcrzer die „".'ie»e ,vreif Preise" um die Ans nähme folgender ,,Bcrichtignlig" :' . - Es ist nicht richlig, kiasi-ich ertlärl Habs,- ich. tonne niiäi mit \y.iiit Bei» bardl weilce nichl eiulassen, vielmehe isl richtig,-wie .ans .',.-itmigsbelichlc» zue erseben, daß ich meine Behauptung, nienia»» lönne-mir. eine Pslichiverlepüng ans der .'tanzet, int Beichtstichle, all dem .'tranlenlager re. nachweven,' an'eeä» .erhielt/Fch erklärte damals, daß selbslversländlich nicht von veriönlicheü Fehlern die Rede sein tonne, weil ja »nr Ehnstns seinem Fejude avoürovl>ire»> lonnie: ..Wer von euch kann nuch einer Sünde zeihen r" '.'liK-MihllM, vit:aiif idi,' daß ich, obivohl nichl ün Besilse von tausend Lnealen. die Brovosition am'rechlerhalien töllne, lveit ich mich sicher sühle. Wie mir ge'agl ivnrde, soll Hell Rernhaidl' damals sogar rn der Bcriammlmig gewesen sein. Bon „würdiger oder imivnidigei Priester" war nicht die Rede. Windig-ist dieser Würde »iemand. Herr Reinhardt blieb die Antwort nid)ti schuldig und.vereise»! i lichte in dem genannte» Blatte .nachstehende Erllärung:! Es freut mich lehr, daß Herr -Evoperaior Scherzer an Fl>r bv.stge-ch.ivles Blatt eine» Brus sendete, denn dadurch bewies er den A'uut), mit oisenem Biile zu käinpscn, ivie ich es stets gethan. Bi ein reeoin:» indirlee Beies-an den doch würdige» Herrn Edoperaioe Scherzer ivar in der .Sonn und-Biomags .-ze.lungverössemlicht und blieb nnbeanlwortel. R.idilrägiich las und-hone ich, dast dieser Priester in einer geschlossenen Bereinsveriaininlung seine ver'vrochene Piämie per l«d»> .Lnealen mil der Moliviruug znrüäzsg, iveil er das Eield gar nichl hesive nnd sich daher mit nur, der ich es verdienen luoüe, idchl einla'seii lchine. Ferner so» Herr Eoopcrator Scherzer 'gesagt haben, daß von seinen perwnttchen Fehler» nicht die Rede sein.tönne, daß er aber seinen Seelwrgcrpsttchlen neis einsprach. Liese sehr d-ploinaiische Drehung macht teinein pe r i v n l i ch e n Ramen Ehre, denn das Elanze crschetm als nicht mm zli nehni.en. ,'ch bedanre, daß Herr Evoperaior Scherzer mich;n lener Bersaimnlnng, >» der er gegen mich polemisirle, nichl ciiilno, nizd es ist unwahr, daß ich damals zngegc» war. Ich bi» kein Eimchlrid-er und gehe nur dann wohin, lveim ich die Berechtigung meines Erscheinens nach-.venrn tan», llebrigens nzerde ich dem Bercine zur Abwehr des Anlüeinilisinns die Bitte vortegcn, zu eiucin seiner Lisrnssionsahendc die hochwürdigcn Herren Eichhorn, '.'alschta, Paul, r-chcicher., Scherzer und Schnabl cinznladen, an weichem auch ich lkeil nehmen werde. Liest- Herren loimen sich dort, geschilpt gegen >ede Fnlalle, gegen meine Borivürse verlhcidige» »ud mich zur Beraniivdrlnng ziehen. Mein Prireip ist und bleibt: D fsenks Bisir! . leiilrjilkgewicstlic ^ichtswtrh»»gk»j> Die „chnnliä, soeialcn" Wortführer verschwenden mmonit ihre salbniigsvolleii Worte und machen Vergebens ihre .Vrapfüße vor drsti wirkliche» Arbeitern. Diese sind für ' Riikcl Fein's Soeialrctorn.i' nichl zn gewinne», liegenlibcr der jüngst in einem Blatte ansgetanchten Rachricht, daß die Herren Adolf Hei mann nnd Rudolf H a u >'e r als Führer der opposiiionellen Fraetion' der Social Demokraten . mit der „christlich soeialcn" Partei Fühlung genommen hejtten, wird von diesen leiden 'Arbeitcrsührein erklärt, daß diele Meldung total ^rsnndcn sei. Die betretsende Erklärung schließt mit den Worte» : „E s kann nicht e i n in a lde r bloße 2 d) a llen eines BerdadiicS auf uns liegen, daß wir der d)risttid) f o c i n l c n B a r I e i — also e i n c r a » l i s c m i i i s ds c n. — a » ch »nr. den 'Rageh des kleinen 'Fingers'einer .Bruderhand' ger e i d> I h ä I t c»." E'ill 2i)cinlDc«iotrnt' unter Vhitijciiiiteu.> Herr F. All!en. .schreibt nnS:. - . . . Bon einem Eollegen ciiigeladeii, ii ieb injäi D.lnislipl Abends die Rengiei de, einen anttst-iiniiichen Elub lenNen.z» leinen. Bei dein EinMll' in das Elnb ziiiiiiieiwiliden mir einige Herren vorgestelll, wetdip den Eindriid anständiger junger Männer inad>l>nAn>äng rerhielt ich inich.ziiilili.h lest'l'virl, ivnide aber wäler mil einem Distlmadil'ar. ''iveläier iuir piil Siolz die Bilder von Bi-sinaiit. i'i'O llli- und — S eh o „ c r e r zeigte, in ein >'a—Rä>h vcnvitteli. Als ich eie >veialde>nolratisthe» denistlien Abgeordneleu Bebel imt» V>edl 11 e,tit nanitte, stigle der Herr tont.: „La-s sind Alles voll den giidea bezabne Ans . inlirer." siuii schaavlen sich '.ist '!- im Flni-.ner Anwest-.iieeii um ans. ,Ui leninl.e ^der ganz rnbig: ^ie iv--rdeit csmir mjlln-stbeinelnneii, ineiiie Herren, daß ich iikil Fhneil nicht dien- Anstän lbeile, iondeill mich hier oiien .und elirlich als überzengler Sodialdeinotial belenne." La bea.l, ein Tlnrni los. ,'„-cer iuchie 'mir >o laut ivie möglich selbe.Ansicht von der Soeiaideinvlr.ilie belaamzngeben. -Unter Ander»! horte ich die rüge. Viobtsu-.lrt laille als den Schliißpnnt! dos-' sreiaidepiokratt^die» Prograinnies den „Fürstenmord" de' zeichn'.-t.' Ein arrogantes -Herrchen nuiiit,'.. Soeia.ldenwlraie» und 'eiche mnge z'eiiie, iveldie inchis gelernt haben." Mir ietvst ivnrde gast'renndli.l! zngern'ra: „Sie. sind ein verlorenes Schaf!" Ön dem z'a/m, der daiani >o!gle,;» am ibviB-'n. ivar mir'nid» .mögltib,.aber iä> erllare hier, dast ich noch nie die Ei>re haue, nnier die Heerde der Aniist-uiiie» gezal'tt zn ive.ide», »nd datier auch lein „veiwrenes", Sd'.is bin. aber ivi'r »ch kieier Partei anal ließ,, muß zn ten geiponneiie» Schafe»" dttäl>ll werde:.. Ei» üiltistili^Mcr ^'crtniuciiviittiun. 'iim-1'11 -.'Rai ivnrde hier der lslem^htwaarettveriehleißer Fohann Dostalel in feinet; Wohnung X., Erlad,gaste v' >>>, voii' Bolizemgenien niiler dem dtingendrir Berdddire bepkastet, einer in Wien weitverzweigten Diebs bände, die in . «''esdiäsisläden l»i„briiche verübte, H e l, i e i d > e » fl e geleistet zu staben. Der Berdacstt bestätigte iid) vollani, denn in der Wostnnng . des Berhaiieie» sandcn fielt gestoblene l''egeistiä)>de. allerlei Alt im Eesttmmiiverlste von niestr als!->>> >> st. vor Dostalel war auch geständig nnd ließ fiel) .rüstig von den Boliztste» nlTiilne». 2r west iva re die/Sache ganz alliägliich: w etwas bcad>lel 'inan in'der t^rofzstadl Ignm st »ehr Hier aber lreien be'ontere Umstände lunzn, weldie die ganze Astaire l>eadiie>sdwcilber »iadi:en. Der.verstatiele Diebs Hehler war »äinlidi in iestien freien '21untren anest Armenraih der .':>ieid>sl>anvl und i'ti.esidenzstadl Wien. Seil Faliten. als estriger niid riidfidilsloier Agitator rnr' die aniiieminsdh.' Heilslelire Iliät-ig, bewieeih»l vor zwei Fahre» die damalige aiui.'eiiHU'dK Bezirlsbotstehnmz il»e Daiitbarteii dadurdi, -daß sie ist» .als Eandidate»' für de» Arinenraih cuipfastl »ud ieinc Wahl a»d> dnidtzniepen .wußle. ' D ie Herren Ri iiawcg.nnd 2 a-n e r.b.o r n. die damaligen Bezirlsvoiständc, lurl-r» iid». damii in den 'Augen ihrer Ban'ei' ein Bcrdienst erwoiben-: sie waren daulstar gegen einen Paneigenoste»,' der jnir istnen dnrd, D ich und Dünn marsesttrle. Die Eigenidiasl eines verläßlidien -Parleigenosten genügte: daß Dostalel iin-Bezirle gänzlich »nstclanul war und vom Atlncnivesen nidils verstand, war Rebe»iad>e. Danlbarleli ist anionst zwar nid>i eiste anlisemiiiidie Tugend, aber bei Tostalct niteint man in dieier Beziestnng eine Ansnabme gemadil zn stabe» nnd neel, zn Madien, benit einem .in Favoriten eolvorlirien >-» -lil zniolge soll der Ansschnß eines-Wiener aniis'e.nitisdie» /Beteines eist Inrzlidt zn einer außerordentlichen Siisnng znianimengelreie» sein, um Fostan» Dostalel znm Ehrenmilgliede des BereincS zn ernenne».. Dies rer tautet allerdings nur „gerüchtweise"; in das Prolotoll der bcirestenden 2 u.'n-ug sonnte der BerichterstaNer des „Freien Blattes" zn ieinein Bedauern teiirfn Eiublid erlangen. Wie dem anest ic/ ob Estrenmttglled oder nidu? Dostalel wird seinen bisherige» '.Rilstreileru im Ramme gegen die „jnden.liberale Evrrnplion" sehr abgchen. .! Fi» ein' oirö'lt nrUrit* t lliit. Mil sechs »„Ndereu Schid^-.S genossen halte sich hier am d. M. vor dem Bezirtsgend)le 'Aliergriind der Sdtuhmachcrgehilsc Foses .Wi c re i; t a wegen Belielns zn veranl

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