Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 12 (1932-1933)
- Issue
- 7 (10.1932)
- Date
- 1932-10-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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derBEBIINE ,0€ E N U.O.BB. BERLIN W 62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 12. JAHRGANG OKTOBER 1932 NUMMER 7 Die Akiba Eger-Loge im Termin 1931/32 Von Br. Dr. Paul C h o n e , Das abgelaufene Jahr stand unter den sichtbaren Zeichen seelischer und materieller Sorgen. Eine wichtige Aufgabe der I.ogenabende, die regelmäßig statlfanden — bezüglich ihres besonderen Inhalts wird auf die früheren Logenmitteilungen verwiesen — war cs, den Brüdern für die Auseinandersetzung mit den brennendsten Tagesfragen Gelegenheit zu geben. Diese Notwendigkeit veranlaßte uns, den veralteten Standpunkt, daß Politik in der Loge) nicht erörtert werden dürfe, endgültig zu verlassen. Hingegen wurde unser ganzes Augenmerk darauf gerichtet, daß bei den Erörterungen politischer Art der Parteistandpunkt in den Hintergrund trat und die Idee des Lernen- und Hörenwollens die Diskussion auf ein überparteiliches Niveau hob. Die Erfahrungen, die wir dabei machten, können als sehr zufriedenstellend bezeichnet werden. Sei es, daß jüdisch-politische, sei es, daß allgemein-politische Fragen erörtert wurden, es wurden stets unangenehme Reibungen vermieden, und die Brüder jeder Parteirichtung konnten die Sitzungen ohne irgendwelches Gefühl der .Mißstimmung verlassen. Um das Interesse zu erhöhen, und um überflüssige 'Diskussionsreden - und Wiederholungen möglichst auszuschalten, wurde mehrfach eine freiere Art der Diskussion, unter Gestattung von Zwischenrufen und kurzen Zivischenreden der Zuhörer, gestattet. Auch hier waren die Erfahrungen durchaus gut. Mehrere Abende galten der Bekämpfung des Schlagwortes. Natürlich wurden nicht alle Abende mit der Besprechung der aktuellen Fragen ausgefüllt. Vorträge der Belehrung und wissenschaftlicher Themata und religiöser Themata (z. B. eine Talmodstunde) wurden nicht vernachlässigt. Oft fanden Kurz-, referate aus dem beruflichen Leben der Brüder statt, die viel fach ganz besonderes Interesse erregten, ln einigen Zirkeln, die sich gebildet hatten, fanden ebenfalls wiederholt anregende Abende statt. Der Besuch der Logenabende war, wenn man die jetzige Zeit berücksichtigt, durchaus zufriedenstellend. Die 3.'i Sitzun gen, die stattfanden, waren von durchschnittlich 50 Brütlern besucht. Oft war im vergangenen Jahr eine tätige Teilnahme an den Sorgen der einzelnen Brüder erforderlich. Es hat sich dabei gezeigt, daß das oft gehörte Scherzwort, daß Ratschläge allein nicht hoch zu werten sind, unrichtig ist. Oft konnten wir durch intensive Beratung viel erreichen. Vielfach mußt e n wir uns mit der Beratung begnügen, weil die Mittel nicht zur tatkräftigen Hilfe auf finanziellem Gebiet ausreichten. .An der Winterhilfe haben wir uns mit guten Erfolgen beteiligt. Präs, des Termins 19.‘11 .’12. ' ' t ' t Als ein besonderer Mangel wurde es entbunden, daß die Amtsperiode des Beamtenrats nichtf wie cs natürlich wäre, in den Ferien, sondern mitten im Wintersemester endet. Hierbei wird die Entfaltung der Tätigkeit des Beanitenrats außerordentlich gehemmt, und es wäre zu wünschen,, daß mit dieser unzweckmäßigen Sitte gebrochen wird, eventuell zunächst probeweise. . . . Trotz der Not der Zeit fänden auch «einige gesellige Veranstaltungen statt, und zwar aus dein ausgesprochenen Gedanken heraus, daß auch in schwersten Zeitcity öder gerade in schwersten Zeiten, ein gewisses Maß von Geselligkeit aufrecht erhalten werden muß. ■ ' Besonders hervorgehoben sei. daß der geistige Ausschuß dafür sorgte, daß fast in jeder Sitzung in einem Kurzreferat wichtige Ereignisse, die in den' Rahmen der Logengedanken gehörten, gewürdigt wurden. 1 Von äußerer Propaganda wurde abgesehen und das Augenmerk mehr auf innere Propaganda gerichtet, wobei immer wieder die Frage erörtert würde, ob nicht einige Pflichtbesuche der I.ogenabende für alle Brüder obligatorisch sein müßten. Im Mittelpunkte des Jahres stand unser 10. Stiftungsfest, über das früher besonders berichtet worden ist. UNSER LOGENHAUS Wir fordern das Interesse unserer Brüder für unser Logenhaus, das wirtschaftliche Rückgrat unserer Logen! Wir bitten unsere Brüder, alle ihre Veranstaltungen, Familienfeiern usw. im Logenhause auszurichten. Alle Brüder, die in jüdischen Organisationen ihitarbeiten, müssen sich dafür einsetzen, daß die ihnen nahestehenden Vereinigungen ihre Tagungen und ihre Feste in unseren geschmackvoll renovierten Räumen abhalten. Unser Haus bietet den besten Rahmen für jede Veranstaltung, und es dürfte bei der gegenwärtigen Zeitlage angemessen sein, gerade jüdische Veranstaltungen in einem jüdischen Hause, in jüdischer Umgebung abzuhalten. Unsere Preise tragen den. Zeitverhältnissen in weitestgehendem Maße Rechnung. Der Ausschuß für die gemeinsamen Angelegenheiten der Berliner Logen U.O.B.B., , - . Norden. i -