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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1932-09-01 · 6 (9.1932) · p. [Seite]

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
12 (1932-1933)
Issue
6 (9.1932)
Date
1932-09-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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derBERLIN E RAEOG E N U.O.BB. BERLIN W62, KLEISTSTR. 10, LOGENHAUS 7_^ 12. JAHRGANG SEPTEMBER 1932 NUMMER 6 Fünf Jahre Julius Fenchel-Loge \'on Br. Präs. Dr. Georg. Cohn Am 31. Januar d. J. konnte die Julius Fenchel-Loge auf die ersten fünf Jahre ihres Bestehens zurQckblicken. „Gefeiert“ wurde dieser Gedenktag selbstverständlich nicht; ai>er in der Loge haben wir des Tages gedacht und uns Rechenschaft darüber abgelegt, ob die Brüder, die vor Gründung der Julius Fenchel- Loge anderen Logen unseres Ordens angehört haben, gut daran getan haben, die altgewohnten Stätten ihres Wirkens zu verlassen und —: in majorem dei gloriam — in einer jungen Loge sich zusammenzuschließen. Da unsere Loge zu einem guten Teil aus Brüdern besteht, die in den alten Logen unseres Ordens, sei es als schlichte Soldaten - in Reih und Glied, sei es als Generalstäbler, ihre Meriten erworben haben, hat die Julius Fcnchel-I.oge eigentlich nie Kinderkrankheiten durchzumachen gehabt; denn das Ziel stand unverrückbar fast, und der Weg zu diesem Ziel wurde gewiesen von erfahrenen und erprobten Brüdern, die den Mut und die Entschlossenheit besaßen, jeden Versuch eines Ausbrechens auf einen Seitenweg im Keime zu ersticken. Aber wenn ich in wenigen Sätzen nhchweisen will, daß jene Brüder recht darun getan haben, dem Orden eine neue Loge zuzuführen, so werde ich dartun müssen, daß der Weg, den die Julius Fenchel-Loge einschlägt, ein individualistischer, im Vergleich mit den bisher eingeschlagenen neuartiger und daß cs ein Weg ist, der sich neben den bisher betretenen sehen lassen kann. Lassen Sie mich mit dem markantesten Zug unseres Wesens beginnen! Die Julius Fenchel-Loge ist die Loge des freien Wortes, und in der praktischen Durchführung dieser Maxime erblicken wir eine Ausgestaltung und Fortentwicklung des Brudergedunkens. Es gibt nichts, was wir nicht der Gesamtheit und dem einzelnen, den es besonders angeht, gegenüber offen und ohne Windungen aussprechen, suaviter in modo, fortiter in re. Und seitdem sich die Brüder hieran gewöhnt haben, ernten wir die Früchte dieses Prinzips: Achtung vor dem offenen Wort, uneingeschränktes Vertrauen der Brüder zueinander, Wertschätzung des Bruders, wie er ist, Liebe zu dem abstrakten Begriff der Aufrichtigkeit als „Ding an sich“. Wir suchen uns alle Mittel dienstbar zu machen, die uns uuf unserem Logenwege Begleiter sein können: Körper Geist Seele I I I Geselligkeit Wissenverbreitung Herzensbildung. , Keines dieser drei Gebiete wird vernachlässigt, aber das Feld, das wir am intensivsten beackern, ist der schmale und steile Pfad, auf dem mun.den Schlüssel zum Herzen des Bruders lii)det. Und ich weiß, daß die Julius Fenchel-Loge iils-die Loge geschützt wird, in der ein guter Geist herrscht, in der ein Band inniger Harmonie die Brüder umschlingt, in der über die Brüderlichkeit hinausgewachsen, Freundschaften sich entwickelt hnhen. Ein guter Geist herrscht rn unserer Loge. Wir halten das schwere Krisenjahr Überstunden ohne’ einen Prestigeverlust. Unsere Brüder sind in dem schweren \Virtschaftsknmpf ehrlich ringende, anständige Menschen geblieben; seine materiellen Verpflichtungen der Loge gegenüber erfüllt jeder Bruder, der nur irgendwie dazu in der laige ist; bei Freud und Leid haben die Brüder der Loge durch Überweisung t on Spenden gedacht. Und der gute'Geist, der uns innewohnt, zeigte sich nicht zuletzt in der innigen Herzlichkeit, mit der die Brüder an der Feier des 75. Geburtstages unseres Bruders B o a s — sowohl in seinem Heim als auch in unserer Loge — Anteil nahmen, an der geradezu patrjarchalen Ehrerbietung, die sie dem unermüdlichen und beliebten Alterspräsidenten unserer Loge, dem Bruder II o s c n t h a I, entgegenbringen, und düs zeigt sich immer wieder daran, daß in unserer Loge die Entscheidungen, die wir zu treffen haben, nie allein mit dem Verstund, sondern zum guten Teil mit dem jüdischen Herzen gefällt werden. Möge die Julius Fenchel-Loge die Fährnisse der Zeit überstellen und ein wertvolles .Glied in der Kette der Logen unseres geliebten Ordens bilden! Dem Orden gehörej^jiicht mehr an: Montefiore-Loge: , Dr. Isi K u h n , Holland; Den Haag. Akibu Eger-Loge: Ludwig Grün, Schöneberg, Bozcner. Str. 20. UNSERE TOTEN Der Orden beklagt den Heimgang folgender Brüder: Name i «Kingetr. Geboten Verstorben Deutsche Reichs-Loge Nathan Guttfeld 13 ■ 8 1882] .5 4.1853 Sally Herz 30.10.1909,19.11.1853 Ehre ihrem Andenken I 4. 8. 1932 21. 8> 1932

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