Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 11 (1931-1932)
- Issue
- 9 (12.1931)
- Date
- 1931-12-01
- Page
- Seite 116 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 116 MONATSSCHRIFT DER NER LOGEN U. O. B. B. Nr. 9 le - -i7^ uV1?!’H'“‘ •* _i'*a ’*vrtrpffr vjfcl ■ILLUSTRIERTE PREISLISTE . kostenfrei \^0r .M$ ■ m&fN .'? (v V7NTEN50 —'in'jf-■ SELECTOS ^■- •r ^Wlri-aS-*^^0 f\ K'STE m. 25 St -^:vv.^ä 3vm M.7.» Wnppect»I-E>«rfeM . Kiiiifsberg I. Pr. Leipzig Sämtlich Spitzenleistungen r HAUSMARKE BuBIWUHS'MARKE J-IoONAS S>imME"T I 15-20.25-ft° vite-jBigg 1 äSKgagU^gwSiaJ BERLIN .W 8 FRANZÖSISCH E-STR. 2 WWFIfifiFSfHÄFTF Haus am Zm Königstr. 49 BayahscHar Platz 9 Keclittr. 597 liv»liöenttr.11T ' Steglitz. SchloBatr. M dichtung) „Bolygö zsidö“, der unstete Jude. Italien ist reich an Ueberlieferungen, wie an Benennungen. Da heißt der Verdammte Buttaciio Schlagegott, Votadio- -Gelobegott, Servo di Dio Dienegott. ln Spanien heißt er Juande Voto a Dios — Johann- Gelobegott, Juan Servo di Dios, vorzüglich aber Juan Espera en Dios Hoffegott, ähnlich portugiesisch Joao de Espera em Dios. ln Belgien heißt er auch Isaak Laquedem, was Böttcher bei Graesse (Der Tannhäuser und Ewige Jude, S. 127aus hebräischem „Ewigkeit“ ableitet. Versprengt finden sich auch andere Namen,' wie Jan Beaudewyn - - Baudouin, woraus auch verballhornt Jan Roduyn. Das Volksbuch vom Jahre 1613 läßt den Ewigen Juden durch Italien, Ungarn, Persien, Spanien, Polen, Rußland, Livland, Schweden, Dänemark und Schottland wandern. Auch sonst läßt ihn die Sage an den verschiedensten Punkten, zu verschiedenen Zeiten, aüftreten. Sein letzter Besuch, der sich verzeichnet findet, galt dem Mor- * monen O’Grady im Jahre 1868. Doch die Sage selbst scheint - bloß bei Romanen und Germanen bis nach Island verbreitet zu sein. Selbst ein Kenner wie Wesselowsky weiß nur von einer einzigen ähnlichen Ueberlieferung auf dem Gebiete des slavischen Schrifttums: in einem russischen Gesprächsbüchlein wird gefragt, wer stirbt dreimal täglich? Antwort: der Diener des Kaiphas, welcher Jesus einen Backenstreich versetzt hat; des-* wegen wird er dreimal "täglich von einem wilden Tier aufgefrcssqp, um dreimal täglich aufzuerstehen (Archiv für sla1 \ische Philologie 1831, V, 398; 1885, VIII, 333). In der ungarischen Ueberlieferung hat A. Kecskemeti etne verschüttete Spur der Sage von A. entdeckt; Jesu und Petrus sind bei einem Schuster zu Gast, der zum Lohn für seine Gastfreundschaft nicht die ewige Seligkeit,- somTern ewiges Leben wüpscht^ er .kann nicht sterben, schrumpft zusammen wie eine Griewe, kann sich nicht töten und gelangt nur mit größter Mühe in die Hölle (Izraelita Magyar Irodalmi Tärsulat Evkönyve 1896, 322). Die slawischen und die finnisch-ugrischen Völker scheinen also die Sage vom ewigen Juden nicht zu kennen. Aber auch in der altkirchlichen Literatur, bei den Kirchenvätern, in* der älteren Jdagiologie, im byzantinischen Schrifttum ist sie nicht nachgewiesen. Sie kann also nicht dem Bestand der alten kirchlichen Ueberlieferung angehören. Die Sage kann nicht jüdischen Ursprungs sein. Wohl erscheint sie hie und da auch mit jüdischen Zügen ausgestattet. Die „Histoire admirable du Juif errant“, ein französisches Volksbuch läßt A. aus dem Stamme Naftali ■ im Jahre 3992. nach Erschaffung der Welt geboren sein, von einer Mutter, welche die Kleider der Leviten nähte. Als A. im Jahre 1863 den Mormonen O’Grady besuchte, machte er ihm Auszüge aus dem Talmud zum Geschenk. E$. ist aber klar, daß diese jüdischen Motive der A.-Sage nur aufgepfropft sind. Wohl kennt auch die Agada Gestalten, welche ‘Geschlechter überleben: „Sieben Heroen bilden eine Kette, die den Anfang -der Menschheit mit der Endzeit verbindet: Adam, Metusalem, Schern, Jakob, Amram, Achija von Schilo und Elijahu“ (Seder Olam I; B. Baf. 121.b). Auch kennt die Agada Helden, die niemals -den Tod kosten. Neun sind lebend ins Paradies gekommen > Henoch, Elijahu, der Messias, Elieser (Abrahams Knecht), Chirapi von Tyrus*(der den Tempel: baute), Ebedmelech der Aethiopier (der- Jeremia rettete), Jaabez, Sohn des1 Patriarchen R. Jehuda, Bitja, die Tochter Pharaos (Moses Pflegemutter), Serach, Tochter Aschers (welche Josefs Sarg hütete), nach einigen-rroch R. Jehuda, nach anderen auch Josua b. Levi (Der. Er. Sutta 1. Kap.). Auch an Henoch und Eli- :jahu erinnert die Sage vo'm ewigin Juden .zuweilen. Doch den Qualtfäfsfleischwaren ' # . b* - Erlesene Feinkosferzeugnisse Sfadfküche / Filialen in allen* Sfadffeilen KONDITOREI A.SC HILLING KURFtlRSTENDAMM 234 BERLIN FRIEDRICHSTRASSE 209 TORTEN - EISSPEISEN - B A U M K U C HE-N . BESTELLUNGANNAHME: J1 BISMARCK 6144-0145 ..J. Seit 1S53 Fernsprecher A6 Merkur 6040*6045