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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1931-11-01 · 8 (11.1931) · p. Seite 100

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
11 (1931-1932)
Issue
8 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
Seite 100 (sequence 8)
Language
German
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Seite 100 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 8 lieh. In der Tat muß* folgendes festgestellt werden, was medizinische Sachverständige erheblich interessieren dürfte: In der Zeit, da er als junger Mann, von einigen 20 'Jahren in München bei Lhde studierte, erkrahkte er, und sein Bruder in Breslau erbat von dem behandelnden Arzt einen Bericht. Dieser Bericht lautet ungefähr folgend: ,.Lesser Lrys Lunge ist auf einer Seite vollständig zerstört, die Gewebe der anderen Seite stark angegriffen. Es hat keinen Zw^gk, ihn in eine Heilanstalt oder sonst irgendwo hinzuschicken, das kaum noch Heilung zu erwarten ist. Lassen Sie ihn ruhig tun, was er mag. wir Aerzte sind nicht in der Lage, hier noch' irgend etwas zu verordnen/1 Die Tatsache des einen vollkommen zerstörten Lungenflügels w\(rde auch später festgestellt; Er hatte atser wirklich in den> ganzen Jahren keinerlei Beschwerden dadurch und war rast 50 Jahre — bis auf kleine,. akute Krankheiten — vollldommen gesund. Ob seine Annahme zutrifft, daß dieses auf seine einfache, solide Lebensweise zurückzuführen ist, kann hier nicht entschieden werden. Mächtige Gegner, die seiie Malergröße fürchteten, waren am Werke, um seine BedeutungNjn der Oeffentlichkeit herabzusetzen, was Ury immer mehr verbitterte. Hierüber wird in späterer Zeit noch eingehend berichtet werden müssen. — Als, wie bereits gesagt, seine Mhlweise bei der Licht- und Luftl>chandlung anerkannt war, - boten seine J Monumentalwerke immer wieder neue Angriffspunkte für sejine Gegner; aber gerade diese großen Monumentalbilder waren es, mit denen ' er sein jüdisches Empfinden ausdrücken wiollte und an die er bis zu seinem letzten Atemzuge glaubte. -Interessant ist, daß zwischen den Direktoren der Natioijalgalerie und ihm erhebliche Differenzen bestanden, da die Nationalgalerie seine großen Werke zu seinem 70. Geburtstage nicht mitausstellen wollte. Das efste dieser Monufr/entalwerke •war „Jerusalem“ und wurde gleich auf der ersten Ausstellung verkauft, heute befindet es sich in der Kunsthalle Görlitz. Es folgte dann* sein ungeheurer, wuchtiger „Jeremias“, in dem er gerade das jüdische Leid und den jüdischen. Weltschmerz zum Ausdruck bringt, das Triptychon „Der Mensch“, dann „Adam und Eva“, „Die Sintflut“ und die beiden großen Wandgemälde in unserem Logente/npel. Bei all diesen Bildern ist die Behandlung der Landschaft, des flimmernden Lichtes und der bewegten Luft meisterhaft und unübertrefflich, während die Figuren, ob mit Recht oder Unrecht, hleibt hier unentschieden, den Widerspruch vieler Kreise herausforderten. Einsam, wie er lebte, wäre er auch gestorben, und nur einem Zufall ist es zu verdanken, daß ich in seiner Tode'sstugde bei ihm war. Noch am Tage vorher hatte er mich gebeten, am Sonntag einer Verhandlung mit einem Kunsthändler beizuwohnen. Deshalb war dieser Kunsthändler und ich am Sonntag um 11 Uhr bei ihm. Er hatte frühmorgens noch selbst, geheizt 'und Ordnung gemacht, muß sich also demnach noch ganz wohl gefühlt haben. Als wir das Atelier betraten,’ war sein Zustand sehr schlecht und verschlimmerte sich zusehends. Er war bis zum letzten Atemzuge bei vollem Bewußtsein, und um 11.40 Uhr tat er ohne Kampf den letzten Atemzug. Die sterbliche Hülle Lesser Urys wurde unter großer Beteiligung von Museumsleitern, Künstlern, Kunsthistorikern und Kunstfreunden am Mittwoch, dem 21. Oktober, in einem Ehrengrabe beigesetzt. \ Seine Werke werden feben und werden noch späteren Geschlechtern zeigen, was der deutsche Jude Ury der gesamten Menschheit an Schönheit gegeben hat Deshalb wird auch sein Name niemals vergessen werden. Von der Handarbeitsmesse „Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen!“ Diese Worte können wir als Motto über unsere' diesjährige Handarbeitsmesse setzen. Eine reiche Auswahl reizender Arbeiten, welche die fleißigen Hände unserer djeben Mitschwestern geschaffen haben, bietet §ich dem Besubher unserer Aus- To.95cmHomm9° Wolf «* *unV~ A90 * [ deme Farben .«n lAOcm co. »30 » 72- ^4 , u.8oucf>' und i„ Qualitäten , forb.n.<0a',Oy4Q bei*" Einkauf"«- Es , kennV.Ddt«*" „billige©««» r,.n6r Da«"«"•" kaufen s°v'e Guunann-Stoffe Gotmann s^ag . HietoQ'^ sind nicht durch 9f°ße ^Stoffe trägt. Wann 3>°'?.TX‘ -* ffnet.E'.\taie Tointz.enstr.18a

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