Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 11 (1931-1932)
- Issue
- 2 (5.1931)
- Date
- 1931-05-01
- Page
- Seite 28 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/4885084-6352739-6352944--1316-4886325- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Seite 28 . MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 2 Ober die Wertschätzung der Bücher im Mittelalter und der Anfang der Leihbibliothek Im Mittelalter, als es noch keine gedruckten, sondern nur mit der Hand mühsam geschriebene Bücher gab, wurden diese als ein kostbarer Schatz betrachtet, der mit großer Sorgfalt vor Lnltvendung -behütet wurde. Die Bibliotheken waren damals vorzugsweise Kigentum der Kirche; ihre Vermehrung erfolgte demgemäß beinahe ausschließlich in Klöstern. Namentlich war es gebräuchlich, bei Eintritt ins Kloster Bücher zu opfern, um sich eines freundlichen Entgegenkommens zu versichern. Im Kloster St. Mt^piin bei Orleans brachte der Abt Helias die Chronik des Hieronymus auf dem Altäre dar und verfluchte .jeden, der sie entwenden'würde. Als der Dekan zu lllmünsler 1422 dem -Kloster Untersdorf zu einem Jahrestag mehrere Büxxxx FRÜHL1NGS-GRU5S xxxxxxxx Die Frühlingssonne wecket Die Blümlcin auf der Flur, Die sich so lang verstecket ■ Im rauhen Winter Sie steigen aus der Erde . - Aus ihrem Grab hervor, Mil zarten Glöckchen läuten Sie leise Weis’ im Chor. — O Herz, das du befangen In langem, hungern Weh’, W irf ab all deine Sorgen. Blick’ mutig in die IIöli’. Denn wie zum Osterfeste, dem weihevollen lag, Natur in ihrer Größe sich stets verjüngen mag, So soll der Menschheit werden, ein neues, bess’res Sein, Ein hoffnungsbanges Sehnen, beim Frühlingssonncnsc^icin. Helene Pick. eher vermachte, bat er den Abt, mit schwerem Bann und Edikt zu gebieten, „das ihn von eurer Librey nyman nehin, entziech noch entpfrömd in kainerlei weis“. Unter diesen Umständen ist es nicht zu verwundern, daß das Entleihen von Büchern damals nicht immer sehr leicht /war. Der Abtei von Penpont wurden 1231 Bücher vermacht gegen das eidliche Versprechen, nur gegen völlig sichere Bürgschaft welche davon auszuleihen. Nur wenu einer der Brüder „ad scolas“ geschickt würde, sollte man ihm Bücher milgeben. Gerhard Groole (gest. 1384) vermachte seine Bücher den „Brüdern des gemeinsamen Lebens“, damit sie dieselben mit Vorsicht zwar, aber doch liberul an die Brüder und Schüler ausliehen. Meist wurde über ein gleichwertiges Pfand als Einsatz für entliehene Bücher verlangt, wenn das Entleihen nicht überhaupt ganz verboten war. Einer der vornehmsten englischen Büchersammler, der zu Anfang, des 14. Jahrhunderts lebende Richard de Bury, ein Freund Pelrarkas, verordnete, daß Bücher, von denen kein Duplikat vorhanden war, durchaus nicht aus dem Hause gegeben werden sollten. Er ermahnt die Studenten in eindringlichster Weise, die Bücher nicht zu verunreinigen und ist von Entsetzen erfüllt über die Gefahren, die den schön geschriebenen und gemalten Büchern durch schmutzige Hände, essende, trinkende und schwatzende Leser, durch Beschntieren der Ränder oder gar durch Diebe drohen. Hier und da wurden Bücher auch auf Zins ausgeliehen. Das Domkapitel erhielt z. B. zu diesem Zwecke Bücher vermacht und auch für das Ausleihen der von Johannes von Gmunden der artistischen Fakultät zu Wien 1435 vermachten Bücher hatte er in seinem Testamente eine Taxe festgesetzt. Hierin könnte man also die Anfänge der Leihbibliotheken sehen, wenngleich zugegeben ist, daß der geistige Inhalt jener alten von dem dieser neuzeitlichen Bücherleihanstalten grundverschieden .war. Der neue s Koffer L&vunofo% fr ein Meisterwerk! Absolut klangrein, lautstark, handlich und dennoch preiswert: bereits von RM 65.™ an Unverbindliches Vorspiel im Grammophon-Spezialhaus Berlin W, Kurfürstendamm 24 / Friedrichstraße 189 / Steglitz, Schloßstraße 25 und in* unserem off zielten Verkaufsstellen DEUTSCHE GRAMMOPHON AKTIENGESELLSCHAFT Emgetr. Scftutzmerk«