Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 11 (1931-1932)
- Issue
- 1 (4.1931)
- Date
- 1931-04-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 12 , f MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN Ü.O.B.B.Nr.1 „Mam-crisclie Traucrtnusik“ für Orchester, die „Maurcrfreude“, „Gesellenreisc" u. a. Das letzte Meisterwerk, das Mozart ül>erliaupt vollendet hat,-ist die groß angelegte „Freimaurerkantate" lur Solo, Chor und Orchester, an deren Schluß das bekannte, noch heute, in allen Logen (allerdings mit verändertem Text) gesungene Lied steht: Brüder, reicht die Hand z.t^m Bunde. Nielleicht veranlassen diese Zeilen manchen Sänger, bei Mitwirkung in Logen Feierlichkeiten auf' eins oder das andere dieser Werke, die z. T. von großer Schönheit sind, zurückzugreifen. Kurz vor seinem Tode dirigierte Mozart diese Freimaurerkanlate persönlich bei der Einweihung eines neuen Logentempels. Das schönste Denkmal, das Mozart dem Orden geschenkt hat, ist seine ..Zauberllöte". Es ist interessant, ihre Entstehungsgeschichte zu rekonstruieren: Ein Logenbruder Mozarts, Schikaneder, Direktor eines, kleinen Vorstadttheaters Neue Farben! Nfeue Formen! \ Neue Preise! tRNOLD Größtes Spezialhaus, Deutschlands für Kinderkleidung Damen- und Herren-Moden bei Wien, hatte das Libretto zu einer Zauberposse geschrieben, um den Besuch, der viel zu wünschen übrigließ, anzuregen. Diese Posse war die Bearbeitung eines Märchens von Wieland und sollte eine Art Ausstattungsstück werden, mit allen Schikanen der damaligen Theatertechnik, wie Beleuchtungs- und Maschineneffekten usw. Man sieht, es ist auch auf diesem Gebiet alles schon mal dagewesen. Er rechnete auf die Gutmütigkeit seines Logenbruders Mozart und bat ihn, ihm die Musik dazu zu schreiben. Ein Honorar könne er ihm nicht geben, aber wenn die Posse Erfolg haben und auch an anderen Bühnen gespielt würde, dann solle er seinen Teil bekommen. Mozart bemerkte dazu, daß er noch nie eine Zauberoper komponiert hätte, wolle sie alter für Schikaneder schreiben, um ihm gefällig zy sein. Al>cr wenn sie durchfällt, solle er ihm keine Vorwürfe niachcn. Der Zufall wollte es,* daß an einem Konkurrenzlhcalcr ein Stück mit großem Erfolge gerade zur gleichen Zeit uraufgcTührt wurde, das denselben Inhalt ^liatte und die „Zauberr zither“ hieß. Nun mußte das Libretto geändert werden, und auf Mozarts Rat wurde dem Stück eine freimaurerisclie Tendenz zugrunde gelegt. Eine offene Propaganda konnte jedoch nicht gemacht werden, weil der Nachfolger Josef II., Kaiser Leopold, dem Orden seine Gunst nicht nur entzogen hatte, sondern ihn auch unterdrückte. Aus dem bösen Zauberer, der die Tochter der Königin entführt hatte und gefangen hielt, wurde der gütige, weise und menschenfreundliehe Priester Sarasthro. Aus der Königin die „Königin der Nacht“, die Verkörperung des Aberglaubens und der Finsternis, gegen die Sarasthro kämpft. Die Prüfungen Taminos durch Schweigsamkeit und Enthaltsamkeit, durch Feuer und Wasser, die dreimaligen Wiederholungen der Posaunenstöße der Priester u. a. deuten auf-Gebräuche des Ordens hin. Nun warf sich Mozart mit Feuereifer auf den Stoff, Der neue s Koffer dwame&i ein Meisterwerk! Absolut klangrein, lautstark, handlich und dennoch preiswert: bereits von RM 65-~" an Unt^ertyindliches V o rs p i e I im Grammophon-Spezialhaus ° Berlin W, Kurfürstendamm 24 / Friedrichstraße 189 / Steglitz, jSchloßstraße 25 und in unseren offiziellen Verkaufsstellen DEUTSCHE GRAMMOPHON AKTIENGESELLSCHAFT E.n^wtr. Schutzmarke