Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 9 (1929-1930)
- Issue
- 8 (11.1929)
- Date
- 1929-11-01
- Page
- Seite 174 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 174 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN ü. O. B. B. Nr. 8 I ■- UPi**-'- CAPE HAUS THIEL-ECK Dahlem, Unter den Eiehen 84d f Telefon: Q6 Breitenbach 1085 Räume für den verwdhnten Geschmack * Kaffee für Anspruchsvolle (große Tasse 40 Pf.) Haltestelle Autobus 20 Haus Thiel-Eck' Unter den Eichen Ecke Thielallee * Straßenbahn 40 und 77 ebenfalls Haus Thiel-Eck «IdealerTreffpunkt für Kraftwagen ANGENEHMER, RUHIGER AUFENTHALT FÜR BRIDGESPIELENDE DAMEN! Leiden, begeht er seine lyfen. Was er erleidet, das erleidet er als Jude, und was er tut, *las tut er zur Rechtfertigung und Verherrlichung des Judentums. Die ganze Tragik des Judentums wird \on Heine in der Gestalt des kleinen Sim- Die bekannte Weltmarke SeitWppTlfi FLÜGEL T1T T PIANOS für den verwöhnten Geschmack r~ i Neu: SCHWECHTENittiiiiiiiMiiiiiiiimtiiiiiimiiiiiiiiiiiimmiiiiiiiiiiiiimiiiii SPRECH-APPARATE «rfiiimiiiifmiimiriiimiiiumirirminmiiiiimiiiimtiifi in wunderbarer Klangfülle G. SCHWECHTEN Kochstraße 60/61 Schwechten-Haus Dönhoff 3961/62 Fordern Sie Preislisten t son plastisch geformt; die Identifizierung des kleinen Sinison mit dem großen der Bibel symlrolisiert das unzertrennliche Neben- und Ineinander lon Kleinheit und Größe in ein und demselben Judentum. Heines Schwankeif-zwischen einer sympathischen und einer antipathischen Einstellung zu dem. was er Spiritualismus und Deismus nennt, zeigt sich auch in den 1837 erschienene» „Klementargeistern“. Nicht umsonst erzählt er hier die Geschichte lon jenem Magister Kitzler, der immer wieder Werke zur Lobpreisung des Christentums schreibt, immer wieder diese Werke unter dem starken Eindruck des schließlich in. ihm mächtig werdenden Bewußtseins von der Größe und Schönheit des Hellenentums verbrennt und dauernd dieses Spiel erneuert. Kitzler ist kein anderer als Heine seihst, der sein eigenes Ringen schildert, die Dialektik in seinem Verhältnis zum Christentum und damit natürlich auch zum Judentum, da er doch beide früheren Darlegungen zufolge einem gemeinsamen Oberbegriff unterordnet. Der Gegensatz zwischen dein Trübsinn, der Kunstfremdheit und Sinncnfeindschaft der Juden und Christen und der Heiterkeit, Sehönhcitsliebc und Eelicnslust der Hellenen beherrscht überhaupt die ganze Schrift, ln ihm wurzelt der Gedanke, dessen Entwicklung die Arbeit dient und welcher ein Eiehlingsgedankc Heines ist, nämlich der, daß die Durchsetzung der jüdischchristlichen Denkweise die griechisch-römischen Götter zwar nicht getötet, aber verteufelt, aus den seligen Olympiern unselige Dämonen gemacht hat, die sich am Tage in den dunklen 'Trümmern ihrer ehemaligen 'Tempelherrlichkeit \ersteckt halten und deren Statuen nur nachts zu einem unheimlich-geheimnisvollen Leben erwachen. Allein wie sehr Heine auch das Schicksal der antiken Gottheiten beklagt und sich mithin auf die Seite der Griechen gegen die Juden und~Christen stellt; gerade seine Klage über jenes Schicksal, sein Mitleid mit den gequälten und zertretenen Heidengöttern, der JJmstand, daß er sie überhaupt mit solchen Augen sieht, beweisen, wie nahe doch auch er seihst der jüdisch-christlichen Denkweise steht. Dies zeigt ferner der Eobgesang auf die jüdische Küche in dem „Tannhäuser“ - I.ied, welches er seiner Schrift anhängt und später, 1844, in seine zweite große Gedicht-Sammlung, die „Neuen Gedichte“, aufnimmt. Schließlich handelt es sich doch auch hierbei um nichts anderes als um einen allerdings grobsinnlichen — Ausdruck für das Gefühl einer unvermindert andauernden Zugehörigkeit zum Judentum. Dieses Gefühl hält Heine nicht davon ab, in seiner ein .Jahr später ahgefaßten Studie über „Shakespeares Mädc h e n und E r a u e n“ der seiner Meinung nach unkünstlerischcn, ja. antikünstlerischcn, sinnenfeindiiehen, lehcnvcrneinenden Auffassung des Daseins durch das Judentum die künstlerische, sinnenfrohe, lebenbejahende Auffassung des Daseins durch das Griechentum gegenüberzustellen. (Eorisetzung folgt) Kaufe gut, aber billig 1 Bettfedern- und Daunen-SteppdecKen-FabriK QEORÜNDET 1826 HauptgescHfft: IlW SftBdftbsliVtliof B6FS8* Zweiggeschäft: Ara Kurfürstendamm Wilmersdorfer Straße 83 Bettfedern und Daunen, Fertige Betten, Bettinlette, Bettwische, Schlafdecken, Daunen-Steppdecken METALL-BETTSTELLEN Polstermatratzen In Haar, Wolle, Indiafater, Seegrat, Kapock usw. Verlag: BrÜder-VorUgsgesellschaft ns. b. R, Berlin W62, Kurfürsten Straße 115-116(Brüderrereinshaus). Verantwortlich für die Logen-Redaktion: Karl M.Baer, Berlin W 62, Kleist Straße 10. Für den Anzeigenteil: Karl Fischer, Berlin W 62, Kurfürsten Str. 115-116. Druck: Arthur SehoTem, Berlin SW 68» Alexandrinetutraße 134, AboooeatcntsbesteUungen durch den Verlag: M. 3.— vierteljährlich, Ausland 330.