Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 8 (1928-1929)
- Issue
- 7 (10.1928)
- Date
- 1928-10-01
- Page
- Seite 196 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 196 Nr. 7 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Persönlicher Geschmack im wohnlichen Heim Herrenzimmer, Eßzimmer, Damenzimmer und Einzelmöbel ♦ Höchste Qualität in Material und Ausführung ♦ Geschmackvolle, moderne Formen ♦ Kunstgewerbliche Arbeiten 40 Modellzimmer in unseren Fabrikräumen Felzer & Stahl Berlin O 34 / Romintener Straße 35 Fernsprecher: E 8, Andreas 2170, 2171 Konditorei Charlottenburg .SKurfürstendämm 234 und S&erlin SHS) Sriedrichstraße 209 — täglich auch Sonntags freier 'Versand nach den westlichen Vororten 3&estellun%s-3innahme: SSismarck 5Nr.ö144, öl45 Wie stets in der Modengeschichte sich die Extreme berühren, so wird der Aermel nach seiner größtmöglichen Ausdehnung plötzlich wieder eng und der feste glattgespanntc Rock weiter und länger. Wenn wir die graziösen und koketten Frauen dieser Zeit mit der schmalen Taille, den Keulenärmeln, dem weiten Rock und der zierlichen Frisur betrachten, wie sie etwadas verliebte Auge eines Gavarni sah, so begreifen wir die Vorliebe, die gerade die jüngste Zeit wieder für diese aparte Biedermeiertracht bekundgt hat. Abwechslungsreichtum und Farbenfreude hat sich das Frauenkleid auch in Zeiten bewahrt, als das Männerkleid immer nüchterner und farbloser wurde. ■ Die Jahre von etwa 1840 bis 1865 gewinnen für unser rück?chaucndes Auge ihren bedeutsamen und typischen Ausdruck durch das Aufkommen und Wiederschwinden der „Krinoline“ (Bild 3), jenes Reifrocks, der damals zum dritten Male in der Kostümgeschichte '2. Garvani: Pariser Modeschöpfung um 1830 eine Rolle spijltc: Die immer zunehmende Weite des Rockes führte zu der Erfindung eines festen Stützgerüstes aus Bändern und Metallreifen, die der Masse des Stoffes als Unterlage dienen mußten. Nahezu unbestritten beherrscht dieser Reifrock des 19. Jahrhunderts, jedoch in jeweils verschiedener Gestalt, die Mode von mehr als efher Generation aller europäischen Länder: zuerst, gleichmäßig rund, dann an den Hüften sich verengend und nach 1860 unten oval auseinanderlaufend und durch eine Sehleppe nach hinten verlängert. Ein reicher Ausputz von Volants, Bändern. Rüschen-Spitzen u. a. Besatz bringt Abwechslung in die große Fläche des Stoffes. Es ist gewiß kein Zufall, daß mit der Aehnlichkeit der einzelnen Formen und des Umrisses auch Motive wieder auftauchen, die die Rokokomode vor damals hundert Jahren geschaffen hatte: der vorn ge-, öffnete Rock, das spitze Schnürmieder,, die schmalen Schultern, der Halbärmel mit Spitzenmanschette usw. Auch die Vorliebe in der Verarbeitung' der schönen, gestreiften oder