Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 8 (11.1927)
- Date
- 1927-11-01
- Page
- Seite 156 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 8 Seite 156 Mark, sowie einzelne für Freilicht gearbeitete alte Skulpturen. . Fs ist kein wissenschaftliches Museum, es ist kein Kunstmuseum, als ein \ olksmuseum soll es einen Einblick in die früheren Zustände in Berlin und in der Mark gewähren. So war es gedacht. so ist gesammelt worden, dafür wurde gebaut und eingerichtet und so ist es ein ganz anderes geworden, als die staatlichen Berliner Museen. Das. Märkische Museum ist im wesentlichen das Verdienst eines Mannes, dessen starke Heimatsliebe ihn 40 Jahre hindurch zu einer ebenso regen als erfolgreichen Sammeltätigkeit bc- _ geistert hat. Waren es prähistorische oder naturwissenschaftliche Gegenstände, waren es Gegenstände aus dem Zunft- oder Gewerbeleben, waren es Hausgeräte, Trachten, Schmuck oder Waffen, waren es kirchliche Gegenstände oder betrafen sie die Fischerei und Landwirtschaft, gehörten sie der Rechtspflege an oder gestatteten sie an einer reichen Bildersammlung und Bibliothek Einblicke in die Geschichte der Stadt Berlin und der Mark, aus all diesen Gebieten bemühte sich Stadtrat Friedei herbeizuschatfen. was irgend er bekommen konnte. Und er bekam mit den Jahrzehnten vieles: waren es doch an hunderttausend Stück geworden. Die vielen, sc^ün -und liebevoll gearbeiteten Gegenstände werden durch die Art ihrer Aufstellung im Museum so zur Wirkung gebracht, daß sie auch der Bevölkerung lieb und wert wurden. Das zeigt der aitferordentlich starke Besuch des Museums. Die Räume wurden in die den Gegenständen entsprechenden Stimmungen gebracht, beide erscheinen in~ diesem Stimmungsmuseum so innig verbunden, daß auch der Besucher des Museums sehr bald in die Zeiten sich versetzt fühlt, welchen die Gegenstände angehören. Und wer hier die zahlreichen und oft überaus, interessanten Bilder aus Alt-Berlin gesehen, der sieht dann die noch auf Straßen und Plätzen vorhandenen und da in ihrer späteren Umgebung oft als Fremdlinge erscheinenden Gebäude in ihrer alten gleich empfundenen Umfassung und ge- ■ winnt erst so das volle Verständnis und Interesse für unsere Alt-Berliner Bauten. Jugendliteratur. Krieg, Revolution und Inflation hatten die Großloge für Deutschland gezwungen, eine Reihe von Problemen — zu deren Lösung sie beitragen wollt^e ■— zurückzustellen. Es gab für den Augenblick dringendere AJufgaben zu erfüllen. In jüngster Zeit sind diese nur aufgeschob^nen, aber wirklich brennenden Fragen wieder in den Kreis der Erörterung und Bearbeitung gezogen worden. „Wie erhalten wir unsere Jugend dem Judentum, ünd durch sie das Judentum selbst?" so lautete eines der vielen Probleme. Zu den verschiedensten Vorschlägen, die gemacht wurden, gehörte auch die Schaffung einer jüdischen Jugendliteratur. Es mangelte und mangelt noch heute an geeigneten Jugendschriften. Und so soll mit Hilfe der Großloge unter fachmännischer Beratung eine Bücherei für die jüdische Jugend geschaffen werden. Vor mir liegen die drei ersten Bändchen, die im Verlage von I. Kauffmann, Frankfurt a. M., erschienen sind. Es sind: „Max Liebermann" von Dr. Arthur G a 11 i n c r, „Im Kampf um die Menschenrechte" von Dr. H..F reu d e n b e r g e r und „David Reubeni in Portugal", ein Auszug aus dem Roman Max Brods „Reubeni, Fürst der Juden". 'Eine eingehende Stellungnahme zu jedem einzelnen Bändchen dürfte hier zu weit führen. Nur so viel sei gesagt: Wer seinem gereiften Knaben ein schönes, wertvolles und doch billiges Geschenk zu Chanukah, zum Geburtstag oder bei anderer Gelegenheit machen will, der kaufe unbesorgt diese in schlichtem, dauerhaftem Gewand erschienenen Bändchen. Auch den Büchereien der Jugendvereine seien sie wärmstens empfohlen. Belehrung und Anregung wird jeder darin finden. „David Reubeni in Portugal" eignet sich wohl besonders als Klassen- Icktüre im jüdischen Geschichtsunterricht. Reiche Bilderbeigabc in Text und Anhang geben ein anschauliches Bild vom Leben, Wollen und Schaffen Max) Liebermanns. Auch das Bändchen „Im Kampf um die Menschenrechte" zeichnet sich durch wertvolle Bilderbeigabe aus. Hoffentlich wird die Sammlung bald fortgesetzt und bringt dann auch geeignete Lektüre für jüngere Knaben und Mädchen. L. R. A. G. — L. 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