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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-10-01 · 7 (10.1927) · p. Seite 132

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
7 (10.1927)
Date
1927-10-01
Page
Seite 132 (sequence 20)
Language
German
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Seite 132 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 7 Bogenfenster betont, während sich der Hofjuwelicr Ephraim an der Poststraße durch die sehr fein und zierlich geschmückte, weithin sichtbare, abgerundete Ecke seines Hauses in vorteilhaftester Weise .kenntlichmacht~ Nur wenige Kirchtürme aus der Barockzeit schmücken noch heute die Stadt; manche sind in früheren Jahrhunderten dem Feuer zum Opfer gefallen, andere wurden wegen Baufälligkeit abgetragen. In gutem Zustande befindet sich noch heute der eigenartige und schöne Turm der in ihrer Ausdehnung bescheidenen Parochialkirche in der Klosterstraße. Bis zur äußersten Spitze ist er 57 m hoch. Die Kirche war 1695 bis 1703 nach Nerings Plan von Grünberg erbaut worden, 1698 stürzten die Gewölbe über der Vierung ein, 1713 und 14 errichtete Gerlach den Turm und 1717 wurde das ih Amsterdam gefertigte und noch heute benutzte Glockenspiel aufgebracht. Auch der wenige Jahre später 1732 bis 34 von Grael errichtete, in zwei Stockwerken aufwärts strebende und mit einer sehr lebhaften Endigung abschließende Turm der Sophienkirche zeigt sich, noch heute als ein schönes Erzeugnis der frischen und bewegten barocken Baukunst AltHBerlins. Viel feierlicher und großartiger gibt jene Zeit sich in den zwei Kuppeltürmen auf dem Gendarmenmarkte. Es war zur Barockzeit der imposanteste Platz Berlins. Umgeben von gleichgestimmten Gebäuden, erhielt er am Ende des 18. Jahrhunderts seinen architektonischen Schmuck in den beiden 76 m hoch aufstrebenden Türmen. Der Entschluß Friedrichs des Großen, einen Bau von solch architektonischer Bedeutung auf demselben Platze aus dekorativen Gründen zweimal ausführen zu lassen, ist ein Zeichen der außerordentlichen Größe des Bauherrn. Welch ein Genuß und^dabei wie interssant ist es, aus der Nähe des einen Kuppelbaues die Gesamtwirkung des anderen, entfernteren zugleich mit den Einzelheiten am näheren Bau zu betrachten. In gleicher Höhe auf dem Platze stand zwischen den Türmen das 1774 von Boumann errichtete Komödienhaus. In seiner Höhenentwicldung bescheiden, war es bei dem gleichen architektonischen Charakter ein gutes Bindeglied zwischen den beiden seitlichen hohen Turmbauten. Es brannte ab, an seiner Stelle erbaute 1818 bis 1821 Schinkel sein mächtiges Schauspielhaus. Beherrschten bisher die beiden Kuppelbauten allein den Platz und erschien alles andere nur als eine dazu gestimmte Begleitmusik, so brachte Schinkel mit seinem gewaltigen Bau jetzt ein zweites' Motiv auf den Platz, und zwar'ein Motiv in anderer Tonart. Die Kuppelbauten vertikal hochstrebend und schlank — das Schauspielhaus horizontal gelagert und breit; bei den Kuppelbauten die Giebel steil, die sie bekrönenden Figuren auf hohen Sockeln —. beim Schauspielhaus flache Giebel, niedrige Postamente und über dem oberen Giebel breite Schalen. Bei den Kuppelbauten schlanke, weich geschwellte Säulen und Wandflächen mit aufgelegten, geschmückten Architekturen — beim Schauspielhaus stärkere Säulen mit geringerer Schwellung, sowie aufgelöste Wände mit zahlreichen Oeffnungen zwischen scharfkantigen Pfeilern und Gebälken. Und solche einander widersprechende Stimmungen zeigen sich bei den verschiedenen Bauten an alleq Einzelheiten. Auch die um so vieles höhere Stellung des Schauspielhauses oberhalb der breiten Freitreppe ist den seitlichen Turmbauten nicht günstig; sie erscheinen so gegensätzlich arg herabgedrückt. Die Schinkelsche Zeit hielt die antikisierende Sprache für die allein' berechtigte Ausdrucksweise einer künstlerischen Empfindung. So nahm man auch auf künstlerisch sehr wertvolle Gebäude aus der Barockzeit wenig Rücksicht. Dies geschah nicht nur am Gendarmenmarkt. Am späteren Palais des Prinzen Friedrich Leopold am Wilhelmplatz wurde die von de Bodt 1742 ausgeführte reizvolle Barockfassade mit dem feingegliederten 3-ür die festliche %afel Conditorei ‘Gelschow _ SBestellungsannahme: Dfollendorf 2023, 2024 ..■ Stismardc 5806 STEINBERG&CO FLUDGEL-U, PIANO FA BRI KEN VERKAUF NUR IN OER HAUPT FABRIK'. BERLIN »0*34 FRANKF.jflrER - Allee '2. K..F.\STF SIuWFl IS 50 MARK il! antetli

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