Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 7 (10.1927)
- Date
- 1927-10-01
- Page
- Seite 130 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 86% known words query
- IRI
…/4885084-6352609-6352872--0371-4885434- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Seite 130 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 7 befindlichen und dann wieder abgebrochenen Glockenturms, gezwungen wurde, seilte bis dahin so segensreiche Tätigkeit beim Schloßbau aufzugeben und ihre Weiterführung dem Architekten Eosander von Göthe zu überlassen. Dieser führte dann auch die westliche Fassade mit dem triumphbogenartigen Mittelbau aus. Aut der dem Schlosse benachbarten Brücke steht auf einem in weichen, gerundeten Formen reich gegliederten Marmorsockel Schlüters Reiterstandbild des Großen Kurfürsten. Als eines der künstlerisch wertvollsten Reiterdenkmäler ist es weltbekannt. Die vier sitzenden, als gefesselte Sklaven bczeichnetcn Figuren soll er dem Sockel nachträglich beigefügt haben. Ein seltsames Motiv. Nicht unmöglich, daß er durch die in verschiedenen Stellungen gehaltenen Körper die ruhige und in ihrer Ruhe starke Wirkung des Kurfürsten gegensätzlich hat steigern wollen. 'Der Entwurf zu dem mittleren Hauptgebäude des Schlosses zu Charlottenburg rührt von Nering her: 1696 fand die Einweihung dieses Bauteils statt. Für die seitlichen Erweiterungsbauten wurden von Schlüter und später von Eosander Plane gefertigt. Auch weiterhin haben im Innern des Schlosses und für kleinere Gebäude im Schloßpark die hervorragendsten Künstler ihrer Zeiten gearbeitet. So wurde nach dem Entwürfe .von C. G. Langhans das Schloßtheatcr von Boumann dem Jüngeren ausgeführt. Gentz errichtete das Mausoleum und Schinkel führte . in kleines Kavaliorhaus aus. An der Ausstattung der Innenräume hatte auch von Knobelsdorff teilgenommen. Auf einen •Raum aus der Zeit Friedrichs des Großen die Goldene Galerie mit entzückenden figürlichen und ornamentalen Rokokodekorat:oncn. sei besonders aufmerksam gemacht. Mit seinen von l.enötre entworfenen Parkanlagen bietet das Schloß an ver- -shiedener Beziehung und in großer Anzahl künstlerisch außerordentlich reizvolle Einzelheiten. Vom Monbijouplatz führt der 1789 von Unger in einladend ausgerundeter Grundform errichtete Torbau mit den seitlichen kleinen Beamtenhäusern nach dem jetzt zu Museumszwecken benutzten Schlößchen Monbijou. Der für die Gräfin Warten-' berg von Eosander erbaute mittlere Teil wurde später seitlich bis zur doppelten Breite des Berliner Rathauses erweitert. Nur wenige Jahre früher, im Jahre 1785, hatte Prinz Ferdinand das Schloß Bellevue im Tiergarten errichten lassen. In bescheidener Weise im Aeußern und im Innern gestaltet und durchgebildet, zeigt es in seiner wohlgeordneten Architektur mit der mittleren Betonung seiner Hauptfront durch einen Giebel einen vornehmen Sinn und kommt bei seiner axialen Lage zur Bellevueallee von dieser aus. zu einer angenehmen Wirkung. An französische Anlagen erinnert das um einen weiten Vorhof schön gruppierte, in den Jahren 1737 bis 1739 für ddn Landlägermeister von Schwerin von dem Architekten Wiesend erbaute und jetzt dem Reichspräsidenten zur Wohnung dienende Palais in der Wilhelmstraße 73. Die schöne Verbindung von Architektur und Skulptur, die lebhafte frische Behandlung der Fassaden und dabei der reiche Abschluß der Hofanlagc gegen die Straße führten zu einer malerischen und interessanten Gesamtwirkung. Auch das nur wenige Jahre später, im Jahre 1739, erbaute Palais des Reichskanzlers in der Wilhelmstraße 77 umschließt einen vorderen Hof an drei Seiten. Architektonisch ist der Bau weniger.interessant als sein vorher besprochener Nachbar, sein Inneres wurde in den Jahren 1875 und 76 umgebaut. Von den in Berlin gut erhaltenen Wohngebäuden aus der Barockzeit sei hier noch erwähnt „Das Niederländische Palais", Unter den Linden 36. Von dem Architekten Krüger 1753 als Privathaus erbaut, kam es, nach mehrfachem Besitzwechscl, 1803 an den Erbprinzen von Oranien, bis es 1882 von Kaiser Wilhelm I. erworben wurde. Der schöne mittlere Teil der Fassade und einige architektonisch wertvolle Innenräume blieben von 'Veränderungen unberührt. Beachtenswerter sind das 1734 und 35 von Gerlach errichtete Kollegienhaus in der Lindenstraße 11 sowie das 1766 ausgeführte Wohnhaus des Hofjuweliers Ephraim an. der Poststraße 16, Beide Bauten zeigen an ihrem Aeußeren einfache, klare und wohlgeordnete Architektursysteme, bei d^m Kollegienhaus wurde die Fassade inmitten durch eine Giebclarchitektur. durch ein schönes Portal und durch ein mit dem ausgerundeten Balkon architektonisch gut verbundenes Rund- 3JÄCd ttt C t U F JJ&cdtttct und sind überall xu haben, wenn nicht, erbitten Anruf: Heabit 6088/89 Für Zucherhranhe , Osupon Brot, Qebäck, Schoko* lade hergestellt unter Aufsicht eines staatlich approbierten Nahrnngsmittel - Chemikers Konditorei F. Ul. oumpert Hygienisch« Abteilung Berlin C2, Königstr. 22-24 Merkur 2108-2113 sMIIUIIIHHHIIIIIHWmiHtllHI»HlHmillllllHUIIIIUUIUmHIHIHmmmilHHllllHIHIHlHIIHIIIIHIHIHIIlMHHIIIIHIIllllllllHHIU<j Schlesische Spielkartenr*tru /?. W. friedrich Sc Co. / Breslau Gebrauchs-Spielkarten Reklame- Spielkarten Luxus-Spielkarten Generalvertreter *üc Berlin: J. Garrenberg d Co., Charlottenburg 4 / -Bismarck 730 5mtiHnuintMHMtiiuunnwMwwnuiinwiHHLM«mmpmtttmmtiiiiuinnminuiinin»uuniniMiHmiiMiiinuiiuiiniiniiii>; Josef Zettel Moderne Juwelen Perlketten- Vergrößernngen Umarbeitung alter Schmuckstücke nach neuesten Entwürfen BERLIN W 8 Französische Straße 46, Hof II leppiciireinigung u. nufbemalining Entmottung von Polstermöbeln und Teppichen Max Herrmann & Co. G. m. b. H., Berlin O G'egr. 1888 Paal Siager-Sir. 189 früher Gräaer Weg Tel-: Königst. 268 IICARL BERNSTEIN B Llii MENAUSSTELLUNG IIIIIHIHIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIllllllllllllllllllllllHlllllllllllllllllllHllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllllll^llllll Spezialität: Tafoldokoratlon Trauetkrlnze TauentzlenstraBe 9 BERLIN W TauentzlenstraBe 9