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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-10-01 · 7 (10.1927) · p. Seite 126

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
7 (10.1927)
Date
1927-10-01
Page
Seite 126 (sequence 14)
Language
German
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f Seite 126 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Nr. 7 führt worden. Daß die kleinliche Ausbildung dieser Bauteile mit der alten gotischen Bauweise nichts zu tun hat, dürfte auch' der Laie beim ersten Blick erkennen. Kräftig und energisch erscheint hiergegen die alte gotische Art an der Ostfront der kleinen Kapelle „Zum heiligen Geist" »in der Spandauer Straße. Dort sprechen der durch ein sich wiederholendes einfaches Motiv belebte Giebel und die tiefen Fensterleibungen in schlichter Weise noch jetzt die Charaktervolle Sprache der alten märkisch-gotischen Zeit. Die Renaissancezeit macht sich im heutigen Berlin ml/ wenig bemerkbar. Aus dem 16. Jahrhundert stammen die ältesten noch erhaltenen Teile des Kgl. Schlosses. Sie gehören dem nach der Spree zu gelegenen Baukörper an. Em kleines reizvolles Kunstwerk aus dem Jahre 1624 erfreut uns noch heute an dem benachbarten, früher Ribbeck sehen " Hause in der Breiten Straße Nr. 35. . Später wurde dies Haus dem Kgl. Marstallgebäude hinzugefügt. Das kleine rundbogige Portal mit seiner in feinem Maßstabe gehaltenen Umfassung zeigt uns so recht die außerordentliche Liebenswürdigkeit und die bildhauerische Geschicklichkeit, womit damals solche Aufgaben behandelt wurden. Und vor der ruhigen und einheitlichen Fassade kommt es gut zur Wirkung. Wie ein schön gewachsener weiblicher Körper bei einem ihm gut passenden schlichten Gewand durch ein reizvolles Schmuckstück bei aller Zurückhaltung zu einer vornehmen Erscheinung gebracht wird, so auch ein Bau durch einen an richtiger Stelle ausgeführten Schmuck. Und als eine liebenswürdige Betonung des Zugangs zum Gebäude zeigt^ dies Portal dem Kommenden, daß der Hausherr seinen Eintritt ins Haus freudig begrüßt. Zahlreiche und dabei architektonisch wertvolle Bauten verdankt Berlin der Barockzeit. Wie ein Bauwerk trotz überaus reichen Schmucks durch eine geordnete Grundlage zu ruhiger Gesamtwirkung gebracht wird und wie man die Fassaden, trotz ungewöhnlich großer Fensteröffnungen, mit den Flächen Zusammenhalten kann, das sehen wir an dem Aeußcrcn des vot N’ering begonnenen, von Grünberg und Schlüter weitergeführteh und von De Bodt vollendeten Zeughauses. Die geordnete Grundlage beruht auf dem gleichmäßig sich wiederholenden Pfeiler- und Säulensystem, auf der Durchführung der gleichen großen Fensteröffnungen und auf der rhythmischen Anordnung des reichen Schmuckes oberhalb der Attika. Und um die Fassaden zu beleben, sind einzelne Fensterverdachungen durch figürliche Auflagen betont und mit diesem Schmuck zu deq zwischen ihnen oberhalb der Attika angeordneten mächtigen Skulpturenaufbauten in Verbindung gebracht worden. Dazwischen die breiteren Fenstergiebel treten in Beziehung zu dem den mittleren Teil der Fassade betonenden oberen Giebel. Damit die Fassaden bei den großen Fensteröffnungen nicht zerrissen erscheinen, wurden die Fensterflächen bei sehr geringen Leibungstiefen den Fassadenflächen nahe gebracht und durch ’ ihre kräftige Holzteilung mit den Wänden anscheinend enge verbunden. Beachtenswert s;nd die schönen Schlüterchen Helme über den unteren Rundbogenfenstern und Portalen, sowie ganz besonders in dem großen Lichthofe über den Erdgeschoßfenstern seine vortrefflichen Kartuschen mit den überlebensgroßen, in vollem Relief gearbeiteten Köpfen sterbender und toter Krieger. Ihr ünstlerischer Wert ist an ähnlichen Skulpturen nirgends wieder erreicht worden. Am 28. Mai 1695 war zum Zeughaus der Grundstein gelegt, im Jahre 1706 war sein Aeußeres vollendet worden. Schräg gegenüber bewundern wir noch heute, trotz aller der äußeren Erscheinung nachteiligen späteren und kommenden baulithen Zutaten, das Opernhaus, den ersten größeren Bau Friedrichs des Großen. Am 5. September 17^1 fand die Grundsteinlegung statt, sein Architekt ist der vielbeschäftigte, feinsinnige von Knobelsdorff. Hier, am Aeußeren seines Baus, zeigte er, mit wie bescheidenen Mitteln auf natürlichem Wege eine vortreffliche architektonische Wirkung erreicht werden, kann. Man denke sich die heutige vordere Unterfahrt, die mittleren Vorbauten an den seitlichen Fronten, den starken Anbau ran der Rückseite und die üble Erhöhung des Bühnenhauses hinweg, dann weiß man, wie der von Knobelsdorff erdachte und BERLIN W 6 Bautitlmmm jÖerName verbürgt hohe Cfriatitai FERNSPRECHER MEßKUR'4871-46?3 L E I P Z S T R 24 [ LEINENHAUS R. FLEISCHHAUER BERLIN W 50, Tauentziensträl^e 7a Wäsche jeder Slrt Höchste Leistungsfähigkeit durch eigene Herstellung Kein Gedeck ohne Eisner« Besteck ♦ Beste Qoautat niedrigste Preise Bequem Zahlung TAUENTZIENSTR. 12a Fordern Sie , sofort Broschüre

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