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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-08-01 · 5 (8.1927) · p. Seite 85

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
7 (1927-1928)
Issue
5 (8.1927)
Date
1927-08-01
Page
Seite 85 (sequence 13)
Language
German
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Nr. 5 Seite 85 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B in meiner Klasse. Aber er war doch so anders, daß schon wir Jungen diesen Brüdern so reclA mißtrauen lernten. Ich habe dann nie mehr mit Juden eine Berührung gehabt. Aber heute noch, wenn ich in meiner Heimat gewesen bin und nach Berlin zurückkomme und die vielen Häuser und die vielen Menschen sehe, muß ich wieder an meine Kindheit denken, und dann sind mir die Juden wieder so verhaßt, wie der Jude Saul auf der Schule." Der Jude, der andere, wurde auf der Schule mit Mißtrauen umgeben. Das Kindheits- und Jugenderlebnis hat hier eine Gestalt des Juden geformt, die gewachsen ist, hineingewachsen in das individuelle Wertsystem des Mannes und hat sie ausgeformt zum Symbol, in dem alles Befremdende, Unerwünschte, Abgewiesene, Hemmend-Unwerte innerhalb der eigenen Erfahrung zusammenrinnt mit dem Fremdheitserlebnis der eigenen Jugend. Und was hat der Jude mit den „vielen Straßen und Häusern" zu tun? Die Luft in Deutschland ist voll solcher Symb.olurteile. Die naive Politik der Masse lebt von ihnen in tausendfältiger Gestalt. Man soll die Luft von ihnen reinigen. Wer sich eines Symbols bedient statt der eigenen Kraft des Urteilens und statt des Mutes der eigenen Erkenntnis, der schwächt diese Kraft und diesen Mut. Vorstehende Ausführungen sind einem, unter dem Titel „Deutsche Rassenangst" im Verlage von C. A. Schwetschke & Sohn, Berlin, erschienenen und von Dr. Michael Müller- Claudius verfaßten Buche (Preis 3,50 Mark) erschienen, das das Thema vom Judenhaß von einer Seite erfaßt, die von der Oeffentlichkeft bisher viel zuwenig gewürdigt worden ist; ein Buch, das uns dazu führen muß, viel tiefer als bisher zu schürfen, um den Angegriffenen gerecht zu werden und um die Angreifer als das zu erkennen, was sie in der Tat sind: Gedankenlose Nachschwätzer, die ein einmal als Kind erhaltenes Bild bis ins Alter hinein weiter bewahren, ohne das sonst so spähende Auge auf das Motiv des Bildes zu lenken, ohne das Wesen des Darge¬ Augengl Kser lir feden Gebrsscfctzwsck FemglKser PkolO’Kaatrti and Brdsrl _ _ _J_O S & F _ _ RODENSTOCK NACHF. OPTIKER WOLFF G M B H. FRIEMICHSTMWt 5960__ . ... 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Denn die Verfolgten haben die Symbolkrankheit überwunden; sie sind immunisiert und wissen den Realitäten des'grauen Alltags ins Auge zu sehen. Das ist das Unüberwindliche an ihnen. - Angebot Und Nachfrage (Bezahlte Anzeigen in Fettdruck nur durch den ^rflder-Verleg: Für Brüderverein, und Loden 30 Pfennig des Wort. Vorauszahlung. Kostenlose Aufnahme kenn nur durch die' Büros der Logen unddga Verein* erfolgen: gewerbsmäßige Angebote sind unter allen- Umständen kostenpflichtigJ Bad Tölz: (Kurarzt Dr. Levy* (Müncben-L.) wie bisher Sendter Straße 9. Schneller als Sie und origineller, dichtet und reimt Fran Käthe Keller, Lichterielde-Weit, Ringstr. 8b. Tel.: Gr. 3 Ljchfertelde 1191 und Moabit 7627. _ Individuelle Feitdichtnng, schnellstens, Neamann, Uhlandstr. 10<h Pfalzburg 8496. Bücher-Revisor, Sohn eines Logenbruders, sehr bewandert in allen Steuer-Angelegenheiten, sucht Kundschaft. Mäßiges , Honorar. Munderstein, Lietzcnbnrger Str. 37. Oliva 2992. 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