Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 4 (7.1927)
- Date
- 1927-07-01
- Page
- Seite 64 (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 64 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O;B.B. Nr. 4 MODH 1 l\in CMH Monafsschcifl für internationale Zusammenarbeit L/ Ui 4 L/ O U L/ Herausgeber: Professor Dr. Ludwig Stein £ Unser Programm Von Ludwig Stein. Vor 'genau 50 Jahren, im Frühling 1877^ begründete mein Vorgänger als Herausgeber von „Nord und Süd", Paul Lindau, bei S. Schottländer in Breslau unsere Monatsschrift. Als ich im Januar 1912 die Leitung der Monatsschrift übernahm, richtete Paul Lindau einen offenen Brief an mich, der an der Spitze Iler neuen Nummer abgedruckt wurde, in welchem err meinem Programm tür „Nord und Süd“ rückhaltlosen Beifall zollte. ' Dieses Programm faßte ich dahin zusammen, daß in allen Fra Jen, die sich uns aufdrängen, das Extreme ausgeschaltet, dagegen die von Aristoteles empfohlene „mittlere Linie" innegehalten würde. Das nannte ich „den goldenen Schnitt zwischen den politischen und sozialen Gegensätzen unserer raschlebigen Zeit". In meinem Leitaufsatz über „Kulturpolitik" führte ich damals aus: Uneinigkeit. Zwiespalt und gegenseitiges Verunglimpfen entgegenstehender Ansichten sind die untrüglichen Anzeichen niedergehenden Lebens. Wo das Leben aufwärts geht, da heißt Leben: kämpfen, ringen, freudig seyi Bestes und Höchstes für ein großes Ziel cinsetzen, aber viribus unitis. Nicht im Kampf gegeneinander sollen sich unsere Energien entzünden, sondern im gemeinsamen Wettbewerbe um erstrebenswerte Ziele müssen sich unsere Kräfte erproben. Diesem Programm der Vermittlung und Verständigung unter den Völkern, Rassen. Konfessionen, Klassen und Parteien ist „Nord und Süd” treu geblieben. Nicht umsonst hatte ich w'ährend meiner nahezu zwanzigjährigen Tätigkeit als ordentlicher Professor der Philosophie und Soziologie an der Universität ,Bern nebenamtlich mit meinen Freunden Elie Ducomnun und. dem bernischen Unterrichtsminister Dr. Albert Gobat das „I^ureau international de la* Paix" in Bern als permanentes bermsches .Mitglied mitgeleitet und bin in meinen Werken „Die soziale Frage im Lichte der Philosophie" (,1V. Auflage 1921) und in der „Philosophie des Friedens" (1899)] für die internationale Zusammenarbeit der Völker eingetretjen. Schon in meinen gegen General A. v. Boguslawski im Jahre 1899 gerichteten Aus-. führungen (Deutsche Rundschau Juli 1899), dife vom Präsidenten der zweiten Haager Friedenskonferenz, dem damaligen russischen Botschafter in Paris, Nelidow, sämtlichen Mitgliedern der zweiten Haager Konferenz (Mitte Juli 1899) zugänglich gemacht wurden, führte ich das providentielle Wort des ehrwürdigen Feldmarschalls von Moltke an: „Der Krieg selbst wird den Krieg abschaffen." Der große Schweiger hat sich als beredter Prophet vor dem Forum der Geschichte erwiesen. Ohne Weltkrieg kein Völkerbund. Die politischen Kriege von heute sind, wie auch Qöücheur in seinem viel beachteten Vortrage in der Industrie- und Handelskammer zu Berlin, Freitag, den 8. April 1927, unter lebhafter Zustimmung eines Parterres von Industrie- und Handelskönigen ausgeführt hat, in ihrer tiefsten Wurzel Wirtschaftskriege, und zwar je länger desto ausgesprochener. Unser Kampf um Brennstoffe, um Eisen und Kohle, um Kali und Erze, besonders aber das weltgeschichtliche Ringen zwischen Kapital und Arbeit beherrschen die Gegenwart weit intensiver, als früher die Religionskriege older dynastischen Erbfolgekriege. Deshalb hat der Weltkrieg die Notwendigkeit eines Völkerbundes, wie ich ihn seit vier Jahrzehnten etwa in meinen Vorlesungen (zuerst 1888 in Zürich) und in meinen Werken (Der ewige Friede und soziale Frage 1895), unbeirrt durch die Ereignisse des Tages, stets postuliert habe, eindringlicher ins Hiin der Staatsmänner und Völker eingehämmert, als Philosophen und Soziologen mit ihren wissenschaftlichen Formeln es vermöchten. Denn Staats- Kleiner Flügel! Xpianos z*#7 Alleinvertrieb für if / GrGCB-inH\p||niflnn w////mm//mKuif&rltendarniri22ö Kleines Piano! Burntli <4 -4 4 4 4 4 4 4 . 4 i 4 4 4 4 4 4 4 4 4 a ERES-UUASCHERO > C - * » „ , C - 1 H ■ BERLIK* LICHTERE EIDE ► b ► t' b ► ► b ► ► b ► ► b ► l b ► ► ► LE INEN HAUS R. 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