Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 7 (1927-1928)
- Issue
- 3 (6.1927)
- Date
- 1927-06-01
- Page
- Seite 48 (sequence 8)
- Language
- German
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Seite 48 Nr. 3 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Astrologie und Horoskopstellung Eine! Mystik des Himmels Von Univ.-Professor Dr. Adolf M a r c u s e. Den folgenden historisch-kritischen Betrachtungen über die in der Gegenwart wieder eine große Rolle spielende „Astrologie* sei als Motto ein altspanischer Vers vorangestellt, der, allerdings sehr ironisch, sagt: „Wer ganz sicher lügen will, ' - Mag über die Sterne "Lügen sagen. Weil niemand in der Lage^ ist, Dort oben um Wahrheit anzufragen." Im 12. Jahrhundert kam aus dem Orient, wo während der religiösen Kämpfe im Abendland besonders von den Arabern und Juden die Astronomie des griechischen Altertums gepflegt wurde, auch der Astronomie liebstes Kind, die Astrologie, mit in das Abendland. In den Zeiten des Staufenkaisers Friedrich II. und des spanischen Königs Alfons X., beides Gönner der astronomischen Wissenschaft im 13. Jahrhundert, blühte auch die Astrologie oder Sterndeutcrei ganz gewaltig auf. Weltliche und geistliche Machthaber, ja die Mehrzahl der Gebildeten huldigten ihr. An den Universitäten wurde diese' Stiefschwester der Astronomie sogar als Wissenschaft gelehrt. Als dann im 17. Jahrhundert durch das Dreigesfirn der Himmelsmechanik Kepler. Galilei und Newton Raum und Zeit durchdringende Gesetze in der Himmelskunde entdeckt wurden, verlor die Astrologie rasch an Boden, ja sie wurde bereits "in das Reich des Aberglaubens verwiesen. Trotzdem fand die Sterndeuterei auch im 18. und 19. Jahrhundert noch zahlreiche Anhänger. Unter ihnen befanden sich der deutsche Romantiker Novalis und der Erlanger Professor Pf aff,'der im ersten Drittel des 19. Jahrhunderts sogar astrologische Lehrbücher herausgab. Unter den gegenwärtigen Anhängern und Vertretern der Astrologie muß man zwischen geschäftlichen und wissenschaftlichen Astrologen unterscheiden. . Die ersteren betreiben das Horoskopstellen als Geschäft und locken durch reklamehafte Anzeigen in den Tageszeitungen sowie an öffentlichen Anschlagsäulen das abergläubische Publikum an, wobei sehr oft, ähnlich wie von Kartenlegerinnen oder sonstigen, merkwürdige^ Propheten, viel Unheil bei Leichtgläubigen angestiftet werden kann. Der geschäftstüchtigste unter diesen gewerbsmäßigen Astrologen scheint offenbar ein Engländer Roxr o y zu sein, der ein großes Haus mit 60 Angestellten unterhält, um für alle an jenes dunkle Orakel glaubende Kunden Horoskope aufzustellen. . ■ Gegen eine solche, auf die Leichtgläubigkeit der Menge spekulierende Sterndeuterei wenden sich übrigens auch selbst die „wissenschaftlichen Astrologen", die an ihr System glauben und es gutgläubig weiter verbreiten. Aber gerade dieser, mit dem Mantel der Wissenschaftlichkeit umhüllte, durch ehrlichen Fanatismus gestärkte Glauben an den Einfluß der Gestirne auf Menschen — Wohl und Wehe — ist vielleicht noch gefährlicher als jene finanzielle Ausbeutung der Astrologie. Es entsteht dadurch eine Geistesverwirrung selbst unter den Gebildeten, deren Gemüter gerade in jetziger Zeit zerstörter Blütenträume und zertrümmerter Hoffnungen dafür in neuen seelischen Idealen Trost und Hilfe suchen wollen. Es ist deshalb von großer allgemeiner Wichtigkeit, einmal ganz objektiv darüber klar zu werden, ob denn die Ideale einer Sterndeuterei wirkliche sind, oder ob sic vielleicht nur täuschende Irrlichter darstellen. Wenn jemand die Astrologie oder Sterndeuterei als innere Glaubenssache auffaßt und an einen Einfluß der weitentfernten Gestirne auf unsere engen Menschenschicksale persönlich glaubt, so ist das natürlich seihe Privatsache, ebenso wie der naive aber .oftmals tröstliche Glauben an Wunder. Niemand scheint r '//ff/z/Mmm/w,,,,,,,,'" ■>% FLWOEL - \PIAN03 einverfrieb für m Q^^ B-Nemnami 3717 ■AAAAAAAAAAAAAAAAAAB -4 ► -4 ► •4 . ► •4 •4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 ERES-UUASCHERE1 C ■*> A 3 C t BERLIN - LICHTERFELDE ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► ► P P P P P P /TBAHL Cr PALCKC BLUMEN'ÄU/STELLUNG BERLIN-W66 MAUER-TTRw . FERNRUF.' ZENTRUM 5023 u.5024 ' (: m angenau Glatzer Gebirge Ein Jungbrunnen und froher Sommeraufenthalt April für Herzkranke. Nervöse, leidende Frauen oktbr. zu mafe*gen Preisen. Prospekte kostenlos durch Kurverwaltung u. Reisebüros r X X X X X 1. SSerlin CW 8 3osef.Zettel Juwelier Spez.: Umarbeitungen französische Str. 46 *1 X X X X X *,