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Monatsschrift der Berliner Logen UOBB · 1927-03-01 · 12 (3.1927) · p. Seite 247

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Journal
Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
Volume
6 (1926-1927)
Issue
12 (3.1927)
Date
1927-03-01
Page
Seite 247 (sequence 15)
Language
German
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Nr. 12 Seite 247 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U. O. B. B. weise errechnet werden. Die nachstehenden Zahlen sind daher als Annäherungswerte zu betrachten und dazu bestimmt, die, in allgemein gehaltenen Betrachtungen über unseren Gegenstand gegebenen Angaben zu klären. Im Areal des Havelländischen Luches in der Größe von 50 000 ha sind nach Angabe von, Dr. Siemon 420 km Gräben gezogen worden (beiläufig bemerkt, verursachte das rund 4 Millionen Mark, so daß die Kosten für 1 km Mooraufschließen 10 000 M. betragen würden). Veranschlagt man nun die tägliche Grabenarbeit eines Arbeiters auf 100 cbm und überträgt vorstehende Zahlen auf das ganze Moorvorkommen, so käme eine Grabenlänge . von 17 000 km in Betracht, aus denen etwa 300 Millionen cbm Torf auszuheben, fortzuleilen und zu verarbeiten wären. Diese Torfmasse bestünde zu etwa '!» aus Streutorf zwecks Stickstoffgewinnung durch Einstreu in Ställe und 'zu 5.'« aus Brenntorf. Die Grabearbeit wäre, wenn es denkbar wäre (was aber nicht der-Fall ist), die gesamte Kulturarbeit hintereinander, sozusagen fabrikmäßig durchzuführen, auf etwa 4 Jahre zu verteilen, und es käme wegen der nicht zu umgehenden Torfverwertung und wegen der Eigenartigkeit des Geländeinhaltes jährlich eine Arbeitskampagne von etwa 100 Tagen in Betracht. Daraus ergibt sich ein täglicher Grabenaushub von 750 000 cbm, wozu 7500 Mann erforderlich wären. Diese Zahl wäre wegen der Sonderbehandlung der Torfsubstanz zu vervierfachen, so daß1 für die erste Arbeitsgruppe 30 000 Mann vier Jahre lang, jedes Jahr während 100 Tage, benötigt würden. Zum Verständnis dieser vorstehenden Berechnung ist noch folgendes zu bemerken: Was zunächst die Moor- bzw. Torfsubstanz an sich anbelangt, so besteht sie zu durchschnittlich 90r/c ans Wasser und zu 10% aus vertofften (vergorenen) Pflanzen, woraus sich ergibt, daß eine solche Aushubmassc nicht mit der gleichen Behandlungsweise zu bewältigen ist, wie die üblichen mineralischen Böden. Sie muß in kleine Stücke zelegt, aufgebaut, gewendet, gehäufelt und gestapelt werden, um etwas Hantierungsfähiges und Zweckmäßiges zu werden, was eine erhebliche Anzahl von Arbeitskräften (darunter auch weibliche) erfordert. Aehnlich liegt es mit der großen Fläche, aut der später (cultiviert werden sdll. Geht der Grabenaushub an, so -sickert ununterbrochen Wasser aus dem Moorgelände ab und zieht ein konstantes Einsinken der Komplexe nach sich. Es muß daher in genau abgepaßtem Tempo gearbeitet und Vorkehrung gegen. Frostgefahr, getroffen werden,' damit -die Flächen nicht reißen bzw. puffig werden usw. Hieraus erklärt sich die auf mehrere Jahre zu verteilende, möglichst aüf 4 Jahre sich erstreckende Entwässerung des Geländes. Die Torfgewinnung ihrerseits, die nach dem heutigen Stunde der Technik, soweit sie sich bewährt hat, auf Feldtrocknung angewiesen ist, erfordert sehr große Flächen, die bei nicht sehr sachkundiger Behandlung dauernd verwüstet werden könnei}. Von der Torfgewinnung bis zur Verwertbarkeit des Materials vergehen je nach Witterungs- und sonstigen Produktionsverhältnissen 6 bis 12 Monate, . Man könnte nun auf den Gedanken kommen, die Torfaushub-- massen einfach zu translocieren wie das mit sonstigen Schwemmböden meistens geschieht; doch ist das einmal; mit Rücksicht auf die physikalisch-chemischän Eigenschaften der Masse nicht angängig, sodann stehen aber dabei zu große. Werte auf dem Spiel, auf die Deutschland nicht einfach verzichten kann.-und darf. Soweit Stickstoffgewinnung in Frage kommt,.stellt das Tprfmaterial einen Wert von etwa 200 Millionen Mark dar, während-die Brenntorfmenge (nur die des Aushubs) im Heizwert etwa 30 Millionen Tonnen Braunkohlenohiketts gleichzustellen wäre. Tritt bei der ersten Arbeitsgruppe die Maschine mitarbeitend auf, so beherrscht sie die zweite „Arbeitsgruppe, was sich insbesondere auf das Narbenbrechen und das Eestwalzen der elastischen Moorsubstanz bezieht. Auf die Zeit der Durchführung der Folgearbciten verteilt, dürften- 200 000 Mann Beschäftigung finden. Nun ist aber mit der, Bewältigung de/ Vor- und: Folge- ’ arbeiten der Zweck der Moorkultur noch nicht erreicht, vielmehr - beginnt nun der schwierigste Abschnitt, die Seßhaftmachung des Siedlers, der für die Ernte und die Dauerkultur sorgen soll. Es komnfen etwa 200 000 Kolonisten in Frage, indem als zweckmäßigste Bewirtschaftungseinheit durch einen Kolonisten mit C. J. 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