Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Journal
- Monatsschrift der Berliner Logen UOBB
- Volume
- 6 (1926-1927)
- Issue
- 6 (9.1926)
- Date
- 1926-09-01
- Page
- Seite 114 (sequence 18)
- Language
- German
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Seile 114 Nr 6 MONATSSCHRIFT DER BERLINER LOGEN U.O.B.B. Mit Rücksicht darauf daß der Grasbau die geringsten Un- ' kosten erfordert, insbesondere auch keine besondere Unkrautbekämpfung verlangt, steht dieser im Vordergrund und bedingt eine starke Milchviehhaltung. Im ganzen werden etwa 1500 Milchkühe, gehalten. Durch Einstellung besten Materials und zweckmäßiger Fütterung sucht man die Milchleistung zu erhöhen und eine besondere Güte der Milch zu erreichen. Die Kühe stehen unter ständiger Aufsicht von Tierärzten. Die Milch wird durch neuzeitliche Maschinen und Anlagen gereinigt, tief gekühlt und geht als Flaschen- und Qualitätsvollmflch an die Abnehmer, ln erster' Linie sind es die öffentlichen Anstalten, insbesondere die' Krankenhäuser. Auch an Private wird -diese -Frischmilch, die tüberkelfrei, my gekühlt, naturrein ist und dadurch sämtliche Vitamine in bekömmlichster Form enthält, geliefert und muß daher als besonders günstig für die Ernährung der Großstadtkinder bezeichnet werden. Neben der Milchviehhaltung werden zur Ausnutzung ,dcr grollen Menge Gras noch Rinder und Schafe zur Mast aufgestellt. Der Schweinehaltung jund -zucht wird eine große Aufmerksamkeit auf den Riosclgüfcrn geschenkt. Auf einzelnen Gütern, so Hobrechtsfeldc, werden jährlich 800 bis 1000 Schweine aus eigner Zucht gemästet. Auch der Obstbau spielt eine große Rolle. Besitzen doch die Rieselgüter rund 200 000 Obstbäume', hauptsächlich Aepfel und Birnen der besten Sorten. Der gute direkte Absatz des Obstes an die Berliner Bürgerschaft beweist die Beliebtheit der Ware. Jm ganzen werden 2000 Arbeiter beschäftigt. Die Ricselgüter erfordern mehr Arbeitskräfte, je 100 Morgen 10 bis 12, auf Naturlandgüter nur 3 bis 41 Diese doppelten und dreifachen Lohnausgaben verteuern den Riesclbetrieb sehr. Entfallen dbch in intensiven Privatbetrieben von den Gesamtausgabe*! schon 30 bis 49 Pri«z. auf die Löhne. Dagegen nur la Pröz. auf die Diingerkoslcn. Zur Erzielung eines größeren Reinertrages stnd mit der Landwirtschaft noch Nebenbetriebe verbunden, so fine neuzeitlich eingerichtete Mühle in Großbecren zur Vermahlung von Weizen und Roggen. Ebenso ist die Fleischerei in Hobrechtsfeide hervorzuheben, in der die Masttierc von den Gütern'besser verwertet werden, wie dies beim Verkauf geschehen kann. Die Ware der Fleischwcrke ist überall geschätzt, vornehmlich dient sie dazu, die städtischen Anstalten zu beliefern. Ferner besteht noch ein Sägewerk mit einer Holzbearbeitung, ebenfalls neuzeitlich aufs beste eingerichtet. 3. Die volkswirtschaftlich soziale Aufgabe der Riesclgüter ist besonders wichtig. Neben Ausnutzung der Dungstoffe der Abwässer zur Erzeugung einer möglichst großen Menge von Nahrungsmitteln vor den Toren der Großstadt sind durch eine ausgedehnte Kleinverpachtung Tausende von selbständigen Existenzen geschaffen worden. Zunächst ist es die in der Nähe wohnende bäuerliche Bevölkerung, die Riesclland zur Verbesserung ihrer eigenen Wirtschaft pachtet, sodann sind es die sogenannten Krauter und Molker, die auf Rieselland sich ihre selbständige Existenz gegründet haben. Im ganzen sind rund 24 000 Morgen Ricselland im kleinen an rund 8000 Pächter und 'außerdem über 1000 Morgen in Kleingärten verpachtet. Von dem verpachteten Gelände werden etwa 10 000 Kühe der Berliner Molker'im Sommer mit dem nötigen Gras versorgt. Besonders günstig wirkt die Pachtung auf die in der Nähe wohnenden bäuerlichen Betriebe und benachbarten Güter ein, da diese das gepachtete Rieselland nicht zu düngen brauchen, eine vermehrte Viehhaltung halten können und somit ihr eigenes Land stärker zu düngen in der Lage sind. Dies gibt sich kund in der Wohlhabenheit der Dörfer, die an die Riesclgüter angrenzCn. Auch die Gemüselandpächter ernten in anstrengender Arbeit, auf dem gutgedüngten Rieselland erhebliche Mengen an Gemüse, das sie dem Berliner Markt zuführen. Jeder Berliner Bürger wird mit Stolz und großer Dankbarkeit der Gründer dieser Riesclgüter gedenken, die nach harten Kämpfen erreichten, daß die Stadt Berlin vor ihren Toren eine so einzig dastehende Landwirtschaft erhalten hat, die weit über Deutschlands Gaue hinaus bekannt ist. den Grundstock zu diesem gewaltigen Vermögen der Stadt Berlin legten. KRANKENFAHRSTÜHLE Selbstfahrer, Klosettstühle, Liegestühle Bidets. Sämtliche Artikel zur Krankenpflege Leihweise: Krankenfahrstühle Elektr. Lichtbäder usw. Berliner Krankenmöbel-Fabrik CARL HOHMANN, Berlin W 62, LiiV>wpldti3: NoUemtf.1310 © iinmimiiMiumiiMmumtHtmtiutmitMMMiHiitiiiHtiiimiHMi Anzeigentexte ui •) •» w musw»*fi bi* 7.11m lÄ.ri«»« d« in Ki '•»•'..►'inutHrsmo'.at d»-r \ «*rh*Ttfrh<'tid»,n Mun i.t* *andl wrrd**n. \vidri.r»*iifaU> dt*r zuvtzt &'• t»r.i»M*‘ \ir* titi‘Xt iffdrurkt wird <.d«-r. f.t i* fi«.' M k»*iit T»*xt vorii**tri. jtur di»' Firma d»*s!bvNt»Hf,i* in dein zur VYrfuiruni: *tehend-n Kaum rrscheint BrQdsrUariagsgesettschafi m. b. H imiiiinniiiiiiiiniiiiiiiinmnniMmuiHiimimiumniinHiHim © Gegründet 1866 60 JAHRE KUCHEN-KAISER Gegründet 1866 60 SAH R E KUCHEN-KAISER INHABER EUGEN FLUSS / AN ORANIENPLATZ TORTEN KUCHENSCHUSSELN EIS UND SPEISEN in altbekannter Güte _■ * ANGENEHMER AUFENTHALT IM CAFE UND SOMMERGARTEN Lleffcruna frei Haus C»ar Auto) B«st«llungs-Annahm* Moritzplatz Ulf u. M60 Dekorationen und Polstermöbeln Aafarbtitung :: Modtrnitirrtn Eigene Tischlerei Übernahme kompletter Umzüge Kurfürstenstraße 82 Tel. 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