Der Aufstieg
- Journal
- Der Aufstieg
- Volume
- Band 1 (1930-1932)
- Issue
- 5 (10.1930)
- Date
- 1930-10-01
- Page
- Seite 124 (sequence 2)
- Belongs to
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v ^tischen Umtriebe Im Üind« ängstlich sein, in der Hauptsache jedoch RChreiben sich seine Bedenken von den Arabern her. die es zum äußersten zu reizen fürchtet. Und uit. wenn England die Balfour-Dckhiralion nicht wie den berühmten Petzen Papier behandelt häiie. sondern so vorgegangen wäre, dafi selbst die extremsten Revisionisten ihre Wünsche erfüllt gesehen hätten, wäre es dann um die Sache des jüdischen Nationalheims viel besser gestanden als jetzt? Wenn wir bedenken, wie sich die Araber zum Oedanken dieses Heims in seiner bisher so kargen Verwirklichung verhalten, und daß ihnen selbst die eben zerfetzte Bulfour-Deklaraiion noch immer zu wenig zerfetzt erscheint. — dann sollten wir doch eine Vorstellung davon haben, was wir von"ihnen erwarten müßten, wenn wir gegen ihren Willen unter dem Schutze englischer Bajonette unseren Willen durchsetzen wollten. Und würde denn England nicht schließlich doch wieder umfallen und wir wären dann nach den neuen Erregungen auf allen Seiten womöglich noch schlimmer daran als wir heute sind. *" Die heutige Situation ist schlimm genug; Daß sich der ..Judenstaat" oder die ..öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte", ja sogar der sogenannte binatiotutle Staat für absehbare Zeiten als Illusion herausgestellt haben, ist ein schwerer Schlag für die Millionen, die sich dieser Illusion hingaben, aber noch schwerer für das Judentum als solches dadurch, daü er in Hunderttausende!! von den Millionen dem irgendwie lüdisch-blcibcii-wollen ein Ende machen und so die Möglichkeit ihres wieder ganz Jüdisch-werdens abschneiden wird. Dazu kommt noch, daü iv ir in der Welt, wenn sie unseren so geräuschvoll unternommenen Aulauf zur Eigenstaatlichkeit so rasch und leicht durch Andere gestopft sieht, an der ohnehin auch bisher so geringen Heining noch mehr einbüßen, dal! der schon jetzt uberstarke organisierte Judenhaß neuen Auftrieb erhält und sich neue Gebiete erobert, unter anderen die mohammedanische Welt und nach dem alten Erfahrungssatz, daß der Unrechttnende den von ihm Benachteiligten zu hassen beginnt — England seihst. I nd. um Schließlich Bld d;«s Sorgenkind Ercz Jisroel zurückzukommen: Ist nun nicht auch jede kolonisatorische Betätigung in Palästina, mag sie auch politisch noch so harmlos sein, in Erage gestellt? Hält es nicht so weit, daß wir Auge in Auge der Gefahr gegenüberstehen, unsere Liebe für Ercz JttroeJ und unsere Sehnsucht nach ihm in keiner Weise mehr befriedigen zu können, statt es ganz zu gewinnen, es ganz zu verlieren? Es Ist menschlich begreiflich, daß die Zionisten diese ganze verfahrene Situation, für die wahrlich nicht Noß die Engländer und Araber verantwortlich sind, nicht wahrhaben wollen. Und es ist ebenso begreiflich, daß sie sich strauben, die Verleugnung übernommener Verpflich- :-.ngen durch England als endgültig hinzunehmen und damit ihre weit IM