Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Journal
- Allgemeine illustrirte Judenzeitung
- Volume
- 1 (1860)
- Issue
- 4 (24.8.1860)
- Date
- 1860-08-24
- Page
- Seite 31 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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-31 «׳ ci•— ein ,feint des (Zuteil ist. — Aber «cd, mehr, es ist eben aus jenen größten ״nd ansebn licksten Gemeiiidcn bekannt, rast kann endlich ein Name aus der Wahlurne hervorgegangcn ist, weldier von keiner der befragten Notabilitäten genannt worden, und daß, wenn die Wabl eine befriedigende gewesen, es nid't den vielen Anfragen zuzuschreiben war. — T och genüg — ob nn» die erwarteten Rathsckläge oder der eigene Genius die Gcnieinte leiten werde — möge das Resultat nur ein heilsames, die religiösen Interessen des blühen׳ den und des lieranwadst'cnteu Geschlechtes förderndes sein! Schliesslich nod> eine Erinnerung: Sollte nid't »enntniß der Landesspradwu eine weseutliche Berücksidnigung verdienen? — .V. I!. ( i. Prng, <>. August. Erlauben Sic mir in Ihrem gesd,ätzten Blatte eines Institutes Erwäbnuug zu tliun, wcld'cs wir zu den segcns׳ reid'stcu niiserer Geuieinrc;äblcn. Icb meine damit: die vor ungefäbr 3 ^Jahren hier von dem für Iudeuthuui nur Mcnsd'eiiliebe erglübtcn Hei-rn Her; Bonri in's?eben gerufene und aus '2 Elasten befiel,ende Talmud- Tbora-S.dmle, die, nun unter dem Schutz der Eultus Gemeinde:)ceprä׳ seutan;. deren Borsivcndcr Herr Ernst Wcbli sid> die Wohlfahrt jedes segeusreid'eu Institutes angelegen sein läßt, des besten Gedeihens sid, erfreut; wovon die gestern abgcbaltene Prüfung das vollgiltigste Zcngniß gab. Tie Sd'üler kabeu in dieser kurzen Zeit die ganze Tliora durdigenominen, und zwar so, daß sie, zum Staunen der viele» Zubörer, unter denen and, viele ,vadmiänuer sid׳ befanden, jede ihnen vorgesagte Stelle schnellstens zu. über׳ setzen wußten. Taß das ltebersctzen der liebele und die hebräisd׳e Graminatik nid't außer Ad׳t gelastcn ivuide, versteht sid, von selbst. Rad, abgebaltener Prüfung trug aus der Elaste ein Sd'üler ein licbrä'schcs Gericht mir vielem Berständniß vor. Elirenvolle Erwäbnuug verdiene» die Beniülinngen des Lehrers, Herrn B. Tonat, testen rastloses, eifriges Streben von so gutem Erfolge gekrönt wurde. Oterarischrs. Illiistdirtes Zsracsitischcs Jahrbuch für Ernst und Sd,er; ans ras Iabr I (1S(50 1»1). Herausgcgebcu von Smmicl Winter. Mit zal,lreid,cn litho- und xilographisdien Original-Illusnalioncn. Pest, Bcrlag von S. Winter. (-•׳-) Ten Reigen in diesem reid»׳ und zierlid, ausgestatteten Iabrbnd,e beginnt die Rubrik ״Historisches״, welches Geluct durd, trcsslidie Bei׳ träge von Slernberg und D1-. »aiserling vertreten ist. Ersterer führt in einem ״Zur Gesd׳id,te der Juten in Polen" betitelten Aufsave, EasimirS III. 1»ensd,e»frcundlid,e Bcrordnungen bezüglid, der Israeliten Polens und sein Perliältniß zur sd»önen Esterka vor. Letzterer stellt uns eine intcrestante Episode aus dem Leben des Teffauer Wcltweisen unter der Anfsd'rift: ״Moses Mendelssohn und Graf Wilhelm von Sckaumbergkippe" dar, die ein red,t anmnthiges Zeitgemälde crsdiließt. Tic nädistsolgende Abtheilnng ist ״Synagoge,' Haus, Schule und Gemeinde" überschriebe». In dieser erblicken wir voranstehend einen praktisd, wichtigen Aufsatz aus der ,feker des berühmten Historikers und Pädagogen I>1׳. I. M. Jost, der gewiß die Aufmerksamkeit aller ff rennte einer religiösen Erziehung auf sid, lenke» wird, indem er die Ausarbeitung eines besondern confessionellen Lesebuchs für die österreichisch israelitische Bolkssdmle befürwortet und begründet. Nid,t minder beherzigenswcrth, obwohl nid,t so konkret gestaltet, ist der Artikel von A. Lederer, Tirector der k. k. Musterkauptschule in Pest, über das Wechselverhältniß der Gemeinte zur Schule — worin mehre allgemein vorkonnnende Uebelstände maßvoll und dock, in aller Kreimüthigkeit gerügt werden; — die talmudischen Analekte» von Rabbiner T. Lecp. Straffer, so wie mand,es andere darauffolgenke scheinen mehr für die Sdmle, resp. Sdiüler alS für reifere Leser bered,net zu sein. TaS Gedicht von Rabbiner l)r. Ehrentheil zeidmet fid> durd, Wärme und Innigkeit aus. Tiefe so mannigsad, gepflegte Rubrik bcsdllicsst in würdiger Weise ein ״Staiuteii-Eutwurs" von L. R. Landau, der zwar zunädist ״für die Pester t^emeinde" bercdinet, dod, so gehalten ist, daß er aud, für andere Eommunen anwendbar ist, und darum in den weiteste», »reisen Beachtung verdient. An diesem Elaborate baben wir neben dem Freimuthe in der rückstd'tslosen BloSlegnng von alten Sdiären und llebclständen, nod, rübiuend bervorzubeben, daß darin jede uulielfame Anspielung aus Persönlid'keiten — ן die dod, im Grunde vtn dem behandelten Gegenstände schwer zu sondern waren — sorg sättigst vermieden worden ist. Dafür aber können wir unser! Bedauern nid,t verhehlen, daß der Berfastcr es nid,t der Blühe werth ge halten, Pen jetzt bestehenden Wahlniodus feinem Statutenentwurse gegenüber zu stellen, damit der Leser in den Stand gesetzt sei, durd, Vergleichung des ׳)lenen mit dem Alten sich ein gründliches llrtkeil darüber zu bilden. ׳ Im, klebrigen ziveisel» wir nid't im Geringsten, daß die gute Absicht des Proponcnten hidit verkannt werde», und daß sein aus Ersahrmig gegründeter Borsd,lag bei einer eventuellen Lösung dieser׳ so sdnvicrigen ,frage nicht nnbenutzt bleiben werde. Ein Aufsatz von Herr» Ober-Rabbiner >>»׳. W. A. Mcisel — mit gewohnter Sprad'gewaudheit gesd,rieben — erschließt unter dem Titel: ״Tie Seereise" eine neue Abthcilnug, die der Belehrung und Unterhaltung zuglcid׳ gewidmet ist. Rad, dieser erbaulichen Betrad,tulig treten dem Leser eine Reihe von gehaltvollen Aphorismen entgegen, die Herr Sim. Szsnlo mit Geist und Geschmack aus den reid׳en ,fuudgrube» des Talmud und Midrasch hervorboll, »yd die 'er den Lesern des Jahrbuchs unter' der alt - jüdisd'cu Benennung: ״SabbatwöNleiu" vorsührt. Inhalt »nd ,vorm wetteifern miteinander an -Gediegenheit. Mit wohltkucndem Behage» lese» wir »ach die sein brillante», fast blendenden Raketcnwmf voll blitzender Idee» das einfad,c harmlose Genrebild ״der Mejud,cs," wie es Herr L. R. Landau äugen scheiulid, als Iugendrcniiuiscenz voll Pietät dargelegt hat. Auch diese Arbeit! wird beiden Anfordernngcn der diubrik gcredn, indem sie belehrend u»c>^- nntcrhallend zugleid, ist. Unmittelbar darauf folgen die recht warm gesd,riebene ״Sabbatfcier" von Ignatz ,friedmann, ״Reid,e und arme Inden" von G. Sd,lefi»gcr »nd ' ein sebr gelungenes Mäl,rd,eu von L. Horowitz, mit weld)cm die Rubrik schließt. — \ Eine ״Gallcrie berühmter Männer" bringt sodann die Lcbe»sbesd»reibungen von Leopold Löw, Ober Rabbiner in Szegediu, Professor I>r. Wesfein und die in der Tarstellung besonders gelungene Eharakteristik von El,. I. Sloniinsky aus der Jeder von I >r. Goldsdnuidt, Prediger in Leip zig. — Tic Bedeutsamkeit der Persönlid'keiten niacbt die Rubrik besonders lescnöivertli. — Zum Sd'luße muß nod, einer der Ausdehnung wie dem Inhalte nad, äußerst bedeutenden Arbeit erwähnt werden, die den Ackerbau in seiner Beziehung zur mosaisd,e» Gesetzgebung zum AuSgang nehmend, den Plan zur Erridckung von Ackcrbauschulen für jüdische Jünglinge erörtert. Irren wir nickst, so birgt sich unter dem Rainen Mordechai Nord, der diesem Aus satze als Unterschrift dient, ein bekannter bedeutender Name. Jedenfalls gereich! der Borsd'lag dem wacker» Berfastcr zur Ehre. Ten Schluß des ernsten , TheilS bildet eine Halle für ״Ackerbau, Industrie »nd Handel" und eine etwas zu karg bestellte Ehrouik. So gediegen »nd belehrend der erste Thcil ist, so dürfte stck, ihm dock, der zweite diesmal nid't unebenbürtig anrcihen. Tie witz nnd geistvollen Artikel von L. H o r o w i t tz machen eine erheiternde Wirkung. Der Hauptträger dieses auf das Gemüth so. wohlthätigeu' GeureS fd,ci»t jedod, Herr H. Sd,warz zu sein, auf dessen ״die »Hille braudit einen Row" wir nur hinznwcisen braud,en, ui» überzeugt zu sei», t daß der Leser auch seine anderen geistreid,en Beiträge nicht ungelesen laste», wird. — Bo» den Illustrationen ist bemerken, daß sie dieses Mal in sepa raten Blättern bcigcgebcn und mit besonderer Sorgfalt gearbeitet sind. - Nad, diesen Details ist jede weitere Anempfehlung überflüssig.! ' ■ | vermischte vachrichtea und votizru. j In Stanislau ist cS endlid» trotz den Gegenbestrebungen der! Zeloten gelungen, dem Befehle der galizischen Statthalterei »ad,zukon»nen! und eine jüdisd,-de»tsd,c Sd׳ulc zu erridste». \ * Gegen die Remonstratio» dcS Landratks v. Brauchitsd,, dass der von; der Gemeinde Löblau i», Tanzigcr »reis zum Schulzen gewählte jüdische j Grundstückbesitzer Levy numöglid, das Amt antreten könne, da er in diesem! Amt gleichzeitig Borstchcr der evangelischen Ortsschulc sei, hat Graf Sd'werin! verfügt: dass die jüdisd,e Religion kein Hinderniß sei da« Schulzcnamt zu verwalte», daß man indeß zum Schulvorstchcr einen evangelisd'cn Tors sckkppc» wählen müsse.