Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 28 (1936)
- Issue
- 6/7 (6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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I Aus den* Haudwetket-l/edaud Aus den Orfsgruppen Berlin Am 11. Juni feierte der Kollege, Vergoldermeister Adolf Rehteldt, Berlin W SO, Nürnberger Str. 27, seinen 80. Geburtstag. Seit Jahrzehnten gehört Kollege Rehteldt unserer Organisation als Mitglied an. An allen Bestrebungen nimmt er jederzeit regsten Anteil. Kollege Rehteldt ist der Typ des alten gediegenen Handwerksmeisters, der getreu seiner Tradition nur Bestes in seinem Fache leistete. Wenn er auch heute nicht mehr als Handwerker tätig ist, so hat er doch das angenehme Bewußtsein, den von ihm autgebauten Betrieb in den Händen seines Sohnes, des C asermeisters Leo Rehteldt, zu wissen. Wir sprechen dem Jubilar auch an dieser Stelle unsere herzlichsten Glückwünsche aus. Möge ihm ein recht zufriedener Lebensabend bei guter Gesundheit im Kreise seiner Angehörigen beschieden sein. Hamburg Aus der Mitgliederversammlung vom 20. Mai I9»6: Der Vorsitzende. Kollege Bernhard Heine mann, bcgijüfite die erstmalig erschienenen neuen Mitglieder und forderte sie zur eifrigen Mitarbeit für den Verein und seine strebungen auf. \ Nach Würdigung einer Reihe von Eamilienereignissen ernster und freudiger Natur teilte der Vorsitzende mit, mit Rücksicht auf die großen Lasten, die der Verei l tragen bat, von der Überreichung von Jubiliiiiins-Gescheiken in der Folge Abstund genommen wird. Die A n s t e 1 1 eines vollbeschäftigten Geschäftsführers sowie die Herausgabe ein«« neuen Mitglied Verzeichnisses stellen den Verein vor Ausgaben neben seinen übrigen Aufgaben nur durch freiw lige Spenden der Mitglieder zu erfüllen sind Vorsitzende regt an. daß — Wie es auch früher war - Mitglieder des Vereins, die durch die Vereinstätigkeit folge haben oder von der Gemeinde und ihren Institutionen Aufträge erhalten, für diesen Zweck einen Fonds sammeln sollen. Auch in den Fachgruppen sollen nach Möglicli|keit Rücklagen für derartige Zwecke gemacht werden. Trotz Aufnahme einer Anzahl neuer Mitglieder der M i t g I i e d e r z u w a c h s als u n z u I ä n g I i c h zeichnet stärker Der werden. Beda» Ii n g e r - die i I - Der die Er- \W\i\ be¬ Verein muß finanziell 'und zahlenmäßig wenn er seine Aufgaben erfüllen und tätkräftige erfolgreich*' wirtschaftliche Interessenvertretung Durum sein, neue niul! Mitdie Iii des gewerblichen Mittelstandes darstellen soll es das Bestreben eines jeden Mitgliedes' glieder zu werben und vorzuschlagen. Im Berichtsmonat wurde die Geschäf t.s.sfe wieder stark in Anspruch genommen. Erörtert wurjden Innungs- und Standesfrugen. Lehrlingsausbildungsbefug und Ilandwerksrollen-Fragen, Niederlassungsmöglichkeiten und Teilhaberschaften wurden beraten. Auswanderungspläne erwogen. Darlehnsanträge besprochen. Auch in verschiedenen Fallen von Berufsberatungen und Lehrlingsbetreuung ist man vorstellig gewesen. Die auf Grund der Zeitung „Der Hamburger Bauten- Nachweis" von den Mitgliedern der Baufachgruppe durchgeführte Werbung hat bereits in verschiedenen Fällen! zu Erfolgen geführt. Die dadurch entstehenden erheblichen Kosten, die bisher von einem Vorstandsmitglied getragen wurden, müssen die Balihandwerker in der Folge sejbst aufbringen.* Die von den Bauhandwerkern weiter geplante Gemeinschaftswerbung kann erst in Angriff genommen werden, wenn die hierfür erforderlichen Kosten durch die Bäuhandwerker selbst sichergestellt sind. Auf die geplante Einführung der Gutscheine eingehend, erklärte Kollege Heinemann, daß es eine Pflichtvergessenheit bedeute, wenn Mitglieder durch ihre Passivität die Vereinsarbeit hemmen anstatt durch ' tätige Mitarbeit die Führung der Vereinsgeschäfte zu erleichtern. Die Herausgabe des Mitglieder-Verzeichnisses bereitet der Vereinsleituug Sorge, weil die erforderlichen Mittel nicht aufgebracht werden können. Freiwillige Zuwendungen seien .des« halb erforderlich. Nochmals wurde; auf die Tätigkeit des \ i» r.e in s - S <• Ii i <• <l - g e r i t- Ii i - hinget* iesen. Der Vorsitzende-erstattete nunmehr Berichl Uber die Tätigkeit der Vertreter des Vereins .in ''''r Repräsentanz und den Kommissionen. Interessant gestaltete slco <lie Ansspräche über llandwerkskartc, Hundwerksrolle, Anleitiihgsbefugrtis von Lehrlingen, in He r der Syndikus des Vereins; Herr Dr. jur. II. Br.Äua.$,cb w eige r. ausführlich!><■- richtete und darum ersuchte, daß bei allen Fragen dieser Art sofort an den Verein herangetreten wird. Auf die Notwendigkeit der sorgfältigeren Ausarbeitung von Kalkulationen und Kostenanschlägen wies der Vorsitzende besonders hin. Aufgabe der Fachgruppen wird es sein, diesen Punkt zum Gegenstand ihrer Beratung /u machen. Die für die Gemeinde in der letzten Zeit •ausgeführten Arbeiten sind durch die daran beteiligten Hand- Werker zur vollsten Zufriedenheit geliefert worden. Von den Ortsgruppen im Reiche liericlnete der Vorsitzende, daß der Leipziger Verein sich.dera Verband wieder angeschlossen hat. Lerner über das 25jährige Bestehen des Breslauer Brudervereih»i aus dessen Anlaß das Gemeindeblatt in Form einer besonderen Huhdwerksnummcf herausgegeben wurde. Die Anzeigen in dieser Handwerksnummer tragen alle das \ erband-zeichen. Es wäre wünschenswert, wenn -ich auch die Hamburger Kollegen des Verband-- Zeichens bei ihren Anzeigen bedienen würden. Mit den besten Wünschen zu den bevorstehenden Leierlagen schloß der Vorsitzende die Versammlung. Hannover Mitgliederversammlung am IS. Mai 1916. Der Vorsitzendej Kollege Paul G o I d in u u n . eröffnete die gut besuchte Versammlung und gedachte vor Eintritt in die Tagesordnung der in Pulästina auf tragische Weise ums Leben gekommenen Brüder. Die Anwesenden gedachten in stillet Wehmut der für uns und das gesainte Judentum gefallenen Brüder. Nach Begrüßung der Anwesenden, besonders, der zum erstenmal Erschienenen, richtete Kollege Gold mann die Bitte au ulle. sich für die Interessen des Vereins voll einzusetzen und sich rege un den Versammlungen zu beteiligen. Er begrüßte ferner die Lehrlinge, die an der Versammlung teilnahmen. In seinem V orsta nd-berichi wurde das Jubiläum der Ortsgruppe Breslau und die anläßlich dieser Leier herausgegebene Zeitungsscric der jüdischen Zeitung in Breslau erwähnt. Die jüdische Winterhilfe Hannover dankte dem Verein für Seine Lnter»tüT/ung. ferner ersuchte! der Vorsitzende alle Mitglieder, der Chew ra Kudischa beizutreten. Es müßte eine selbstverständliche Pflicht eitaes jeden I latjdw erksnieisters sein, dieser Vereinigung, die die Nächstenliebe in vornehmster Weise au — übt. anzugehören. Lerner werden die Kollegen, die noch anderen jüdisc hen Vereinen angehören, darauf hingewiesen, dort dahingehend zu wirken, daß Veranstaltungen jeder Art mindestens 14 Tage vor Beginn der Arbeitsgemeinschaft der Vereine in der Synagogengemeinde unter Beifügung der Tagesordnung und der Reder eingesandt werden, um eine reibungslose Tätigkeit der Vereine zu gewährleisten. Einer Anzahl Kollegien ist die riandwerkskarte durch ihre Innungen zugestellt worden. In Verbindung hiermit sei es natürlich Voraussetzung, daß sich jeder Kollege zur Eintragung in die HundwerksroHe bei der Handwerkskammer gemeldet hat. Danach werden die Lehrlinge durch den Kollegen Grawi in die Lehrlingsrolle des Vereins eingetragen, der sie ermahnte, ihre Pflicht jederzeit zu tun. Die sich duran anschließende Ansprache des Kollegen Goldmann bringen wir an anderer Stelle dieser Zeitung unter der Überschrift ..An unsere Handwerk sieh r 1 in g e". Zu der von dem Verein abzuhaltenden Ausstellung von Lehrlings arbeiten berichtet Kollege Grawi, daß der Verein auch in diesem Jahre an die Öffentlichkeit treten wird, um Zeugnis abzulegen, was die Lehrlinge im verflossenen Jahre neu oder hinzugelernt haben. Kollege Goldmann ergänzt die Ausführungen und gibt der Hoffnung Ausdruck', daß nicht allein die Lehrlinge, sondern auch die Kollegen mit ihren Arbeiten au die Öffentlichkeit treten mögen. 11