Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 28 (1936)
- Issue
- 4 (4.1936)
- Date
- 1936-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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1. Jüdische Auswanderungspolitik heute Die Arbeit des Hilfsvereins A ii-w ,i Milii ii iigsd i .1 ng. (I i*r «Iii* jüdische Bevölkc- Rcichcs -i-ii dein l<'i/i«'ii Sommer Und besonders IT Xül übel gct X lesetze crf.iRl Ii,il, M im Stärke vergleichbar, der «In Panik «Ys Kriihjührs {')"•• \\ ,iIiK'iul aber damals I'in t Iii und Schrecken iingcw i»si'ii Schicksal das vorherrschende \n-- -.uiotiv ivur und i iii-cinlc von Judi'ii ohne ,-<■- Der rung de -eil nur dem entsprang. mm drin u niidcnin; eignete berufliche oder I .ich I ichc Schulung, ohne Kennliiis der Verhältnisse im Khtwunderungshirid cinfuch Hill gm (nick hinauszogen, ihm zunächst in irgend einem Xachharl-iiid wie I'rankten lt. I lull umI oder der I schechnslow nkei die nächste /iikiinh nbzil warten, ist heute die Luge in/ Hilders. Jet/t muH und will der jüdische Vuswiinderer HU allgemeinen die Heiin.il \ ei l,i--en. nielit Sil seilI weil er I nicht l.i.ii. als \veil er keine Krwcrhsiiiöglichkcii mehr vof -ich sieht. Kr Belli nielit mit dem \\ misch liijinus..i'rgcndttn auf die Möglichk uiii dem festeil Klitsch liiulen. Deshalb will die A lissil Ilten i n di-n it iler'Rückkehr zu warten, sondern Infi, wonniglich eine neue 11 -ifafi.il /Ii r -ich Ulli-Ii wirher sorgfältig übet I inw .inderungslämlern u u 14 r richten und ofl \uder ist eine jüdische w II i ii j iiilischi t reihen, i-r .im •heu I i' ih r freilich die ii Händen Teil der heil lim*' lerjeiiigcü und besitzt vielfach die Tatkraft, sich sprachlich ■Mich heruNich Ulli das neue l.elieil' Mir/ubei eilen chaotischen, fluchtartigen ..Kmigrütion" von fVr5 allmähliche in hohem \ftrli hluiimüHig gclcnkti \tiswu Ullerting geworden). I rcilü h stöHl das Bestrehen*. |> I .i n in ,i l( i <• \ ii s w ,i u d e r Tl II g sp o'l.i t i k in der \\ eise /u da II jeder .Vusw anderer dahin gebracht wird ehesten Ausischt auf eine neue Existenz hat. uul Seh vv i e r i.g k e i t e n. Line der grollten Ii' -1 i i ii I's s i i ii k i ii r der deutschen Juden. Stuf: I nischichiiiiigsbcw egiing deren Leitung in di der Rcichsvertrctung liegt einen großen jüngeren und gesunden Menschen zur Hunda schulen, so besteht doch die große Mehrarbeit itiswiiii(lcrungswilligcii. die nicht mich l'ulüstibui -dien, uns Kuufleulen oder Intellektuellen, An diesen beiden IVl'tlfskutcgoricil bestellI aber fast nirgends wirklicher 15cilurf;.'im Gegenteil, der rel>erfln8 au Akademikern i-i heute ein Weltproblcm. das etwa in Irankrcich elieiiso ilktlt ist wie in den meisten südamerikanischen Ländern, und das die jüdische Linw aiidcrniig um so mehr erschwert, nls der überall wachsende Nationalisiriis gerade die akademischen Hernie 'vor ,.l ebei I reindiing" durch (jesctzlichc Maßnahmen zu schützen weil!. (A'erhi ItnismäRip leicht sind unter diesen L'lliStiillden nur Chemiker und Ingenieure unterzubringen); die Answ ,inderiing aller anderen Akademiker jsi iiuHerst schwierig. Auch kaufiiiäiinisclie Angestellte und K.iulieute bilden allgemein ejut; schwere Aufgabe Tür die; Aiiswuiulcrüngspolitiker. zumal wenn sie über kein kapital verfügen, wie dies Ihm den deulsihen Juden schon infolge iler Devisenpcsetzc rast die Repe) ist, Verhältnismäßig leicht ist di«' Unterbringung aller Arien von Handwerkern, von Ifuiis.personal, l.andarbeileni bei der Bcrufsstrtiktiir der detitvertreieii sind, /u diesen großen •ii Schichtung unserer Menschen entspringenden Schwierigkeiten kommen nun über ' vor allein die tausendfachen und im einzelnen nocJi täglich wechselnden Hemmungen, die sich uns der Lin wunder ungs'- Politik der überseeischen Länder ergeben. Die Icnden/ /ur Kinwundcriiiigsheschrünkung ist schon in der ganzen Nachkriegszeit in der gesamten überseeischen Welt spürbar gewesen. Inn aber erst durch die NVeltwirtscIuiftskrisc ihre volle Stärke erlangt. Kein AuRenstehender macht sich einen Begriff davon, welche unsäglichen Mühen unter diesen Umstünden selbst eine bescheidene auswandcruiipspolitische Leistung erfordert. Vergeht dm h kaum eine Wticlte. ohne da II dieser oder jener überseeische Staat neue Liiivvamleruugsbestiiuiiiuugeii crliilft. oder noch hiitl- Figer durch seine Konsulate die Ilundliuljiihg der geltenden Bestimmungen ändert, und d. Ii. meistens verschürft. All dies muH, ebenso wie die Wandlungen der Wirtschaftslage in sämtlichen überhaupt in FYugO kommenden Kinwnudcrungslündern und die jüdische Auswanderung aus Deutschland hat sich bisher auf nicht weniger als 41 Länder verteilt! - - fortlaufend verfolgt und den ratsuchenden Auswatiderungswilligen sofort übermittelt werden, wenn nicht schwerster, oft unwiderbringlicher Schaden an- IIUli r.lllldw II teil, die abe sehen Juden all/u selletr •ms der unormtrlen sozial gerichtet werden sol Wenn doch die Kenntnis der harten keit großartige Pläne zahllosen Autoren, die heute ohne auswandert! iigspolitischen Wirklichzur Krrettung der deutschen Juden durch Massenatiswanderiingen entwerfen, einmul Kinblick nehmen'könnten in «l/e tägliche Arbeit der Stelle, der die Leitung der gesamten/jüdischen Auswanderung nach ttfleit Ländern. auHcr Palästina, ahvertruwl ist. und die u.ucn seit In Ii geiu mmii lt<iclisinini-iii di » linier il ,il- -etm nnini/i^e Bei*utungss'tellt: für jüdische VtisWandere! iiiu-rkan.nl ist es i«t der Hl I I s \ c r'e i n dei Juden in De Itt schilt Hill Wiihreiitl sh'fl im oberen Stockwerk von früh' .in die Zahl tlifr It.ilsiichen leu so gewaltig stiitlt; ilall oll viele dllt/en<k' Men-chen pleich/eitii: wiirteu, fertiget! zwei leitende Bi .nute des IttlfsVereins, von denen einer, eine mehr als "iO jähl iue unefscl/b.i re Krfuhrilllg bes||/l. einen künftigen \us\vaiiVlerer muh dem uuderen ab. wahreuddi'ssen vvirtl in den beiiiK hb.i i ten Büros ii tili »or, allein in dem unteren NockwCrk. wo dei Leiter des IJilfsvereilHi I )i. \\ t s ( Ii ii i t / e i. seim-s .Alll/es waltet: eine lulle y«>|| l'ost, nicht im r' .i Iis ,i Heu leileu I )eii tsch Iii tu|s. und beso|iders von den Vitsvvaitderei'berattiiigssti'lteii des Hills Vereins im Reil he. Sondern buchstäblich ,,inallen I, Indern der Well beantwortet Brich] Ulis ( huibiii in dei Mandschurei. Briefe nus SutllOll in der Sii(|see.| Briefe «Iii* ll.iill und .ms I i ii.i.Ioi. und imilier w ieder 'StöHe von Briefen ni|R ..Vrgentiiiien, Brusilu'ii. den VeT«'iiiigten ntmiien und >ikJafrikil den /ni /eil wohl wichtigsten mM-fset'iscbeil l.ui wanderiingsliindern. /icittingen und//eilsij^rifreii in den \*-rscliiedensten Sprachen weiden durchgesehen; exzerpiert, übersetzt: rerngcsbriicliV uns dei Provinz.' aus dem ,Ylu> In il tl werden ^etuelilei. Besucher .in- Itolluiid. Ifraiikri'.ich. I nul.ind. Italien und Vuicriku empfangen, alles mit ,d< in etilem Ziel, /u helfeh, ihijl luöglii'hsi \ iele deutsche Jiuleit im Vlisluild eine neue Kxisteuz linden könnenr I ml lieben die Arbeil der B e t I i u e r Z e u l r U I i'j. die früher tun in 11 ,i tu Ii Ii r!l und B r e tu e u je eine I .il ii - n Wik heu die Ii Aus w n uil e i e r <- in den w ichtigs|cät lutlg' mit ih n ilorliüi1|t i ii-iiIm ii und die Bei - Z/weigstfllf unterhielt, ist seit einig keit der II neu Verpflichtet! berate r im Reiche getreten: Stiiilleu werden diese m eiigsti'r I ül iiiilischen (teiiM'iiideii ihn1 I iitjtfkcil littet Zentrale von einem feil der initiier mehr «(»wuchsen* den Arbeit It'titlasten (sieheListe der m'ttcii Ausvtaüdcrüiigw Beratiiiigsstelleii/in dieser Viisgabe). litt iimJeres Mittel, dei jüdischett (h;ffeutltchkeii zb dieueii und die künftigen \iK»w;aiiilerer nio^lu h-t gm .ntl ihr neues Leben vorzubereiten, w.ir die Krriclitiiiif; »ton Sprachkursen, die Anfang dieses Jahres vorgciioniiiijeli wurden und ZU einein Millen Krfoljre -.geführt hat: -ili.ui lernen Hunderte von kunfliuen \iiswundereril in dielt Kursen des Ililfsiveretus die Sprache der wichtigsten I in- WunilertingSlämler, Kugliseh. S|M».|iisc'h."4Portugii.,isisch: uitil der 1 lilfsVereiti denkt diiruu. auch im Reiche, soweii iiütia derartige Kurse /u erriclilen odi-r -anzuregen. So wcrdlu) deutschen .|uile|i das I u t( htb.i r teure Lehr lus ieder Kiiiwäiideri'r zahlen tniitl, dei Ullkllttllig. 'ich ejne Kxjstl'UZ /u nrüii I üitseiide < "ii geld spuren, i I ,i ndesspruchi v ersucltt. Wieviele deutsche Juden mögen in den letzten in überseeischen Ländern eiiljrcvvunih'rt utul zu einer Kxisteuz gekoinnieii sein? Wir kennen nicht die; ,le.i nl ii .litten iieitetj en,nie Zahl, .iber mau wird uul elw.i 'Vi bis 4illK)tt schützen dürfen, und soviel wenigstens ist sicher. duH in Südafrika, Brasfir Neu. Argentinien. Chile und nicht ZUletzt in den \ereinivten Stauten l.iusemle von deutschen Juden luH gefa.nl hüben und vietfucll schon ihre \ et vv,nullen n.u hkotuin -n hissen. und d»H selbst in den .l.ändei ii. die hishef1 voll der jüdischen Aiiswuiideruni! (nicht nur uns Deutschland", wenig berührt wäre Ii; vv ie Peru, Kcuador. (Olombien uswK immer häufiger Briefe eintreffen, die von dei gelungenen Gründung neuer Kxistenze.n. zuweilen auch schon von rdt-'r Brill II II g der ersten Hilfskomitees' in diesen Ländern /u berichten wissen. All dies bildet gewil! keinen Anlaß /ur Selbstgefälligkeit für den IJijfsverein. wohl aber einen Vnsporn wi'iterei eifriger Arbeit. Lud die >chw ici igkeiten w ichsen immer neu. Die \ erschärlung der deutschen Dev isengesrl/e macht die Alisw.underiitip sefbst bemittelter Kiemente zu einem überaus komplizierten Problem^ so daH der Ittlfsverein auch in.solchen Millen immer häufiger um sachkundigen Rat gebeten wird. Das Studium der verschiedensten Trunsferprojekte. die Verhandlungen mit den JRi'ichstier hol den, die ständige hjUhlupiglMlhme mit der Beiclisv ertretung der Juden in Deutschland, sowie R|it den großen jüdischen Organisationen des In- und Auslandes, in eistet Linie mit der ICA und de* 11K IM. und häufig auch die Verhandlungen mit fremden Kegiernngeii. all das gehört /Ulli täglichen Brot der Mitarbeiter des llilfsvereins, |),inebe.....uH der gefährlichen Irreführung der jüdischen (Öffentlichkeit durch wilde l'rojektematfhen begegnet werden: eigene l'resseiniblikationen (b's I lilfsv et :iits und die Entsendung leitender Kräfte /u öffentlichen Xörtrags. .ibenden in den groRcn (iemt-inileu Deutschlands erfüllen diesen Zweck. 3