Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 22 (1930)
- Issue
- 6 (6.1930)
- Date
- 1930-06-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492337-5771080-5771156--021-4883714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
DER JÜDISCHE HANDWERKER 3 Derartig« uns abschreckend, d i l iehe von sclhs im Aulirage der zu denen aiieli <l Sogemeier licht* I hi bear in (h Die Anfertigung von gegen durchaus eine große Zahl ein denen kann, \ul dit i rieh«' \\ ies «ler und (iew erbe I) f111-1 (Main) geha und sagte wört bekannte Versuche waren derart ß sich die Auflösung dieser Beergab. (Wir verweisen auf die w irtschaFilierten Spitzenverbände. er Reit-hsverhund des Deuts» hen Handwerks geh» rl. erschienenen, von Dr. Martin leiteten Broschüre ..Die offenlprivnfen Wirtschaft".) Massenartikeln ist <lai n rentabel, «hi es in jeder Brandis besonderer Spezialisten gibt, mii Komi limalhcirieh nicht konkurrieren. I nrcntahilität behördlicher Bei- Preußische Minister für Kandel., . Schreiber in seinem in Krank-, lenen Vortrag eindringlichst hin ich: ..Ich bin vollkommen überzeugt, daß ein großer Teil dieser gemeindlichen Betriebe unwirtschaftlich arbeitet und nur künstlich am Leben erhalten wird. Auch ist es bisweilen geradezu erstaun lieh, mit welchem Mangel an Umsieht und geschäftlicher Krfnhrnng auf diesem Gebiete 'vorgegangen worden ist." Seinen Dr. Schreiber mit dem Satze: r Gemeinden ist unzertrennbar ein Gedeihen der innerhalb der Gemeindcn betriebenen Wirtschaft. Deshalb muß es-das wichtigste Ziel der Gemeinden sein, jede Schwächung dieser Wirtschaftskraft zu vermeidet und sich immer der Tatsache bewußt zu bleiben, »laß es das Wesen jeder öffentlichen Verwaltung ist. wie schon del* Maine sagt: Z u v e r w alten, n i c h t a b e r z u w i r, t s e'h a f t eir! " Zii Aubing seines Refcrite.. Hille für den gewerblichen Mittelstand «lurch \ushuu und Zusammenschluß kler jüdischen Kreditinstitute" stellt«' Kollege Julius Perl. Breslau, (las Wort Hilfe" und Zeigte vorerst •" kurzen Zügen die Not mit. aus der Vorträg J><■■endcl .Das Blühen de \erblinden mit < Nach I i« ignissc Inflation da ist» heraus der Ruf nach Hilfe ertönt. i. wie sie Krieg. .Revolution und da rsiel len. mussei i ungen in »leij Wirtschaft vorgehen. W» müssen gewaltige Verändegehen. Wenn auch «lie Kolgeil iindj Nach wehen die Gemüter noch lange bewegeil.!*<> haben wir diese Veränderung /um großen Teil hinter uns. Aber in nahet- und entfernter Zukunft haben wir wieder gewaltige Veränderungein in »ler Wirtschnftsslruktur. In leben wir in einer Art Interrehaos: niemand weiß, was werden der (iegenw a rt gituin. einer Arl und w ie es ende n wird. Niemand ist in der Lage, ein \\ irlschaftsüVogramm für »lie Zukunft aufzustellen. In einem sehr interessanten Artikel zeigt Dr. - Samuel die Konzcntrntionshewegiing in der gesamten \\ irlst-haftsbewegung Kuropas auf und kommt zu dem Schluß, daß durch die Zusnininenballung der jel> t schon so großen Riesenbetriebe »ler jüdische Mittelstand in das unterste Angestellten Verhältnis gedrückt wird. Auch Adler- Rudel. Berlin, kommt in seinen beachtlichen Ausführungen in »ler letzten Zeilschrift dejr Zentralwohlfahrtsstellej der Deutschen Juden izu dieser Schlußfolgerung]. Während aber Adler - Rudel diese Entwicklung nicht als ein Unglück ansieht, vielleicht eine selbstbewußte Arbeiterschaft — auch eine jüdische — heranziehen möchte, ge- Träger der Zukunft der Mensch- ^ainuei für den jüdischen Handwissermaßen ab heil, sieht D samen Kntw ickl und der werker Möglichkeiten, bei derselben unaufhallung des Großkapitals einerseits \rbeitermassen andererorganlsierten seiis. als unumgänglich notwendiger Faktor in der Wirtschaft fortbestehen zu bleiben, im Gegensatz zu Adler-Rudel glaubt also Dr. Samuel, uns noch \\ »>g«' zeigen zu können zur Krhallung einer bürgerlichen Mittelschicht in der Gegen w;.ärtt Diese letzter«" Deduktion ist uns doch die geläufigere. Wenn au» Ii die Adler - Rudelschen Sehlußw'Orte. »lie im Wortlaut zitier! seien. als hochbedeiitsunt anzusehen sind, so haben wir uns doch Zunächst mit den Kragen der Gegenwart zu beschäftigen. Adler-Rudel sagt: Die Aufgabe der jüdischen Gesellschaft ist «••.. nicht nur die \\ 'ege der beruflichen Umschichtung zu ebnen] sondern rechtzeitig durch vernünftige I r/ielning und Schulen dafür zu sorgen, daß »lie Bindungen an »las Judentum nudi in einer kommenden jüdischen Arbeiterschaft (»»st verwurzelt sind. Dr Samuel meint, «laß »Ii»* Abwehr gegen die wirtschaftliche l.ntw icklung zur Konzentration der Großbetriebp in Gründung von Kreditgenossenschäften für mittlere Betriebe und in Darlehnskassen besieht. Erfolgversprechend ist in der heutigen Zeit der organisierte Einsatz <l»'i gesamten Kräfte der deutschen Judenheil. Immer w ieder hat sich in <I»mi lei/t«'ii Jahr zehnten gezeigt, daß das Anwachsen »ler Groniindustrie zwar kleiner«' und mittlere Betriebe bestimmter Branchen vernichtet, aber gleichzeitig tauch neue Bedürfnisse schafft und «lamil auch neuen l.ebensraum für mittlere und kleinere Bi triebe anderer Art. Die Behandlung wirtschaftlicher I ragen b« schäfligt linsern Yerban»l seil Jahrzehnten. Wen i w ir nun - aus der reinen Beobachtung »Ies wirt s'chajftliehen Niederganges überhaupt, auch ohne statistische Zahlen »Ii»' Erfahrung gemacht haben, «laß die fürriehtling von I )a rl eint sk a sse it nachhallige Hille gebracht hat. nämlich dort, wo eine gut geleitete Darlehnskasse besteht, so muß auch die Möglichkeil vorhanden sein, durch Zu sammenfassung der Kreditinstitute noch \ ie größere Hilfsmögli» hkeilen zu schaffen. Dem wenn clie Krfahrting in «ler Geschäftsführung ode »ler W eg zur Gründung einer derartigen Einrieb! lung an irgendeinem Orte fehlt, so kann schon »ler Austausch der Erfahrungen allein segensreich wirken. Auf die erfolgreiche Tätigkeit der Berliner und Breslauer Mittelstnndshilfc hinweisend, streifte «ler Referent auch die wesentliche Krag«- der zu stellenden Sicherheiten. Die auf reifT kaufmännischen Grundsätzen aufgebaute Geschäftsführung der Kreditinstitute verlangt aber solvente Bürgen, deren Stellung sehr oft Schwierigkeilen bereilet. Ks ist fieshalb notwendig, bei Darlehnsgewährung auch andere Sicherheilen zu akzeptieren, wie Zession von Aufträgen etc. Die Darlehnskassen und K redilgenossciisthaflen sind keine vorübergeilenden Krscheiniingen. sondern müssen das Kreditbedürfnis laufend!)<■- friedigen: durch Stärkung derselben wird der Wohlfahrtsetat der Gemeinden stark entlastet. Bei Prüfung der Krage, ob der Zusammenschluß dei Kreditinstitute notwendig und durchführbar ist müsse die örtliche Verschiedenheit berücksichtig und die Begriffe Darlehnskasse und Kreditgenos senschaft auseinandergehalten werden. Wahrem Darlehnskassen nur kleineren Betrieben Hilfe ge währen können, gelten die Krediteinrichtunge