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Der jüdische Handwerker · 1930-06-01 · 6 (6.1930) · p. Seite 1

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Journal
Der jüdische Handwerker
Volume
22 (1930)
Issue
6 (6.1930)
Date
1930-06-01
Page
Seite 1 (sequence 3)
Language
German
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DER JUDISCHE HANDWERKER ZEITSCHRIFT ORGAN DES :s FÜR HANDWERK UND GEWERBE ORGAN DES GESAMTEN JÜDISCHEN MITTELSTANDE Herausgegeben vom Zentralverband jüdischer Handwerker Deutschlands E. V., Sitz Berlin Postscheck-Konto: Berlin NW 7. Nr. 84226 Verbandsleitung: Wilhelm Marcus, Berlin S 42, Alexandrinenstraße 97 (Tel.: A 7 Dönhofffc574) V Schriftleitung: Erich Salinger, Berlin N018, Gr. Frankfurter StraBe 80 81 Fernspr.: E 3 Königstadt 2490. Alle r e d a k t i o n e I le ri Anfragen und Einsendungen sind an die S c h r i f 11 e i t u n g des ..Judi schon Hand wer ker" zu richten. Geschäftsstelle und Anzeigenverwaltung: Biko-Verlag. Berlin SWI9. Kurstr. 34-35: Fernspr.: A6 Merkur 1182.'Postscheck-Konto : „Druckerei Biko'. Berlin NW 7 Nr. 21 442 Der ..Jüdische Handwerker" erscheint einmal monatlich, in der ersten Hälfte jedes Monats. Redaktionsschluß am 15.jedes Monats Bestellungen nimmt der Biko-Veriag. Berlin;S\rV 19 Kurstr. 34-35 entgegen. Bezugspreis vierteljährlich (,— RM. jährlich 4.— RM einschließlich Bestellgeld. Einzelnummer 50 Pfg. Anzeigenpreise' auf Anfrage. Schluß der Anzeigerannahme am 1. jedes Erscheinungsmonats. XXII. JAHRGANG BERLIN / JUNI 1930 Nr. &Y INHALT: Vom 9. ordentlichen Verbandstag in Köln Humoristisches Stimmungsbild vpm 9. ordentlichen Verbandstag (Von Julius Perl, Breslau) Ehrung Louis Goldberg — Rechtsschutz-Abteilung — Aus dem Verbände Aus unseren Ortsgruppen — Die Jüdische Frau — Arbeitsmarkt. vo M ORDENTLICHEN VERBANDSTAG IN KÖLN i. KUNDGEBUNG!' -\ ' \ , , Dejr 9. brdqntik'he Ncrbandsiäg des Zentralverbandes jüdischer IInndwerkor Deutschlands, e. Vi.', Sil/ Berlin, wurde vom J">j bis 27. Mai 19*50 in Köln abgehalten. Aus allen ( Gauen Deutschliinds. ans Berlin. Breslau, Dortmund. Düsseldorf. Kssen. I" rankl'nn. Hamburg. Hannover. Leipzig. Main/.. Mannheim und Wiesbaden waren Dele-. gierte in proller Zahl erschienen, während sich Reuthen. Dresden. Fürth, Karlsruhe. Krefeld und Nürnberg vertreten liellen. Von den dein Weltverband jüd. Handwerker angeschlossenen Landesverbänden waren Delegierte aus Polen, Rumänien und Belgien anwesend: die Verbände Tschechoslowakei. Lettland. Lila len und Palästina sandten Sympal hieschreiben. Liii{relei|tel wurde die Tagung durch einen öffentlichem Festakt, der uuHerordentlich stark' besticht war und sich /u einer eindrucksvollen Kundgebung für die Ideen des Verbandes gestaltete. Der Vorsitzende der Ortsgruppe Köln, dsr Repräsentant Louis Goldberg. betonte nach BegrüHung der Anwesenden den Willen des jüdischen Handwerkerstandes, am Wiederaufbau des Vaterlandes tatkräftig mitzuarbeiten. Der Verbandsvorsitzende. Ginsermeister Wilhelm .Marcus. Berlin, wies in seiner Eröffnungsrede zunächst auf die nfiHerordentlicIgb erfolgreiche lütigkeit dejr Ortsgruppe Kö|n. fhe vor allen Dingen auf die j den zurückziufül ihres Vorsitzenm Bückblick auf Kölner Verbnndsgeniale 1' ilührcn sei. hin. die Zeitspanne /.wischen dem läge 1913 und dem diesjährigen erscheine es. als wenn Welten verschwunden und ne.u erstanden sind. Erhateate Arbeit ist notwendig, um in Zeiten allgemeiner Wirtschaftsnot Mittel und Wege zu linden, diesen ungünstig veränderten Verhältnissen einen Damm entgegenzusetzen. Seit Jahren wehren-wir uns dagegen und suchen einen Ausweg, um den jüdischen Mittelstand nicht weiter ins Proletariat herabsinken zu lussen. In rein handwerklichen fragen trennt uns nk'hlslvon den übrigen .Handwerkern: Schulter an Schüller kämpfen w ir mit ihnen für eine Besserge|f*taltuiig der Lage im Mundwerk. Denhoch gebrauchen wir die religiös«' Absonderung, weil neben dein beruflichen auch rein jüdische fnterelssen wahrzunehmen sind, bei deren Vertretung uns das Wohl des Vaterlandes an erster Melle suln. W irsind uns darüber klar. duH alle Teile der Rexölkel'ung im Existenzkampf gleich schwer /u ringen haben, die Not trifft jedoch die jüdischen Kreise durch den wirtschaftlichen Umschwung besonders Schwer Die jüdische I laudw erkerbew cgiiiig tritt seit Jahren für die Bessergeslallung der xxirlx halllichen Lage des jüdischen \littelsiandes ein. Wenn ein gewisser, nicht '.unbedeutender Erftilk durch geeignete Maßnahmen bereits erzielt wurde so ist dieser nicht /ulei/.f aul die Initiative und die Tätigkeit, des Verbandes *"und seiner Vereine /iiriick/ulührcn. Von I agung zu I aguug sind wir etappenweise vorwärtsgekommen und haben die Hoffnung, (Infi wieder einmal die Zeil kommen wird, in der auch der j üdix he.,1 l.i nd w erker und Mittelständler die Eiliclll seiner Arbeit wieder iij f riede und Ruhe genießen kann. Niel bleibt zui Erreichung unserer Ziele zu tun übrig: möge der 9. Verbandstag dazu beitragen, uns diesen Zielen wieder ein Stück näher zu bringen im Inieres-Mdes Deutschtums, des Handwerkerstandes und des Judentums. In seiner groll angelegten l est rede ~w ies der \orsit/.ende des Berliner I landw erkei Vereins Tapezierermeisier Louis- W o I f f. aul die Beden lung eines starken jüdischen Mittelstandes für (bis gesamte W irtschaftslebcn hin und ging dabei \on den grundverschiedenen Bedingungen /wischen den Verbändstagen 5 und' P>>(). die beide in Köln stattfanden, aus: Die furchtbaren Fölgeer scheinungen der Kriegs- und Nachkriegszeit kenn zeichnen unser Schicksal, das man mit Resignation nicht meistern kann, sondern Schicksal und Zu kunft müssen aus dem tiefen Born von Glaube]

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