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Handwerk und Gewerbe · 1920-11-01 · November-Heft · p. Seite 158

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
12 (1920)
Issue
November-Heft
Date
1920-11-01
Page
Seite 158 (sequence 6)
Language
German
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158 HANDWERK UND GEWERBE November-Heft . Mitgliederversammlung. laden wir Sie hiermit freundlichst ein Tagesordnung: / 1. Vorlesung des Protokolls'. 2. Aufnahme und Vorschlag neuer Mitglieder. 3. Bericht des Vorstandcs^und Ausschusses. 4. LehrlLngsfrage. 5. Verschiedenes. Da sehr wichtige Anträge vorliegen, ist das Erscheinen aller Mitglieder erforderlich. Der Vorsfand. Bericht der Versammlung vom 21. Oktober 1920* Der 1. Vorsitzende eröffnete die gut besuchte Versammlung. Auf Verlesung des letzten Protokolls wird verzichtet. Das in der letzten Vorstands- und Ausschußsitzung vorgeschlagene Mitglied Siegfr. Emanuel wird von der Versammlung einstimmig zum 1. Schriftführer ernannt, derselbe übernimmt sogleich sein Amt Durch zu spates Erscheinen der Verbandszeitung war der Vorstand gezwungen, eine Extra-Einladung zu dieser Versammlung den Mitgliedern zuzustellen, Xeu aufgenommen werden die Herren: ■ A. Simson, Hutpresserei, Rutschbahn 2. M. Freschel, Kürschner, Altona, Bahrenfeldcrstr. S. Libis, Metalle engros, Rappstr. 3, II. Leo Wolff, Agent, Grindelallee 39.' YVilh. Jotkowitz, Buchdruckerei, Lehmweg 61. Der Vorsitzende gibt bekannt, daß in Bielefeld ein neuer Verein gegründet sei, in Gegenwart der Herren Willy Markus und Louis Wolff, Berlin. Dieselben Herren haben in Hannover mit Herrn Direktor Silberberg eine Sitzung betreffs Lehrlingsfrage gehabt. In dieser Sache hatte auch Herr Biermann, der jetzige 1. Vorsitzende des Gehilfenvereins, mit fast allen Obermeistern der Innungen Besprechungen, die Meister erklärten sich gerne bereit, jüdische Lehrlinge einzustellen. — Da immer neue Mißstande bei Vergebung von Arbeiten in den jüdischen Instituten vorgebracht wurden, entspann sich eine sehr erregte Debatte, an der sich die Herren J. Brand, S. Levy, M. Cossen, H. Nissensohn, A. Rosenberg, S. Emanuel und E. Kohn beteiligten. Herr .Heymann rügt, daß die ausgehähgten Plakate des Jüdischen Gemeinschaftsbundes zu Barnbek von einem Xichtjuden gedruckt seien Herr Berlin berichtet über .die Vergebung der Maleraibeiten im Gemeindehaus, zur Preisabgabe hierfür sei nur ein jüdischer und ein christlicher Meister herangezogen worden, bei einem Objekte von etwa Mark l3 0ü ,—. Er schlägt vor, schnellstens eine Mitgliederliste herauszugeben und die entstehenden Kosten dadurch zu decken, daß stets für 1 Jahr im voraus der Mitgliedsbeitrag erhoben werden solle. " Herr Brand ist gegen diesen Vorschlag, er glaubt, daß die Kosten die sich eintragenden Mitglieder tragen würden. Der 1. Vorsitzende erklärt sich bereit, den verschiedenen Instituten, in denen Arbeiten an Nichtjuden . vergeben sind, diesbezügliche Schreiben zu senden mit dem Hinweis auf unsern Verein und dessen Mitglieder. Er schlägt ferner Herrn J. Brand für den Arbeitsausschuß vor, die Versammlung stimmte dem zu, Herr Brand nahm das Amt an. Herr W. Blatt regt an, die Institute nicht mit Geldern zu unterstützen, in denen nichtjüdische Kollegen beschäftigt werden. Der 1. Vorsitzende weist auf das Stiftungsfest hin und fordert die Mitglieder auf, recht zahlreich mit ihren Angehörigen zu erscheinen. gez. S Emanuel L Schriftführer. Verein jüdischer Handwerksgehilfen Groß-Hamburgs Geschäftsstelle: John Biermann, Hamburg 3, Schlachterstr. 47, Haus 2 part. Protokoll der Mitglieder-Versammlung am 7. Oktober, abends 77a Uhr, im Logenheim. Der II. Vorsitzende Kollege Simon eröffnet die Versammlung und teilt mit, nachdem der 1. Punkt der Tagesordnung, Protokollverlesung zurückgestellt wurde, daß einige Vorstandsämter getauscht werden mußtön. Der Koll. Biermann übernahm den Posten des I. Vorsitzenden, der Koll. Simon den Sehriftführerposten in Vertretung. Die Mitglieder stimmten dem zu und Koll. Biermann übernimmt den Vorsitz. Zum Punkt 3: „Bericht der Delegierten vom Verbandstage", gibt Koll. Simon den von ihm und dem Koll. Reich tadellos abgefaßten Bericht bekannt. Der I.- Vorsitzende dankt den Delegierten für ihre gute Arbeit auch auf der Tagung selbst, sdwie für ihre Teilnahme an der ganzen Tagung, die dieselben für ihre Kosten;mitmachten. Herr Heinemann vom Verein selbst, jüd. Handwerker sprach seine Anerkennung über den Bericht der Delegierten aus und empfiehlt, denselben als Broschüre gedruckt für Propagandazwecke zu verwertep. Punkt 4: Koll. Simon spricht über den Anschluß an den Zentralverband, dieser wird einstimmig beschlossen. Punkt 5: Zeitungsfrage wird automatisch nach Einleitungsworten des Koll. Reich erledigt. Punkt 6: Koll. •Biermahn gibt Bericht übexjtfie Arbeiten in der LehrstellenbeschafTung, er teilt mit, daß sehr gute Anfangserfolge zu verzeichnen sind. Unter Punkt 7: „Verschiedenes" teilt Herr Heinemann mit, daß der von ihm vertretene Verein uns zu seinem Stiftungsfest herzlich einladet. Schluß gegen 101/J Uhr. John Biermann. Ortsgruppe Leipzig. Gründungs-Versammlung. Am Sonntag, den 7. November 1920, fand in Leipzig die Gründung eines jüdischen Handwerkervereins im Rahmen des Zentralverbandes jüdischer Handwerkervereine Deutschlands statt. Zu diesem Zwecke waren von Berlin die Herren W. Markus unb Wolff gekommen. Die Versammlung wurde durch eine Ansprache des Gemeinderabbiners Dr. G o 1 d m a n n eröffnet, alsdann ergriff Herr Markus das Wort, um die interessanten Ausführungen, den Wert des Zusammenschlusses der jüdischen Handwerker darzulegen, seine Worte fanden begeisterte Aufnahme seitens der Versammlung. Darnach erklärte Herr Wolff die Tätigkeit des Handwerkervereins Berlin, seine Aufforderungen, auch hier in Leipzig den Bestrebungen sich anzuschließen, wurden beifällig aufgenommen. Daran schloss sich eine lebhafte Debatte, trotz Meinungsverschiedenheiten gipfelten doch alle Ausführungen darin, dass der Zusammenschluss nötig und angebracht sei. In der folgenden Konstituierung \ des Vereins meldeten sich 29 Herren als Mitglieder an. Im Schlußwort sprach Herr Markus den Wunsch aus, dass sich der junge Verein recht stattlich entwickeln möge und alle jüd. Handwerker Leipzigs zu gemeinsamen Wirken für das Gedeihen eines kräftigen jüd. Handwerkerstandes sich dem Verein anschließen mögen. A. Muscatblatt, I. Vorsitzender.

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