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Handwerk und Gewerbe · 1916-03-01 · 1. u. 2. März-Heft · p. Seite 240

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Journal
Handwerk und Gewerbe
Volume
9 (1916)
Issue
1. u. 2. März-Heft
Date
1916-03-01
Page
Seite 240 (sequence 10)
Language
German
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240 HANDWERK UND GEWERBE 1. u. 2. März-Heft für alle Berufsarten. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, für die Lehrlinge nur wirkliche gute Lehrstellen zu besorgen. Damit sie nach vollendeter [Lehrzeit auch tüchtige leistungsfähige Gehilfen sein können. In dem hierorts seit Jahren schon bestehenden Lehrlingsheim finden Lehrlinge jeder Zeit gute Unterkunft, auch gen leiten sie eine gute Erziehung und sind vorzüglich aufgehoben. Nähere Auskunft erteilt, Herr M. Vogelsang, Erster Vorsitzender des Vereins selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens Düsseldorf. Chanukah in Warschau. Im vorigen Jahre konnte die jüdiscne Bevölkerung Warschaus das Makkabäerfest nicht in gewohnter Weise begehen. Es wurde daher in diesem Jahre, da das Leben in der polnischen Hauptstadt allmählich wieder seine geregelten Formen angenommen hat, besonders lebhaft gefeiert. Die jüdischen „Kinderheime" und die Kinder- und Volksküche veranstalteten besondere Chanukahfeiern, in denen man den Kindern die Bedeutung de? Festes erklärte, sie festlich bewirtete und Chanukaspiele triit ihnen spielte. Auch die Jüdische Volksschule in der Nöwolipiestraße und die in der Ochronkastraße, die von den „Chowewe Sphat Ewer" gegründet ist, ferner die jüdische Kömmerzschule von Krinsky, hielten für ihre Zöglinge^ in Anwesenheit der bekanntesten Vertreter des nationalee Judentums Warschaus schöne Makkabäerabende mit Bildern und Gesang, hebräischen Vorträgen' und Volksliedern abn Emen besonderen Abend mit literarisch-musikalischem. Programm, unter Beteiligung der hebräischen Truppe „Habama ha'iwrith", veranstaltete der Jugendvlerein „Merkas ha'zeirim". Eines großen Erfolges erfreute sich auch das Makkabäerfest des neugegründeten zionistisdh-orthodoxen / VereiHS-„Haschacliar". Die beiden jüdischen Theater spielten zu Chanukah bei vollbesetztem Hause. Der Verein der jüdischen Angestellten, die Gesellschaft „Beth |_echem" u. a veranstalteten besondere Konzerte und Vorträge. Berlin. Der jüngst verstorbene Admiral Fe|ix von Bendemann entstammte väterlicherseits aus jüdischen Kreisen, sein Großvater war der im Posenschen geborene Jude ' Bendix. In seinen Nekrologen wurden alle! Kleinigkeiten seines Wirkens ausführlich aufgeführt, nur die! unbestrittene jüdische Abstammung hatte man vergessen. Petrikau. Zum Bürgermeister von Petrikau wurde der Kaufmann Salomon Friedberg ernannt. Berlin. Chanukahbescherung in der Gormanlnscraße. Wie alljährlich wurden im Stammhause1 der Hermann Abraham= . sehen Ans»alten, dem Israelitischen H.?imatbaus in der Gormannstralte, auch in diesem lahre'etvya 70 Kinder die jüdischen Zöglinge seiner sämtlichen Horte zU einer Feier des Chanukatestes versammelt. Während die Lichter auf dem siebenarmiijen Leuchte»- brani'tcn, tönte aus frischen Kinde -kehlen der Siegesgesang "der /Vi.iiikabäer, doppelt ergreifend und verheißungsvoll in diesem Jahre, da ihre Väter und Brüder dort draußen stehen, wie) einst" unsere Ahnen, der vielfachen Ueberm;tcht der Feinde zu v. ehren. Nachdem eine Hortkiterin dien Kindern in anschaulichem Vonrag'die Bedeutung des Feste-; erklärt hatte, und nach hübs>hr-ii Aufführungen von!lieben kleinen Mädchen, ließ der Höhepunkt des Abends, die Bescherung die ungeduldigen Geister nicht länge; auf sich warten. Auf langen Tafeln waren die Gaben aufgebaut, hier die Knallen, dort die Mädchen; und jedes fand aufjseiiiem Platz außer einem Spielzeug, Aepfeln, Nüssen una Pfefferkuchen, auch irgend ein hübsches warmes Kleidungsstück, das den Eltern in dieser harten Zeit besonders willkommen sein dürfte. Den Schluß bildete natürlich, wie stets] allgemeines begeistertes Schokoladetrin ken. Annoncen-Annahme and Verlag: Dr. Bäsch ,& Co. Redaktion: Dr. Carl Bäsch. VC i Breslau. Frau Professor Mtrg. Bruck, Eilt Sachs und Justizrat Henschel, sowie Frau Geheimrat Friedlaender- Lublinitz wurde von der Herzogin von Sachsen-Meiningen der Orden für Verdienste von Frauen und Jungfrauen in der Kriegshilfe verliehen. , Berlin. Im preußischen Abgeordnetenhause wurde die Handwerkerfrage in diesen Tagen eingehend erörtert Die Redner aller Parteien waren sich dahin einig, daß das Handwerk nach dem Kriege auf das Nachdrücklichste unterstützt werden müsse. Insbesondere müßten die aus dem Felde zurückkehrenden Handwerker tunlichst wieder itiren Betrieben und auch die Kriegsverletzten, wenn irgend angängig, ihrem bisherigen Gewerk wieder zugeführt werden. Auch die Kreditfragen nahmen einen großen Teil der Debatten ein und man darf hoffen, daß dem Handwerk hieraus ein wirklicher Nutzen erwachsen wird. M^wiriSOCNCM^ Ü iiillii Bücherschau, iiim 5 ftOt&Oi&C,|imiChCii^^ Der Golem. Roman von Gustav Meyring, Leipzig, Kurt Woltf Verlag Mk. 4,50. ' Wie ein Traum ziehen die Bilder in Meyrinks Roman ,.Der Golem" vorüber und wirken nachhaltend. Die Figuren aus dem alten Prager Ghetto werden wieder lebendig und die Sage vom Golem wird in seltsamen Figuren und Aben teuern zu neuem Leben erweckt. % Der Raw. Kulturhistorische Erzählung von Judäus. Verlag des Israelit, Frankfurt a. M. Brosen. M. 3,- , geb. M. 4, Mitteilungen des Gesamtarchivs der deutschen Juden von Eugen, Täubler, Verlag Gustav Fock, Leipzig. Ein Jahr Weltkrieg, Aug. J914 Aug. 1915 von Adolf Uzarski, Verlag Leonhard Tietz, A.-G., Düsseldorf. Gegen Frankreich und Albion von Fendrich, Franckhsche Verlagsbuchhandlung,"Stuttgart, geh. M. 1,80, geb. M. 2,80. Alle Schriften Fendrich's atmen gleiche Frische. Die Schilderungen der Mobilmachung und der ersten Tage und K'rie^smonate sind lebendig und echter deutscher Geist spricht aus dem Werke des Mannes der äußersten Linken Die Juden im Kriege, Denkschrift des jüdischen sozialistischen Aibeiterverbaial.'s Poale Zion Haag, igen". M. 1,—. Im besetzten Polen von Dr. Bahr, Verlag Kirl Curtius Berlin W 35, geh. M. 0,80. Im Kampf gegjn Russland von Wiih. Conr. Gomoli, Verlag F. A. brockhaus, Leipzig, geh. M. I,:—, mit 42 Bilden. Die jüdischen Kolonien in Palästina von Dr. Alfons Paquet. Verlag Gustav Kiepenheuer, Weimar, geh. M. 0,75. f . l Der Kaiser und der Weltfrieden von Alfred H. Fried, Verlag M. Bauchwitz, Stettin, geh. M. 3,'—, geb. M. 4,—. Die Geschichte der kleinen Fliege, Roman von Doris Wittner, Verlag Grethlem & Co., Leipzig, geh. ,M. 4,—, geb. M. 5, . Heinrich Heine bildet den Mittelpunkt dieses spannend geschriebenen Romans. Die Schicksalejener seltsamen Frau, die in den letzten Jahren vor Heines Ableben auftrat, ziehen in lebhaften Bildern vor den A igen des Lesers vorüber. Wer Heine verstehen lernen will, nehme dieses interessante Buch zur Hand. Gedichte von Hugo Zuckermann, Verlag R. Löwit, Wien, geb. M. 2,—. Der bekannte Wiener Verlag hatsich mitdieserZusammenstellung ein bleibendes Denkmal erworben. Zuckermaun als Held für sein Vaterland in den ToJ gegangen, wird unvergeßlich bleiben, seine Lieder werden Nationaleigentum seines Volkes werden. i ü. ni. b. H., Benin-Wnmeibdoif, Nasoauische Str. 24. - Verantwortlich für die iibersdorf. - Druck: D. Feilchenfeld, Berlin SW IQ, Beuthstr. 19. 1

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