Der jüdische Handwerker
- Journal
- Der jüdische Handwerker
- Volume
- 27 (1935)
- Issue
- 12 (12.1935)
- Article
- Beilage: Der Jüdische Mittelstand Nr. 21
- Date
- 1935-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Verlegung einer Verkaufsstelle Als KenehmiffnnKspflichtifte Errichtung einer Verkaufsslelle im Sinne des Finrelbandelsächutzgesetzes gilt es nicht, wenn eine Verkaufsstelle unter Aufgabe der bisherigen Verkaufsräume innerhalb desselben Gemeindebezirks in andere Räume verlegt wird, sofern die Verkaufsstelle in den bisherigen Räumen von dem Inhaber mindestens ein Jahr betrieben worden ist und die neuen Verkaufsräume nicht mehr als fünfundzwanzig Quadratmeter größer als die bisherigen sind. (S 2 Abs. 2 Einzelha*ndelsschutzgesetz.) :.. und von Marktständen Markthallen- und Wochenmarkt- sowie Priyatmärktstände unterliegen nicht den Vorschriften des Ernzelhandelsschutzgesetzes und dürfen daher von Händlern ohne Genehmigung nach dem Einzelhandelsschutzgesetz auf dem von Markthallen, Privat- und Wochenmärkten eingenommenen Raum errichtet werden. Diese Marktstände sind nicht als Verkaufsstellen im Sinne des Einzelhandelsschutzgesetze« anzusehen und können somit auch nicht ohne weiteres in eine feste Verkaufsstelle (Laden) außerhalb des Marktbereichs verlegt werden. Vielmehr gilt die Fortsetzung des Handels in einer festen Verkaufsstelle als Neuerrichtung und ist entsprechend den Vorschriften des Einzelhandelsschutzgesetzes genehmigungspflichtig. Nicht genehmigungspflichtig ist hingegen die Verlegung von Ständen von einem Privat- oder städtischen Wochenmarkt auf einen anderen Markt. Wann dürfen Ausverkäufe stattfinden? Der Polizeipräsident von Berlin hat soeben eine Anordnung erlassen, nach der als Ausverkäufe — auch wenn sie im Wege der Versteigerung stattfinden — in öffentlichen Bekanntmachungen oder Mitteilungen, die für einen größeren' Personenkreis bestimmt sind, nur solche Veranstaltungen angekündigt werden dürfen, die ihren Grund in der Aufgabe 1. des gesamten Geschäftsbetriebes, 21 des Geschäftsbetriebes einer Zweigniederlassung (selbständige Verkaufsstelle), 3. einer einzelnen Warengattung haben. Spätestens 1« Tage vor der Ankündigung eines Ausverkaufs ist der Industrie- und Handelskammer Anzeige zu machen, und zwar unter Einreichung aller erforderlichen Unterlagen. Die Dauer von Ausverkäufen darf in der Regel zwei Monate nicht Uberschreiten. Jus iitn 1HUUlstauds-Ueda*id Tleue Mitglieder Blumengeschäft Breslauer, Leo, i. Fa. R. Breslauer. N 2*. Elsasser Str. 55. D 1 Norden «096. Brlllant«n-Hlndl«r Windreich, N24, Elsasser Str. 17/18. D 1 Norden 4756. Bücherrevisor Katz, Max, Charlottenburg 5, Witzlebenstr. 50hpt. , J 5 Westend 5549. Mainzer, Jacob, W50. Martin-Luther-Str. 85. B6 Cornelius 5061. Kohlenhandlungen Blnchmann, II.. N 54. Linienstr. 45. D 1 Norden 4454. Reich, M., N54, Grenadierstr. 45. Auch Holz. KonfitQran Sehlüter-Confiserie, Inn. Bruno Hirschheimer, Charlottenburg 4, Schlüterstr. 54. ] 1 Bismarck 4264. Lebensmittel Holzhändler, A„ i. Fa. Dorothea Holzhändler, Schöneberg, Akazienstr. 20. Auch Obst / Gemüse / Feinkost. Lederwaran Kota-Lederwaren, Inn. Herbert Dresel, W 50. Bayerischer Platz 5. B 6 Cornelius 0756. Möbelgeschäfte Dlnznienski, S., 054, Posener Str. 26. Alt und neu, auch Polsterwaren. E7 Weichsel 1291 (Wenzel). Möbelhans Alexander-Eck, Inn. Georg Levy & Sohn, 0 27. Alexanderstr. 52. El Berolina 1525. Papier- und Schreibwaren Wittelsbach-Papierhandlg., Inh. Johanna Rosenbaum, Schöneberg. Grunewaldstr. 59. G 1 Stephan 4661. Zigarrengeschalt Sachs, Krim. NW 87. Levetzowstr. 15 a Fördernde Mitglieder Lewin, Dr. Alfred, NO 55. Prenzlauer Allee1187. D5 Vincta 2987. Buchbesprechung Unsere Geschäftsstelle Die außerordentlich starke Inanspruchnahme der Geschäftsstelle macht es erforderlich, darauf hinzuweisen, daß die Sprechstunden an jedem Montag, Mittwoch und Freitag in der Zeit von 10—li Uhr vormittags und von 2—4 Uhr nachmittags abgehalten werden. Im Interesse einer geregelten Geschäfteführung bitten wir deshalb, die oben angegebenen Zeiten innezuhalten. In besonders dringlichen Fällen steht die Geschäftsstelle den Mitgliedern auch außerhalb dieser Zeit (redoch nicht . um Sonnabend und Sonntag) telefonisch (B 4 Bavaria 1050) zur Verfügung. Heinrich Kurtzig: „Liebet« und Irrfahrton" nach Homers Odyssee Wieder mal etwas Heileros in 12 Gesängen. Gustav Engal, Vorlag, Leipzig Ct. Cob. RM 1.40. Travestien haben immer einen oigonartigon Roiz für den Kenner dos jeweiligen Originalwerkes gehabt. Die kecke, unbekümmerte Art, wie der Nachdichlor mit den Personen, Verhältnissen und Vorgängen seines Vorbildes verfährt, hat seil Blumauers .Travestierter Aeneide" immer wieder (rohe Lacher und schmunzelnde Geniefjer gefunden. Das ist besonders bei dem vorliegen- . -den Werkchen der Fall. Diese von echtem Humor durchtränkten, an Offenbachs übermütige Spottlfltr> wie an Wilhelm Büschs tiefgründig-komische Lebensweisheit gemahnenden Reimpaare in Knittelversform führen den edlen Dulder Odysseus durch alle Schrecken und Freuden seiner langen Irrfahrten hindurch bis zum glücklichen Ende. Dieser würzige Extrakt aus der dickleibigen Rhapsodie des antiken Sängers Homer bedient sich, unbekümmert um Raum und Zeil, aller neuzeitlichen Verkehrs-, Nachrichten- und Werbemittel. Kurtzigs Versuch, Homers Odyssee umzudichten, darf durchaus nicht als Wille zu burlesker Verulkung einer uns liebgewordenen klassischen Tradition gellen. Man spürt in den flüssigen, unserm neuzeitigen Empfinden angepaßten Versen und Reimen in jeder Zeile die Absicht, eine versunkene Kultur dem modernen Menschen wieder nahe zu bringen, die erhabenen Gestalten zwar vom Kothurn der Unnahbarkeit herunterzuholen und zu erlösen, ohne jedoch die sittliche Gröfie und den menschlichen Gehalt dieser Helden antasten zu wollen. Dal) an Stelle des tragischen Ernstes und der Feierlichkeit erfrischender Humor und echt .Homerisches Gelächter* getreten ist, wer wollte das in heutigen, von vielen Menschen eis allzuschwer empfundenen Zeitläuften dem Verfasser verargen? Hier ist ein wirkliches, zeitgemäßes Kunstwerk entstanden, geeignet, eine Lücke in der literarischen Produktion auszufüllen, ein Werk, das zugleich unterhält und belehrt, und dem es an ergriffenen und dankbaren Lesern nicht fehlen wird. Geschäftsstelle das „Zentralverbandes jüdischer Handwarkar Deutschlands e. V.": Barlin W 50, Nachodstrafl« 8 (Laden Wolff) / Fernsprecher: B 4 Bavaria 1030 / Postscheckkonto: Barlin Nr. 84226. Geschäftsstelle da« ..Reichsverbandes des Jüdischen Mittelstandes": Berlin W 50, Nachodstr. 8 (Laden Wolff) / Fernsprecher: B 4 Bavaria 1030 / Postscheckkonto: „Wilhelm Marcus, Berlin-Friedenau", Berlin Nr. 91508. .Oer JUdlache Handw.rk.r-- erecheint einmal monatlich. Mltta daa Monats mit der elendigen Beilage „Der Jüdische Mittelstand". Sohrlttleltung: Erich Seiinger. Berlin W 50. Nechodatr. 8 / Fernaprecher . 6 4 Bavaria 1030. All* redaktionellen Antragen und, Einaendungen sind an die Schrlftleltung dea „Jüdlechen Handwerkerzu richten. Redaktloneachlufl am 8. Jedee Monats. Verlag. GeachlHaet.il. und Anzolgenverwaltungt Blko-Verlag. Berlin SW 19 Kurstr. 20/21 / Fernsprecher: A 6 Merkur 1182 Postscheckkonto „Druckers! Bika", Berlin Nr. 21442. \ Bezugepreis: Vlertel)lhrllch 30 Rpt. zuzüglich Bestellgeld. Einzelnummer 25 Rpt. B..t.Hungen nimmt |ede Postenatelt oder dar Blko Verleg. Berlin SW 18 Kuretr. 20-21. antgagan. Anielgenpreleei LL Preisliste auf Antrage Zur Zelt Ist Preisliste Nr. 4 vom 1. Sept. 1838 gültig. SchluB dar Anzeigenannahme: Am 10. jeder. Monata. Verentwortlloh: Für den redaktionellen Toll: Erica Salinger, Berlin W 80. für den Anzeigenteil: Kurt Aufrecht, Barlin SW 18. Drtieki Druckerei Blko, Berlin SW 18 DA. 3.800 III. V). 35. 12