Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 6 (11.2.1938)
- Date
- 1938-02-11
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHES GEMEINDE BLATT 1EIPZIG 11.-Februar 1938 / Nr. 6 Jüdische Winterhilfe (Israel. Religionsgemeinde, Abt. Winterhilfe). Postscheckkonto Nr. 20316 Lebensmittel-Ausgabe! Mittwoch, 10. Februar in der Zeit von 15 bis IS Uhr ftrtippe 1 und <*ruppen 5 bis 10 Donnerstag, 17. Febr. in der Zeit von 15 bis 18 Uhr Gruppen 2, 3 und 4 im Auggabelager Brühl 47. Die grauen tiruppenkarten sind auf jeden fr all mitzubringen. _ 2 l-cbrtiar 1938 4. Februar 1ÜJ8 4. Februar 1038 6. Februar 1938 Todesfälle: Heinrich Cahn, Hindeuhurgstraßc 10. Caroline Burgheini, Frcgestiaße 22. Hirsch Eichner, Fregestraße 31. Hanni Hausinann, Humboldtstraße 2. Bevorstehende Veranstaltungen 13. Febr.: Jüd. Lein haus und Jüd. Kulturbund; Vortrag Professor Dr. Kjsch-Köln. 26. l ehr.: Makkabi hazair: linkiba: Bundesfest des J.P. Makkabi hazair. 27. Febr.: Veranstaltung der Schild-Kegler zugunsten der Jüdischen Winterhille. 6. Marz: K.A. F.: Mcsseabend. 9. März: K.A. F.: Sonderabend. 10. März: Jiid. Kulturbund: Opern-Gastspiel des Berliner Kulturbundes: „Wenn ich König wär'" von Adain. gebieten an efher Reihe von Begriffspaaren gliedert. Das Feuilleton bringt mit einer Erzählung von M. Y. Ben-üavricl „Die Ideen des Crassus" - ganz etwas änderte. Der ülossenteil gibt ein Kuriosuni über den jüdischen Shcrlock Holmes von Czernow itz. zum besten und enthält im übrigen Buchbesprechungen, darunter eine ausführliche, scharf kritische Würdigung von Max Brods Kafka-Biographie durch Hans Bach. Zu Martin Bubers 60. Geburtstag. Die Schuhabteilung der Reichsverti etuiig der Juden in Deutschland hat zu Martin Bubers 60. Geburtstag einen Rundbrief au die jüdischen Lehrer herausgegeben mit folgenden Beiträgen: Leo Baeck, Dank an JVWUn Buber; Adolf Lt-ckiiitzcr, An die jiidischen Lehrer; Robert Weltsch, Martin Buber, der Erwecker; Ernst Simon, Martin Buber, eine Rede vor Kindern und Jugendlichen. Eingeschaltet sind ferner zwei Stellen aus Bubers Schriften. — Ein chronologisches Verzeichnis von Bubers Buchveröffentlichungen einschließlich der Übertragungen und Editionen (37) veröffentlicht der Schocken-Vei lag und umrahmt diese Bibliographie mit Würdigungen Bubers u. a. von Rosenzweig und Robert Weltsch, sowie Auszügen aus Bubers Schriften unter den Stichworten: „Autobiographische Beiträgt aus Bubers Schriften", „Die Bibel-Arbeit" u. a. — Bubers Werk ist Seit Jahren im Sehocken-Verlag vereinigt. Konzert und Theater Jüdischer Kulturbund: Von Romeo bis Streichquartett. Revue von Max Ehrlich und Willy Rosen. Wenn spät nach Mitternacht der Vorhang /um letzten Male fällt lind das schmerzende Zwerchfell sieh langsam wieder glättet, fragt mall sieh: wie hält es dieser Max Ehrlich nur aus, vier geschlagene Stunden auf der Bühne zu stehen und nicht nur nicht müde zu werden, sondern sich fortgesetzt, bis ziü letzten Verbeugung, noch zu steigern? Hier läuft ein Motor von starker Umdrehungszahl, der nicht nur unentwegt eigene und geborgte Witze in sprudelndem Schwalle hochpumpt, sondern dabei, noch die Figuren und Requisiten des ganzen Ladens mit antreibt. Er legt das richtige Tempo vor, welches verhindert, dali die Stimmung des Publikums während der langen Dauer des Programms Jüdischer Kulturbund e.V. (Mitgl. I Dienstag, den 15. Februar 1938, 20 15 Uhr im F-lix-Goldmannheim (nicht Kulturbundtheater) d Reiohsverbtd Jüd Kulturb. 1 Deutschi). | Vortrag: Prof. Dr. Kiach-Köln: „Uns Verhältnis «Ich Judentum« y.ur Xatur". Zutritt nur mit Kulturbundkarte (auch Abwechsler) oder Hörerkarte des Lehrhauses. — Diese auch an der Abendkasse 7u RM. 1.50 erhältlich. Iii. März: Sportverein „Schild": Handballspiele. 15. März: Jüd. Lehrhaus und Jüd. Kulturbund: Vortrag Dr. Julius Bab-Berlin. 17. März: K. A. E.: Purimabend. 20. März: Sportverein „Schild"': Jugendspieltag. Aus d m Gemeindeamt Lehrgang für technische Lehrerinnen. Die Schulabteilung der Juden in Deutschland und der Jüdische Frauenbund teilen mit: Es ist .n Aussicht genommen, April 19JS an der Jüdischen Haushaltungsschule, Frankfurt a. M., Ouinckestr. 20, einen einjährigen Lehrgang für technische Lehrerinnen zu beginnen. Es können Mädchen aufgenommen werden, die hauswirtschaftlich und technisch begabt sind und eine pädagogische Ausbildung bereits erhalten haben (wissenschaftliche Lehrerinnen, VolksschuHehrcrinncn, Sport- und Gymnastik-Lehrerinnen, Kindergärtnerinnen und Hortnerinnen) oder anderweitig nachweisen können. Ziel des Lehrganges ist die Befähigung zur Erteilung von Hauswirtschafts- und Handarbeitsunterricht an jüdischen Schulen und hauswirtschaft'icheii Betrieben. Die Kosten betragen für Schulgeld RM. 25,— monatlich; für Wohnung und Verpflegung in der Frankfurter Uaushaltungsschule RM. 60,— monatlich. Anmeldungen sind zu richten an die Jüd. Haushaltungsschule Frankfurt a. M., Quinckcstr. 20. Beizufügen sind: ein Gesundheitsattest, selbstgeschriebener Lebenslauf und schon vorliegende Zeugnisse. Neue Bücher Mitteilungsblatt des jüdischen Buchhandels. Dem Bedürfnis, das geistig interessierte jüdische Publikum mit Neuerscheinungen bekanntzumachen und auch die seit Jahren bestehende Literatur ihnen näherzubringen, will das „Mitteilungsblatt des jüdischen Buchhandels" Rechnung tragen. Abdruck ein/einer Kapitel interessierender Bücher sollen das Publikum Geschmack an dem Blatt und an Büchern finden lassen. Das „Mitteilungsblatt des jüdischen Buchhandels" ist ausschließlich durch den jüdischen Buchhandel zu beziehen und wird kostenlos abgegeben. „Der Morgen", Jahrgang 13, Heft 9. Jüdisches Her/ und Organisation ist das Thema, das der Leitartikel „Wettlauf der Hilfe" im Dezemberheft des „Morgen" ansehlägt. Leo Baeck variiert dieses Thema in den mannigfachsten Reflexen, wenn er Felix Warhurg einen geistig und stilistisch gleich ausgewogenen Nachruf widmet. In etwas anderer Form kreist auch die Aussprache über das Ende der Bünde, an der Heinz Gochsheimer, Hardi Swarsensky und Günter Friedländer teilnehmen, um dieses Thema, wenn wir es als die Gegensätze freiwilligen Zusammenschlusses aus eigener Lebensentscheidung und pflegerischer Betreuung der Jugend innerhalb der Gemeinden fassen. Hilde Ottenheimer versucht den Gegensatz der aschkenasischen und sefardischen Juden zu einer kulturgeschichtlichen Typologie zusammenzufassen, die ein äußerst reiches Material aus allen Kulturaiich nur einmal abgleitet, das Ineinanderarbeiten von Wort, Ton, Bdd und Bewegung ist bewundernswürdig exakt, und vom Introduktionsgebrüll des Mctro-Goldwyn-Maver-Löwen bis zum entfesselten Klamauk im „Streichquartett" gibt es kaum eine lahme Stelle. Das ist für eine Revue ein großes Lob, und dieses Lob soll kollektiv, aber in gleichen Teilen, auch jedem Einzelnen des Ensembles nachdrücklichst gezollt werden. Nur Willy Rosens, des nur in effigie Anwesenden, sei besonders gedacht: seine spritzige und witzige Musik, die das Ganze einhüllte, war von vorzüglichem Stoff, beste Maßarbeit, und saß wie angegossen. Dr. R. Kulturbundkonzert. Das zweite Symphoniekonzert des Berliner Kulturbundorchesters stand unter der Leitung von Kapellmeister Rudolf Schwarz. Dieser feinfühlende Musiker, der die Werke bis in die äußersten Fingerspitzen beherrscht, holte mit knappen Bewegungen vom Orchester das Letzte heraus, so daß eine vorzügliche Gesamtleistung geboten wurde. Iti der Serenade C-dur für Streichorchester von Peter Tschaikowsky, die nicht zu seinen besonders gelungenen W erken gerechnet werden kann, konnten sich die Streicher des Orchesters von ihrer glänzendsten Seite zeigen. Als Solist des Abends trat Leo Rostal mit dem H-moll Cellokonzert von Anton Dvorak auf. Fr erwies sich als guter Cellist, der eine ausgeglichene Technik und großen Ton besitzt. Leider hatte der Künstler anfangs etwas Hemmungen, die den Aiicgrosatz beeinträchtigten. Den Adagiosatz dagegen spielte er freier und wundervoll innerlich vertieft. Besonders virtuos ist der letzte Satz; er stellt, wie überhaupt das ganze Werk, an den Cellisten höchste Ansprüche, denen Leo Rostal glänzend gerecht wurde. Rudolf Schwarz begleitete mit dem Orchester außerordentlich dezent. Den Schluß bildete Mendelssohns A-dur Sinfonie, ein Werk, das immer noch stark zündet. Rudolf Schwarz hob im zweiten und dritten Satz besonders den romantischen Charakter hervor, dagegen wich er im ersten Satz und im Finale in seiner Auslegung des Werkes von der sinfonischen Gestaltung stark ab. Die Holzbläser hielten sich sehr wacker, dagegen blieb bei den Blechbläsern manches zu wünschen übrig. Kapellmeister Schwarz, sein Orchester und der Solist wurden für ihre ausgezeichneten Leistungen herzlich vom Publikum gefeiert. tt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Wie es die Vorschau vermutete, war das Handballspiel der I. Schild-Elf gegen ilie Sportgruppe Magdeburg kein leichter Gang, obwohl die Mannschaft gleich groß in fahrt kam, insbesondere das Zusammenspie] des Innensturms (Kairuß Bfuth Ehrlich) durch die vorzügliche Unterstützung der Läufer Bleich und Bluth wie am Schnürchen klappte, der auch, in wenigen Minuten drei Tore vorgelegt hatte, ehe die Gäste überhaupt den ersten gefährlichen Vorstoß Unternehmen konnten. „Schild" erhöhte bis zur Pause noch auf 5:1, um gleich nach Wiederbeginn durch 'Schnitzer des sonst tadellosen Gästetorwarts sogst auf 7:1 zu kommen^ dann aber begann erst die richtige Spannung und Stimmung, denn im Nu hatte