Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 4 (28.1.1938)
- Date
- 1938-01-28
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 4 JÜDISCHES üE MEIN DEBLATT LEIPZIG 28. Januar 1938 / Nr. 4 poetische Bedeutung wieder. Der noble, kultivierte Alt der Künstlerin wird getragen von einer wachen Intelligenz, welche gleichsam den schöpferischen Akt des Komponierens rekonstruiert, indem sie nachspürt, wie die Dynamik des poetischen Textes die musikalische Keim/eile rei/.te. Diese tief künstlerische Art des Vortrages, welche in einer Vielfalt feinster Stufungen von Tempo und Stimmstärke gipfelt, ist äußerst eindrucksvoll, und es ist klar, daß aus diesem Urunde Lieder auf lyrische Texte weit stärker wirken als manche Arien mit ihren oft banalen oder aus dramatischem Ablauf hei ausgelösten Wortgefügeri. Wir haben selten Wolfs Möriko-Lieder wie den feierlich schreitenden „Gesang Weylas" oder die „Verborgenheit" so vollendet schön gehört wie von ihr. Die (iahen Susanne Locwensteins, die Leo Schönbach mit feinster Musikalität begleitete, waren würdiger Auftakt für das große l est des Kulturbundes zugunsten der Jüdischen Winterhilfe, welches nach dein Konzertteil einen glanzvollen und ergiebigen Verlauf nahm. Als Stimmungsmotor hatte man sich Herbert Zernik verschrieben, dessen stark redender Mund und parodistisch-manueller Jokus schallende Heiterkeit erzeugte. Zum Tanze spielte im Saale die vorzügliche Kapelle Oschitzky in voller Besetzung, und auf der Galerle drehten sich die Paare zur Musik Walter Meyersteins und seiner Mannen. Dr. R. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Am vorletzten Sonntag sollte Dresden Trumpf sein, beide Vereine hatten für diesen Tag Spiele mit dem dortigen B. K. und Schild abgeschlossen, und auf beiden Seiten war man so einsichtig, wegen der schlechten Bodenverhältnisse, die Plätze und noch mehr die Spieler zu schonen. Auf diese Weise stand Bar Kochbas Tisch-Tennisjugejid mit ihrer Vereinsmeisterschaft ganz im Vordergrund des Ib. Januar, und daß diese annähernd KU) Meldungen einbrachte, nimmt bei der Sportbegeisterung der Jugend weiter kein Wunder. Ihr bedeutet der Sport eben mehr als nur Zeitvertreib, als sich für kurze Zeit ent¬ Sieg brauchte zu seiner Entstehung etwas reichlich viel Zeit, was nutzt alle Überlegenheit, wenn man das Tor nur sehr schwer findet. Die I. Mannschaft zeigte sich gegen J.S.d.-Berlin mal wieder von der besten Seite, allerdings auch erst nach Ablauf von 45 Minuten, nachdem es bis dahin noch 0:0 hieß. Sie war technisch überlegen, aber das Schießen schien anfänglich auch bei ihr verboten gewesen zu sein. Nach Hutterers raffiniertem Strafstoß zum 1:0 waren die elf wie umgewandelt, cier Sturm kam auf die bekannten Touren, und drei weitere Tore waren ihre Ausbeute, zumal sich Berlin durch reichliche rednerische Betätigung manche spielerische Chance verdarb. Seine zahlreichen mit viel Schwung durchgeführten Angriffe blieben dennoch stets gefährlich, aber hinten stand Danziger, der mit Hutterer und Weiser der Beste einer guten Mannschaft war, der zur Vervollkommnung nur noch größeres Schußvermögen fehlt. Beim Staude von 3:0 kam der Gast zum verdienten, aber vermeidbaren Ehrentor. Die Knaben kamen gegen Chemnitz gerade noch zu einem 4 :3. Die meisten Tore des Tages schössen Bar Kochbas I. Handballer gegen Dresden, und dabei war dessen Torwart noch der zuverlässigste seiner Elf, 15: 1 war die Ausbeute. Seine I. Fußballer hatten schon etwas mehr Mühe mit 2: 1 dort die Oberhand zu behalten. Nach anfänglicher leichter Überlegenheit Dresdens setzte sich dann doch das größere Stehvermögen der Hiesigen durch. Die Mädels dagegen kamen über ein Unentschieden von 3:3 nicht hinaus. Und morgen . . . wird Bar Kochba mal wieder hier tüchtig in Funktion treten, denn Hagibor-Berlin kommt für die Fußballer mit seiner I. Elf, seinen „Alten Herren", seiner Jugend und seinen I. Knaben, und als Vertreter des Handballs bringt er außerdem seine 1. Mädelmanuschaft mit. Herausgegeben vom .Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig. Redaktion: Uenieinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C I, Walter-Blümel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Ooldfreund Leipzig C I, Reichsstraße 30/32, Fernsprecher 16722. Anzcigcnleiter: Ernst Qnldfreuna, Cichoriusstraße 2a Fernsprecher 607 71 Für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen, telefonisch und nach Anzeigenschluß autgegebene Anzeigen wird keine Gewähr übernomim n. Druck: lordan & Qramberg,Leipzig, Brüderstr. 19 D. A. IV. Vj 37. 3143. Pr. L. Nr. 7. Nur für Mitglieder Jüdischer Kulturbund(Mi,Bl d Hontag, d. 31. Jan., pünktl. SO.30 Ihr Gastspiel der Kleinkunstbühne d. Berl. Kulturbundes: Max Ehrlich nun. Kn«emble „Von Romeo bis Streichquartett" iüd.-Kuiturba. i. Deutschi | Nur für Mitglieder Sonnabend, den 5. Februar 1938, pünktlich 19.30 Uhr Konzert tl. Herl. Kultarbundorchesters spanneu wollen von der Alltagsarheit, er gehört für sie zu den alltäglichen Lebensaufgaben, er ist ein Stück ihrer selbst; und ihre Leistung bei dieser Meisterschaft war z. T. derart gut, daß man sogar daran denkt, eine Auswahlmannschaft den eignen „Herren" entgegenzustellen, und den hat die ältere Generation noch nicht gewonnen . . . Auf sechs Konkurrenzen verteilte man die große Teiluehmerzahl, in der A-(iruppe der Knaben holte sich Stempel gegen Holzer den Meistertitel, nachdem sieh der Unterlegeue in dem wohl schönsten Treffen des Tages, gegen I. Stein die Teilnahmeberechtigung, allerdings erst nach fünf Sätzen erkämpft hatte. In der B-üruppe schaffte es Rotter gegen Krämer, und bei den Mädels der gleichen Klasse gab es in Meta Weinrauch einen Überraschungssieger, während in der A-Klasse die Favoritin Ruth Goldstein den ersten Platz erkämpfen konnte. Das Knaben-Doppel sicherte sich Ciruiitzei-Schmerler gegen Gersten-Kastner und im Ucinischt-Doppel setzte sich im Endspiel das (ieschwisterpaar L. und I. Stein gegen Stempel-Borenfreund durch, Für W. Lesehziner war es wiederum keine Kleinigkeit, diese Arbeit und die Begeisterung der Jugend zu bewältigen, aber was tut man nicht alles und auch gern für sie!! Während B. K.s Fuß- und Handballer am letzten Sonntag in Dresden weilten, spielte Schild-Dresden mit 3 Mannschaften hier in Thekla, von denen die I. Handballelf ihr Meisterschaftsspiel allerdings gegen Jena austrug. Schilds Mädel konnten sich für ihre vor kurzem dort erlittene knappe Niederlage mit 3:1 revanchieren, und es hätten noch einige Tore mehr sein können, wenn das Ganze nicht zu sehr auf eine Spielerin zugeschnitten wäre. Die II. Fußballer errangen zwar ein glattes 3:0 gegen Dresdens 1., aber dieser klar verdiente Vereinsnachrichten Jüdischer Kulturbund. Unsere erste Februarveranstaltung findet bereits am 5. Februar pünktlich 19.30 Uhr statt (Konzert des Berliner Kulturbundorchesters). Wir bitten daher unsere Mitglieder, bis zum 2. 2. 1938 (einschließlich) den Februarbeitrag zu entrichten. Die Zahlstellen rechnen an diesem Tage abends mit uns ab, so daß eine Zahlung nachher nur noch in unserem Büro mit den üblichen Verzugszuschlägen in den Geschäftsstunden geleistet werden kann. "Tf" Tennis-Club Leipzig „Rot-Weiß" e.V. Am Sonntag, den (). Februar, 19 Uhr, findet ein Tischtennis-Wettkampf zwischen I dem Sportverein „Schild" und dem Tennis-Club Leipzig „Rot- Weiß" statt. Wir bitten unsere Clubmitglieder um recht zahl- L reiches Erscheinen. Jüdischer Sportverein Bar Kochba Leipzig e. V. Büro: Brühl 45. Am Sonntag, 30. 1., finden folgende Spiele statt: 10 Uhr: Handball I. Mädchen 2. Mädchen, 1%%^ II Uhr; Handball 1. Jugend 2. Herren, ^AliX 13.30 Uhr: Handball: B.K. Leipzig I Hagibor Berlin I, 14.30 Uhr: Fußball: B.K. Leeipzig I—Hagibor Berlin I. Sportverein „Schild" Leipzig. Geschäftsstelle: Kleine Fleischergasse 8, Aufg. A,II. — Wir fahren am Sonntag, den 30. Januar, zum Handballspiel nach Jena. Schlachtenbummler bitten wir, sich in der Geschäftsstelle zu melden. Sonntag, den 30. ds. Mts., Jugendpflichttraining 10 Uhr auf dem Platze. Wohnung, vier Zimmer, groß, sonnig Parkett, reichlich Zubehör per 1. April a. c. preiswert zu vermieten. Wa.-Bliimel-Str. 21, III. 51/, Zi.-Wohng. m. reichl. Nebengelaß p. f. April evtl. früher zu vermiet. Funkenburgstr. 15, p. I. Jungen Ehepaar sucht 2 gut möbl Zimmer mit Küche und Bad im Zentrum. Off. u. 81, Anzeigen-Verwalt. Rtiehsstraße 30—32. Hat mUbllertet» Zimmer per sofort zu vermieten. Nord Straße 58, II, Pick Ä Zimmer mit separater Küche, neu hergerichtet, per 1. 4. zu vermieten. Walter-Blümel-Str. 13, H, links. (»utinöbliert. Zimmer mit Komfort in ruh., gepfl. Hause Funkenburgv. z. venu. Ruf '5338 Achtung! Derflers Schneiderei u. Bügel., Repar. 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