Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1935-10-25 · 43 (25.10.1935) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
11 (1935)
Issue
43 (25.10.1935)
Date
1935-10-25
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/4876568-5968806-5969562--5663-4882730
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

11. Jahrgang - Nr. 43 Q Auflage 3700 Stück 25. Oktober 1935 4 [f^^Ä^^^Tfll [ l^ff'ä [ fj^ ^^^ll^^jl^lll^ t^^^u M -I ■■ ■ , ______, ^jrpliäilm1 Kägsär " LI i i Mi iHl I ^v^C DER ISRAELITISCH EN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG AMTLICHES NACHRICHTEN BLATT DER GEMEINDEVERWALTUNG Samuel Hodes zum 80. Geburtstage. Der 31. Oktober ist ein Festtag fur unsere Gemeinde: an ihm vollendet Herr Samuel Hodes sein 80. Lebensjahr. Besondere Gnade ist diesem Manne beschieden: eine schier unverwüstliche Natur hat ihm geistige und körperliche Frische in bewundernswerter Kraft bewahrt; sein immer reger Geist, seine reiche Erfahrung und sein klarer Blick, Eigenschaften, auf denen schon seit langen Jahren seine führende Stellung im Gemeindeleben beruht, kommen in den verschiedensten Körperschaften unvermindert zur Entfaltung. Und eine immer frische Beweglichkeit läßt ihn noch heute ein Maß an Tätigkeit leisten, das dem mancher weit Jüngeren um nichts nachsteht. Dieses göttliche Geschenk, dessen er sich erfreuen darf, nützt Samuel Hudes in vorbildlicher Weise im gemeinnützigen Interesse. Mit dem Eifer und der Umsicht, die das von ihm begründete Unternehmen zu einem über Leipzigs Grenzen hinausreichenden Ruf emporgeführt haben, übt Samuel Hodes seine geschäftliche Tätigkeit als Seniorchef des Hauses regelmäßig wie immer aus. Aber es war ihm schon in jüngeren Jahren stets inneres jüdisches Bedürfnis, nicht im Materiellen aufzu- . gehen, sondern neben der reichen Berufs- 1 arbeit, in der er stand, auch dem aus einem altjüdischen Elternhaus ererbten Verpfllchtungsgefühl für die jüdische Gemeinschaft ein Wirkungsfeld zu sichern. Und diesem Diängen hat er, zumal in den letzten Jahren, in stets zunehmendem Umfange nachgegeben, Iis ob er damit seinen Dank für die ihm ge- | schenkte Gnade abstatten möchte. So hat heute unsere Gemeinde, deren [stellvertretender Vorsteher er seit langen Jahren ist, dem Jubilar vieles zu danken. Unvergessen ist die Tatkraft, mit der Samuel Hodes in den schweren jäh* |reu der Inflation die Schwierigkeiten, denen die Leitung der Gemeinde gegenüberstand, au<* dem Wege räumen half. In unennüd- I Kclier, hingebungsvoller und opferfroher Arbeit hat er damals, als Nie Steuereinginge fast völlig entwertet der Gemeinde zuflössen, selbst beispielgebend, die Opferfreudigkeit der Gcmeindeinitglicder geweckt, um sie für die Hergabe der Mittel n\ gewinnen, durch die Hein die Aufgaben der Gemeinde ungestört fortgeführt werden 1 konnten. Unvergessen und gerade heule mit noch weit tieferer Dankbar Kreis derer, die wußten, wie oft der Bestand der „Höheren israelitischen Schule" bedrohlich gefährdet war. Die von Rabbiner Dr. Ephraim Carlehach begründete Anstalt, wie jede derartige Einrichtung auf Zuschuß angewiesen, wurde ja von keiner Körperschaft ernstlich gestützt; immer galt es, verständnisvolle Glaubensbrüder für wirksame Unterstützung heranzuziehen. Und darin hat Samuel Hodes ganz Außerordentliches geleistet. Es ist ein im alten Schrifttum ausgesprochener Grundsatz: Größer ist, wer andere veranlaßt zu tun, als der, der selber tut; von unserem Jubilar darf gesagt werden, daß ei, wie überall, so auch hier mit der Tat vorangegangen ist. Wenn unser heutiges jüdisches Schulwerk in Leipzig, das Angelegenheit der gesamten Gemeinde geworden und nicht mehr auf einen besonderen Kreis beschränkt ist, auf einem festgefügten Unterbau errichtet werden konnte, so gebührt ein Hauptteil des Verdienstes keinem anderen als Samuel Hodes. Hingabe an eine Sache schafft eine starke innere Verbundenheit. Wer sich, wie er, für das Gedeihen der Gemeinde, für die Erhaltung der jüdischen Schule so mit ganzer Persönlichkeit eingesetzt hat, kann nicht anders, als die Fülle der großen und kleinen A'ifgaben zur eigenen ^achp zu marhpn. In diesem Geiste wirkt Samuel Hodes in unserer Gemeinde und für sie. Im Gemeindevorstande, in der Gemeindesitzung, in Ausschüssen, im Schulvontand, man kann wohl sagen, in allen wichtigen Sparten unserer Religionsgemeinde, sieht man ihn in immer gleicher Leistungsbereitschaft regen Anteil an den Beratungen nehmen. Oft genug weiß er in schwierigen Situationen den rechten Ausweg, und immer gehl es ihm um die Tat. Wer Einblick in den großen Apparat unserer immerhin zu den grollten in Deutschland zählenden Gemeinden nehmen konnte, weiß, was dies bedeutet, welch außerordentliche Anforderungen an Zeit und Kraft ein solches Amt an den, der es bekleidet, stellt, zumal in diesen letzten Jahren der Aufgabeukreis der Gemeinde nicht nur gewachsen, sondern sich vermehrfacht hat. Um so bewundernswerter ist es, daß Samuel Hodes daneben mit gleicher Hingabe auch für wichtige Einrichtungen unserer Gemeinde wirkt. So gehört seine Liebe in gleicher Weise der Synagoge Ez-Chaun, wie dem Jsraeli- I keit empfunden, bleibt, was Samuel Hodes schon vor vielen Jahren tischen Krankenhaus (Eitingon-Stiftung). wie dem Jüdischen Alterstor die Erhaltung der jüdischen Schule getan hat. Klein ist der heim (Ariowitsch-Stiftung), wie den Einrichtungen des Israelitischen Sonntag, 27. Oktober: Pfundsammlung der Jüdischen Winterhilfe

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.