Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt und Nachrichtenblatt der Gemeindeverwaltung der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 40 (1.10.1937)
- Date
- 1937-10-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 JÜDISCHES OEM EIN DEBLATT LEIPZIG 1. Okiober 1937/Nr. 40 Jüdische Winterhilfe (1«T5#I. Rcüg'oäiakvuiciutle, ADt. Winterhilfe) PufttschccKKonto Nr. 205 10 Diejenigen Hilfsbedürftigen, welche ihre Anträge noch nicht gestellt haben, wollen sich Richard-Wagner Str. 8, III, im Wiutei hilfsbüro melden. A —H Dienstag, 5.()ktober 1937 von 10—10 Uhr, I — R Mittwoch, 0. Oktober 1937 von 10-10 Uhr, S —Z Donnerstag, 7. Oktober 1930 von 10—10 Uhr. Mitzubringen sind von den Erwerbslosen: Stempelkarte, türsorgeausweis, Wohnungsschein. Mietsquitttingsbuch. Von allen übrigen Bedürftigen: Verdienstnachweis, Wohnungsschein, Mietequittungsburh. liehe Vorbereitung der Auswanderung und Information zu ermöglichen, ist der Reichsvertretung der Juden in Deutschland gestattet worden, geeignetes Material zur Verfügung zu stellen. Bevorstehende Veranstaltungen 3. Okt.: Sportfest der jüdischen Schulen. 7. Okt.: Jüdischer Kulturbund: Kamniermusikabend des Mendelssohn-Trios, Leipzig. 11. Okt.: Zionistische Vereinigung Leipzig: Mitgliederversammlung. Konzert und Theater Der bunte Karren: Wir schaukeln weiter. Es ist betrübend, daß der „Bunte Karren" mit seinen schönen Nummern der szenisch erstellten ostjüdischen Lieder, die seinen früheren Programmen ihren charakteristischen üehalt gaben, in Städten außerhalb Leipzigs nicht dieselbe (iegenliebe gefunden hat wie hier. So mußte er, der mit seinem Programm aul Tour gehen will, hierauf verzichten und das Schwergewicht auf leichte Sprechszenen legen, die zwar an Güte hinter den Nummern aus ostjüdisebem Mileu zurückbleiben, nichts- Interessen für Sport und Heiratsannoncen nicht auf große Intelligenz schließen lassen. Wie fein Ladislaus Bus-Fcketc alle diese Probleme nur streift und sie humorvoll und leicht in einem Klan/enden Utting verwendet, dem auch Satire und Witz nicht fehlen, beweist uns den gewandten Buhnenkenner. Der große Erfolg dieser Komödie ist vor allem dem ausgezeichneten Ensemble zu verdanken, das der Berliner Kulturbund aus erstklassigen Kräften zusammengestellt hat. Ganz vorzüglich war die Regie unter Fritz Wisten, fein ausgefeilt und flott, und Heinz Condeil brachte großzügige Bühnenbilder. Die glanzvolle Veranstaltung wurde mit großer Begeisterung aufgenommen, tt. Mendelssohn-Trio, Leipzig. Da Frau Dr. Chitrik sich aus Gesundheitsrücksichten vorübergehend aus dem Musikleben zurückzieht, ist die bekannte Berliner Pianistin Margarete Sultan in das Mendelssohn-Trio eingetreten. Fräulein Margarete Sultan wird bereits in dem am 7. Oktober stattfindenden Kammermusikabend des Mendelssohn-Trios im Leipziger Jüdischen Kulturbund mitwirken. Sport vom Sonntag * (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Sportfreie Sonntage haben sogar ihr Gutes, dann kann einmal das an Berichten nachgeholt werden, was sonst der Öffentlichkeit vorenthalten werden müßte, die interne sportliche Arbeit der Vereine, die für ihre Existenz, von nicht minder großer Bedeutung ist, wie die nach außen in Erscheinung tretenden Wettkämpfe. Das Jugendschachturnier, das die Schachabteilung des „Bar Kochha" einige Monate lang durchführte, vereinigte eine Kleine Anzahl junger Interessenten, die vielleicht dazu berufen sind, die gelichteten Reihen der Abteilung etwas auszufüllen. Der Eifer, der den Nachwuchs vor den allzu bequem gewordenen Älteren auszeichnet, darf nicht darüber hinwegtäuschen, daß zu einem guten Schachsportler viel Fleiß und Übung gehört. Nur eine Anregung dazu sollte dieses Turnier geben. In der Gruppe der älteren Jugend siegten unter gleichwertigen Gegnern Alex Scheiner und Simon Schapira mit 7[/2 Punkten aus 12 Partien, dichtauf Nattali Schklanewitz Jüdischer Kulturbund (Mitgl. d. Reichsverb. d. Jüd. Kulturbünde in Deutschi.) — Nur f. M itgl. Donnerstag, den 7. Okt. 1987, pktl. 80.15 im Kulturbundtheater, Tauchaer Str. 32 (Qarderobeschluß 20 Uhr) Kammermugikabeiid ausgeführt vom Mendelssohn Trio d-moll op. Trio Es-dur op. Trio, 49 Mendelssohn-Bartholdy 100 Schubert Trio f-moll op. 65 Dvorak destoweniger aber das Publikum amüsierten. Besonders gefiel das „Gespräch in der Eisenbahn", worin Frydwald eine neue jiddische Type stellt: da fahren zwei Menschen nach Eiez, ein angeforderter Vater aus dem Osten und eine ebenfalls von ihren Kinder;; angeforderte westjüdische Dame (Emilie Winterberg), und man kann sich denken, was für einen köstlichen und amüsanten Dialog das ergibt. Im übrigen waren die Sketches und Chansons von jener gemischten Qualität, wie sie bei bunten Programmen typisch ist, neben Gutem stand Schwächeres; — aber, wer die Schwierigkeiten der Programmgestaltung und der Probenarbeit kennt, wird sich an das Gute halten und dem Ensemble Dank wissen für seine Spielfreudigkeit und gute Laune, die dem Publikum ein paar angenehme Stunden bereitet haben. Dr. R. Kulturbundveranstaltung. Ladislaus Bus-Fckcte, ein hervorragender ungarischer, jüdischer Dichter, der sich vor allem durch dramatische Werke einen gutbekannten Namen gemacht hat, bringt in seiner Komödie „Jean"' neben witziger, humorvoller Handlung einen sprühenden, ausgezeichneten Dialog. Die Mitwirkenden waren bei ihren hohen künstlerischen Qualitäten auch äußerlich glänzende Vertreter ihrer Partien. Ben Spanier als Graf und Überhaupt der konservativen Partei, stellte einen Premierminister und einen geraden, großzügigen Menschen auf die Bühne, der alle Sympathien für sich gewann. Man konnte begreifen, daß seine Cecile ihn vergötterte, und Jenny Bernstein gab dieser Gräfin den weichen, liebenswürdigen Zug einer verwöhnten, nie aus ihrem Kreise herausgetretenen Frau mit vollendeter Grazie. Die Titelrolle führte Alfred Berliner glänzend durch. Wir freuen uns, daß wir dem Künstler diesmal in einer Rolle begegneten, die seinen schauspielerischen Fähigkeiten vollkommen entspricht. Er überzeugte in seiner Darstellung als Kammerdiener ebenso wie als Politiker und selbständig denkender Mensch. Als Gegenspieler seines Herrn war er ein ehrlich durchdrungener Vertreter der sozialistischen Partei wie jener der konservativen, darum ging er auch beim ersten Fehlgriff (die Wahl Georgs zum Premierminister) von der politischen Bühne ab. Elfriede Borod kin gah die junge Gräfin Katinka mit Temperament. Sie war die echte Tochter ihres Vaters, von geradem Charakter und ließ sich von einer guten wahrhaften Handlungsweise leicht gewinnen. Daß ihr die gräfliche Standeserziehung im Blute liegt, die sie boshafter Weise auch eine Weile noch spielen läßt, um ihre Liebe zu Jean nicht zu schnell einzugestehen, versteht sie charmant zu betonen. Graf Georg ist der typische Mann des Geschäftspoütikci s, er vertritt stets die Partei, die ihm die größeren Chancen bietet. Martin Brandt gestaltete den Grafen ganz glänzend und charaktertcli nicht sc sympftlhmch wie Qina Fried mann spielte die kurze Rolle des Stubenmädchens Klari sehr lebendig und Berthold Segall als schlechter Kammerdiener Franz bewies,, daß seine mit 7 Punkten, dann folgen Leßmann mit dl/s, Messing mit 6, Binder mit!S und Schächter mit 2l/2 Punkten. In der Gruppe der Jüngeren waren die drei Ersten ebenfalls völlig gleichwertig. Usias Findling blieb mit 8 Punkten schließlich Sieger vor Salo Lederberger mit 7, Rolf Dresner mit 6 und Rapaport mit 4l/i Punkten. Und morgen . . . soll das am 22. August infolge schlechten Wetters ausgefallene Sportfest der jüdischen Schulen auf dem „Bar Kochba''-Platze nachgeholt werden, dessen Beginn wegen der etwas späten Jahreszeit auf l'/g Uhr festgesetzt ist und das pünktlich blf2 Uhr beendet sein wird. Diese kurze Notiz müßte eigentlich schon genügen, bei der Eltern- und Älterenschaft so viel Interesse für dasselbe wie in den beiden Jahren vorher wachzurufen. Pin Doppeltes wollen die Kinder mit diesem Feste erreichen, nicht die sportliche Betätigung allein liegt ihnen am Herzen, darüber hinaus wollen sie Helfer für ihre unbemittelten Mitschüler sein. Das Programm ist darum betont auf Mannschaftsleistung und Zusammenarbeit abgestimmt, das mit den Freiübungen der öüü Kinder seinen Abschluß finden wird. Kinder wollen Ihnen eine Freude bereiten, erfreuen Sie sie deshalb mit Ihrem Besuch, gibt es etwas Schöneres als ein strahlendes Kindergesicht?! Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig Redaktion: Oemeinderabbiner Oustav Cohn, Leipzig C 1, Walter-Hlümel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Goldfreund Leipzig CI, Hainstraße 16, Zimmer 303 Tel. 16711 Anzeigenleiter: Ernst Ooldfreund, CIchoriusstraBe 2a. Tel. 60771 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Pützen und für telefonisch aufgegebene Anzeigen wird keine Oewähr Qbernommen. Druck: Jordan&Oramberg vorm. Druckerei der Werkgemeinschaft, Leipzig, Brfider&tr.K D. A. II. Vi 37. 3223. Pr. L. Nr. 7. Nach Anzeigenschluß« eingegangene Anzeigen lioh so echt, daß auch wir ihn als Meiv die gräfliche r amilie finden konnten. AKI/TjERK auch jüngere Herrschaften finden liebevolle Aufnahme u Betreuung bei guter Verpflegung in der Pension v. Ilse Marie Sommer Leibnizstr. 11 1, Telefon 10887 2 gut möbl. Zimmer mit Bad und Küchenbenutzung per 1. 11. od. 1.12. gesucht, von Ehepaar mit 11 jähr. Kind. Zuschriften unter Chiffre 659, Anzeigen VerwailmiK, Hainstr. 10. Schönes 2-fenstr. Zimmer leer od. möbi. m. Küchenben. sof z. veim. Pfalfendorferstr.54,1,1. g. Planet. Verläßliches Fräulein (Jüdin) für uachmiliags zu 2 jüdischen Kindern von "/t und 311 Jahren gesucht. Vorzustellen von. 9-12 und 2 - 4 Uhr. l>attner, Berggartenstr. 10 ptr. 2 leere Zimmer für alleinsteh. Dame zu vermiet. Thomasiusjstraße 1, Aufg^CjJ, r. SonnigeVmöbl. Zimmer zu vermieten. Telefon 33t 47. Fockesttaße 19, part., rechts fjiutniöbi. Zimmer m. all. Komf. an berufst. H. prs. z. verm. Promenadenstr. 16, II,r<