Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 19 (7.5.1937)
- Date
- 1937-05-07
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAF.LITiSCHEN KEUGlONSüEMElNDti ZU LEIPZIG 7. Mai 1937! "^f^ Denkt an die jüdischen Handwerker! XizisüM wisüdlUZi •£« RcäiiiSMiäiriir■ mü Singer, unrniacner, nauenscne Straße 2, Telefon 2732? berufstätige Frau in ihrem wirtschaftlichen Kampf, ihrem Glücks« verlangen. Dichterisch am schönsten ist vielleicht die erste tieschichte, die dem Buch den Namen gegeben hat. Aber die anderen kleinen Erzählungen, die wirklichkeitsnäher sind, geben uns in unserer gegenwärtigen Stimmung mehr. Die fleißige Schneiderin, die sich abrackert, um sieh ein ganz kleines, resigniertes Uiückssurrog.-it zu schaffen, und die um der Existenzfrage willen selbst auf dieses verziehten muß, ist uns eine in anderen Variationen vertraute Gestalt, mehr noch die glückshungrigen, jungen Menschen, die sich so leidenschaftlich lieben, aber doch so viel Hemmung haben, eine Ehe zu schließen, „in der man zu wenig zum l eben hat". Vielleicht tut es uns wohl, von dieser meisterhaften Erzählerin zu hören, daß Menschen aller Völker in ihrer Liebe und ihrem Haß, ihrem Lebensdrang und ihrem (ilücksverzicht, gleichen ewigen Gesetzen unterliegen, und daß das Schlußwort der Erzählung „Simouscn": „Man müßte sich damit trösten, daß es ja doch einen Höheren gibt, der alles bestimmt"', für alles, was Menschenantlitz trägt von gleich großer Bedeutung ist. E. C. Konzert und Theater Konzert der Polnischen Kolonie. Im Rahmen eines Konzert* abends der Polnischen Kolonie trat der junge Leipziger Leo Babad zum ersten Male auf. Bereits nach der II and el-Sonate i u A- Qur fühlte man, daß der jugendliche (ieiger ernsthaft um Kunst bemüht ist; dafür spricht die saubere Art des Vortrags. Die Ballade und Polonaise von Vieuxtemps, den Kujawiak (Polnischer Tanz) von Wieniawski gab er mit eigener Selbstverständlichkeit und Oberzeugungskraft wieder. Man kann nur hoffen, daß Babad seine Begabung durch Fleiß und Verantwortungsbewußte Arbeit zur Entfaltung bringt und nicht dazu verleitet wird, sich leichte Erfolge durch „Reißer beim Publikum zu verschaffen. In seiner Begleiterin fand Leo Babad erfreuliche Unterstützung. Ihr sicheres, aber zurückhaltendes Spiei half über manchen schwierigen Linsatz hinweg. I ran Haiina Schulsinger, deren Klaviervorträge aus CtttmoitlloV Ku*en' Be,*e»> Konditoreiwar. z. Sdiewnaus. Besteil. ainillClllltSr reriitz. erbet. Nordstr. 25, Frankfurt Str. 11, Tel. 25568 Herausgegeben vom Vorstand der israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig SchrifHeilung: Oemeinderabbiner Gustav Cohn, Leipzig C 1, Waiter-Blümel-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa Goldfreund Leipzig Cl, HainstraBe 16, Zimmer 303. Tel. 16722 Anzeigenteiier: Ernst Goldfreund, CichoriusstraBe 2 a. Tel. 60771 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Nummern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch aufgegebene Aiuelgen wird keine Gewähr übernommen. Druck: Jordan & Oramberg vorm. Druckerei der Werkgemeinscbatt, Leipzig, Brüdersir.lS D. A. I. Vj 37. 3346. Pr. L. Nr. 6. Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemeindevorstand und Schriftleitung keine Verantwortung. Vereinsnachrichten Zionistische Vereinigung. Lt. Mitteilung des Rcichsverbandes der jüdischen Kulturbünde dürfen in Zukunft künstlerische Veranstaltungen der Vereine nur noch gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte des betr. Vereins, gegen Kulturbundausweis oder R.-Karte besucht werden. Diese Verordnung trifft auch auf unsere Filmveranstaltung am 10. Mai zu. Wir bitten daher alle Besucher der Veranstaltung, einen dieser Ausweise mitzubringen oder sich schnellstens in den Besitz eines dieser Ausweise zu setzen. Mitglieder des Bar Kochba, des Misrachi, der Wizo und der zionistischen Bünde sind Mitglieder unserer Vereinigung und können die Veranstaltung gegen Vorzeigen ihrer Mitgliedskarte ebenfalls besuchen. Um Unannehmlichkeiten zu vermeiden, bitten wir, dieser Anordnung unbedingt Folge zu leisten, da ein Abweichen von derselben auf keiiic-i Fall mögiieh ist. Collegitim musicum jüd. Musikliebhaber. Das Konzert am Mittwoch, 20. 5., findet im Saale des Jüd. Kulturbundes, Tauchaer Str.32, statt. Aufgeführt werden Werke von Vivaldi, Händel, Bach und Volkmaiin. Solisten: Frau lanja Ury-Zunser (Klavier), Dora Lepskv (Violine), llja krasser (Cello). Leitung: Barnct Licht. Karten zii 1, , 1,50, 2,— HM. Eintritt nur mit Kulturbund- oder Reichsverbandska rte. •Jüdischer Kulturbund (Nur f. M«gi.) DienHtajE, den 11. Hai 1037, pünktlich 20.15 Uhr in Kulturbundtbenter, Taucliaer St rn«.«.«- (Garderobeschluß 20.00 Uhr) Arien- und Lieder-Abend Alexander Klpnls am Flügel. Leo Tanbmann iiaievy. Hcyerbeer, Xikvlai, rieten, Verdi, Ignatz Brüll. Tschaikowsky, Jüdische Volkslieder. einem frühere!'. Konzert schon bekannt sind, brachte Chopin und die Werke modernei pohlischer Künstler zum Vortrag und konnte dem Publikum für seineu Beifall danken, der besonders dem mit viel Temperament vorgetragenen „Phantastischen Tanz" von Viktor I nbundski gail. Ebenfalls wurden Alexander Hernes und Rosena Jaronska mit Freude wieder in Leipzig begrüßt und sicherten sich die Zuneigung ihres Publikums. Svpo. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) „Bar Kochbas" I. Fuß- und Handballelf entledigte sich am letzten Sonntag einer besonders angenehmen Rückspiel Verpflichtung, die ihnen zwei herrliche Page Beim „Jtus"-München bescherte. Wenn auch beide Spiele für die hiesigen Mannschaften verloren gingen, so fanden dies«" in anderer Art genügend Trost, nicht allein in der herrlichen Fahrt selbst, mehr aber noch in dei bewiesenen Freundschaft und Herzlichkeit des Gastgebers, so daß diese Tage für die Beteiligten ein seltenes Lrlebnis waren, Die Handballelf war trotz mehrfachen Lrsatzes ein schwerer liegner für die Bayern, deren Führungstor Zweimal ausgeglichen werden konnte, dann aber Unterliefen Bar Kochbas Ersatztorwart.zwei Fehler, die zwei Treffer kosteten. In der zweiten Hälfte kam „Jtus" in kurzen Abständen gar auf 8:2, wirkliches Wurfpech der Hiesigen ergab für sie nur noch ein Tor, so daß das änderst fair durchgeführte Spiel mit ß: < den Hausherren zufiel. Die Fußballer hatten noch mehj Schußpech mit auf diese Reite genommen, trotz Überlegenheit in den ersten Minuten erreichten sie für sieh nichts Zählbares, einmal brachten sie /war den Ball in den Kasten, aber ... in den eignen, und kurz darauf folgte durch einen schnellen Vorstoll der Jtus-Llf der /weite Streich. Alle Bemühungen und Gegenangriffe der Hiesigen blieben erfolglos, München kam vor der Pause noch zu seinem dritten Tore, und Leipzig drängte und drängte; auch nach Wiederbeginn, aber nichts konnte erreicht werden. Das Ehrentor wäre für sein zeitweise überlegen durchgeführtes Spiel mehr als verdient gewesen. Sieg oder Niederlage spielt aber bei solchen Begegnungen nur eine untergeordnete Rolle, die Art, in der sie ausgetragen werden, ist das Entscheidende, und die war, wie schon einmal erwähnt, von echtem jüdischen Spoitgcist erfüllt!!! Und morgen . . . eröffnet „Bar Kochba" seine Leichtathletik- Raison mit Tra}miig8-Wettkämpfen. Jüdischer Kulturbund. Um Irrtümern unserer Mitglieder vorzubeugen, machen wir darauf aufmerksam, daß das Konzert des Collegium musicum keine Abonnemcntsveranstaltung des Kulturbundes;!;;r. tc1.!:, SOiSÜcrii daß es Biel) um eine ••- uiiicr der Förderung des Jüdischen Kulturbundes stehende eigene Veranstaltung des Golkgium musicum (im Rahmen des Reichsverbandes der Jüdischen Kulturbünde) handelt. Unsere Mitglieder sind ebenso wie die R.« Karteninhaber verpflichtet, Eintrittskarten zu lösen. Verein Polnischer Kaufleute u. Gewerbetreibender e.V. Leipzig. Wir veranstalten am Sonnabend, den 29. Mai, im weißen Saal dt> Zoo einen Kultur- und üesellschaftsabend. dessen gesamter Reinertrag bedürftigen Schulkindern zufließt. In Anbetracht der beschränkten Räumlichkeiten, die uns zur Verfügung stehen, gelangen nur 350 Eintrittskarten zur Ausgabe, und ist es angebracht, Bich rechtzeitig mit solchen zu versehen, zumal an der Abendkasse kein Kartenverkauf mehr stattfindet. — Einlaß 20 Uhr, Anfang 21 Uhr. Eintrittskarten zu RM. 2. - nur im Vorverkauf in unserer Geschäftsstelle, Ritterstr. 44 4S. Sportverein „Schild", Leipzig. Geschäftsstelle! Kl. Fleischerg- 8, Aufg. A, Tel. 143Ö8. — Achtung! Neue Trainingszeiteii. Montag 18—19 Uhr Mädchen bis 15 Jahre, 19-20 Uhr Knaben bis 15 Jahre. Mittwoch 13-19 Uhr Jugeiidhand- ^1 K> ball, 19 211 Uhr Jugendfußball. Ab 19 Uhr augemeiiR'S Pflichttraining für Erwachsene. Der Platz ist an den Trainingstagen ab 10 Uhr und Sonntags ab 9 Uhr geöffnet. Jüdischer Sportverein Bar Kochba Leipzig e. V. Ligeuer Sporl Eutritzsch, Dübener Laüdstr. Turnhalle: (iustav- Adolf-Str. 7. Geschäftsstelle: Brühl 45. l^f4^ Am Sonntag, den 9. Mai, eröffnet ih r Bar Kocl ^/li den iennisspielbetrieb Es kann noch eine geringe Anvon Mitgliedern aufgenommen werden. Anmeldung in unserer (iesihäftsstelle. Brühl 45. Ab 2. Mai 1937 ist die üeschäftslzeit der (ieschäftsstelle geändert worden. Geschäftszeit: Montag. Freitag vormittag 1 „10 W 13 Uhr, nachmittag außer Mittwoch 15 ff»1 . Uhr. pari e. fail M mode-rieuheiten I