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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-04-02 · 14 (2.4.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
14 (2.4.1937)
Date
1937-04-02
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 ÜEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG ino» npsti iTfJI 1 2)« ffrofe Künstleru. Wohltütigkeitsfest 4« m. mnsuer mm Sonnabend, den 10. April 1937. SSO.so Uhr in den oberen Räumen des* KtinntlerhauBes (NikiMchplutsI 20 TtOasUer enssrten Sie zu dm ueseihmamUhsn tretgräs der Saison i lanzkapeüen! Ku stierisch«- Übt-naschungenI Tombola! E>fnschungs- und Verkaufszelte! Dekorierte Säle! Karlen im Vorverkauf RM. 1.50 bei Goldfreund, Kaufmann, Klein, Manelis, Pieismann, Rosen Nadir, Wiilner, Zeliner An der Abendkasse RM. 2.—. R-Karte nicht nötig Der Reinertrag wird zu Gunsten der mitwirk. Künstler verwendet—Verantwortlich für die Durchführung Konz.-Direktion A. Ehrliih EhrenausschuB; A. Ader (Poln. Verein) — Qem.-Pabbiner O. Cohn - Dr. jur. R. Cohn (Reichsb. jüd. Frontsold.) — Willi Fein Dir. S. lacob — Dr. Lud jvl« Lehrfreund (Bar Kochba u. Zion. Vereinig.) — L. Sadis (Sporty. Schild) — Dr. A. Stein (C-V.) der Habsburger geht seine Größe einem tragischen Ausgang entgegen. Alle Oebiete der spanischen Kultur jenes Zeitraumes werden sorgfältig durchschritten, um ein vollständiges Bild des spanischen Menschen vor uns zu stellen und von ihm aus auf Beweggründe und Abläufe zu schließen. Die Entdeckungsfahrten, die die Grundlage der GröBe Spaniens gelegt haben, beruhen ebenso auf geistigen Voraussetzungen, wie die spanische Mystik des 16. und die Wcltverachtung des 17. Jahrhunderts. Alle diese Strömungen werden dargestellt und untersucht. Die Kunst beginnt mit den ältesten christlichen Kirchen Kataloniens, diesen Wunderwerken der frühen romanischen Epoche, und gipfelt in den Baumeistern Herrera und Churriguera, den Bildhauern Cano und Monhttiez, den Malern Ribers, Zurbaran und Murillo. Die Dichtung führt von den wundervollen Früh werken der spanischen Lyrik und des Romans bis zur Höhe von Persönlichkeiten wie Gongora und Quevedo und gipfelt bei Cervantes und Lope de Vega. Auch das Theater in allen seinen Formen findet angemessene Würdigung, als festliches Ereignis, als Volks- und Hoftheater. Das scheidende Zeitalter träfet zwei Persönlichkeiten welthistorischer Bedeutung an seiner Spitze: Calderon und Vektzquez. So lehrt das Werk die Ewigkeit der menschlichen Probleme, aber auch die Grobe der geistigmenschlichen Werte. Das bildliche Material, das hier zur ersten Veröffentlichung kommt, ist wertvoll und vielfach von einzigartiger Bedeutung. Es wurde auch durch die Schätze der Nationalbibliothek in Wien wirkungsvoll unterstützt. Ein umfängliches Register ermöglicht die Übersicht über die ungemein zahlreichen besprochenen Persönlichkeiten und Kunststätten. Das glänzend ausgestattete Buch enthält öü ganzseitige Bildtafeln mit Wiedergaben entlegener Bauwerke und Plastiken, von Meisterwerken spanischer Maler, Bülmendekorationen und vielen Bildnissen. Der meisterhafte Einband rührt von der Hand Walter Tiemanns. Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser. Ausgabe März 1937. Es wird auf das Erscheinen des neuen Verzeichnisses der rituellen Speisehäuser hingewiesen, mit dem die früher erschienenen Hefte ihre Gültigkeit verlieren. Es erübrigt sich, nochmals auf die Bestrehungen dieses Vereins hinzuweisen. Prul. Dr. Bruno Kisch: Gottesglaube und Naturerkenntnis. Frankfurt a. M. 1936 (Verlag S. Neumann). Menschen, die fähig sind, von ihrer Zeit Abstand zu gewinnen, ihre Gegenwart in ihren tieferen Bewegungen zu verstehen, sehen Entwicklungen sich anbahnen, die den meisten noch verborgen bleiben. Zu denen, üie heute, im ZeitaHw der Ungläubigkeit. die Vornoten neuer Gläubigkeit erkennen, zählt Bruno Kiseh. Er weiß aber auch, daß solche religiöse Erneuerung eine Wegschaffung der mannigfachen Hemmnisse bedingt, aus denen heraus die Gottlosigkeit entsprang. Eine der Quellen, die in den Strom der Abwendung vom Glauben floß, war die Naturwissenschaft. Bruno Kisch vereinigt in sich tiefgründiges, auf eigener Forschung beruhendes Wissen um Methoden und Ergebnisse neuester Untersuchungen in allen Zweigen der Naturerkenntnis mit weitreichender Kenntnis unserer jüdischen religiösen Quellschriften und einer festbegründeten (iläubigkeit. Wie wenig andere ist er daher berufen, in diesen Fragen Lenrer und Deuter zu sein. Wie schon in früheren Schriften, so will er auch in dem vorliegenden Buche Suchenden und Ringenden die Gewißheit vermitteln, daß das Judentum in keiner Weise unumstößlichen Feststellungen der Naturwissenschaft entgegensteht, daß es im Gegenteil das Eindringen in das Verständnis der Natur fördert. Aber er zeigt, daß dem menschlichen Wahrheitsverlangen Grenzen gezogen sind, die anerkannt weiden müssen. Keim'«weg:; allem, was als bewiesene Tatsachen ausgegeben wird, noch weniger allem, was als Schlußfolgerung daraus gezogen wird, kommt die Unbedingtheit zu, die eine Loslösung von den Qrundwahrheiten des Judentums rechtfertigun würde. Frage für Frage prüft er mit dem Maßstab schafsinniger Betrachtung und scheidet /.wischen dem Annehmbaren und dem Unbewiesenen. Und führt den nachdenklichen Leser mehr und mehr zu den unseren heiligen Büchern zugrunde liegenden Glaubensanschauungen zurück. Ob sie alle der vön Kisch vertretenen Form einer Gegenemanzipation zustimmen können, mag dahin gestellt bleiben: die Dogmatil* der neuzeitlichen Naturwissensehaft wird durch ihn in wesentlichen Punkten erschüttert; jüdischer Qottesgiaube, das erhärtet das Buch, kann ihr gegenüber durchaus stand- ZIGARREN- Spezialhaus feinstet Qualitäten D. ROSEN NaChf. Inn R Goldstein Lieferg. frei Haus Peterssteinweg 10 Telefon 23768 halten. Allen, die Klarheit in diesen Problemen suchen, kann das Buch von Kisrh nUr angelegentlich empfohlen werden. Es wird ihnen manche wichtige Antwort geben. G. C. Konzert und Theater Kulturbund-Klavierabend Tanja Ury-Zunser. Einer Klaviermeisk hu wie Tanja Ury-Zunser einen vollen Abend zuzuhören, ist nicht nur interessant, sondern ein Erleben! Diese Künstlerin fesselt uns durch ihre vollendete Technik und vor allem durch ihre geistige Auslegung eines jeden Werkes. Es ist eine altbekannte Tatsache, daß diejenigen Pianisten, die die Bachsche Kunst seelisch erlaß! haben, sich zu starken Persönlichkeiten entwickeln. Tanja Ury- Z U n s e r überzeugte durch ihr geistiges Spiel in der Chromatischen Fantasie und Fuge von Joh. Seb. Bach, daß sie mit diesem größten Meister der Tonkunst aufs tiefste verbunden ist. Die C-dur Sonate Op. 1 von Joh. Brahms, die im Geiste Mendelssohn-Schu mann gehalten ist, spielte sie klar in der Thematik und poesievoll. Chopins F-inoll-Fantasie, einem vielbeliebten Werk, entlockte sie allen Zauber, der der Chopinschen Muse eigen ist. Ganz besonder liegen ihr die Neurussen, Skrjabin und Prokofieff, die in ihrem Schaffen sich, mehr der westeuropäischen Tonkultur zuneigen. Hier verstand es die Künstlerin, die fünf kleinen Tonbiklci und die Etüjde Dis-muli von Alexander Skrjabin mit größter Innigkeit, graziöser Linie und schwungvoller Durcharbeitung zu gestalten. Serge Prokofieff spielte sie temperamentvoll und brachte seine A-moll-Sonate — die sich im Stravinski-Stil hält— glänzend heraus. Ernst Tochs „Jongleur"', ein artistischer Witz für Klavier, gab sie mit Bravour! Die Zuhörerschaft spendete der Künstlerin für den herrlichen Abend begeisterten Beifaii und entließ sie erst nach mehreren Zugaben, tt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter Deka.) Auf den beiden Sportplätzen herrsehte am letzten Montag tatsächlich. Jomto? Stimmung, die zui Verfügung stehenden freien Stunden waren lediglich dein Training vorbehalten. Für „Schild'' bringt schon der kommende Sonntag besondere Entscheidungen, mit drei ersten Mannschaften (Fuß- und Handballer und Mädels) reist ei nach Berlin zum J. S. G., um seine Titel als Mitteldeutsche Meister für die Reichsmeisterschaft des Sportbundes, zu verteidigen; ein schwerer Gang, besonders für die Handballer, aber wissen wir nicht aus unseren taglichen Beobachtungen im Sport, daß in ihm nichts unmöglich ist! Warum sollte es diesen drei Mannschaften doch nicht einmal gelingen, diesen Gegner zu schlagen! Denken wir nur an das Fußballspiel von vor zwei Jahren zurück, als es die Hiesigen, obwohl die längste Zeit mit nur!() Mann, fertig brachten, über den J.S. G. einwandfreier Sieger zu bleiben. Wer sich selbst aufgibt, wo es auch immer sei, ist stets verloren, ein Spiel ist er^t nach Ablauf der 60 bzw. QU Minuten entschieden und nicht schon vor Beginn, also . . . kämpft und bedenkt, daß Sport immer ein Faktor des Unberechenbare!! gewesen ist!! Auch hier bietet sich ein besonderer Genuß, die Jugend des „Bar Kochba" (zwei Jungens- und eine Mädel, Elf) tritt mit drei Handballspielen auf den Plan, die sie mit dem bekannten Berliner „Bar Koehba-Hakoah" zusammenbringt. Es sind dies die ersten Kämpfe solcher Art gegen diesen Gegner, der doch bekanntlich in allen seinen Sparten zu den Führenden im jüdischen Sportleben Deutschlands zählt. Daß man der Jugend abermals einen besonderen Nachmittag vorbehält, weiß sie wohl zii schätzen, und sie setzt sieh in ihren Wertkämpfen, welcher Art sie auch immer seien, stets mit bcsoüdeiem Eifer ein, zumal dann, wenn *>ie auch spielerisch ihren „Mann", zu stellen weiß, ihr letztes Spie!, gegen Magdeburg brachte u. a. diesen Beweis. Und wenn nun gar einige Zuschauer Zeuge' dieser Spiele sein würden, würde dies die Jugend ganz besonders

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