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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig · 1937-03-26 · 13 (26.3.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
Volume
13 (1937)
Issue
13 (26.3.1937)
Date
1937-03-26
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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Seite 4 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 26. Mäiz 1937 Mittelgroßer rinn Hut mit 8 tu 48U mengomilur w r Feicher m-]C Keitum hut Ml J flott garniert » ^^S*WVVVVV,S\>^S\-NVVvWVV\VVVVV-VVVNSVNV^VVSWVtf Neue -fesche driUvjahyj SS*SSiSiS55S Großer Kleiderhut. bunie V*- Bondqatnitur Moderne QQfl Kappe mit ■1 Oll Schleier Ubieten. Statt des bisherigen Holzhauses soll aus Sicherheitsgründen ein massiver Bau entstehen, der bei jedem Wetter Schutz gewahrt. Vielleicht haben Sie selbst schon einen schönen Tag im Frühling, Sommer oder Herhst auf dem Sportplatz verbracht, ungestört vom Liirm der Stadt, ungestört auch von allem, was uns sonst belastet: Eltern und Kinder, Jugend und Mittelalter — ja sogar Alter — in frischer Luft und Sonne zur Auffrischung der Nerven und als Kraftquelle. In den Sommerferien der letzten Jahre sammelten taglich über 100 Kinder der Milchkolonie der Gemeinde auf dem Schildplatz neue Kräfte bei frohem Spiel in der freien Natur. So hat sich der Sportplatz „Senil d" als eine Notwendigkeit erwiesen, ja als das Notwendigste, was unserer Jugend erhalten bleiben muß. Darum müssen alle Kräfte mobil gemacht werden, um den Wiederaufbau des Hauses zu unterstützen Alle Mitglieder unserer Gemeinde, ob Sportkameraden oder deren Angehörige, freunde, die für unsere jüdische Jugend Herz und Verständnis haben, müssen es als Ehrenpflicht ansehen, wirklich helfend mitzuwirken. Darum ihr alle, helft, helft gleich und helft wirksam. Spenden erbitten wir auf das Postscheckkonto des Sportvereins „Schild" Leipzig Nr. 26477 oder auf das Konto hei der Handelsbank hvria, Ritterstr. Photoamateure treffen sich jeden Sonntag von 11—13 Uhr im Palastcafe. Feiertagshalber nächste Treffstunde am 29. März, 11 Uhr, Palastcafe. Auskünfte jeder Art bei Herrn Heinz Müller, Hardenbergstr. 12,1. Ein „Fünfzigjähriger' Vereins.) (Zum goldenen Jubiläum des Hilfs- Im festlich geschmückten Kulturbundhaus versammelte sich eine imponierend große Zahl feierlich gestimmter Gemeindemitglieder, um mit dem Hilfsverein sein 50jähriges Bestehen zu begehen. Wer sich in den Minuten vor dem Beginn in das schöne und inhaltreiche Festprogramm vertiefte, konnte durch Wort und Büd in reichen Erinnerungen schwelgen und in sich die Stimmung hervorrufen, die dem festlichen Anlaß gemäß war. Welch eine erhabene Geschichte von Wohltat, Hilfsbereitschaft und Güte ging aus diesem schlichten Büchlein hervor. Das Herz ward tiefem Empfinden geöffnet, als nun zwischen dein Pflanzengrün der geschmückten Bühne Oberkantor Lampel erschien und — am Flügel von seinem Sohne hpc!r:t.-f rr.it rirm rrhHch»i«ii;;r5ü Weihelied" aus seinem Werke * 'IV l\» III».>».. . mit einer ZusanuneniäSSciiueii uisloriäciicu ... ■ _:~ stehung und Entwicklung des Vereins und überließ dann den Platz am Rednerpult dem Vorsteher der Gemeinde, Herrn Carl üold- Schmidt. Dieser grüßte den Jubilar im Namen der Gemeindekörperschaften als den stillen Helfer des Qemeindevorstands in allen Zweigen sozialer Arbeit, versicherte ihn des tiefen Verständnisses und der Freundschaft der Gemeindeverwaltung und sprach herzliche Wunsche für die Zukunft aus. — Daß der Hilfsverein sein Werk allezeit im echten jüdisch-religiösen Sinne durchgeführt habe, rühmte '. . QSFAUt nett ii i - t nach dieser großen Idee der Hilfsverein immer gearbeitet habe. Ergriffen lauschte die Festversammlung, als der Redner die Erinnerung an einen der Edelsten weckte, die tur den Verein gearbeitet haben, an Rabbiner Dr. Felix Goldmann ges. And. — Gemeinderabbiner Dr. 'Ochs gab der Jubiläumsfeier das jüdisch religiöse Motto durch den Hinweis aui dd» Gcsclz des altbiblischen Jobei; jeder soiite seine persönliche und wirtschaftliche Freiheit wiedergewinnen! Dieses große sozialethische Ziel der Thora habe dem Hilfsverein in einem halben Jahrhundert seines Schaffens vorgeschwebt. feierliche Anerkennung, herzliche Grüße und Wünsche waren verklungen und unser Mendelssohntrio rüstete sich, mit hehren Tönen einer erhabenen Musik den Festaktus würdig zu beschließen. Von der erhobenen Stimmung der Stunde sichtlich ergriffen, nahmen Frau Dr. C h i i r i k und die Herren Sc h w an und Blumenfeld ihren Platz auf der Bühne ein und ließen in vollendetem Vortrag voll tiefer musikalischer Beschwingtheit das A-moll-Trio (Op. 50) von Tschaikowsky ertönen, dem die große Hörerschar bis zum Schlüsse tief mitempfindend lauschte. Nach einer längeren Pause, in der mau sich in den Nebenräumen erfrischte, brachte das Festprogramm noch einen heiter-künstlerischen Teil: Frau Mascha Ben ja - k o w s k a - Berlin bot Jiddische Volkslieder in verschiedenen Bearbeitungen und wußte diese leichteren Musenkinder mit ihrem feinen, innigen Humor, mit ihrer zarten, aber wohlgebildeten Stimme belebt und geschmackvoll darzubieten. J. Musikalischer Abend im Hechaluz. Am 18. März veranstaltete der Hechaluz im Jüdischen Jugendheim einen musikalischen Abend, der gemeinsam von Mitgliedern des Bundes und deren Freunden bestritten wurde. Es muß aufrichtig begrüßt werden, daß hier mit sehr viel Mühe und Liebe versucht wird, den Geschmack der Jugend zu bilden und sie zur Selbstausübung und Pflege der Tonkunst anzuregen. Daß dieses Ziel erreicht werden wird, bewies die geradezu andächtige Aufmerksamkeit der Zuhörer. Das Programm brachte Werke der Klassik und Romantik, sowie ein Adagin des begabten Chawer Haus Erich C o Ii n. Jedei einzelne Mitwirkende gab sein Bestes. Allen voran Berti Mansbach, sowohl solistisch t(Chopin) als auch als Begleiterin der Sängerin Esther Srebnik, die über sehr gutes Stimmaterial verfügt und ihre Lieder mit feinem Geschmack vortrug. Der Geiger Alex L e w i u bewies in Sonatensätzen von Händel und Schubert sein Können. In einer Serenade von Haydn zeigte Hilde Cohn, daß sie ihr Instrument (Flöte) sicher beherrscht. Aenne H o f f m a n n bewährte sich wiederum als zuverlässige Begleiterin. Ferner wirkten mit: S. Bachenheimer (Violine), H. Geionka (Cello). Es wäre zu empfehlen, das Programm künftighin lieber weniger reichhaltig zu gestalten, dafür aber größere geschlossene Werke zu bringen, um eine stärkere Einheitlichkeit zu erzielen. Die Feier des 25 jährigen Bestehens der Jüdischen Schulen in Leipzig, die am 21. März, verbunden mit der Entlassungsfeier,' in den Räumen des Battenberg-Theaters stattfand, gestaltete sich zu einem eindrucksvollen Zeugnis für die Bedeutung, die die Schule im indischen Leben Leipzigs gewonnen hat. Die restrede erhielt ihr besonderes Gepräge dadurch, daß sie von Herrn Dr. P. J.Kohn, einem Lehrer, gehalten wurde, der die Geschichte der Anstalt miterlebt hat und dadurch besonders berufen war, von der Entwicklung zu berichten. Er würdigte die Gründung der Schule als eine Tat der Erneuerung jüdischen Strebens, ihr Bestehen als den Ausdruck des unzerstörbaren Willens zu dieser Erneuerung und stellte Hin Geerhirhto der Schule in Parallele zur Geschichte des jüdischen tnri"; ICtZtlTCn DtreKtOrS UM*.* Lcfl¥,MCttt.1*t**K!M*»l* iett*ir£» tun nv- 9ii<.i, utc im uiv. Aufgaben un Sciiulc un-acu w iUvü <äü trncwcninv haben und gab der Hoffnung Ausdruck, daß es der Schule aucli weiterhin gelinge, die heiligsten Aulgaben, die die Thora kennt, zu erfüllen: Menschen zu bilden nach dein Bilde ihres Schöpfers, nach dem Geiste ihrer Ahnen, nach der Geschichte ihres Volkes. Vorangegangen waren der Festr'-,<.l<, Begrüßungsansprachen: de< Direktors der Schule, Herrn Dr. We i k e r s h e i m e i, der die Erinnerung an den verewigten Gründer der Schule wachrief und darauf AusmaS zu"erfassen*ist: v" li-zeü-j^ Vi:::- Becetstcrtms :::: i .j .. A ~i Tl.------:n — „i. ^ri..... i.. ..11- ... _ * 11 — L"-1 .....> •!••'! .1 W III'. M -1.!!"|.'!'_1 llO IST, >».- 1'"- III d t' t!•-1!'-11 i «t*> toren. Namcis-tTTJS"Schulvereinsvorstandcs sprach der Scluildczerncnt, Herr Dr. Kuritzkes, und kennzeichnete die jüdischen Schulen, die ihrer Entstehung nach Ausdruck eines einzelnen religiösen Willens gewesen seien, als Organ eines Gesamtwillcns, das sein einigendes Band um alle Glieder der jüdischen Gemeinde schließe, in ehrenden Worten gedachte er des Anteils, mit dem sein Amtsvorgänger, Herr Dr. Loebeustein, sich um diese Entwicklung verdient gemacht hat. Herr Rabbiner Dr. Ochs lenkte den Blick auf die innere Struktur der Schule: ihr Organismus sei aus der sachlichen und persönlichen Einheit eines gesetzestreuen Rabbinats geworden und habe von da aus ihr bestimmtes Gepräge erhalten. Aus dein Boden von Thora und jüdischein Volk haben ihre Wurzeln die Kraft gezogen; nur durch sie könne die Schule lebensfähig bleiben. Nach Glückwünschen des Fräulein Stud.-Rat Cohn im Auftrage der Reichsvertretung der Juden in Deutschland sprach als ehemaliger Schüler der Anstalt Herr Gc'dälje Hepucr von seinen .,Erinnerungen aus der (iründungs/eit der jüdischen Schule". Eingeleitet wurde der Jubiläumsakt durch ein Bachsches Präludium aus dem Wohltemperierten Klavier, vorgetragen vom Schulorchester

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