Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 9 (26.2.1937)
- Date
- 1937-02-26
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN REl IGlONSGEMEINDE ZU LEIPZIG 26 Februar 1037 Herr Dr. Plaut wird seinen nächsten Kursabend am Donnerstag, den 11. Mär/ 1937, abhalten, und auf Wunsch seiner Hörerinnen am Donnerstag, den 18. März 1<J37, noch einen Zusätzlichen SohluBvortrag halten. Der nächste Kursahend des Lehrgang« <!••* Herrn nr Jsccbsohs tinuet am i iicn«»*«» <'<■" *> »«"-•• "v>_ ....... . . 3lUuue m u«., schule statt. Bevorstehende Veranstaltungen 28. Febr.: K. A. E.: Messeball und Kabarett. 2. März: Der bunte Karren: Messeabend. L März: K. A. L.: Max Ehrlich-Revue. U. März: Hilfsverein israelitischer Gewerbetreibender (E.V.) zu Leipzig: Feter des 50jährigen Bestehens. 20. März: Meyerstein: Veranstaltung. Neue Bücher Hanns John Jacobsohn (Qberkantor der Jüdischen Gemeinde Berlin): Sabbalhklaiig und Festessang. Ein musikalische! Wegweiser Für die häusliche Sabbath- und I estesfeier. Berlin 1937 (Philo-Vcrl.) Der Berlin*! ()hcrkantor Hanns John Jacohsohn hat ein Büchlein herausgegeben, das dem „Laien" die althergebrachten Melodien ver niitieln will, die er als Baal habbajis (lies: Haushaltungsvorstand) und als Synagogenbesucher benötigt. Und es ist kein schlechter Qedanke, gerade heute mit diesen Singweisen bekannt ZU machen. (Nebenbei bemerkt: der Redakteur dieses Blattes hat den Unterzeichnetet' schon vor Jahren immer wieder angeregt, häusliche jüdische Weisen schriftlich niederzulegen, es ist nichts daraus geworden. Jetzt hat's ein anderer gemacht und gut gemacht.) Jacohsohn behandelt in seinem Büchlein den Kiddusch für Sabbath und Feiertage, das lischgehet, Hawdoloh, Giamikkahlicht, in besonderer Breite den Sederabend und schließlich das Aufrufen zur Tbora. Zwischendurch immer Anleitungen zum Gebrauch und Vorkommen des betreffendeil Stückes. Mit l iehe und Sorgfalt hat J. östliche und westliche Weisen zusammengetragen und sie in bequem liegender Tonart aufgezeichnet, wobei es ihm darauf ankam, das Qrundthema, den „Nigen" klarzulegen, mit dem mön mit der Zeit schon umzugehen lernen werde. Der Kenner weih, wie und wann sich durchaus deutsche Melodien eingeschlichen habeil, und der Laie wird sich freuen, alte Bekannte zu treffen wie: Kein Feuer, keine Kohle..., Ein Mäni.lcin steht im Walde..., Pferdchen, lauf Galopp... Das Büchlein ist sauber gedruckt und gefällig anzusehen. Die Fehler in den Noten und im Text werden bei der nächsten Ausgabe schon ausgemerzt werden. Es ist dem Hefte eine weite Verbreitung zu wünschen. Lp!. Elieser L. Ehrmann: Puriin. Ein QueUenheft [Jüdische Lesehefte, herausgegeben von A. Leschnitzer, Nr. 20] Berlin 1037 (im Schocken Verlag). Leider können wir erst jetzt das wenige Tage vor Puriin erschienene ausgezeichnete QueUenheft au dieser Stelle anzeigen. In sechs Abteilungen wird die Leier des Festes, im wesentlichen in der Form quellenmäßiger Wiedergabe, behandelt: aus dem nachbiblischen Schrifttum Aggadot zur Estherrolle, Worte aus Talmud und Midrasch und Puriin-Vorschrift«, n; aus der Thoravorlesung; Lestschilderungen in der Oolah und im heutigen Palästina; das Fest in der jiddischen und hebräischen Literatur der Neuzeit; Volkskundliches (Sprichwörter und Redensarten, aus alten Puriiuliedern und Sonder- Puriin); vom jüdischen Kuusthaudwerk. Auf 62 Seiten ist in äußerst geschickter Lorin eine Zusammenstellunsf :r.!,..!... die ::' i»!r:rhrr \v/° :•••.- Fch5!rrr ••:•::! . ■ luiscncn MogttClikv.i1 gibt, «ich über Bedeutung und Feiei dieses Volksfeste» aus den jüdischen Quellen heraus zu unterrichten. Nur eines ist zu bedauern: daß das kleine Büchlein nicht um einen Monat früher erschienen ist, um schon zu dem eben verrarsgrnrn Purini voll ausgeweitet ZU neiden. Immerhin: auch jetzt wird es reichen Nutzen in Schule und Haus bringen. Neuerscheinungen im Schocken Verlag. Wieder kann der Schocken Verlag eine Reihe wichtiger und beachtenswerter Neuerscheinungen ankündigen. Es wird über eine neu unternommene h e bräische Schrift en r e ihe, osel sifre mofet (Sammlung klassischer Bücher) berichtet, in der nach und nach die hebräischen Grundbücher ^CS Judentums in sorgfältig korrigierten Reproduktionen nach schönen und textlich guten alten Drucken neu erscheinen sollen, und zwar zu billigen Preisen, die auf weiteste Verbreitung berechnet sind Als erste Werke dieser Reihe sind erschienen: Der berühmte Siddur ton Baer: Seder awodath jisracl, in zwei Ausgaben, für den altdeutschen (rheinisch-südwestdeutseheii) Ritus, und für den deutsch-polnischen Ritus, jede Ausgabe in (iauzleincn RM. 9,80). M l k r a o t h g e d o l o t h, die fünf Bücher der Weisung (Thora) mit den klassischen Kommentaren; eine Ausgabe in Originalgröße ( in zwei Leinenbänden RM. 20,--, in 5 Lernenbänden RM. 25,—) und eine stark verkleinerte Diinndritckausgahc (in einem Leinenband RM. 9,80). Die berühmte Bibel konkordanz von Dr. S. Mandelkern in der zweiten Auflage von Margolin (in großem Lexikonformal in i laibieder KM. 30, ). In den Mitteilungen des P 0T S C h U n g s i u s t i t u t s für hebräische Dichtung erschienen: Band II, David Jellin zum 70.Geburtstag gewidmet; der Band enthält u.a. unveröffentlichte Q lh ItloillloV Karlsbader Oblaten u. Crah. Zwieback f.Zmkerkr. «Uli III C I III B I Nordstr. 25, Frankfurter Str. 11, Tel. Nr. 2S5 M historisch horhhedeMtaamp Gedichte und ll.'.J,^ dv..-. Meli Iia-Lcwi a t„< i' a c::.. ii.,,T * ....1 . . i..„i . .. :i -- uuu uiitci;;:••!! i iiei r,jannaj-oiuuicn einen wissenschaftlichen Berieht über den sensationellen Lund der meisten verschollen geglaubten Dichtungen eines der ältesten hebräischen Dichter (in Halbleinen RM. 10, ); Band III, der u.a. Poesien des (iaon R. Haja, des Moscha ha-Kohen Ihn (iikatila, zwei „Streit"-(iedichte aus dem 15. Jahrhundert, drei an historische Ereignisse anknüpfende Dichtungen des 11. Jahrhunderts u.a. enthält. Der Verlag bringt wiederum auch ein neues Werk von Martin B u b e r „Di e I r a g e au den Einzeln e n" (in Leinen M. 3,50, kart. 2,50), sowie eine zweite vermehrte Auflage des ersten Bandes von Martin B U b e r 8 „K ö n i g t u m Gott e s". Lranz Rosenz w e i g 8 philosophisches Hauptwerk „Der Stern der Erlösung" ist in den Schocken Verlag übergegangen. Die zweite, um Randtitel, Register und Nachweise vermehrte Auflage in drei Teilen wird in drei Leinenbänden für RM. 12, geliefert. In der S c h o c k e u - B ü e h e r e i sind folgende neue Bändchen erschienen: Die Q es e 17 e S1C h r er von Schimon dem Wahrhaftigen bis zum Aultreten Hillen). Zusammengestellt von Kaiman Schlesinger. (Bücherei Nr. 71.) Moses Calvarv: Das neue Judentum. Fünf Aulsätze. Mit einem Nachwort von Walter Groß. (Bücherei Nr. 72.) Die häuslich e n S a b b a t g e s ä u g e. (Noten und Texte.) Gesammeil und herausgegeben von Arno Nadel. (Bücherei Nr. 73.) Jehuda Burla: I n d e n S t e r n e n g e s e Ii r i e b e n. Eine Erzählung. Aus dem Hebräischen übersetzt von Emanuel bin Goriou. (Bücherei Nr. 71). In Neuauflagen sind erschienen: Das Leb e n des Flavius J o s e p h u s. Aus seinen eigenen Aufzeichnungen zusammengestellt und übersetzt von Emanuel bin Ciorion. (Bücherei Nr. u.) Von den Juden Jemens. Eine Anthologie. Gesammelt, übersetzt und herausgegeben von S. I). L. Qoitein. (Bücherei Nr. 13.) Die P e s s a c Ii - II a g g a d a, herausgegeben und erklärt von E. I). üoldschmidt. (Bücherei Nr. 54.) Ein neues Buch von Joachim Prinz. Der Verlag Erwin Löwe kündigt das Erscheinen eines neuen Buches von Joachim Prinz. „Das l eben im Ghetto. Jüdisches Schicksal m fünf Städten" für den 5. April 1937 an. Das Spenglersche Wort „Stadtgcschichte ist Welt- ZäöÄRREN- •Spezialhaus feinster Qualitäten D. ROSEN NaChf. Inn. R aoldstein Lieferg, frei Haus Peterssteinweg 10__Telefon 2 3768 gesehiehte" wird in diesem Buche als auch für die jüdische Geschichte gültig behandelt. Joachim Prinz versucht zum erstenmal, die wesentlichen Epochen der jüdischen Geschichte von der Silhouette, dem Leben und dem Rhythmus einer Stadt her zu begreifen; So wachsen aus den Gassen der Städte jüdische Schicksale heraus: Menschen und Ereignisse. Die Biographie der großen Juden, die Progrome und Austreibungen, die großen Leistungen und Schöpfungen werden in das Schicksal der Städte eingeordnet. Was hier erstellt, ist der Versuch, zu gestalten, was in den Mauern einer Stadt, für viele unsichtbar, sich als judenschicksa] ereignet. — Das umfangreiche Werk kann zum Preise von RM. 3.60 in allen jüdisrhpii R.rhhnnrfiimrjr" -::!-..!..;!.:,.: weiden. Nach Erscheinen -.!:■; Frei* des Blieb«* »mf KM. •«.>«• festireset7l „Der Morgen", Monatsschrift der deutschen Juden: Februar 1037. Mit dem Lchmar-Heft ist dem „Morgen" wieder einmal ein v.in/ großer Wurf gelungen Ein Essay von Leo Baeek allein würde schon genügen, deiil Heft stärkste Beachtung zu sichern. Versprüht der Titel dann noch eine Auseinandersetzung mit Europa, und entspricht der Aufsatz der Erwartung, daß die jüdische Stimme unsere:- Zeit sich diesem Problem stelle, so muß die jüdische Öffentlichkeit aufhorchen. Wie ein Echo darauf tönt es aus der geistvollen historischen Reportage „Alexandrien oder das Tor in die Welt" von Fritz Benjamin wider: und klingt hier schon das Gegeneinander von Wandern und Sich-selber-treu-bleiben an, so wird dieses ganz aktuelle Thema weitergesponnen in den Betrachtungen von Ignaz. May bäum über die nichtpalästinensische Auswanderung und in Heinrich L e m I e s Versuch einer Scheidung zwischen den heute noch lebendigen und den nur zeitbedingten wirkkräfteii des jüdisch-religiösen Liberalismus. - In der Mitte dieses männlichen, dem Geiste des Westens zugewandten Heftes schlägt zart und wann wie ein Herz eine Szene aus der östlichen Welt der Mütter, „Bebele" von Perez Hirschbein, ubersetzt von Leo Hirsch. Herausgegeben v„m Vorstand der is>aelitisclien Relitfionsgemeinde zu Leipzig sthriftleitung: Oemeinderatibiner Oustav Cohn, Leipzig C I, Walter-Blümrl-Str. 10, III. Anzeigen: Verlag Elsa GoMfreund Leipzig Cl, Ha<nstraße 16, Zimmer 3ii3. Tel. 16723 Anzeigen eiter: Erns' Qoldfreund, Cichnriusstrane 2 a Tel 607 71 für die Aufnahme von Anzeigen in bestimmten Numtrfern und an bestimmten Plätzen und für telefonisch aufgegebene Anzeigen wird keine Gewahr übernommen Druck: Jordan&Ö>amberg vorm Druckerei rer Werkgjmeinschaft, Leipzig, Brüderstr 19 E>. A IV Vj 36 3433 Pr. L Nr 6 für den Inhalt der Inserate übe-rühmen Gemeindevo stand und Scnriftleitung keine Veianiwor.ur.g.