Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde zu Leipzig
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 4 (22.1.1937)
- Date
- 1937-01-22
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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22. Januar 1937 Seite 5 Konzert-Direktion-Ehrüch [Das große Ereignis! Infuutk ff HM!!HP sir.5! in ~ ~~ : Bi^ ■ ■ ■ S m ■ ■ I^MMBH^H i fiiN«i* kciift.iv ■ r i Süniiiäs, den 3i. Januar, zo,s *w**lfn kMilllllUI Kulturbund - Theater I Karten 2.—, 3.—, 4.— u. 5.— RM. bei Maneiis, Zellner, Preismann, Kaufmann, Willner, Klein Rosentalgasse 1 u. bei der Anz.-Verw., Hainstr. 16 ■ Fhrlich, Telefon 24551 sowie an der Abendkasse - Garderobezwang RM. —.30 - Zutritt nur gegen Kulturbund- oder R-Karte Donnerstag, 28. Januar, 20 Uhr im Kfln««e?haus, Niki&vhpiaiz 2 Veranstalter; Walter Meyerstein Taii^-fieuiiion! i üffififfftf Tanzkapelle und Jazz auf 2 Flügeln Wir tanzen Horra und andere jüdische Tinze Eintritt Mit. I. - ,, R- Aus weise" nicht notwendig zwischen den jüdischen Onippen ein/einer Landschaften lebt. Es gibt eine Art Heiniatstol/ der ober&chlesi&ciien, der süddeutschen, und einen besonderen der bayerischen, der badischen, der schwäbischen Juden. Und wiederum ein eigenes Qepräge hat das lleimatgefühl der ehemals Posener Juden. In Berlin und anderen Großstädten bestehen schon seit Jahrzehnten die Vereinigungen, zu denen sich Juden einzelner ehemals Posener Gemeinden zum Zwicke dir gegenseitigen Hilfe in Fällen von Not zusammengeschlossen hatten; ich denke an den Lissaer Hilfsverein, Verein der Schrimnier, Verein der Samotschiner u. v. a. Sie alle erhielten einen starken Auftrieb, als nach dem Kriege der größte Teil der Mitglieder ehemals blühender Gemeinden aus der Provinz Posen nach Berlin, Breslau und anderen Städten übersiedeln mußte: sie wurden die Pflegestätten, in denen der alte Zusammenhalt bewahrt werden sollte. Man muß das Leben der Juden einer solchen Posener Gemeinde gekannt haben, um zu verstehen, wie notwendig ihren einstigen Gliedern eine solche Stelle ist, in der sie Landsmann zu Landsmann halten, Jugcnderinnerungen austauschen, warmherzige Beziehungen genießen können, die immer wieder Gemeinsamkeiten, sei es der in der gleichen Stadt verlebten Kindheit, Jugendzeit oder beruflichen Wirksamkeit, oder sei es alter freundschaftlicher oder verwandtschaftlicher Bindungen' hervortreten lassen. Eines der Mittel, diesem Qemeinschaftsbewußtsein lebendige Entfaltung zu geben, sind seit nunmehr zehn Jahren die „Blätter des Verbandes jüdischer Heimatvereine", unseres Wissens das einzige Organ dieser Art, obwohl es Heimatvereine auch aus anderen Landschaften des Reiches gibt. Diese „Blätter" haben sich als ungemein wertvolles Band zwischen den ehemaligen i'osenern erwiesen. Sie regen dazu an, die gemeinsamen Erinnerungen festzuhalten, indem die Berichte des einen wieder wachrufen, Wta dein anderen fast entschwunden war; sie tragen Kunde von Gruppe zu Gruppe und geben Nachricht von Freud und Leid der LandslcuK. Beim Rückblick aut zehn Jahrgänge kommt all das zu deutlichem Bewußtsein; die erste Nummer des elften Jahrgangs wird zu einer Festausgabe, in der der erste Verleger und Schriftleiter der , Blätter" von'den Anfängen des Verbandes und seinei Blätter erzählt, eine Reihe bekannter Persönlichkeiten die Funktion des Verbandes und seines ürgants dankbar würdigt und weitere Beiträge in dem bewährten Rahmen den bewahrten Aufgaben dienen. Auch an dieser Stelle sei dem Verbände herzlicher Glückwunsch dargebracht. Fr soll insbesondere dem verdienstvollen Schriftleiten, Herrn Heinrich K u r 17. i g gelten, der hier wie auch in seinen anerkannten Erzählungen in hohem Maße Zeugnis für die Liebe zum Posener Heimatlande ablegt. G. C. hänftmdzwarrzlg Busooi-Briefe, eingeleitet und herausgegeben von Giaciia Selden-Goth (Herbert Reichner Verlag, Wien-Leipzig Zürich, 1937). Noch keine Ii Jahre sind seit Busonis Tode vergangen und schon droht sein Name der Vergessenheit anheimzufallen. Der ais (iestalter wie als Nachschaffender einzigartige Künstler hatte nicht die Gabe, seinen Nachruhm zu Inszenieren, er glaubte, daß der Wert seiner Werke selbst in die Nachwelt wirken würde. Wie seine Abneigung dlem, was „arriviert" war, galt, so wandte sich die Wärme seines unerschöpflich reichen Wesens den Jungen, Werdenden zu, die ehrlich strebten und rangen. Die Empfängerin der vorliegenden Brie!-.' gehörte 'zu dem Kreise seiner jungen Freunde. Als die junge Komponistin Oisella Seiden ihm ihre Kompositionen zur Begutachtung vorlegte, erkannte er bald, daß das Talent zum Gestalten nicht ganz insreichte, erkannte aber auch, daß eine ungewöhnliche literarische Begabung vorlag: Tatsächlich hat Gisella Seiden dann als Musikschriftstellerin sich einen guten Namen zu erringen gewußt Im den Briefen BtlSOntS kommt «.in«, wahrhaft schöpferische Kritik, die rücksichtslose Offenheit mit liebevollem Verstehen vereint, zum Ausdruck. Diese 25 Briefe umfassen nur eine kleine Spanne Zeit, die letzten sechs bis sieben Jahre des Meisters, vermögen aber, den heute Lebenden eine Ahnung von der menschlichen Größe und dem Funkelnden Intellekt des einzigartigen Phänomens Busoni zu vermitteln. Hoffen wir, daß ähnliche Veröffentlichungen folgen werden. Insbesondere dürfte der Briefwechsel mit dem Busoni eng befreundeten Jakob Wassermann ein kostbares Dokument zur Geistes- und Kulturgeschichte um die Jahrhundertwende darstellen. Alfred Simon Enorme Vorteile bietet Ihnen mein diesjähriger Vom 25. I. — 6.H.37 Winter-Schiaß-Verkauf *TIH VIl»l -H 1TI11;* Telefon Nr. 27040 Brühl 23 Bevorstehende Veranstaltungen 25. Jan.: Jüdischer Kulturbund: „Menschen in Weiß", Schauspiel von Siduey Kingsley (als erste Februarveranstaltung auf Januar-Marke). 28. Jan. Meyerstein: Tanz.-Reunion. 31. Jan.: Konzert Joseph Schmidt im Kulturbundtheater. 0./7. Febr.: Sportverein Bar Kochba: Tis.h-Tennis-Meisterschaftcn des deutschen Makkabi-Kreises. Ii. Febr.: Meyerstein: Kabarettabend im Grotrian-Steinweg-Saal. 15. Febr.: Jüdischer Kulturbund; Lieder- und Duettabend von Susanne Loewenstein und Wilhelm Gutlmami, am Flügel: trna Klein. 25. Febr.: K.A.E. Purim-Ball mit künstlerischen Einlagen. 27. Febr.: Geinrindeabend Dr. Eloesser: „Heinrich Heines Rückkehr zum Judentum". Konzert und Theater Symphoniekonzert des Leipziger JUd. Kulturbundes. En diesem Konzert stellte sich das Orchester der jüdischen Kulturbünde erstmalig dem Leipziger Publikum vor. Es ist zusammengestellt aus routinierten Fachleuten, nur müßte dem stärken Streichkörper noch eine dementsprechend stärker'..1 Bläsergarnitur angegliedert werden. In der künstlerischen Gesamtwirkung erreicht es jedoch nicht die gleiche Höhe wie das Berliner Kulturbundorchester unter Steinberg. Man kann nur wünschen, daß Prof. Prüwer persönlich das Orchester in seine Hand nehmen möge und mit dem recht guten Material dann auch bei tüchtiger Arbeit große Leistungen in Zukunft bringen wird. Prof. Prüwer musizierte mit dem Orchester recht gut, verfiel aber manchmal zu sehr ins Akademische. Gerade in Mozarts „Kleiner Nachtmusik", die besonders mit viel Charme und Grazie genommen werden muß. macht? sich;!.--. nacfttcüit Lcuierkbar Menrtcrssnh&ä OuvcrlQre ,.;v'.cc.« vtiiie *;hä Gtuckutllc ittiiri'7"''ie uns immri wieder fesseln und begeistern kiUhi, vertritt ourcli ihre feine Naturmalerei und ihre Farbenpracht die echt romantische Schule. Man freute sich, wieder mal Mendelssohn zu hören und Prof. Prüwer bemühte sich, dem Werke gerecht zu werden. Beethovens zweite Sinfonie bildete den Höhepunkt des Abends Diese Sinfonie, die 1304 entstanden ist, trennt sich schon vom Haydn-Mozart-Stil, sie steht freier in der Thematik und weist auf eigene Wege hin. In ihr vereinigt sich Dramatik, Humor, Ausgelassenheit und Frische. Prof. Prüwer hob diese natürliche Frische hervor, überhaupt merkte man, daß dieses Werk gut einstudiert war und daß es vom Orchester mit viel Liebe gespielt wurde. Wir wünschen dem Orchester, daß sich seine Bestrebungen, sich künstlerisch weiter zu entfalten, aufs schönste erfüllen mögen, lt. Sport vom Sonntag (Von unserem ständigen Berichterstatter D e k a.) Das waren mal wieder Spiele so recht nach dem Geschmack eines echten Sportlers, eine schon lange nicht mehr gesehene Zuschauermenge, und dazu diese rosigen u:;d spannenden Kämpfe zwischen dem inesigen „Schild' und „Bar Kochba", die beinahe alle gehegten Erwartungen erfüllten. Aber die Betonung liegt diesmal auf „beinahe", dieser damit angedeutete Zwischenfall war der einzige Mißton des Nachmittags und der bei einem solchen, besr>n:lers im Blickfeld stehenden Spieler nicht hätte vorkommen dürfen. Das Handballspiel der I. Mannschaften war gewiß keine zahme Angelegenheit, das wußte man im voraus und es sollte es auch nicht sein, dafür waren diese 22 doch zu sehr „geladen", ilarauf erpicht, endlich nach über zwei Jahren mal wieder die Kräfte messen zu können. Für die „Sehild"-E!f sollte es Sozusagen eine B»h»b*ütierKSj[ sein u\r HU derzeitige nunc Packung, für die „Bar Kochba"-Mann- I